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Essay, 2009, 11 Seiten
Autor: mag. Barbara Baumann
Fach: Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Details
Tags: Kraft
Jahr: 2009
Seiten: 11
Note: Sehr gut
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-36546-3
Body & Health Academy, Wien
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Zusammenfassung / Abstract
Der gesundheitliche Nutzen von Krafttraining Die positiven, gesundheitsfördernden Auswirkungen von Sport auf Körper und Psyche sind heutzutage unumstritten, und darum wird versucht, die sportlichen Aktivitäten auch in den Alltag zu integrieren. Das hängt einerseits damit zusammen, dass immer mehr Menschen Berufe ausüben, die sie zu körperlicher Inaktivität während ihrer Arbeit zwingen, und ihr natürlicher Drang nach Bewegung nur mehr in der Freizeit gestillt werden kann. Andererseits hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass, verbunden mit der stetig steigenden Lebenserwartung, ein gesundes und beschwerdefreies Altern nur mit Bewegung und ausgewogener Ernährung möglich ist. Der Trend zur Bewegung wird an den hohen Teilnehmerzahlen bei Laufveranstaltungen, den guten Mitgliederzahlen in einer wachsenden Anzahl von Fitnessstudios oder auch an den vielen Nordic Walkern und Radfahrern sichtbar. Bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass in erster Linie die Zahl an Ausdauersportlern beträchtlich angestiegen ist. In Fitnessanlagen neueren Datums wird dem durch einen überbordenden Kardiobereich mit eigenem Bildschirm an jedem Trainingsgerät Rechnung getragen. Weniger rasant steigt allerdings die Zahl der Krafttrainierenden. Es ist zwar zu beobachten, dass sich auch immer mehr Frauen der Hilfe von Krafttrainingsgeräten bedienen, bis zu den Freihanteln reicht ihr Mut allerdings meistens nicht aus. Dieser Bereich ist nach wie vor eine männliche Domäne. Das liegt einerseits an der fehlenden Anregung durch die Trainer und anderseits an dem Mangel an Wissen seitens der Trainierenden, welche gesundheitlichen Vorteile das Krafttraining - gerade auch mit der freien Masse im Raum - bietet.
Textauszug (computergeneriert)
Der gesundheitliche Nutzen von Krafttraining
Die positiven, gesundheitsfördernden Auswirkungen von Sport auf Körper und
Psyche sind heutzutage unumstritten, und darum wird versucht, die sportlichen
Aktivitäten auch in den Alltag zu integrieren. Das hängt einerseits damit zusammen,
dass immer mehr Menschen Berufe ausüben, die sie zu körperlicher Inaktivität
während ihrer Arbeit zwingen, und ihr natürlicher Drang nach Bewegung nur mehr in
der Freizeit gestillt werden kann. Andererseits hat sich die Erkenntnis durchgesetzt,
dass, verbunden mit der stetig steigenden Lebenserwartung, ein gesundes und
beschwerdefreies Altern nur mit Bewegung und ausgewogener Ernährung möglich
ist. Der Trend zur Bewegung wird an den hohen Teilnehmerzahlen bei
Laufveranstaltungen, den guten Mitgliederzahlen in einer wachsenden Anzahl von
Fitnessstudios oder auch an den vielen Nordic Walkern und Radfahrern sichtbar. Bei
genauerer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass in erster Linie die Zahl an
Ausdauersportlern beträchtlich angestiegen ist. In Fitnessanlagen neueren Datums
wird dem durch einen überbordenden Kardiobereich mit eigenem Bildschirm an
jedem Trainingsgerät Rechnung getragen. Weniger rasant steigt allerdings die Zahl
der Krafttrainierenden. Es ist zwar zu beobachten, dass sich auch immer mehr
Frauen der Hilfe von Krafttrainingsgeräten bedienen, bis zu den Freihanteln reicht ihr
Mut allerdings meistens nicht aus. Dieser Bereich ist nach wie vor eine männliche
Domäne. Das liegt einerseits an der fehlenden Anregung durch die Trainer und
anderseits an dem Mangel an Wissen seitens der Trainierenden, welche
gesundheitlichen Vorteile das Krafttraining - gerade auch mit der freien Masse im
Raum - bietet.
Der Muskelaufbau ist das primäre Ziel der Mehrzahl der Krafttrainierenden und die
am besten messbare Größe des Krafttrainings. Ob dieser Muskelaufbau deutlich
sichtbar sein soll oder die Funktionsverbesserung durch moderates Muskelwachstum
im Vordergrund steht, hängt von der subjektiven Motivation des Trainierenden ab.
Bei jungen Männern steht oft der Muskelaufbau als Selbstzweck, also ästhetische
Beweggründe, im Vordergrund. Bei Frauen dominiert der Wunsch nach einem
strafferen Körper, Körperformung und Kräftigung. Ältere Menschen benutzen eine
Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining dazu, um sich in Schwung zu halten
bzw. um in der Pension die sportlichen Versäumnisse des Berufslebens zu
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kompensieren. Athleten, die Krafttraining als Ergänzung zu ihrer Sportart
durchführen, richten ihre Ziele nach den sportartspezifischen Anforderungen aus.
