Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Project Report, 2009, 26 Pages
Author: mag. Barbara Baumann
Subject: Instructor Plans: Health / Medicine / Sports / Social Topics
Details
Tags: essstörungen, magersucht, bulimie
Year: 2009
Pages: 26
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-36547-0
ISBN (Book): 978-3-640-37377-2
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Essstörungen sind keine Modeerscheinungen mehr, sondern zählen zu ernsthaften Erkrankungen und werden gerade in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft für viele zum Verhängnis. Doch was ist der Grund, was sind die Ursachen und Auslöser? Gesellschaftlicher Einfluss, Perfektionismus, Schönheit, Macht und Anerkennung beherrschen und dirigieren unser Leben. Der reale Alltag tendiert immer mehr zu einer Scheinwelt. Aus Zufriedenheit, Wohlbefinden und Lebenslust entwickeln sich allmählich Stress, Unbehagen und Selbstkritik, was zu fatalen Folgen führen kann. Der Fluchtweg in eine Essstörung ist von hier nicht weit entfernt. Allerdings verhilft diese nicht zur Bewältigung der Probleme, sondern stellt ein weiteres Problem dar. Aber dem noch nicht genug! Zusätzlich gibt es noch unzählige, weitere Hilfsmittel zur individuellen Befriedigung und Seligkeit, sei es in Form von Diäten, Nahrungsergänzungsmitteln oder auch exzessiver, körperlicher Verausgabung. Der klar erkennbare Wandel zu einem schlanken und makellosen Körper und dessen unmittelbare Gleichsetzung mit Schönheit und Perfektionismus stehen im Vordergrund, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Umfeld. Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und das Streben nach zwanghafter Anerkennung führen in nahezu allen Gesellschaftsschichten heutzutage fast automatisch dazu, seinen Körper und seine Seele dem Ziel „weniger Gewicht = höherer Status“ unterzuordnen. Triumph, Lob und Prestige um jeden Preis!
Excerpt (computer-generated)
Essstörungen
von Mag. Barbara Baumann
Einleitung
1
1. Essstörungen
2
1.1 Definition
2
1.2 Wer ist davon betroffen?
3
1.3 Ursachen und Auslöser
5
1.3.1 Genetik
5
1.3.2 Wichtige biologische Faktoren
6
1.3.3 Sozial-psychische Faktoren
6
1.3.4 Persönlichkeitsspezifische Faktoren
7
1.3.5 Gesellschaft
8
1.3.6 Einstiegsdroge Diät
2. Formen der Essstörung
12
2.1 Magersucht (Anorexia nervosa)
12
2.2 Bulimie (Bulimia nervosa)
13
2.3 Ess-Sucht (Binge-Eating-Disorder)
14
2.4 Atypische Essstörungen
14
3. Gesundheitliche Auswirkungen von Essstörungen
15
3.1 Physische Auswirkungen
15
3.2 Psychische Auswirkungen
16
3.3 Soziale Auswirkungen
16
3.4 Wie kann Hilfe geleistet werden?
16
4. Internationale Initiativen gegen Essstörungen
17
4.1 Österreich
17
4.2 Deutschland
17
4.3 Spanien
17
4.4 Italien
18
4.5 Frankreich
19
4.6 Großbritannien
19
4.7 USA
19
Literaturverzeichnis
20
Anhang:
A. Body Mass Indes (BMI)
21
B. Körperfett
24
C. Methoden zur Körperfettmessung
25
Einleitung
Essstörungen sind keine Modeerscheinungen mehr, sondern zählen zu ernsthaften
Erkrankungen und werden gerade in unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft für
viele zum Verhängnis.
Doch was ist der Grund, was sind die Ursachen und Auslöser? Gesellschaftlicher
Einfluss, Perfektionismus, Schönheit, Macht und Anerkennung beherrschen und
dirigieren unser Leben. Der reale Alltag tendiert immer mehr zu einer Scheinwelt. Aus
Zufriedenheit, Wohlbefinden und Lebenslust entwickeln sich allmählich Stress,
Unbehagen und Selbstkritik, was zu fatalen Folgen führen kann.
Der Fluchtweg in eine Essstörung ist von hier nicht weit entfernt. Allerdings verhilft
diese nicht zur Bewältigung der Probleme, sondern stellt ein weiteres Problem dar.
Aber dem noch nicht genug! Zusätzlich gibt es noch unzählige, weitere Hilfsmittel zur
individuellen Befriedigung und Seligkeit, sei es in Form von Diäten,
Nahrungsergänzungsmitteln oder auch exzessiver, körperlicher Verausgabung.
Der klar erkennbare Wandel zu einem schlanken und makellosen Körper und dessen
unmittelbare Gleichsetzung mit Schönheit und Perfektionismus stehen im
Vordergrund, unabhängig von Alter, Geschlecht oder sozialem Umfeld.
Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und das Streben nach zwanghafter Anerkennung
führen in nahezu allen Gesellschaftsschichten heutzutage fast automatisch dazu,
seinen Körper und seine Seele dem Ziel ,,weniger Gewicht = höherer Status"
unterzuordnen. Triumph, Lob und Prestige um jeden Preis!
1
1. Essstörungen
1.1 Definition
Essstörungen sind psychosomatische bzw. psychiatrische Erkrankungen, die durch
Störungen der Nahrungsaufnahme bzw. des Körpergewichts gekennzeichnet sind,
mit meist ernsthaften und langfristigen Gesundheitsschäden. Essstörungen sind
keine Ernährungsstörungen, die durch "richtiges" Essen gelöst werden können, kein
Schlankheitstick, keine Pubertäts- oder Lebenskrise, sie haben mit einer gestörten
Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Der eigene Körper wird ständig abgelehnt, das
Wohlbefinden ist abhängig vom Körpergewicht und das Urteil der Außenwelt
bestimmt die Selbstachtung.
Die gelebte Symptomatik zeigt das Ausmaß der inneren Not der Betroffenen und
weist auf die eigene Unfähigkeit hin, mit dem Leben und seinen täglichen
Anforderungen und Konfrontationen fertig zu werden. Durch das gestörte
Essverhalten wird versucht, Lösungen bzw. Auswege für tiefer liegende seelische
Probleme, Ablehnung oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse zu finden.
Das Gefühl, sich über Essen bzw. über Hungern Befriedigung zu verschaffen, führt
zur schnellen Erleichterung und zu einem Erleben von Sicherheit, Selbständigkeit
und Unabhängigkeit. Dadurch bekommt die Essstörung eine Eigendynamik und gerät
außer Kontrolle, gefolgt von Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder wahllosem
In- sich- Hineinstopfen.
Das Leben der Betroffenen kreist ständig um das Essen bzw. das Nicht-Essen, der
Umgang mit Nahrung und Körpergewicht wird immer zwanghafter und
beherrschender. Schritt für Schritt wird alles andere unwichtig und nebensächlich.
Unbeschwertes Genießen, gesunder Appetit und Hunger sind nicht mehr möglich.
Essen ist verbunden mit Scham- und Schuldgefühlen, der Angst zuzunehmen und
dem Empfinden, zu versagen. Nicht-Essen dagegen bedeutet Stolz, Stärke und
Macht. Das Essen ist vom Lebensmittel zum Lebensinhalt geworden.
2
Jeder Mensch hat sein ganz individuelles Normalgewicht und individuelle
Proportionen. Jedoch die Definition von "normal" ist oft am Schwierigsten und das
Essverhalten eines Menschen ist ein deutliches Signal dafür, wie es um sein
seelisches Wohlbefinden bestellt ist:
,,Normales" Essen
bzw. Essverhalten bedeutet das zu essen, was man essen will.
Dies schließt erworbene Gewohnheiten, persönliche Vorlieben und soziale
Verhältnisse mit ein. Ein ausgeglichener, entspannter und selbstbewusster Mensch
isst gerne lustvoll, ohne schlechtes Gewissen und beendet seine Mahlzeit, wenn er
angenehm satt und zufrieden ist.
Gezügeltes bzw. ,,Abnormales" Essen bedeutet, bewusst und gezwungen nicht das
zu essen, was man essen will. Einerseits aus Gründen akuter oder chronischer
Krankheit, wie z.B. Diabetes oder Hypertonie, andererseits um seelische Probleme,
Stress, Frust oder Ärger zu bewältigen. Schließlich wird das einzige Objekt, das
immer verfügbar und willig ist, der eigene Körper, zum Schlachtfeld!
1.2 Wer ist davon betroffen?
Früher wurde angenommen, dass Essstörungen als typisch weiblicher
Schlankheitswahn galten, der nur pubertierende Mädchen im Teenager-Alter und
junge Frauen betraf. Heute stellt das gestörte Essverhalten ein zunehmendes,
ernstes Gesundheitsproblem dar, vor allem in der westlichen Überflussgesellschaft,
und die Zahl der Erkrankungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen, unabhängig
von Geschlecht und Alter. Nahrung, Körper und Gewicht sind Themen, die bei
Frauen und Männern starke Verunsicherung und Selbstzweifel hervorrufen. Die
Betroffenen fühlen sich ausgeliefert, haben eine gestörte Körperwahrnehmung, einen
sehr hohen Perfektionsanspruch an sich und ihren eigenen Körper, geringes
Selbstwertgefühl und wenig Selbstvertrauen.
