Autor: Manja Wisweh
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Details
Institution/Hochschule: Hochschule Wismar (Sozialmanagement)
Jahr: 2002
Seiten: 27
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 99 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-18907-1
Textauszug (computergeneriert)
Hochschule Wismar
Fachbereich Wirtschaft
Qualitätsmanagement
Selbstevaluation im Sozialen Bereich
Manja Wisweh
15. Februar 2002
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 2
Abbildungsverzeichnis 2
Einleitung 3
1. Der Begriff Evaluation und seine Einordnung in das QM 5
2. Selbstevaluation (SE) als ein spezielles Verfahren der Evaluation 7
2.1 Ziel einer SE 8
2.2 Voraussetzungen für die SE 9
2.3 Nutzen und Vorzüge einer SE 10
2.4 Grenzen der SE 11
2.5 Zur methodischen Umsetzung 12
3. Theoretische Grundlagen zur Durchführung einer SE 13
3.1 Dimensionen und Indikatoren als Kern der SE 13
3.1.1 Dimensionen der Qualität 13
3.1.2 Indikatoren der Qualitätsdimensionen 14
3.2 Instrumente und Methoden der SE 15
3.2.1 Dokumentation 16
3.2.2 Beobachtung 17
3.2.3 Befragung 17
4. Systematischer Ablauf einer SE 18
4.1 Bestimmung von Zielen 19
4.2 Festlegung eines Evaluationsbereichs 19
4.3 Definition von Dimensionen und Indikatoren 20
4.4 Auswahl bzw. Entwicklung von Erhebungsinstrumenten 20
4.5 Datenerhebung 21
4.6 Analysieren von Daten und Interpretation zusammen mit allen Beteiligten 22
4.7 Berichterstattung und Herausarbeiten von Konsequenzen 23
Zusammenfassende Bemerkung 24
Literaturverzeichnis 25
Abkürzungsverzeichnis
QM..Qualitätsmanagement
SE..Selbstevaluation
BSHG..Bundessozialhilfegesetz
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 ..Operationalisierung von Phänomenen
Einleitung
Im erwerbswirtschaftlichen Bereich sind „Qualität“ bzw. „Qualitätsmanagement“ (QM) seit langem die Diskussion dominierende Schlüsselbegriffe. Auch im Nonprofit-Bereich, einschließlich der sozialwirtschaftlichen Organisationen, wird mittlerweile umfassend und systematisch über Qualität diskutiert. „Immer mehr sozialwirtschaftliche Organisationen setzen sich intensiv mit der Frage auseinander, was Qualität für ihren Leistungsbereich überhaupt bedeutet und wie Qualität geplant, gelenkt und kontrolliert werden kann.“1 Das verstärkte Interesse am QM im sozialen Bereich ist vor allem begründet in Gesetzesänderungen von Bundessozialhilfegesetz und Kinder- und Jugendhilfegesetz, welche „... die Entwicklung von Qualitätsstandards in der Sozialarbeit vorschreiben.“2 Aber auch die wachsende Konkurrenz zwischen den unterschiedlichen Leistungsträgern – nicht zuletzt forciert durch die EU – und der von den Anspruchsgruppen (Kostenträger, Leistungsempfänger, Öffentlichkeit, Mitarbeiter) ausgehende erhöhte Legitimations- und Leistungsdruck zwingen die Sozialorganisationen nachprüfbare Qualitätsstandards zu entwickeln und QM zu betreiben.3
Stellt sich die Frage, was QM eigentlich ist.
