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Bachelor Thesis, 2008, 51 Pages
Author: B.A. Michael Hess
Subject: South Asian Studies, South-Eastern Asian Studies
Details
Tags: Korea, Krieg, Koreakrieg, Korea-Krieg, Kalter Krieg, Übersetzung, Südkorea, Nordkorea, Bürgerkrieg, Kim Yong Il
Year: 2008
Pages: 51
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-38408-2
ISBN (Book): 978-3-640-38434-1
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Abstract
Als ich eine Dokumentation über das Massaker von Nogunri sah, bei dem hunderte koreanische Flüchtlinge durch amerikanische Soldaten getötet wurden, wurde mein Interesse zum Korea-Krieg verstärkt. Ich begann Bücher und Zeitschriften zu lesen, sowie Dokumentationen und koreanische Spielfilme zu schauen, um ein tieferes Verständnis zu gewinnen. In einem Urlaubssemester flog ich nach Korea und besuchte viele Schauplätze des damaligen Krieges, wie zum Beispiel die DMZ, Panmunjeom, Nogeunri und das War Museum in Seoul. Aufgrund des angeeigneten Wissens wünschte ich mir dann bei meiner Bachelor-Arbeit einen Bezug auf den Korea-Krieg. Da der Korea-Krieg in Deutschland auch der „unbekannte“ oder der „vergessene Krieg“ genannt wird, soll diese Arbeit die weitgreifende Bedeutung des Krieges, auch hier in Deutschland, in das Bewusstsein der heutigen Zeit rufen. Die Auswirkungen des Krieges breiten sich in den unterschiedlichsten Themenbereichen aus, wie zum Beispiel Literatur, Film, Gesellschaft und Politik. Auf den folgenden Seiten soll verstärkt auf die global politischen Zusammenhänge eingegangen und ein besonderes Augenmerk auf Entwicklungen und Erkenntnisse der jüngeren Zeit gelegt werden.
Excerpt (computer-generated)
Der Korea-Krieg
Einige Aspekte zu
Ursachen und Auswirkungen
Bachelorarbeit
zur Erlangung des Grades
Bachelor of Arts (B.A.)
vorgelegt
der
Philosophischen Fakultät
der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität
zu Bonn
von
Michael Hess
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
4
2. Der Korea-Krieg
5
(Übersetzung aus ,,The 21st Century Woongjin Encyclopedia")
1. Hintergrund
5
2. Entwicklung
6
(1) Die Kriegsvorbereitungen und Angriff von Nordkorea
6
(2) Die Intervention der Vereinten Nationen und Entsendung von UN-Truppen
7
(3) Der Kriegseintritt Chinas
8
(4) Festsitzen der Fronten und Abschluss eines Waffenstillstandsabkommens 9
3. Ergebnis und Nachwirkungen
10
3. Ursachen
11
3.1 Der Kalte Krieg bis 1950
11
3.2 Die Teilung Koreas
15
3.3 Vom Bürgerkrieg zum internationalen Konflikt (25.-30. Juni)
20
4. Auswirkungen
24
4.1
Korea nach dem Krieg
24
4.2
Der Kalte Krieg nach 1953
27
4.3
Die deutsche Wiederbewaffnung
32
4.4
Auswirkungen auf den Rest der Welt
38
5. Kommentar der Übersetzung
41
Schlusswort: Korea heute
42
Anhänge
42
Personenregister
45
Zeittafel
46
Literaturverzeichnis
49
3
1. Einleitung
Als ich eine Dokumentation über das Massaker von Nogunri sah, bei dem hunderte
koreanische Flüchtlinge durch amerikanische Soldaten getötet wurden, wurde mein Interesse
zum Korea-Krieg verstärkt. Ich begann Bücher und Zeitschriften zu lesen, sowie
Dokumentationen und koreanische Spielfilme zu schauen, um ein tieferes Verständnis zu
gewinnen. In einem Urlaubssemester flog ich nach Korea und besuchte viele Schauplätze des
damaligen Krieges, wie zum Beispiel die DMZ, Panmunjeom, Nogeunri und das War
Museum in Seoul. Aufgrund des angeeigneten Wissens wünschte ich mir dann bei meiner
Bachelor-Arbeit einen Bezug auf den Korea-Krieg.
Da der Korea-Krieg in Deutschland auch der ,,unbekannte" oder der ,,vergessene Krieg"
genannt wird, soll diese Arbeit die weitgreifende Bedeutung des Krieges, auch hier in
Deutschland, in das Bewusstsein der heutigen Zeit rufen.
Die Auswirkungen des Krieges breiten sich in den unterschiedlichsten Themenbereichen aus,
wie zum Beispiel Literatur, Film, Gesellschaft und Politik. Auf den folgenden Seiten soll
verstärkt auf die global politischen Zusammenhänge eingegangen und ein besonderes
Augenmerk auf Entwicklungen und Erkenntnisse der jüngeren Zeit gelegt werden.
Die koreanischen Eigennamen werden nach individuellen Methoden transkribiert, so wie die
Namen in der deutschen Sprache am geläufigsten auftreten. Nach der ersten Erwähnung steht,
falls abweichend, zusätzlich die revidierte Romanisierung. Diese ist die offizielle
Transkription des Koreanischen seit dem Jahr 2000. Sie löste die seit 1984 übliche McCune-
Reischauer-Transkription ab, was nun sehr oft zu nicht geläufigen Transkriptionen von
Eigennamen führt.
4
2. Der Korea-Krieg
(Übersetzung aus ,,The 21st Century Woongjin Encyclopedia")
Krieg, der am 25. Juni 1950 mit dem Überraschungsangriff der nordkoreanischen Volksarmee
ausbrach. Der Korea-Krieg wird in Korea auch als ,,Krise vom 25.Juni" oder einfach ,,6.25",
also 25. Juni, bezeichnet.
Die nordkoreanische Armee wagte den Erstangriff. Somit entfachte sich zwischen Süd- und
Nordkorea der Bürgerkrieg. Als sich danach neben der U.S.-Army auch die Truppen der
Vereinten Nationen und darauf die chinesische Rote Armee in das Kriegsgeschehen
einmischten, artete er zu einem internationalen Krieg aus. Am 27. Juli 1953 wurden ein
Waffenstillstandsabkommen getroffen und die Kampfhandlungen unterbrochen. Die
militärische Spannung zwischen Nord- und Südkorea hält noch bis heute an.
1. Hintergrund
Nach der Unabhängigkeitserklärung vom 15. August 1945 bemühten sich die Koreaner einen
vereinten Staat zu gründen. Amerika und die Sowjetunion jedoch teilten und besetzten das
Land und setzten Militärregierungen ein. Der Entscheidung der ,,Moskauer
Außenministerkonferenz" der drei Großmächte USA, Großbritannien und Sowjetunion
folgend, wurde 1946 und 1947 eine amerikanisch-sowjetische Kommission eröffnet, um über
die Koreaproblematik zu debattieren. Nachdem keine Resultate erzielt werden konnten,
übergaben die Amerikaner im September 1947 die Koreaproblematik den Vereinten Nationen.
In der zweiten UN-Vollversammlung im November beschlossen die Vereinten Nationen, in
Nord- und Südkorea gemeinsame Wahlen durchzuführen, eine koreanische Regierung und
eine Sonderkommission, die sogenannte UNTCOK (United Nations Temporary Commission
on Korea), zu gründen, die diese Wahl beaufsichtigen sollte. Aber die Sowjetunion und
Nordkorea widersetzten sich dem Entschluss und ließen die UNTCOK das nordkoreanische
5
Territorium nicht betreten. Einer UN-Versammlung vom Februar 1948 war es also nur
möglich, in Südkorea Wahlen durchführen zu lassen. Daraufhin wurde in Südkorea am 10.
Mai 1948 separat eine Regierung gewählt und am 15. August des gleichen Jahres die
,,Republik Korea" gegründet. In Nordkorea hingegen wurde am 9. September die
,,Demokratische Volksrepublik Nordkorea" ausgerufen. Mit der Grenze am 38. Breitengrad
wurden in Süd- und Nordkorea zwei politische Systeme mit gegensätzlichen Ideologien
eingeführt. Beide Länder festigten ihre Staatsformen und beanspruchten jeweils das Recht für
sich, das Land zu einen. Durch vereinzelte militärische Zwischenfälle blieb die unsichere
Lage weiter bestehen.
