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Untertitel: Entstehung und topographische Entwicklung im Mittelalter
Hauptseminararbeit, 2009, 31 Seiten
Autor: Svenja Muche
Fach: Archäologie
Details
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit)
Jahr: 2009
Seiten: 31
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-37612-4
ISBN (Buch): 978-3-640-37631-5
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Zusammenfassung / Abstract
Brandenburg an der Havel ist die älteste Stadt der ehemaligen Mark Brandenburg, für die sie namensgebend war und der sie bis in das späte Mittelalter als Hauptstadt diente. Erst in der frühen Neuzeit musste sie ihre Bedeutung an Berlin und die Residenzstadt Potsdam abtreten. Bei einer Betrachtung der Genese der Stadt Brandenburg ist zunächst zu beachten, dass nicht von einem, sondern von drei städtischen Einheiten die Rede sein muss. Seit dem 12./13. Jahrhundert bestand der Siedlunkgskomplex aus den beiden selbstständigen Städten Altstadt und Neustadt Brandenburg. Hinzu kommt der kirchliche Bezirk auf der Dominsel. Dies erscheint zunächst nicht ungewöhnlich, da eine Aufteilung in Alt- und Neustadt in vielen Städten des ausgehenden Hochmittelalters gegeben war. Allerdings erfolgte in den meisten Fällen im Verlauf des Spätmittelalters ein Zusammenschluss beider Stadtteile. Die Vereinigung von Alt- und Neustadt Brandenburg geschah jedoch erst 1715 unter König Friedrich Wilhelm I., welcher sie zur 'Chur- und Hauptstadt Brandenburg' erhob. Noch später (1928/29) wurde die Dominsel eingemeindet.1 Auch heute noch zeichnen sich diese drei Teile deutlich in der Stadttopographie ab. Neben dem Stadtgrundriss haben sich die Reste der Stadtbefestigung, die Kirchen und Klosterbereiche, das Altstädtische Rathaus und die Anlagen des Wasserbaus erhalten.2 Wie viele Städte litt auch Brandenburg unter den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs, die in erster Linie die industriell bzw. militärisch geprägten Stadtgebiete der Kaiserzeit betrafen, jedoch auch Teile der historischen Stadt, insbesondere das Gebiet der späteren Friedensstraße bis zum ehemaligen Paulikloster, in Mitleidenschaft zogen. Die Wiederaufbaumaßnahmen der Nachkriegszeit fanden, aus verständlichen Gründen, weniger unter Denkmalpflegerischen Gesichtspunkten statt. Im folgenden soll die topographische Entwicklung der mittelalterlichen Stadt Brandenburg an der Havel skizziert werden, wie sie sich anhand schriftlicher und archäologischer Quellen darstellt. Das Hauptaugenmerk soll hierbei weniger auf Detailfragen gerichtet werden. Das Ziel dieser Arbeit ist vielmehr ein genereller Überblick über die signifikantesten Entwicklungsschritte und die sie motivierenden historischen Hintergründe. [...]
