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Scholary Paper (Seminar), 2007, 48 Pages
Author: Dipl. Ing. Agrar Sebastian Gresset
Subject: Agrarian Studies
Details
Year: 2007
Pages: 48
Grade: 1,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-35347-7
ISBN (Book): 978-3-640-35384-2
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Abstract
Fusarium graminearum gehört zu den Hauptverursachern der „Partiellen Taubährigkeit“, einer der wichtigsten Ährenkrankheiten an Weizen. Neben Ertragsverlusten, hervorgerufen durch eine Nekrotisierung photosynthetisch aktiven Gewebes, stellt dieser Pilz insbesondere durch die Kontamination des Erntegutes mit Mykotoxinen ein besonderes Problem für Landwirte dar. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nur in einem engen Zeitfenster während der Weizenblüte sinnvoll, die Notwendigkeit für einen solchen Einsatz ist aber zu diesem Zeitpunkt optisch fast nicht feststellbar. Daher könne Befallsprognosemodelle ein gutes Hilfsmittel für die Entscheidungsfindung sein. Die Ergebnisse dieses Versuches sollen bestehende Erkenntnisse über dieses Pathogen ergänzen und Grundlagen für ein zukünftiges Prognosemodell schaffen. Hierfür wurden Weizenpflanzen unter den kontrollierten Bedingungen eines Gewächshausversuches künstlich mit variablen Inokulumpotentialen, einer gestaffelten Inkubationszeit und einer periodisch wiederkehrenden Zusatzbefeuchtung behandelt. Die Wirkung dieser Behandlungen wurde an Ertrags und Befallsparametern analysiert.
Excerpt (computer-generated)
Technische Universität München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan
für Ernährung, Landnutzung und Umwelt
Freising-Weihenstephan
Studiengang Agrarwissenschaften
Einfluss von Inokolumpotential, Inkubationszeit und
postinfektioneller Zusatzbefeuchtung auf die Schadrelevanz von
Fusarium graminearum
Seminararbeit
am Lehrstuhl für Phytopathologie
von
Sebastian Gresset
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
Tabellenverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 3
Abkürzungsverzeichnis 4
1 Einleitung 6
2 Literaturübersicht 8
2.1 Systematik und Biologie von
Fusarium graminearum
8
2.2 Biologie von
Giberella zea
und wirtschaftliche Bedeutung 9
2.3 Synopse der bestehenden Fusarium-Befallsprognosemodelle 11
3 Material und Methoden 14
3.1Versuchsfaktoren 14
3.1.1 Beschreibungen der Einflussvariablen 14
3.1.2 Beschreibung und Erfassung der Zielvariablen 15
3.2 Versuchsglieder 17
3.3 Weizenanzucht und Kultivierung 19
3.4 Anzucht des Erregers und Erstellung des Inokulums 21
3.5 Inokulum und Inkubation 22
3.6 Datenauswertung 22
4 Ergebnisse 24
4.1.Einfluss des Inokolumpotentials auf Befall und Ertrag 24
4.2 Einfluss der Inkubationszeit auf Befall und Ertrag 27
4.3 Einfluss der postinfektionellen Zusatzbefeuchtung auf Befall und Ertrag 31
5 Diskussion der Ereignisse 37
6 Zusammenfassung 39
Referenzen 41
Anhang 43
2
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Versuchsglieder zur Fragestellung des Einflusses einer postinfektionellen
Zusatzbefeuchtung 18
Tabelle 2 Versuchsglieder zur Fragestellung des Einflusses des Inokulumpotentials 19
Tabelle 3 Versuchsglieder zur Fragestellung des Einflusses der Inkubationszeit 19
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Zentralwerte Deoxynivalenol in Bayern 11
Abbildung 2 Erläuterung zur Berechnung des AUDPC-Wertes; Quelle: Eigene Anfertigung 17
Abbildung 3 Weizenpflanzen des Versuchs in der Vegetationshalle; Quelle: Eigene
Aufnahme 20
Abbildung 4 Fusariummycel auf Hafermehlagar-Medium; Quelle: Eigene Aufnahme 21
Abbildung 5 Konidie von
Fusarium graminearum
; Quelle: Eigene Aufnahme 21
Abbildung 6 FS unter Einfluss eines gestaffelten Inokulumpotentials 24
Abbildung 7 Effekt des var. Inokulumpotentials auf den EÄE 25
Abbildung 8 Befallshäufigkeit auf Grund unt. Inokulumpotentiale 26
Abbildung 9 AÄN nach unt. Inokulumpotentiale 27
Abbildung 10 FS in Folge var. Inkubationszeiten 28
Abbildung 11 EÄE als Resultat var. Inokulumzeiten 29
Abbildung 12 BH nach unt. Inokulumzeiten 30
Abbildung 13 Einfluss gestaffelter Inokulumzeiten auf die AÄN 31
Abbildung 14 FS als Reaktion auf die Zusatzbefeuchtung 32
Abbildung 15 Reaktion des EÄE auf die Zusatzbefeuchtung 33
Abbildung 16 Einfluss der Zusatzbefeuchtung auf die BH 34
Abbildung 17 AÄN nach Behandlung mit einer Zusatzbefeuchtung 35
3
Abkürzungsverzeichnis
Ä
Ähre
AÄN Anteil
Ährennekrosen
Ächbef Ährchenbefall
AUDPC
Area Disease Progression Curve
BBCH Gemeinschaftsarbeit
von BBA, BSA, IGZ, IVa
BH Befallshäufigkeit
bzw.
