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Hausarbeit, 2005, 15 Seiten
Autor: Kristin Müller-Wenzel
Fach: Archäologie
Details
Tags: Augustus Ehrenbogen Ariminum Kunst Archäologie Bauwerke
Jahr: 2005
Seiten: 15
Note: 2,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-37996-5
ISBN (Buch): 978-3-640-38315-3
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Zusammenfassung / Abstract
Der Augustusbogen in Ariminum weißt nicht nur Besonderheiten in seiner Bauweise auf, sondern auch in Bezug auf seine historische Bedeutung, so dass er eine Sonderstellung unter den Ehrenbögen des Augustus einnimmt. Der römische Ehren- und Triumphbogen ist ein ein- oder mehrtoriges Bogenmonument, das meist isoliert über einer Strasse errichtet wurde. Die Hauptfunktion des Bogens bestand im Tragen einer Statue oder einer Statuengruppe. Der Ehrenbogen diente zur Erhöhung der gewürdigten Person und machte das Abbild weithin sichtbar. Nicht nur mit Statuen wurde der Ehrenbogen geschmückt, meist hatte er auch eine reiche Ausstattung an Reliefs, die den Hintergrund des Ereignisses noch genauer skizzierten. Die Herkunft des Ehrenmonuments ist nicht gesichert. Es ist jedoch nachweisbar, dass für die Erhöhung von Statuen bereits im 5. Jh. v .Chr. Säulen als Statuenbasis genutzt wurden. Kähler geht davon aus, dass der Ehren- und Triumphbogen von der Porta Triumphalis abzuleiten ist. Die Errichtung eines Bogens setzt die glückliche Vollendung eines Unternehmens voraus, v.a. militärische Siege. In der Kaiserzeit wurde der Bogen meist zu ehren des Kaisers oder dessen Familienangehörigen vom Senat erbaut. Später hatten auch reiche Senatoren und Feldherren die Möglichkeit sich privat einen Ehrenbogen errichten zu lassen. Neben der gewürdigten Person wurden auch Götter abgebildet, die die Macht dieser symbolisierten. Anfänglich wurden die Ehrenbögen nur für militärische Siege errichte, mit Augustus kam noch ein weiterer Aspekt hinzu, die Indulgentia. Jetzt konnten Ehrenbögen für die Gnadenakte des Kaisers errichtet werden, wie bei dem Ausbau der Via Flaminia und den hierfür errichteten Augustusbogen in Ariminum.
Textauszug (computergeneriert)
Der Augustusbogen in Ariminum
und seine Göttertondi
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Historischer Hintergrund 3
3. der Augustusbogen in Ariminum 5
3.1. Beschreibung des Bogens 5
3.2. Ähnlichkeiten mit anderen Bögen des Augustus 7
3.3. Der Ausbau von Strassen in der Münzdarstellung 8
3.4. Die Bedeutung seines Standortes 8
3.5. Die Götterdarstellungen auf den Tondi 9
3.6. Versuch einer Gesamtinterpretation der Göttertondi 11
4. Zusammenfassung 13
5.Literaturverzeichnis 14
2
1. Einleitung
Der römische Ehren- und Triumphbogen ist ein ein- oder mehrtoriges Bogenmonument, das
meist isoliert über einer Strasse errichtet wurde.1 Die Hauptfunktion des Bogens bestand im
Tragen einer Statue oder einer Statuengruppe.2 Der Ehrenbogen diente zur Erhöhung der
gewürdigten Person und machte das Abbild weithin sichtbar. Nicht nur mit Statuen wurde der
Ehrenbogen geschmückt,
meist
hatte er auch eine reiche Ausstattung an Reliefs, die den
Hintergrund des Ereignisses noch genauer skizzierten. Die Herkunft des Ehrenmonuments ist
nicht gesichert. Es ist jedoch nachweisbar, dass für die Erhöhung von Statuen bereits im 5. Jh.
v .Chr. Säulen als Statuenbasis genutzt wurden.3 Kähler geht davon aus, dass der Ehren- und
Triumphbogen von der Porta Triumphalis abzuleiten ist.4 Die Errichtung eines Bogens setzt
die glückliche Vollendung eines Unternehmens voraus, v.a. militärische Siege.5 In der
Kaiserzeit wurde der Bogen meist zu ehren des Kaisers oder dessen Familienangehörigen
vom Senat erbaut.6 Später hatten auch reiche Senatoren und Feldherren die Möglichkeit sich
privat einen Ehrenbogen errichten zu lassen. Neben der gewürdigten Person wurden auch
Götter abgebildet, die die Macht dieser symbolisierten.7 Anfänglich wurden die Ehrenbögen
nur für militärische Siege errichte, mit Augustus kam noch ein weiterer Aspekt hinzu, die
Indulgentia.8 Jetzt konnten Ehrenbögen für die Gnadenakte des Kaisers errichtet werden, wie
bei dem Ausbau der Via Flaminia und den hierfür errichteten Augustusbogen in Ariminum.
2. Historischer Hintergrund
Im Jahr 27 v.Chr. gelang es Oktavian endgültig seine Macht zu festigen. Er gab am 13.1. 27
v. Chr. seine gesamte politische Gewalt an den Senat zurück und erhielt sie in der nächsten
Sitzung wieder.9 Oktavian erhielt nicht nur seine Macht zurück, sondern noch weitere
Ehrungen, u.a. seinen Ehrennamen Augustus und als Ehrung die Corona Civica.10 Des
weiteren wurden die Provinzen von Rom unter dem Senat und dem Princeps aufgeteilt.11
Augustus bekam das imperium proconsulare für 10 Jahre in Spanien, Gallien, Syrien,
1 RE VII 1 (1939) Sp. 472. s.v. Triumphbogen (H. Kähler)
2
RE
VII 1 (1939)
Sp. 474.
3 RE VII 1 (1939) Sp. 488.
4 RE VII 1 (1939) Sp. 490.
5 RE VII 1 (1939) Sp. 470.
6 RE VII 1 (1939) Sp. 466f.
7 RE VII 1 (1939) Sp. 470.
8 RE VII 1 (1939) Sp. 471.
9 M. Roehmer, Der Bogen als Staatsmonument (1997) 48.
10 ebd.; H. Cancik - H. Schneider (Hrg.), Der neue Pauly Il (1997) 308.
11 M. Roehmer (1997) 48.
3
Kilikien, Ägypten und Zypern.12 Es war jetzt nicht mehr notwendig, dass Augustus seine
Macht durch Bauten demonstriert, wie er es noch bei dem Actiumbogen tat.13 Aus diesem
Grund orientierte er sich an neuen Bauvorhaben, die seine Volksnähe zeigen sollten. So
begann er mit der Pflasterung der Via Flaminia von Rom nach Ariminum.14 Die Via Flaminia
wurde 220 v. Chr. von dem Zensor C. Flarninius angelegt.15 Eine genauer Grund für die
Erneuerung der Strasse ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ließ sie August ausbauen, um für
seine Truppen einen besseren Zugang von Rom zum Meer und Oberitalien zu erreichen.16 Es
könnte auch sein, dass Augustus sich verantwortlich fühlte, die Strasse, die von seinen
Truppen im Bürgerkrieg zerstört wurde, wieder zu erneuern.17 Indem er den Straßenbau aus
eigenen Mitteln finanzierte, wollte Augustus seine persönliche Fürsorge für die Bevölkerung
in Rom und seinen Provinzen zeigen.18 Die Würdigung seiner Arbeit erhielt er vom Senat, der
ihm an der Via Flaminia einen Ehrenbogen weihen ließ.19 Dieser wurde am letzten Abschnitt
der Via Flaminia in Ariminum errichtet.20 Für Augustus selbst war die Pflasterung der Via
Flaminia kein entscheidendes Ereignis, er erwähnte sie nur mit wenigen Worten in seinen Res
Gestae:
Consul septimum via Flaminiam a[b urbe] Ari[minum refeci pontes] que/ omnes praeter
Mulvium et Mirinaum.21
Quo autem facilius undique urbs adiretur, desumpta sibi Flaminia via Arimino tenus
munienda reliquas triumphalibus viris ex manubiali pecunia sternendas distribuit.22
Augustus war es wichtiger auch andere Senatoren zum Ausbau weitere Strassen, aus eigenen
finanziellen Mitteln, anzuhalten, als seine eigene Tat zu würdigen.23 Da sie dem aber nicht
nachkamen, wirkte Augustus Engagement wie eine selbstlose Tat für das Volk. Mit den
Erneuerung der Via Flaminia beginnt Augustus sich einem neuen Art der kaiserlichen
Bauvorhaben zu zuwenden. Die Bauten sollen jetzt seine Fürsorge für die Bevölkerung in
12 H. Cancik - H. Schneider (Hrg.) (1997) 308.
13 M. Roehmer (997) 41).
14 E. Peterson, RM 15, 1900, 169.
15 H. Kähler, Rom und seine Welt (l96ü) 134.
16 M. Roehmer (1997) 49.
17 H. KähJer (1960) 134.
18 M. Roehmer (1997) 49.
19 ebd.
20 H. Cancik - H. Schneider (Hrg.) (1997) 308.
21 August, Res Gestae Divi Augustus IV, 20.
22 Sueton, De Vita Caesarum 30,1.
23 M. Roehmer (1997) 49.
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