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Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo

Examination Thesis, 2001, 99 Pages
Author: Claudia Mettge
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2001
Pages: 99
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V13220
ISBN (E-book): 978-3-638-18922-4
ISBN (Book): 978-3-638-69864-1
File size: 353 KB

Abstract

Die Darstellung Englands und der Engländer hat in der Weltliteratur Tradition: Shakespeare inspirierte sie zu Lobeshymnen auf Land und Leute, in Richard II etwa wird England: “This other Eden, demi- paradise”, seine Landsleute “this happy breed of men”; Daniel Defoe hingegen dichtet über “The True- born Englishman” und spricht von “that vain, ill- natur‘d thing, an Englishman”. Das Thema dieser Arbeit soll es sein, die Fortsetzung dieser Tradition in der heutigen Literatur Großbritanniens, speziell bei Salman Rushdie, Hanif Kureishi und Timothy Mo, zu betrachten. Die drei Autoren werfen ein neues Licht auf die Thematik, sind sie doch alle Repräsentanten der neuen Literaturen englischer Sprache. Sie blicken – bedingt durch ihre Lebensläufe im Wechselspiel verschiedener Kulturen – auf das Land, dessen Pässe sie besitzen aus einer ebenso neuen wie interessanten Perspektive. Die Bedeutung dieser Schriftsteller wird meist besonders darin gesehen, dass sie in ihren Werken über ihre speziellen Lebenserfahrungen im Umfeld von Immigration und Rassenbeziehungen berichten. Diese Erfahrungen und Berichte gelten als exotisch und fremd. Hierbei scheint jedoch Exotisch gerade das, was in der Situation der jeweiligen Autoren das Normale, das Alltägliche darstellt: das Miteinander von Nicht-Briten bzw. Immigranten unterschiedlicher Herkunft, die für gewöhnlich einen hybriden Lebensstil zugeschrieben bekommen. Im Gegensatz zu dieser üblichen Auffassung wird hier davon ausgegangen werden, dass sich postkoloniale Autoren und somit auch die Inhalte und Themen ihrer Werke nicht nur innerhalb der engen Grenzen der verschiedenen ethnischen, rassischen oder kulturellen Gruppierungen bewegen, denen sie durch ihre Herkunft oder die Herkunft ihrer Vorfahren zugerechnet werden können, sondern dass sie auf den verschiedensten Ebenen in Kontakt treten mit Menschen anderer Ethnien, Kulturen, Klassen und sexueller Orientierung und die größte, homogen erscheinende Gruppe, die in Großbritannien den Immigranten gegenübertritt, sind natürlich die Briten.


Excerpt (computer-generated)

Wissenschaftliche Hausarbeit
zur Ersten Staatsprüfung für das Lehramt an
Gymnasien

im Fach: Englisch

Thema: Das Bild des Engländers in ausgewählten Werken von Kureishi, Rushdie und Mo

vorgelegt von

Mettge, Claudia

Berlin, den 1.7.2002

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

2. Analyserahmen ... 7
2.1. Die Konzepte des Selbst und des Anderen ... 7
2.2. Englishness, England, Engländer ... 11

3. Hauptteil ... 21
3.1. Timothy Mo - Sour Sweet ... 21
3.1.1. Bedeutung des Titels ... 22
3.1.2. Die Wahrnehmung der Engländer, ihrer Sitten, Gebräuche und Heimat ... 24
3.2. Hanif Kureishi - The Buddha of Suburbia ... 44
3.2.1. Neuverhandlung von Englishness ... 45
3.2.2. Das Bild des Engländers in der ersten Generation von Immigranten ... 48
3.2.3. Das Bild des Engländers in der Folgegeneration ... 52
3.3. The Satanic Verses ... 64
3.3.1. Dezentrierung Englands ... 66
3.3.2. Wahrnehmung des Anderen ... 67
3.3.3. Erneuerung der Gesellschaft ... 79

4. Zusammenfassender Vergleich ... 86

Literaturverzeichnis ... 92

 

1. Einleitung
Die Darstellung Englands und der Engländer hat in der Weltliteratur Tradition: Shakespeare inspirierte sie zu Lobeshymnen auf Land und Leute, in Richard II etwa wird England: “This other Eden, demi- paradise”, seine Landsleute “this happy breed of men”; Daniel Defoe hingegen dichtet über “The True- born Englishman” und spricht von “that vain, ill- natur‘d thing, an Englishman”.

Das Thema dieser Arbeit soll es sein, die Fortsetzung dieser Tradition in der heutigen Literatur Großbritanniens, speziell bei Salman Rushdie, Hanif Kureishi und Timothy Mo, zu betrachten. Die drei Autoren werfen ein neues Licht auf die Thematik, sind sie doch alle Repräsentanten der neuen Literaturen englischer Sprache. Sie blicken – bedingt durch ihre Lebensläufe im Wechselspiel verschiedener Kulturen – auf das Land, dessen Pässe sie besitzen aus einer ebenso neuen wie interessanten Perspektive.