beziehungsweise
ca. Zirka
cm Zentimeter
d.h. das
heist
DON Desoxynivalenol
EÄE Einzelährenertrag
EG Europäische
Gemeinschaft
EU Europäische
Union
F-1 Fahnenblatt
minus
eins
FS Frischsubstanz
FM Frischmasse
Fus. gram.
Fusarium graminearum
g Gramm
GHz Gigahertz
G. zeae
Giberella zeae
h Stunden
ha Hektar
H20bidest Bi-Destilliertes
Wasser
H2Odest Destilliertes
Wasser
IARC
International Agency fort he Research on Cancer
kg Kilogramm
4
l Liter
MB Megabyte
m Meter
ml Milliliter
mm Millimeter
N Stickstoff
Nek. Nekrose
Nr. Nummer
Pf. Pflanze
RAM
Random Access Memory
rLf Relative
Luftfeuchtigkeit
Std. Stunden
TDI
Tolarable daily intake
TG Trockengewicht
T2-Toxin
Mykotoxin aus der Gruppe der Trichothecen
u. und
u.a. unter
anderen
unt. unterschiedlich
UV
Ultraviolett
var.
variabel
WH
Wiederholung
µg
Mikrogramm
oC
Grad Celsius
%
Prozent
5
Einleitung
1 Einleitung
Seit den schweren Mutterkornepidemien des Mittelalters und der Identifizierung der
Aflatoxine vor mehr als vierzig Jahren ist die Problematik der Kontamination von Getreide
durch Mykotoxin- bildende Schadpilze bekannt. Im Laufe der letzten Jahre hat sich die
Forschung intensiv mit dieser Thematik befasst und neben den oben erwähnten
Aspergillus
flavus
und
Claviceps purpurea
viele weitere Pilze, u.a. auch einige aus der Gattung
Fusarium
,
als Toxinproduzenten identifiziert.
Unter der sehr großen Vielzahl der Fusarien, derzeit sind 15 Gruppen mit mehr als 140
Vertretern (Summerell u. Leslie, 2001) bekannt, nehmen
Fusarium culmorum
und
Fusarium
graminearum
(anamorph
Giberella zea
) vor allem in Europa in ihrer Erforschung eine
besondere Stellung ein. Hier sind sie die Hauptverursacher von Kontaminationen des
Getreides mit Mykotoxinen, insbesondere mit Trichothecenen, wie Deoxynivalenol (DON)
mit seinen acetylierten Derivaten 3- bzw. 15-Acetyl-DON, Nivalenol (NIV) und dem
Östrogenderivat Zearalenon (ZEA) (Magan 2006; Miedaner u. Schneider, 2001).