3
Manche Personen wie z.B. Athleten, Tänzer, Schauspieler oder Models, bei denen
zusätzlich die körperliche Erscheinung beruflich eine Rolle spielt, sind besonders
empfänglich, denn der Sport, Leistungswille und gesellschaftliche Druck sind oft die
Auslöser der Abmagerung.
Essstörungen sind in jedem Fall mit einer massiven Reduktion von Lebensqualität
verbunden und behindern die Betroffenen in ihrer ganzheitlichen Entwicklung. Der
Druck und Zwang, die Nahrungsaufnahme und damit den Körper zu manipulieren,
steigt unkontrolliert an. Vordergründiges Ziel ist die Gewichtsabnahme bzw.
Körperbeherrschung. Unbewusst wird dabei versucht, innere Konflikte, hoffnungslos
erscheinende Schwierigkeiten, belastende Gefühle sowie Stress oder Kummer zu
bewältigen und somit vor einer eigenverantwortlichen, konstruktiven
Herangehensweise zu flüchten.
Viele Menschen schämen sich häufig für dieses Verhalten und verstecken die
Störung vor anderen, so dass anfangs Freunde, Familie und Partner ahnungslos
sind. Diese Heimlichkeit ist eine zusätzliche große Belastung und führt dazu, die
Krankheit hinzunehmen und zu akzeptieren, auf äußere Unterstützung und Hilfe zu
verzichten und sich immer mehr vom sozialen Umfeld zurückzuziehen.
In Österreich geht man von über 200.000 Betroffenen aus, die zumindest einmal in
ihrem Leben an einer Essstörung erkranken, wobei die Dunkelziffer noch um einiges
höher liegen dürfte. Allein in Wien besteht für mehr als 2.000 Mädchen und rund 100
Burschen ein akutes Risiko, an Magersucht oder Bulimie zu erkranken. Bei den
stationären Spitalsaufenthalten in Österreich ist eine deutliche Zunahme aufgrund
von Essstörungen festzustellen. Im Jahr 1989 wurden 269 Personen (89% der
Aufenthalte betrafen Frauen) registriert, im Jahr 2000 waren es 1.471
Spitalsaufenthalte.1
1 Vgl.
http://www.essstoerungshotline.at/allgemeines/Zahlen_Daten_Fakten/Häufigkeit.html
4
1.3 Ursachen und Auslöser
Die Ursachen sind sehr vielfältig, individuell verschieden und finden sich im
persönlichen, familiären, sozialen und biologischen Bereich. Viele Faktoren kommen
zusammen, wenn ein Mensch eine Essstörung entwickelt, eine alles erklärende
Ursache gibt es nicht.
1.3.1 Genetik
Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Essstörungen zwar keine
rein erblichen Krankheiten sind, die Möglichkeit von begünstigenden Faktoren
dennoch berücksichtigt werden muss. Beim Essen bzw. Fasten kommt es zur
Aktivierung von bestimmten Belohnungszentren im Gehirn, die auch bei anderen
Suchterkrankungen, wie Alkoholismus oder Drogenabhängigkeit, eine Rolle spielen
und dadurch Zusammenhänge mit genetischen Einflüssen entstehen können. Neben
den Erbanlagen sind auch Fehlfunktionen in den Belohnungsschaltkreisen des
Gehirns verantwortlich, d.h. die Betroffenen sind zwar unfähig, Essen zu genießen,
erleben aber Hunger wie einen Rausch bzw. verknüpfen die Nahrungsverweigerung
mit einem Lustgefühl.
Durch Analysen der DNA von 1167 Erkrankten gelang es einem Team um Walter
Kaye, Direktor der Klinik für Essstörungen an der University of California in San
Diego, den Sitz der ausschlaggebenden Gene auf einen bestimmten Abschnitt
einzugrenzen. In Tierversuchen testen sie derzeit ein Präparat, das einen
bestimmten Rezeptortyp an den Nervenzellen blockiert, der auf die Wirkung des
Hirnbotenstoffs Serotonin anspricht. Auf diese Weise sollen das neuronale
Belohnungszentrum und damit der Appetit angeregt werden.2
2 Vgl. Magazin Gehirn&Geist, 22.10.2008
5
Comments
No comments yet
Other users also were interested in the following titles:
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für Microsoft Word
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit - Formatvorlage / Vorlage für eine Hausarbeit für OpenOffice.org
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 9,99 EUR
Formatvorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit / Vorlage zur Erstellung einer Hausarbeit
Author: Marco FeindlerPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2005 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Author: GRIN VerlagPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008 Download as PDF-file for 6,99 EUR
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit
Author: Zoran ZivkovicPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Author: Claudia NickelPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Author: Maik PhilippPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - Hausarbeiten - Seminararbeiten
Author: Mark RichterPresentations, Models, Tutorials, Instructions, 2008
This text can be quoted and accessed from this url: