Subtitle: Die Soziologie des Max Adler
Termpaper, 2007, 14 Pages
Author: Susanne Röver
Subject: Sociology - Knowledge and Information
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Sozialwissenschaften)
Year: 2007
Pages: 14
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-37409-0
ISBN (Book): 978-3-640-37385-7
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Abstract
In seinem Beitrag „Soziologie und Erkenntniskritik“, der zum ersten Mal im Jahrbuch für Soziologie erschien, setzte sich Max Adler wiederholt für die Anerkennung der Soziologie im Allgemeinen und für seine Theorie des Sozial-Apriori im Speziellen ein. Die dort von ihm gestellte Frage: wieso die Erlebniserfahrung, die doch immer etwas Subjektives sei, zugleich auch Welterfahrung d.h. etwas Objektives bedeute, soll neben dem Werk und Schaffen Max Adlers auch in der vorliegenden Arbeit beleuchtet werden.
Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität zu Berlin,
Philosophische Fakultät III, Institut für Sozialwissenschaften
Proseminar: Wissenssoziologie/ Dozent: Peter Fischer
geschrieben von Susanne Röver
Note: 1,3
DAS SOZIAL-APRIORI
- Die Soziologie des Max Adler -
Berlin, 15. April 2007
Einleitung
3
1. Max Adlers sozialer und politischer Hintergrund
4
1.1. Biographie
4
1.2. Austromarxismus
5
1.3. Wirken und Rezeption von Max Adlers Soziologie
6
2. Max Adlers wissenssoziologischer Ansatz
7
2.1. Das soziale Sein
7
2.2. Erkenntniskritik als soziologische Methode
8
2.3. Der Erfahrungsbegriff
9
2.4. Das
Sozial-Apriori
9
Fazit
11
Literaturverzeichnis
12
2
1.
EINLEITUNG
Im Zuge der Aufklärung ist der Mensch als Individuum immer mehr in den
gesellschaftlichen Mittelpunkt gerückt worden. Nun war nicht mehr Gott der
alleinige Entscheider des Schicksals, sondern auch das Individuum. Und ab dem
Moment, wo die Kirche das Denken nicht mehr allein bestimmen und lenken
konnte, kam auch die Vielschichtigkeit des menschlichen Gedankengutes zu Tage.
Viele der folgenden gesellschaftlichen Veränderungen wie der Wandel der Familie,
der Machtausbau des Großbürgertums, die flächendeckende Alphabetisierung, die
Industrialisierung und die damit verbundene Entstehung des Proletariats sowie die
technischen Errungenschaften zur Verbreitung ideellen und intellektuellen
Gedankengutes bewirkten eine stärkere Debatte und Untersuchung des Sozialen.
Die Entstehung einer neuen - einer dritten - wissenschaftlichen Disziplin, nämlich der
Sozialwissenschaft, ließ nun neben den allgemeinen naturwissenschaftlichen und
geisteswissenschaftlichen Methoden auch den Blick auf das Soziale zu. Jetzt konnte
eine genaue und kontroverse Analyse über das menschliche Verhalten, über Begriffe
wie Objektivität, Erfahrung, Vergesellschaftung oder Armut und die Beantwortung
der Frage: ob ,falsches′ und ,wahres` Wissen gesellschaftlich bedingt seien, nicht nur
philosophisch, sondern auch unter sozialen Gesichtspunkten geführt werden.
Besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als das westliche Europa und vor allem
der deutsche Sprachraum von ,,eine(m) neuen
Wettbewerb der Weltanschauungen
geprägt"1 wurde und sich völlig konträre gesellschaftliche Auffassungen im
politischen Kampf gegenüberstanden, verschärfte sich nicht nur das politische,
sondern auch das gesellschaftliche und vor allem das soziale Leben.
An diesem Punkt muss auf die damalige wissenssoziologische Debatte hingewiesen
werden, an der neben den bekannten Vertretern wie Max Scheler (1874-1928), Karl
Mannheim (1893-1947) oder Emile Durkheim (1858-1917) auch die Vertreter des
weniger bekannten Austromarxismus um den Idealisten Max Adler (1873-1937) sich
beteiligten. Max Adler ist insofern hervorzuheben, weil er versuchte, mit der
Erkenntniskritik die ,,transzendental-soziale Natur des Menschen"2 zu beschreiben
und den Begriff der Erfahrung zu objektivieren. Ihm ging es darum, die
Sozialwissenschaft radikal von den Natur- und Geisteswissenschaften zu trennen
und den Begriff der Kausalität auch im sozialen Sinne zu definieren. Nach Adler sei
die soziale Kausalität dann gegeben, wenn das Individuum bewusst werte und
1 Frerichs, 2002/ S. 59
2 Mozetic, 1987/ S. 212
3
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