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Hausarbeit, 2007, 18 Seiten
Autor: Ingo Andreä
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Geographie)
Jahr: 2007
Seiten: 18
Note: 1
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-41053-8
ISBN (Buch): 978-3-640-41065-1
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Zusammenfassung / Abstract
Die Energiepolitik gehört seit langer Zeit zu den „heiligen Kühen“ der einzelnen Nationalstaaten. Energie wird als strategisches und zugleich als volkwirtschaftliches Gut von herausragender Bedeutung betrachtet. Die französische Energiepolitik wird von den meisten Ausstehenden in Europa, insbesondere von der deutschen Bevölkerung, eher kritisch angesehen. Beobachtet man die Energiewirtschaft in Frankreich, so stellt man fest, dass diese durch die staatlichen Interventionsmechanismen stark geprägt wird. Dies hat zur Folge, dass jeglicher Energiewettbewerb stark eingeschränkt wird. Der französische Staat demonstrierte seine Macht im Sommer 2006, als ein deutsches Energieunternehmen einen Teileinstieg in den französischen Energiemarkt erlangen wollte. Die Übernahme wurde durch die EU-Kommission mit hohen Auflagen erreicht und es wurde ein Teileinstieg möglich, aber nur durch die Abgabe des eigenständigen Netzes. Dieses wurde dem Staat bzw. dem staatlich kontrollierten Stromkonzern Électricité de France (EDF) übertragen. Ein weiteres Beispiel für den staatlichen Protektionismus ist die Gaz de France. Dem Börsengang 2005 sollte eine Marktöffnung folgen, welche die Europäische Union fordert. Aber der Anteil des Staates an diesem Unternehmen liegt bis heute noch bei knapp 80 %. Die Loyalität des Aufsichtsrates und des Vorstandes solcher Energieunternehmen ist dem Staat damit sicher. Die „question nucléaire“ tritt Anfang 1999 eine große Lawine von Unverständnis in Paris los. Das Konfliktpotential bestand und besteht auch noch heute in dem Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft. Für Frankreich ist dies ein unverständlicher Vorgang und nicht nachvollziehbar. Die Ursachen für die unterschiedlichen Auffassungen liegen nicht, wie weitläufig in der Presse publiziert wird, in den Mentalitätsunterschieden, sondern eher in strukturellen Differenzen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg
Institut für Geographie
Übung zur Exkursion ,,Südfrankreich-Loire- Bretagne"
WS 2006/07
Energiepolitik
und ökologische Strömungen
in Frankreich
Vorgelegt am 12.01.2007
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung S. 3
2 Die Energiesituation in Frankreich S. 3
3 Energieangebot in Frankreich S. 5
4 Energiepolitik alternative Strömungen S. 7
5 Ökologische Strömungen im Kontext des Regierungskurses S. 8
6 Resümee S. 11
7 Quellenverzeichnis S. 13
8 Abbildungsverzeichnis S. 15
2
1 Einleitung
Die Energiepolitik gehört seit langer Zeit zu den ,,heiligen Kühen" der einzelnen
Nationalstaaten. Energie wird als strategisches und zugleich als volkwirtschaftliches Gut von
herausragender Bedeutung betrachtet.1
Die französische Energiepolitik wird von den meisten Ausstehenden in Europa, insbesondere
von der deutschen Bevölkerung, eher kritisch angesehen. Beobachtet man die
Energiewirtschaft in Frankreich, so stellt man fest, dass diese durch die staatlichen
Interventionsmechanismen stark geprägt wird. Dies hat zur Folge, dass jeglicher
Energiewettbewerb stark eingeschränkt wird. Der französische Staat demonstrierte seine
Macht im Sommer 2006, als ein deutsches Energieunternehmen einen Teileinstieg in den
französischen Energiemarkt erlangen wollte. Die Übernahme wurde durch die EU-
Kommission mit hohen Auflagen erreicht und es wurde ein Teileinstieg möglich, aber nur
durch die Abgabe des eigenständigen Netzes. Dieses wurde dem Staat bzw. dem staatlich
kontrollierten Stromkonzern Électricité de France (EDF) übertragen.
