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Untertitel: Wasserkraftwerke
Hausarbeit, 2006, 25 Seiten
Autor: Ingo Andreä
Fach: Geowiss. / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut für Geographie)
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-41054-5
ISBN (Buch): 978-3-640-41068-2
Die Diskussion um die Energieversorgung der Zukunft, ist seit dem Preisanstieg bei den PKW- Kraftstoffen und Heizöl in der breiten Öffentlichkeit ein aktuelles Thema. Die Wasserkraft war und ist für den Menschen einer der faszinierendsten und unerschöpflichen Energielieferanten der Erde. Zumal mehr als 70 % der Erde mit Wasser bedeckt sind und es damit ein sehr nahe liegendes Element ist, das sich die Menschheit zunutze macht. Die intensive Nutzung der Wasserkraft ist aufgrund der topographischen sowie klimatischen Bedingungen sehr unterschiedlich verteilt.
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Zusammenfassung / Abstract
Die Diskussion um die Energieversorgung der Zukunft, ist seit dem Preisanstieg bei den PKW- Kraftstoffen und Heizöl in der breiten Öffentlichkeit ein aktuelles Thema. Jeden Tag erreichen uns aus dem Medien neue Artikel zum Thema Energie, so dass die Gesellschaft seit kurzem mit dem Umgang von endlichen Rohstoffen, durch den starken Preisanstieg, sensibler geworden ist. Auf der Suche nach Möglichkeiten aus der Energiekrise ist der Mensch auf kreative Ideen zur Gewinnung von Energie angewiesen. Die größten Potenziale zur Krafterzeugung sind in Form von natürlichen und unendlichen Ressourcen in Wind, Sonne, Boden und Wasser vorhanden. Seit Jahrhunderten wird die mechanische Energie des Wassers in Mühlen oder Hammerwerke genutzt. Mit der Zunahme am Strombedarf im 20. Jahrhundert gibt es Anlagen zur Stromgewinnung aus Wasserkraft. Insbesondere an Flüssen wurden Anlagen zur Stromerzeugung gebaut. Die Energiegewinnung aus dem Meer dient der Verwirklichung ökologischer und auch ökonomischer Ziele. Sie dient dem Schutz und der Erforschung der Meere, einem besseren Verständnis unsere Umwelt, einer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit auch ein Schutz gegen geopolitische Interessenkonflikte. Es sollte also im Interesse aller beteiligten Länder liegen, das Thema Meeresenergie weiter zu entwickeln und zu erforschen. Diese Arbeit beschäftigt sich im primär mit den Möglichkeiten und schon realisierten Kraftwerken bzw. die mit denen die sich in einem Projektstadion befinden. Diese Arbeit spannt einen Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart hinüber zu Zukunftsvisionen der Gewinnung aus der Bewegungskraft der Ozeane und Meere. Den Anfang macht eine kurze Einführung der Möglichkeiten zur Wasserkraftgewinnung. Der darauf folgendem Abschnitt beschäftigt sich dann mit den Nutzungsmöglichkeiten der Kraftgewinnung aus dem Meer.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hamburg
Institut für Geographie
Oberseminar:
West- und Südeuropa Aktuelle Entwicklungen und Projekte
Leitung: Prof. Dr. Nagel
Sommersemester 2006
Energiegewinnung aus dem Meer
Wasserkraftwerke
Ingo Andreä
abgegeben am 13.04.2006
Gliederung
1 Einleitung - Die Wasserkraft als unerschöpfliche Energiequelle 3
2 Wasserkraft an Land und Meer 4
3 Wasserkraftwerke Nutzung der Meeresenergie 6
3.1 Gezeitenkraftwerke 6
3.1.1 Historischer Überblick - Traditionelle Nutzung von Gezeitenmühlen 7
3.1.2 La Rance Das Tidenkraftwerk in Frankreich 8
3.2 Wellenkraftwerke 11
3.2.1 Wellenkraftwerksprojekte 13
3.3 Strömungskraftwerke 14
3.3.1 Projektstudie Seaflow und SeaGen 15
3.4 Meereswärmekraftwerke 17
3.5 Osmose- Kraftwerke 19
4 Resümee 21
5 Quellen- und Literaturliste 23
2
1 Einleitung - Die Wasserkraft als unerschöpfliche Energiequelle
Die Diskussion um die Energieversorgung der Zukunft, ist seit dem Preisanstieg bei den
PKW- Kraftstoffen und Heizöl in der breiten Öffentlichkeit ein aktuelles Thema. Jeden Tag
erreichen uns aus dem Medien neue Artikel zum Thema Energie, so dass die Gesellschaft seit
kurzem mit dem Umgang von endlichen Rohstoffen, durch den starken Preisanstieg, sensibler
geworden ist.
Auf der Suche nach Möglichkeiten aus der Energiekrise ist der Mensch auf kreative Ideen zur
Gewinnung von Energie angewiesen. Die größten Potenziale zur Krafterzeugung sind in Form
von natürlichen und unendlichen Ressourcen in Wind, Sonne, Boden und Wasser vorhanden.
Seit Jahrhunderten wird die mechanische Energie des Wassers in Mühlen oder Hammerwerke
genutzt. Mit der Zunahme am Strombedarf im 20. Jahrhundert gibt es Anlagen zur
Stromgewinnung aus Wasserkraft. Insbesondere an Flüssen wurden Anlagen zur
Stromerzeugung gebaut. In Deutschland wurde die erste Versuchsanlage zur Erzeugung von
erneuerbarer Energie 1913 errichtet.
In Kuba hat man schon 1929 die erste OTEC (Ocean Thermal Electric Conversion) Anlage
realisiert. Man nutzt die Temperaturdifferenz zwischen Wasseroberfläche und Tiefengewässer
des Meeres aus. Auf die jeweiligen grundsätzlichen Funktionsweisen zur Gewinnung von
Energie aus dem Meer und auf die die bisherigen Möglichkeiten zur Stromerzeugung werden
in den folgenden Abschnitten weiter eingegangen.
Die Wasserkraft war und ist für den Menschen einer der faszinierendsten und
unerschöpflichen Energielieferanten der Erde. Zumal mehr als 70 % der Erde mit Wasser
bedeckt sind und es damit ein sehr nahe liegendes Element ist, das sich die Menschheit
zunutze macht.
So kommt es, dass die Wasserkraft derzeit eine der intensivsten Formen für die Stromnutzung
geworden ist1. Weltweit beträgt die Wasserkraft 18 % an der Stromversorgung, in
Deutschland sind es dagegen nur 4 %2. In 20 Ländern beträgt der Anteil an Wasserkraft an der
Energieversorgung über 90 %, dies sind Länder wie z.B. Norwegen oder Paraguay. Die
intensive Nutzung der Wasserkraft ist aufgrund der topographischen sowie klimatischen
Bedingungen sehr unterschiedlich verteilt. Die lokalen Gegebenheiten bieten auch für die
Meeresenergiegewinnung nur beschränkte Einsatzmöglichkeiten innerhalb der jeweiligen
Länder. Die Meeresenergie kann auch außerhalb der Drei Meilen -Zone gewonnen werden
und ist somit nicht mehr an Landesgrenzen gebunden.
1 Dena [Deutsche Energie Agentur GmbH] (2006).Die Deutsche Wasserkraftindustrie. Verfügbar im Internet
unter: http://www.renewables-made-in-germany.com/index.cfm?cid=1525 (Stand 09.03.06)
2 Bine Informationsdienst, Fachinformationszentrum Karlsruhe (2004). Wasserkraft.
3
Die Energiegewinnung aus dem Meer dient der Verwirklichung ökologischer und auch
ökonomischer Ziele. Sie dient dem Schutz und der Erforschung der Meere, einem besseren
Verständnis unsere Umwelt, einer Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit
auch ein Schutz gegen geopolitische Interessenkonflikte. Es sollte also im Interesse aller
beteiligten Länder liegen, das Thema Meeresenergie weiter zu entwickeln und zu erforschen.