Die Bedeutung dieser Schriftsteller wird meist besonders darin gesehen, dass sie in ihren Werken über ihre speziellen Lebenserfahrungen im Umfeld von Immigration und Rassenbeziehungen berichten. Diese Erfahrungen und Berichte gelten als exotisch und fremd. Hierbei scheint jedoch Exotisch gerade das, was in der Situation der jeweiligen Autoren das Normale, das Alltägliche darstellt: das Miteinander von Nicht-Briten bzw. Immigranten unterschiedlicher Herkunft, die für gewöhnlich einen hybriden Lebensstil zugeschrieben bekommen. Im Gegensatz zu dieser üblichen Auffassung wird hier davon ausgegangen werden, dass sich postkoloniale Autoren und somit auch die Inhalte und Themen ihrer Werke nicht nur innerhalb der engen Grenzen der verschiedenen ethnischen, rassischen oder kulturellen Gruppierungen bewegen, denen sie durch ihre Herkunft oder die Herkunft ihrer Vorfahren zugerechnet werden können, sondern dass sie auf den verschiedensten Ebenen in Kontakt treten mit Menschen anderer Ethnien, Kulturen, Klassen und sexueller Orientierung und die größte, homogen erscheinende Gruppe, die in Großbritannien den Immigranten gegenübertritt, sind natürlich die Briten.

Die Betrachtung des Engländers als den Anderen1, der exotisch ist und Erstaunen oder gar Befremden hervorruft, und der in dieser Weise in der postkolonialen Literatur Niederschlag gefunden hat, soll in dieser Arbeit untersucht werden.

Diese Art von Exotismus ist jedoch in der Sekundärliteratur wenn überhaupt, dann nur am Rande angesprochen worden. So spricht zum Beispiel Klaus H. Börner von “[...] exoticism from another angle”2. Die Literaturlage ist unzureichend, insbesondere zu allen Aspekten des Werkes Timothy Mos findet sich nur sehr wenig Sekundärliteratur, aber auch zu den anderen Autoren lässt sich zu dem hier gewählten Thema kaum etwas finden. Aus diesem Grund werden sich sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die Ausführung der Analysen auf verschiedene, auch nichtliteraturwissenschaftliche, Quellen stützen müssen und vielfach selbständig, ohne eine Möglichkeit der Rezeption vorhergehender Ansätze, durchgeführt werden.

Das Bild des Engländers in der postkolonialen Literatur wird so betrachtet werden, dass zunächst ein formaler Analyserahmen geschaffen wird, durch den bereits im Vorfeld die Konzepte des Selbst und des Anderen ebenso durchleuchtet werden wie Konzepte der ‚Englishness‘. Dieser wird es ermöglichen, in der daran anschließenden Untersuchung in Mos Sour Sweet, Kureishis The Buddha of Suburbia und Rushdies The Satanic Verses die Repräsentationen der Engländer unter dem Aspekt der Erfahrung des Fremden erkennen und analysieren zu können. Die Textarbeit wird dabei formale und inhaltliche Gesichtspunkte betrachten. In einem abschließenden Kapitel sollen dann die sich herauskristallisierenden Ergebnisse miteinander verglichen werden, um so zu einem allgemeineren, zusammenfassenden Fazit gelangen zu können.

Es wird noch an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass innerhalb dieser Arbeit Begriffe wie ‚Englishness‘ und ‚Britishness‘, ‚Engländer‘ und ‚Briten‘ oder auch ‚England‘ und Großbritannien‘ miteinander als synonym verwendet werden, solange nicht explizit eine Unterscheidung gemacht wird. Obwohl diese Termini natürlich verschiedenes bezeichnen, finden sich in der Literatur und im allgemeinen Sprachgebrauch keine exakten Grenzziehungen zwischen ihnen. “There is no longer, if there ever was, any certainty about the meaning of ‘Englishness’ and ‘Britishness’ in the current political environment.”3

Die in dieser Arbeit betrachteten Texte und Autoren wurden aufgrund der Tatsache, dass sie in zentralen Punkten vergleichbar sind (wie noch gezeigt werden wird), ausgewählt. Diese Übereinstimmung betrifft sowohl die Texte selbst als auch die Biographien und Einstellungen der einzelnen Autoren.

[...]


1 Das Konzept des Selbst und des Anderen, wie etwa in der Psychologie und Soziologie vertreten, wird innerhalb dieser Arbeit eine wichtige Rolle spielen und deshalb später noch näher erläutert werden.

2 Klaus H Börner. ”Salman Rushdie, The Satanic Verses. Observations on Cultural Hybridity.” Defining New Idioms and Alternative Forms of Expression. Ed. Eckhard Breitinger. Amsterdam, Atlanta: Rodopi, 1996. 107-117. 112

3 John Solomos. Race and Racism in Britain. London: Macmillan, 1989. 219.


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