Textauszug (computergeneriert)
Otto-Friedrich Universität Bamberg
Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit
HS: Entstehung und topographische Entwicklung der Stadt des Mittelalters in Deutschland aus Sicht archäologischer und schrifthistorischer Forschung
Brandenburg an der Havel
Entstehung und topographische Entwicklung im Mittelalter
Svenja Muche
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 1
1. Forschungsgeschichte ... 1
2. Vor- und frühstädtische Zeit ... 3
3. Askanische Zeit ... 9
3.1. Burginsel/Dominsel ... 10
3.2. Altstadt ... 13
3.3. Neustadt ... 16
4. Brandenburg im späten Mittelalter ... 21
5. Zusammenfassung und abschließende Bemerkungen ... 25
Verzeichnis abgekürzt zitierter Literatur ... 26
weitere Quellen ... 27
Abbildungsnachweis ... 27
Einleitung
Brandenburg an der Havel ist die älteste Stadt der ehemaligen Mark Brandenburg, für die sie namensgebend war und der sie bis in das späte Mittelalter als Hauptstadt diente. Erst in der frühen Neuzeit musste sie ihre Bedeutung an Berlin und die Residenzstadt Potsdam abtreten. Bei einer Betrachtung der Genese der Stadt Brandenburg ist zunächst zu beachten, dass nicht von einem, sondern von drei städtischen Einheiten die Rede sein muss. Seit dem 12./13. Jahrhundert bestand der Siedlunkgskomplex aus den beiden selbstständigen Städten Altstadt und Neustadt Brandenburg. Hinzu kommt der kirchliche Bezirk auf der Dominsel. Dies erscheint zunächst nicht ungewöhnlich, da eine Aufteilung in Alt- und Neustadt in vielen Städten des ausgehenden Hochmittelalters gegeben war. Allerdings erfolgte in den meisten Fällen im Verlauf des Spätmittelalters ein Zusammenschluss beider Stadtteile. Die Vereinigung von Alt- und Neustadt Brandenburg geschah jedoch erst 1715 unter König Friedrich Wilhelm I., welcher sie zur ′Chur- und Hauptstadt Brandenburg′ erhob. Noch später (1928/29) wurde die Dominsel eingemeindet.1
Auch heute noch zeichnen sich diese drei Teile deutlich in der Stadttopographie ab. Neben dem Stadtgrundriss haben sich die Reste der Stadtbefestigung, die Kirchen und Klosterbereiche, das Altstädtische Rathaus und die Anlagen des Wasserbaus erhalten.2
Wie viele Städte litt auch Brandenburg unter den Zerstörungen des zweiten Weltkriegs, die in erster Linie die industriell bzw. militärisch geprägten Stadtgebiete der Kaiserzeit betrafen, jedoch auch Teile der historischen Stadt, insbesondere das Gebiet der späteren Friedensstraße bis zum ehemaligen Paulikloster, in Mitleidenschaft zogen. Die Wiederaufbaumaßnahmen der Nachkriegszeit fanden, aus verständlichen Gründen, weniger unter Denkmalpflegerischen Gesichtspunkten statt.
Im folgenden soll die topographische Entwicklung der mittelalterlichen Stadt Brandenburg an der Havel skizziert werden, wie sie sich anhand schriftlicher und archäologischer Quellen darstellt. Das Hauptaugenmerk soll hierbei weniger auf Detailfragen gerichtet werden. Das Ziel dieser Arbeit ist vielmehr ein genereller Überblick über die signifikantesten Entwicklungsschritte und die sie motivierenden historischen Hintergründe.
1. Forschungsgeschichte
Die wissenschaftliche Erforschung der Stadtgeschichte Brandenburgs konzentrierte sich lange auf die Auswertung schrifthistorischer Quellen, sowie die Beschäftigung mit den erhaltenen Kunstdenkmälern.3 Doch auch die archäologische Forschung kann auf eine mehr als 100jährige Tradition zurückblicken. Besonders hervorzuheben sind die Bemühungen des 1868 gegründeten Historischen Vereins, des Heimatmuseums Brandenburg und ehrenamtlich engagierter Persönlichkeiten, insbesondere Otto Felsberg und Paul Krause, die systematisch Fundstücke und Informationen zusammentrugen. Zu Beginn galt die allgemeine Aufmerksamkeit überwiegend den vorgeschichtlichen Funden, doch das wiederholte Auffinden mittelalterlicher Münzschätze erregte bald das Interesse der Öffentlichkeit wie auch der Fachwelt für die mittelalterliche Stadtgeschichte.
[...]
1 Grebe 1993, S. 51ff.
2 Bodenschatz/Seifert 1992, S. 18 1
3 Hier ist insbesondere die ′Geschichte der Chur- und Hauptstadt Brandenburg an der Havel′ von Otto Tschirch, 1928/29 zu nennen.
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