Seit dem Jahr 2005 gelten in Europa Grenzwerte von 500-200 µg/kg FM für DON und 50-20
µg/kg FM für ZEA (EG Nr.856/2005), um einer von kontaminiertem Getreide ausgehenden
Gefahr für Mensch und Tier entgegenzuwirken. Dadurch hat sich aber für Landwirte das von
diesen Pilzen ausgehende Risiko erhöht, da ein Befall nicht nur zu einer Minderung des
Ertrages, sondern beim Überschreiten der Grenzwerte zu einem Verlust der Marktfähigkeit
der betreffenden Getreidepartie führen kann. Daher besteht eine große Notwendigkeit, die
Getreidepflanzen vor diesem Pathogen zu schützen, oder bei Befall die Produktion der Toxine
zu reduzieren.
Dennoch kann die Forschung, obwohl die Biologie der Erreger nahezu aufgeklärt ist, den
Landwirten noch keine befriedigende Lösung zur Vermeidung oder Bekämpfung dieser
Pathogene aufzeigen. Noch zu rudimentär ist derzeit das Wissen bezüglich der Infektion, der
Toxinakkumulation und insbesondere der Interaktion von Erreger, Wirtspflanze, Witterung
und der aus dieser Koinzidenz resultierenden Epidemie.
Zwar können geeignete vorbeugende pflanzenbauliche Maßnahmen, wie eine optimierte
Fruchtfolge und eine wendende Bodenbearbeitung vor Getreide, das Risiko einer Belastung
der Getreideernte mit Mykotoxinen reduzieren (LfL Doleschel, 2000), nicht aber
ausschließen. Auch wird eine zukünftige Intensivierung des Maisanbaus wegen der
steigenden Nachfrage der Biogasanlagen die Problematik verstärken.
6
Einleitung
Neben pflanzenbaulichen Maßnahmen stehen den Getreideproduzenten gegen die Erreger nur
wenige Pflanzenschutzmittel zu Verfügung. Diese Spezialfungizide, wie Metconazol und
Tebuconazol, reduzieren zwar den Ährenbefall bei Weizen zwischen 30% und 90%, haben
jedoch Wirkungslücken bei anderen Weizenpathogenen, wie
Drechslera tritici-repentis
, und
sind am effizientesten bei einer Applikation innerhalb von 24-36 Std. vor bzw. nach der
Inokulation. Eine solche prophylaktische Fungizidanwendung ist im Rahmen einer
nachhaltigen, umweltschonenden Landwirtschaft nur noch in Sonderfällen zu empfehlen
(Miedener u. Schneider, 2001).
Eine besondere Problematik ergibt sich aus der Beobachtung, dass Toxinbelastungen
aufgrund von Infektionen durch
Giberella zea
nicht zwangsweise mit typischen
Befallssymptomen, wie beispielsweise partieller Weißährigkeit und rosa Verfärbungen an den
Körnern, einhergeht. Der Befall kann ebenso latent auftreten (Hooker et.al., 2002), wodurch
sich eine Infektion visuell nicht, oder erst sehr spät identifizieren lässt.
Neben der LFL-Bayern stellt derzeit nur die Ohio-State-University den Getreideproduzenten
ein Fusarium-Befallsprognosemodell zu Verfügung, um die Abschätzung des Befallsrisikos
und die exakte Terminierung der Pflanzenschutzmittel zu erleichtern.
Somit stehen auch künftig Forschung und Wissenschaft vor der Herausforderung, die in
diesem Kontext noch ungeklärten Fragen zu lösen, um verbesserte Optionen in der Prävention
und Bekämpfung der Fusarien zu schaffen.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es daher, Basiswissen zu schaffen und auf detaillierte
Fragestellungen einzugehen, um neue Erkenntnisse vorrangig im Bezug auf den Witterungs-
einfluss bei der Infektion von Weizenpflanzen durch
Fusarium graminearum
zu erlangen und
diese
für den konkreten praktischen Einsatz zu nutzen.
Anhand von künstlich erzeugten Variationen im Erregerdruck und der Simulation von
unterschiedlich langen Feuchtperioden während der Infektion sowie in einem bestimmten
Turnus postinfektionell wiederkehrenden Feuchteereignissen wird unter den kontrollierten
Bedingungen eines Gewächshausversuches der Einfluss des Inokulumpotentials, der
Inkubationszeit und einer Zusatzbefeuchtung auf den Ertrag von Weizenpflanzen analysiert.
Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen einen Teil der Grundlagen für ein zukünftiges computer-
gestütztes Fusarium-Infektionsprognosemodell liefern.
7
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