Kommt Krafttraining im Zuge von Rehabilitationsmaßnahmen zum Einsatz, dann ist
die Zielsetzung eine Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Körpers.
Der Nutzen und die positiven Auswirkungen von Krafttraining unterstützen sowohl
den aktiven als auch passiven Bewegungsapparat. Die maximale Knochenmasse ist
weitgehend genetisch vorgegeben, wird aber auch durch den Lebensstil beeinflusst.
Oberflächlich betrachtet ist die Knochenmasse und Knochendichte primär bei Frauen
nach der Menopause ein gesundheitlich relevantes Thema, da es durch den
reduzierten Östrogenspiegel zu einem beschleunigten Abbau kommt. Die höchste
Knochenmasse wird geschlechtsunabhängig im vierten Lebensjahrzehnt erreicht,
danach erfolgt ebenfalls bei beiden Geschlechtern ein Abbau der Knochendichte von
0,75 bis 1% p.a. Durch die Hormonumstellung bei Frauen erhöht sich die Abbaurate
auf 2 bis 3% p.a.
Dieser degenerativen Erscheinung kann jedoch durch gezieltes Training
entgegengewirkt sowie allgemein ein Stillstand des Knochenabbaus und sogar ein
Knochenaufbau mittels intensiven Krafttrainings erzielt werden. Einfach ausgedrückt,
braucht der Knochen genauso wie der Muskel regelmäßige Belastungsreize um
seinen Funktionszustand zu behalten oder zu erhöhen, da der Muskelquerschnitt mit
der Knochendichte korreliert. In Folge des Wachstums von Knochendichte und
Muskelfaserquerschnitt tritt auch eine Stärkung der verbundenen Strukturen wie
Gelenke, Bänder und Sehnen ein. Beim Gelenkknorpel oder dem knorpeligen Anteil
der Rippen nimmt durch Krafttraining ebenfalls die Knorpeldichte zu, was zu einer
höheren Druck- und Stoßtoleranz führt. In Hinblick auf die Stärkung des Knorpels ist
besonderes Augenmerk auf die Ausführung von Übungen über die gesamte
Bewegungsamplitude zu legen, um den Knorpel und auch die ihn sichernden Bänder
gleichmäßig zu stärken. Denn auch im Alltag müssen Gelenke über die volle
Bewegungsamplitude einsatzfähig sein. Gelenke werden durch die
Synovialflüssgkeit, die in der Gelenkkapsel gebildet wird, geschmiert und genährt.
Die Synovialflüssigkeit regelt den Stoffaustausch zwischen den Kapillaren und dem
Gelenk. Bewegung in den Gelenken (sowohl im Kraft- als auch im Ausdauersport)
führt zu einer verstärkten Produktion dieser Gelenkschmiere und damit einhergehend
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zu einer besseren metabolischen Versorgung der aneinander grenzenden
Skelettteile in der Gelenkkapsel.
Einen weiteren Nutzen von Krafttraining stellt die Verbesserung der Körperhaltung
dar. Ausgewogenes Krafttraining wirkt stabilisierend auf die Wirbelsäule und
kompensiert Haltungsschäden, von denen häufig Menschen mit beruflich bedingter
körperlicher Inaktivität betroffen sind. Gerade Rücken- und Wirbelsäulenschmerzen
und Verspannungen der dazugehörigen Muskulatur sind ein typisches
Krankheitssymptom der westlichen Gesellschaften. In der Schulmedizin werden sie
vorwiegend mit Massagen und einer breiten Palette an physikalischen Heilmethoden
behandelt. Diese Behandlungsmethoden können zu kurzfristigen Besserungen
führen, sie bekämpfen allerdings bloß das Symptom und nicht die Ursache. Im
Gegensatz dazu kann Krafttraining intermuskuläre Dysbalancen beseitigen und
einen wichtigen Beitrag zur Stärkung von aktiven und passiven Strukturen leisten.
Das Ergebnis ist nicht nur eine verbesserte aufrechte Körperhaltung, sondern auch
ein effizienterer Umgang mit Alltagssituationen, in denen der Mensch Kraft
aufwenden muss.
Der Nutzen des Trainings und seine Umsetzbarkeit im Alltag sind von der Intensität
und Häufigkeit der Einheiten abhängig. Geht man von Regelmäßigkeit, korrekter
Technik und kontinuierlicher Intensitätssteigerung aus, werden sich die folgenden
Anpassungserscheinungen einstellen.
Krafttraining führt zu Muskel- und Kraftzuwachs. Diese Erkenntnis ist weder neuartig
noch muss sie durch eine hohe Anzahl an Studien bewiesen werden, dennoch lohnt
es sich, ihr einige Zeilen zu widmen. Ist es doch der Muskelzuwachs, der viele
andere nützliche Faktoren des Krafttrainings (Schutzfunktion für passive Strukturen,
Beseitigung von Dysbalancen) erst möglich macht.
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