Ein weiteres Beispiel für den staatlichen Protektionismus ist die Gaz de France. Dem
Börsengang 2005 sollte eine Marktöffnung folgen, welche die Europäische Union fordert.
Aber der Anteil des Staates an diesem Unternehmen liegt bis heute noch bei knapp 80 %. Die
Loyalität des Aufsichtsrates und des Vorstandes solcher Energieunternehmen ist dem Staat
damit sicher.
Die ,,question nucléaire" tritt Anfang 1999 eine große Lawine von Unverständnis in Paris los.
Das Konfliktpotential bestand und besteht auch noch heute in dem Ausstieg Deutschlands aus
der Atomkraft. Für Frankreich ist dies ein unverständlicher Vorgang und nicht
nachvollziehbar. Die Ursachen für die unterschiedlichen Auffassungen liegen nicht, wie
weitläufig in der Presse publiziert wird, in den Mentalitätsunterschieden, sondern eher in
strukturellen Differenzen.
2 Die Energiesituation in Frankreich
Einige wichtige Grundlagen für die Energiesituation in Frankreich sollen im Folgenden kurz
vorgestellt werden. Die Bevölkerung Frankreichs mit ca. 65 Mio. Einwohnern macht ~1%
der Weltbevölkerung aus. Der Primärenergieverbrauch liegt mit 275 Milliarden Tonnen
1 Steinvorth, Daniel: Deutsch-Französische Energiepolitik im europäischen Kontext. Paris 2005.
3
Rohöleinheiten mit ~2,5 % vom weltenweiten Gesamtverbrauch etwa so hoch wie der
Deutschlands mit 82 Mio. Einwohnern.2 Frankreichs fossile Reserven machen dabei aber nur
0,01 % (23 MTRÖL) der weltweiten Reserven aus. Frankreich ist somit, ebenso wie
Deutschland, auf den Import von Rohstoffen und im besonderen Maße von fossilen
Rohstoffen abhängig. Die äußerst begrenzten Brennstoffressourcen machen die Republik
abhängig vom globalen Energiemarkt. Die Schwankungen, die sich auf dem Weltmarkt
ergeben, würden sich enorm in dem BIP (Bruttoinlandsprodukt) niederschlagen.
Eine weitere Sorge ist der enorme Anteil des CO2 Ausstoßes, der durch Verbrennung von
den Energierohstoffen ausgeht. Durch die Unterzeichnung des Kyoto- Protokolls dürfen die
einzelnen Länder, so auch Frankreich, nicht unbegrenzt CO2 in die Atmosphäre entlassen.
Die Französische Antwort auf die Marktsituation, d.h. die Abhängigkeit von dem
Rohstoffmarkt und der ständig wachsende CO2 Ausstoß, ist die Atomkraft. Die Behauptung
Frankreich sei einer der bedeutenden Produzenten von alternativen Energien kann auch
aufrechterhalten werden. Atomkraftwerke produzieren kaum CO2 und haben damit praktisch
keine Emissionen. Der französische Grad der Energieunabhängigkeit liegt bei nahezu 50 %.
Schaubild 1: Entwicklung des Grads der Energieunabhängigkeit nach Energieträger3
Das Schaubild verdeutlicht die differenzierte Unabhängigkeit nach Energieträgern bis
einschließlich dem Jahr 2005. Man erkennt die klar die Überproduktion und damit auch den
2 Ministère de l′Économie des Finances et de l′Industrie: Quelle: http://www.industrie.gouv.fr/cgi-
bin/industrie/frame23e_loc.pl?bandeau=/energie/anglais/be_us.htm&gauche=/energie/anglais/me_us.htm&droite
=/energie/allemand/accueil.htm. Stand: 04.12.06
3 Vgl. Ministère de l′Économie des Finances et de l′Industrie. DGEMP.
4
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