Diese Arbeit beschäftigt sich im primär mit den Möglichkeiten und schon realisierten
Kraftwerken bzw. die mit denen die sich in einem Projektstadion befinden.
Diese Arbeit spannt einen Bogen von der Vergangenheit über die Gegenwart hinüber zu
Zukunftsvisionen der Gewinnung aus der Bewegungskraft der Ozeane und Meere.
Den Anfang macht eine kurze Einführung der Möglichkeiten zur Wasserkraftgewinnung. Der
darauf folgendem Abschnitt beschäftigt sich dann mit den Nutzungsmöglichkeiten der
Kraftgewinnung aus dem Meer.
2 Wasserkraft an Land und Meer
Konventionelle Kraftwerke produzieren ihren Strom an Flussläufen oder an Gebirgshängen.
Dieses geschieht durch große Durchlaufmengen zum Beispiel in Flüssen
(Laufwasserkraftwerke) oder durch Höhenunterschiede in Gebirgsgebieten (Pump-
Speicherkraftwerke). Diese Kraftwerkstypen sind eine lohnende Investition, haben aber neben
den ökonomischen Vorteilen auch einige ökologische Nachteile.
Ein gutes Beispiel ist der derzeit im Bau befindliche Drei- Schluchten- Staudamm am
Changjiang (Yangzi) in China, welcher ab 2009 eine Leistung von 18.200 MW3 erbringen
soll. Genau genommen ist dieser Damm kein Damm, sondern eine Talsperre. Damit wird ein
kleiner Teil des riesigen Energiebedarfs der Republik China gedeckt. Die Wartungsfreiheit
einer Talsperre und der langlebige Einsatz sind entscheidende Vorteile. Auch die
Abkoppelung von konventionellen Kraftwerken (Atom, Kohle, etc.) um die Einhaltung von
Umweltstandards zu erreichen sind entscheidende Faktoren für den Weltmarkt sich dort
Waren zu ordern. Der sensiblere westliche Konsument will ökologische Standards gesetzt
sehen, um mit guten Gewissen Dienstleistungen und Güter zu ordern. Die Nachteile einer
Sperre sollen aber nicht verschwiegen werden. Denn es sollen bei einem normalen
3 Gutowski, Achim (2000) Der Drei-Schluchten-Staudamm in der VR China Hintergründe, Kosten-Nutzen-
Analyse und Durchführbarkeitsstudie eines grossen Projektes unter Berücksichtigung der Entwicklungs-
zusammenarbeit. In IWIM - Materialien des Universitätsschwerpunktes "Internationale
Wirtschaftsbeziehung und Internationales Management, Bremen. Bd. 19
4
Wasserstand des Staussees 23.793 Hektar Land überflutet werden. Damit wird die heimische
Flora und Fauna komplett vernichtet4. Welche wirtschaftlichen Folgen und
Umweltkatastrophen durch diese Sperre, hervorgerufen werden ist derzeit noch nicht
abzusehen.
Die Vorteile von Kraftwerken am Land sind die hohe Zuverlässigkeit, geringe Betriebskosten
und eine hohe Lebensdauer. Die ökologischen Folgen für Flussläufe und der Infrastruktur-
veränderung (Umsiedlung von Mensch und Tier) beim Aufstauen des Stausees können die
Umweltbilanz stark beeinträchtigen.
Die Potenziale der Wasserkraft an Land werden heute weitestgehend ausgeschöpft. Neue
Standorte lassen sich nicht mehr ergiebig nutzen und sind damit unrentable und unwirksam.
So sieht die Lage auf den europäischen Kontinent aus, Global könnten noch einige wenige
Projekte realisiert werden.