„Qualitätsmanagement soll zur Qualität von Humandienstleistungen beitragen, indem Qualitätsstandards definiert, ihre Umsetzung kontinuierlich kontrolliert, Qualitätskriterien überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Qualitätsmanagement ist damit zugleich Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung.“4 Bruhn und Meffert beschreiben QM als einen Führungsprozess, „... der die gezielte Planung, Steuerung und Kontrolle aller Qualitätsaspekte und –dimensionen der Unternehmung umfasst. “5
Nach Knorr/Halfar setzt sich ein effektives QM aus Qualitätsplanung, Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung zusammen:
· Qualitätsplanung: Festlegung von Zielsetzungen und Qualitätsforderungen6
· Qualitätssicherung: Erhalten der festgesetzten Qualitätsniveaus7
· Qualitätsverbesserung: Weiterentwicklung der Qualität
Im folgenden wird die Selbstevaluation als mögliches Instrument der Qualitätsverbesserung und –sicherung dargestellt werden.
1. Der Begriff Evaluation und seine Einordnung in das QM
„In Evaluation steckt „value“, das englische Wort für Wert.“1 Daraus abgeleitet bedeutet Evaluieren auswerten bzw. bewerten. „Evaluation“ beinhaltet die Überprüfung und Bewertung einer Dienstleistung, eines Programms oder eines Modellversuchs. Dies geschieht auf der Grundlage von Informationen, die mit den Methoden der empirischen Sozialforschung gesammelt und interpretiert werden.2
Die Literatur ordnet Evaluation unterschiedlich in das QM ein: mal als Instrument von Qualitätssicherung, mal als Verfahren zur Qualitätsverbesserung. „Evaluiert werden kann alles, was für die Aufgabenstellung relevant ist: Personen, Ziele, Verfahren, Konzepte oder Programme, Methoden und Arbeitsprinzipien sowie Einstellungen und Urteile, die die Arbeit beeinflussen.“3
Viele verbinden Evaluation mit „Kontrolle“ und „Bewertung“ und lehnen sie deshalb ab. Eine qualitative Kontrolle ist aber ein wichtiger Bestandteil der fachlichen Qualifizierung der professionellen Sozialen Arbeit. Schon allein im Zusammenhang mit sozialpolitischen Erwägungen ist sie unverzichtbar und darüber hinaus dient sie auch der Selbstvergewisserung der Fachkräfte. Eine fachliche Kontrolle ist mit administrativen Mitteln kaum zu leisten; deshalb ist es von enormer Wichtigkeit, dass die Angehörigen einer Organisation sich selbst bzw. gegenseitig kontrollieren und somit ihre professionellen Standards überwachen.4
Die Bewertung von Arbeit – besonders im Sozialen Bereich – ist nicht frei von Subjektivität. Joachim König schreibt dazu treffend: „Wenn es... um den Wert Sozialer Arbeit geht, so wird gleich zu Beginn eines klar: Werte sind nie allgemein gültig und objektiv fassbar. Sie sind zunächst immer ‚nur’ individuell zu bestimmen und ‚nur’ subjektiv begreifbar. Für wen hat welche Art der Sozialen Arbeit welchen Wert? ... Was für den einen wertvoll ist, kann für die andere ganz wertlos sein.“5 Evaluation findet zwar anhand vorher festgelegter Kriterien statt, das Ergebnis wird aber aufgrund der unterschiedlichen Interessen, Sichtweisen und Auffassungen der Beteiligten nie frei von subjektiven Einflüssen sein können.6
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1 Arnold, 1998, S. 278
2 Knorr/Halfar, 2000, S. 12
3 Vgl. Meinhold, 1996, S. 9
4 vgl. Heiner 1996 in Birner/Fexer, 1999, S. 46
5 vgl. Meffert, Bruhn 1995 in: Birner/Fexer, 1999, S. 46
6 Vgl. Knorr/Halfar, 2000, S. 32
7 Vgl. Knorr/Halfar, 2000, S. 34
1 König, 2000, S. 7
2 Vgl. Heiner, 1996, S. 45 (Meinhold, S. 54?)
3 von Spiegel, 1993, S. 19
4 Vgl. von Spiegel in: Heiner, 1994, S. 12 ff.
5 König, 2000, S. 7
6 Vgl. Reissert/Carstensen, 1998, S. 11
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