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'Daniel von dem blühenden Tal' – ein komischer oder parodistischer Artusroman?

Subtitle: Eine Untersuchung anhand mehrerer Episoden aus Strickers 'Daniel von dem blühenden Tal'

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2009, 19 Pages
Author: Hermann Stelzner
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Event: Die Ritter vom Blühenden Tal
Institution/College: University of Marburg (Deutsche Philologie des Mittelalters)
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2009
Pages: 19
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V132184
ISBN (E-book): 978-3-640-37993-4
ISBN (Book): 978-3-640-37964-4

Abstract

Versuchte Der Stricker, als er den ‚Daniel‘ schrieb, einen komischen Roman zu verfassen? Wollte er klassische Artusromane parodieren? Nach heutigen Maßstäben muten einige der Strickerschen Episoden durchaus komisch an. Ob man den ‚Daniel’ daher als Parodie oder gar als komischen Artusroman bezeichnen kann, soll anhand einer Analyse einiger dieser Episoden herausgefunden werden. Aber der Reihe nach: Ein Ritter Daniel von dem blühenden Tal macht sich auf zum Hof von König Artus. Auf dem Weg dorthin begegnet ihm Keiî, ein Ritter aus König Artus Tafelrunde. Daniel besiegt ihn im Zweikampf und fordert Keiî auf, ihn an Artus‘ Hof zu melden. Daraufhin erscheinen andere Artusritter und fordern Daniel zum Kampf. Bis auf drei Gegner, nämlich Gawein, Iwein und Parzival, besiegt Daniel alle anderen und wird daraufhin in die Runde der Artusritter aufgenommen. Es folgt eine Herausforderung durch König Matur von Cluse, die durch einen Riesen überbracht wird und in der Matur Artus auffordert, sich ihm zu unterwerfen. König Artus geht zum Schein auf die Herausforderung ein, beschließt aber nach reiflicher Überlegung und auf Gaweins Rat hin, einen Feldzug gegen Matur zu unternehmen. Der kühne Daniel allerdings reitet schon voraus und befreit unterwegs nicht nur eine Herzogin aus den Händen des Zwergs Juran (als Siegestrophäe erbeutet er hier das Zauberschwert des Zwerges), sondern auch eine Gräfin aus der Gewalt von bauchlosen Ungeheuern, deren Anführer das Land der Gräfin mithilfe einer Art von Medusenhaupt unterjocht. Daniel besiegt den Anführer mit einem Spiegel und den Rest der Ungeheuer mit dem neu erbeuteten Medusenhaupt, das er danach entsorgt. Am Eingang von Cluse, dem Reich Maturs, angekommen, erwartet ihn der Bruder des Boten-Riesen vom Anfang der Geschichte, den Daniel mit dem Zauberschwert des Zwerges Juran erschlägt (Daniels eigenes Schwert hilft ihm hier nicht, denn die Haut des Riesen ist gepanzert. Zum Glück hat er vorher das Zwergen-Schwert erbeutet.). Hier trifft er auf Artus und sein Heer. Gemeinsam werden in der folgenden ersten Schlacht gegen den Feind nicht nur der erste Riese, sondern auch König Matur getötet. [...]


Excerpt (computer-generated)

Philipps-Universität Marburg

Fachbereich 09 Germanistik und Kunstwissenschaften

Institut für Deutsche Philologie des Mittelalters

HS Die Ritter vom blühenden Tal

Wintersemester 2008/2009

,,Daniel von dem blühenden Tal" ­ ein komischer

oder parodistischer Artusroman?

Eine Untersuchung anhand mehrerer Episoden

aus Strickers ,,Daniel von dem blühenden Tal"

Verfasser:

Hermann Stelzner

Studienfächer: LA Sport/Germanistik


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 2

1.1 Stand der Forschung 3

2. Ein komischer/parodistischer Roman? 7

3. Fazit 14

Literaturverzeichnis 16


1. Einleitung

Versuchte Der Stricker, als er den ,Daniel` schrieb, einen komischen Roman zu

verfassen? Wollte er klassische Artusromane parodieren? Nach heutigen Maßstäben

muten einige der Strickerschen Episoden durchaus komisch an. Ob man den ,Daniel′

daher als Parodie oder gar als komischen Artusroman bezeichnen kann, möchte ich

anhand mehrerer dieser Episoden herausfinden.

Aber der Reihe nach: Ein Ritter Daniel von dem blühenden Tal macht sich auf zum

Hof von König Artus. Auf dem Weg dorthin begegnet ihm Keiî, ein Ritter aus König

Artus Tafelrunde. Daniel besiegt ihn im Zweikampf und fordert Keiî auf, ihn an Artus`

Hof zu melden. Daraufhin erscheinen andere Artusritter und fordern Daniel zum

Kampf. Bis auf drei Gegner, nämlich Gawein, Iwein und Parzival, besiegt Daniel alle

anderen und wird daraufhin in die Runde der Artusritter aufgenommen.