Die Energiegewinnung aus dem Meer ist dagegen weitestgehend ungenutzt. Das
Energiereservoir der Meere stellt eine unerschöpfliche Quelle der Energieversorgung dar5. Es
gibt eine Vielzahl an detaillierten Konzepten für diese Form der Energiegewinnung. Dennoch
werden sie in der Praxis bisher nur im geringen Umfang umgesetzt. Die Möglichkeiten, um
aus Bewegung Energie zu erzeugen, beschränken sich auf mechanische Energie (Wellen,
Gezeiten und Strömungen), thermische Energie, und osmotische Energie (Gewinnung von
Energie aus den unterschiedlichen Salzgehalten).
Einige wenige Projekte verwenden schon seit Jahrzehnten die Möglichkeit die
Bewegungsenergie der Meere zu nutzen. Praktische Umsetzungen finden wir zum Beispiel in
Frankreich oder England, wo Gezeiten- oder Strömungskraftwerke teilweise schon seit
Jahrzehnten im laufenden Betrieb sind beziehungsweise waren.
Im weiteren Verlauf soll zunächst die Frage nach den Möglichkeiten zur Energiegewinnung
aus dem Meer geklärt werden um einen Einblick in die Thematik zu erhalten. Die
Realisierung solcher Systeme und deren Potenziale sollen dabei näher erläutert werden.
Darüber hinaus wird ein kurzer historischer Abriss gegeben, soweit dieser möglich ist, denn
die Gewinnung von Energie aus dem Meer eine relativ neue Technologie, obwohl die
Nutzung von Gezeiten eine alte Tradition hat.
4 Geo Magazin 06/2003 (2003): China: Die Zähmung des "Langen Flusses".
5 World Energy Council (2001): Survey of Energy Resources 2001 Tidal Energy. London 2001.
Verfügbar im Internet unter: http://www.worldenergy.org/wec-geis/publications/reports/ser/wave/wave.asp
5
3 Wasserkraftwerke Nutzung der Meeresenergie
Das Meer ermöglicht durch die vielfältigen Wasserbewegungen eine kleine Anzahl an
Kraftwerkstypen. Die Wasserkraft lässt sich im Gegensatz zur Windenergie oder
Sonnenenergie mannigfaltiger ausnutzen. Durch die drei Energieformen (mechanische,
thermische und osmotische Energie) können derzeit fünf grundsätzlich verschiedene
Kraftwerkstypen erstellt werden.
Für jede dieser fünf Kraftwerksformen wird im folgendem die grundsätzliche Funktionsweise
erläutert.
3.1 Gezeitenkraftwerke
Das Gezeitenkraftwerk nutzt die Bewegungsenergie,
die von Flut und Ebbe bereitgestellt wird. Die
Kraftwerke werden in einer Flussmündung oder einer
Bucht errichtet. Eine Staumauer trennt das offene
Meer von der Mündung ab. In der Staumauer befindet
sich pro Röhre eine Turbine, die durch die
Gezeitenenergie angetrieben wird. Bei Flut strömt das
Meerwasser in die Bucht und bei Ebbe fließt es wieder
zurück, so kann der Rotor im Damm angetrieben
werden6. (siehe Abb. 1)
Dieser Anlagentyp nutzt die Fließrichtungen optimal
aus, der Nachteil dabei ist allerdings, dass diese
enormen Tidenhöhen nur begrenzt auf der Erde zur
Verfügung stehen.
Bei maximalen und minimalen Wasserstand steht
dieser Typ von Anlage still. Dieses Kraftwerk erzeugt
Abbildung 1:
also nur einen schwankenden Beitrag zur
Quelle:
Stromerzeugung. Zusätzlich zu den kurzfristigen http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Gezeitenkraftwerk.png
Schwankungen kommt eine rhythmische, langfristige
6 U.S. Department of Energy: Ocean Tidal Power
http://www.eere.energy.gov/consumer/renewable_energy/ocean/index.cfm/mytopic=50008
6
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