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Das Tyranniskapitel in der Politik des Aristoteles

Hausarbeit, 2003, 17 Seiten
Autor: Philipp Vetter
Fach: Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2003
Seiten: 17
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V13160
ISBN (E-Book): 978-3-638-18884-5

Dateigröße: 298 KB


Textauszug (computergeneriert)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft
Wintersemester 2002 / 2003
Grundkurs Politische Theorie

Thema der Hausarbeit:

Das Tyranniskapitel in der „Politik“ des Aristoteles

Philipp Vetter

Studienfach: Diplom-Journalistik
1. Fachsemester
Abgabetermin: 29. März 2003

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1
2. Die Tyrannis in der aristotelischen Verfassungslehre ... 2
3. Die Gegensätze Königsherrschaft und Tyrannis  ... 4
4. Theorien zur Erhaltung der Tyrannis  ... 6
4.1 Die traditionelle Theorie ... 6
4.2 Die aristotelische Theorie  ... 10
5. Darf Aristoteles Tipps zur Erhaltung der Tyrannis geben?  ... 12
6. Fazit ... 14

 

1. Einleitung 

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem sogenannten Tyranniskapitel in der „Politik“ von Aristoteles und geht insbesondere den Fragen nach, ob es mit seiner Ethik vereinbar ist, dass Aristoteles dem Tyrannen Ratschläge zum Erhalt seiner Herrschaft gibt und ob er deshalb mit Machiavelli auf eine Stufe zu stellen ist. Zunächst ordne ich die Tyrannisabhandlung in die gesamte Verfassungslehre des Aristoteles ein. Danach versuche ich die wesentlichen Unterschiede der beiden Alleinherrschaftsformen Königsherrschaft und Tyrannis aufzuzeigen. Im Anschluss daran, werde ich die beiden Wege, die Aristoteles zur Erhaltung der Tyrannis beschreibt näher beleuchten. Er teilt seine Abhandlung in zwei Teile: Im ersten beschreibt er den traditionellen, totalitären Versuch eine Tyrannis zu erhalten, während er im zweiten Teil einen neuen, seinen eigenen Weg beschreibt, mit dem er es für möglich hält, dass eine Tyrannis über einen längeren Zeitraum als bisher Bestand hat. Am Schluss der Arbeit werde ich dann auf die Frage eingehen, ob Aristoteles den Tyrannen Tipps zur Stabilisierung ihrer Herrschaft geben darf, obwohl seine Ethik in der „Nikomachischen Ethik“ eindeutig auf Gerechtigkeit und Glück ausgerichtet ist. Diese Ausrichtung widerspricht eigentlich der Unterstützung eines Tyrannen. In diesem Zusammenhang gilt es auch der Frage nachzugehen, ob, wie teilweise behauptet, Aristoteles deshalb mit Machiavelli und seinen Ausführungen in „Der Fürst“ vergleichbar ist. Ich werde versuchen, in meiner Arbeit diese These des machiavellistischen Aristoteles zu widerlegen.

2. Die Tyrannis in der aristotelische Verfassungslehre 

Aristoteles behandelt in den Büchern IV bis VI der „Politik“1 sechs verschiedene Verfassungsformen. Er ordnet sie dabei in drei gute und drei entartete Verfassungen. Monarchie, Aristokratie und Politie hält er für gute Staatsformen, Oligarchie, Demokratie und die Tyrannis bezeichnet er als entartet. Als Kriterien zur Einordnung stellt er in erster Linie die Fragen wer in der jeweiligen Staatsform herrscht und ob das Ziel der Verfassung das allgemeine Wohl oder das Wohl einer kleinen Gruppe oder gar eines Einzelnen ist. Bei den guten Verfassungen erkennt Aristoteles als Ziel das allgemeine Wohl, hingegen hätte die Demokratie nur den Vorteil der Armen, die Oligarchie den der Reichen und die Tyrannis den des Tyrannen im Auge und seien deshalb entartet.2 Genau wie für Platon ist auch für Aristoteles die Tyrannis die schlechteste aller Verfassungen. Aristoteles begründet dies damit, dass sich die Tyrannis aus „der äußersten Oligarchie und der Demokratie“3 zusammensetzt.4

[...]


1 Aristoteles: Politik. Schriften zur Staatstheorie. Übersetzt von Franz F. Schwarz. Stuttgart: Philipp Reclam Jun. 1989.
2 Vgl. Ottmann, Henning: Geschichte des politischen Denkens. Band 1: Die Griechen. Teilband 2: Von Platon bis zum Hellenismus. Stuttgart, Weimar: J.B. Metzler. 2001. Seite 196.
3 Aristoteles: Pol. V, 10, 1310b1-5.
4 Vgl. Kamp, Andreas: Die aristotelische Theorie der Tyrannis. In: Philosophisches Jahrbuch 92. 1985. Seite 17-34. Hier: Seite 17.


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