Es folgt eine Herausforderung durch König Matur von Cluse, die durch einen Riesen

überbracht wird und in der Matur Artus auffordert, sich ihm zu unterwerfen. König

Artus geht zum Schein auf die Herausforderung ein, beschließt aber nach reiflicher

Überlegung und auf Gaweins Rat hin, einen Feldzug gegen Matur zu unternehmen.

Der kühne Daniel allerdings reitet schon voraus und befreit unterwegs nicht nur eine

Herzogin aus den Händen des Zwergs Juran (als Siegestrophäe erbeutet er hier das

Zauberschwert des Zwerges), sondern auch eine Gräfin aus der Gewalt von

bauchlosen Ungeheuern, deren Anführer das Land der Gräfin mithilfe einer Art von

Medusenhaupt unterjocht. Daniel besiegt den Anführer mit einem Spiegel und den

Rest der Ungeheuer mit dem neu erbeuteten Medusenhaupt, das er danach

entsorgt. Am Eingang von Cluse, dem Reich Maturs, angekommen, erwartet ihn der

Bruder des Boten-Riesen vom Anfang der Geschichte, den Daniel mit dem

Zauberschwert des Zwerges Juran erschlägt (Daniels eigenes Schwert hilft ihm hier

nicht, denn die Haut des Riesen ist gepanzert. Zum Glück hat er vorher das

Zwergen-Schwert erbeutet.). Hier trifft er auf Artus und sein Heer. Gemeinsam

werden in der folgenden ersten Schlacht gegen den Feind nicht nur der erste Riese,

sondern auch König Matur getötet.

Die nächste

âventiure

verschlägt Daniel in ein Land, das von einem kranken

Zauberer unrechtmäßig zu dessen Heilung missbraucht wird, indem dieser zwecks

seiner Gesundung ein Jahr lang wöchentlich in Menschenblut badet und dabei die

Bevölkerung des Landes nach und nach ausrottet. Daniel tötet den Zauberer mit

list

2


und reitet mit den nun befreiten restlichen Rittern des Landes König Artus zu Hilfe.

Zufällig bekommt Daniel hier als Belohnung für die Befreiung des Landes ein

unsichtbares Zaubernetz mitsamt das Netz sichtbar machender Salbe von der

Tochter des Landesherren, das ihm später noch zunutze sein wird.

Drei Schlachten gegen Maturs Mannen werden nun gemeinsam von Daniel und den

Artusrittern gewonnen, bevor Daniel die letzte und entscheidende Schlacht wiederum

durch eine

list

für Artus entscheidet. Am Eingang zu Maturs Land steht ein goldenes

Tier mit einer Fahne im Maul, das, zieht man die Fahne heraus, so laut zu brüllen

beginnt, dass jeder Ritter ohnmächtig vom Pferd fällt. Artus` Heer verstopft sich also

auf Daniels Rat hin die Ohren, die Fahne wird herausgezogen und mithilfe des nun

folgenden Geschreis wird Maturs restliches Heer in die Knie gezwungen.

Zum Dank für seine Taten darf Daniel Maturs Witwe Danise heiraten und die

Herrschaft über Maturs Reich übernehmen. Doch nicht nur Daniel heiratet. Zusätzlich

werden noch alle Witwen an neue Männer vergeben, und als die Zahl der Ritter nicht

ausreicht, um alle Witwen an den Mann zu bringen, werden kurzerhand noch 600

Knappen zu Rittern geschlagen und mit den übrigen Witwen verheiratet.

Doch die Hochzeitsfeier wird durch einen merkwürdig gekleideten alten Mann

unterbrochen, der, wie sich herausstellt, der Vater der beiden getöteten Riesen ist

und aus Rache König Artus entführt und ihn unerreichbar für alle anderen Ritter auf

die Spitze eines Berges setzt. Parzival versucht daraufhin, Artus zu befreien und wird

prompt ebenso von dem Alten überwältigt und neben Artus auf den Berg gesetzt.

Daniel jedoch erinnert sich an das Zaubernetz, fängt den Alten mit dessen Hilfe und

wendet zum Schluss alles zum Guten, indem er den Alten von den Missetaten seiner

beiden Söhne überzeugt und ihm zudem noch Netz und Augensalbe schenkt.

Es folgt - natürlich - ein rauschendes Fest, um die Geschichte würdig abzuschließen.

Daniel lebt danach glücklich verheiratet und mit allen friedlich vereint in seinem

neuen Land.

1.1 Stand

der

Forschung

Zunächst möchte ich einen Überblick über die gegenwärtige Forschungssituation

geben. Der Übersichtlichkeit halber beschränke ich mich hierbei auf Beiträge, die

Komik, Satire und Parodie im ,Daniel′ behandeln.

3



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