2. Entwicklung
(1) Die Kriegsvorbereitung1en und der Angriff von Nordkorea
Sobald Kim Il-Sung (Gim Ilseong) die nordkoreanische Regierung gefestigt hatte, präsentierte
er sich mit einer Politik eines ,gleichzeitigen Rückzuges amerikanischer und sowjetischen
Truppen′ und der ,Einigung des Vaterlandes′. Kim Il-Sungs ,,Einigung" sollte Korea
vollständig kommunisieren. Dafür begann er militärische Außenbeziehungen für einen Krieg
zu knüpfen und sich auf die Aufrüstung der Militärstreitkräfte zu konzentrieren. Sobald
sowjetische Truppen im Land stationiert waren, bildete Nordkorea systematisch sein Militär
aus und gründete im Februar 1948 die ,,Nordkoreanische Volksarmee". Die Streitkraft wuchs,
als ab der zweiten Hälfte des Jahres 1948 mehr als 20.000 koreanische Soldaten der
Kommunistischen Partei Chinas in die nordkoreanische Armee eingetreten waren. Besonders
ab September 1949 unterstützte die Sowjetunion im großen Maße die nordkoreanische
Armee, welche mittlerweile zu einer beachtlichen Streitmacht geworden war. Als sich 1949
die U.S.-Army zurückzog und China kommunistisch wurde, gewann Kim Il-Sung die
Zuversicht, das Land unter dem Kommunismus zu einen. So besuchte er Ende 1949, Anfang
1950 die Sowjet-Union und holte auf einer gemeinsamen Konferenz mit Stalin das
sowjetische Einverständnis zu einem Krieg. Auch Mao Zedong sicherte Chinas Unterstützung
zu.
6
Das somit zum Krieg gerüstete Nordkorea überschritt um 4 Uhr morgens des 25. Juni 1950
den 38. Breitengrad, der von der Halbinsel Ongjin an der Westküste bis zur Ostküste reicht,
und vollzog somit einen Überraschungsangriff. Die südkoreanische Armee, die zu diesem
Zeitpunkt nicht in der Lage war, sich der Situation zu stellen, zog sich zurück. So besetzten
die Truppen Nordkoreas am 27. Juni zunächst Seoul, überschritten am 3. Juli den Han, der
durch Seoul fließt, und bewegten sich weiter Richtung Süden. Der südliche Vorstoß der
nordkoreanischen Truppen kam am Nakdong, einem Fluss im Südosten Koreas, zum
Stillstand.
Als die UNO-Truppen am 15. September 1950 in Incheon, einer Hafenstadt westlich
von Seoul, landeten, wendete sich die Kriegssituation, und die nordkoreanische Armee zog
sich nach Norden zurück. Im Zeitraum, in dem Nordkorea den Großteil Südkoreas besetzte,
gründete es dort ein ,Bürgerkomitee′ und zwang so genannte ,freiwillige Soldaten′, die
nordkoreanische Streitmacht zu füllen. Es eröffnete ein Bürgergericht und entfernte Personen,
welche sich der nordkoreanischen Politik widersetzten.
(2) Die Intervention der Vereinten Nationen und Entsendung von UN-Truppen
Als der Krieg ausbrach, berief die USA eine Sicherheitsversammlung ein. Am 26. Juni
verurteilte sie den Angriff Nordkoreas als Aggressionsakt und forderte den Rückzug der
nordkoreanischen Truppen nördlich des 38. Breitengrades. Doch als Nordkorea weiter südlich
vorstieß, befahl der amerikanische Präsident Harry S. Truman am 27. Juni der US Navy und
Air Force die südkoreanischen Truppen zu unterstützen. Am selben Tag entschied das UN-
Sicherheitskomitee den Angriff Nordkoreas zurückzuwerfen. Die Mitgliedsländer stimmten
für die Wiederherstellung des internationalen Friedens und der Sicherheit und boten deshalb
Südkorea Unterstützung an und gewährten den USA den Kriegseintritt. Am 7. Juli
beschlossen sie eine Resolution, welche den USA die Befehlsmacht über die UN-Truppen
gab. Sie stellten den Amerikaner Douglas MacArthur als Oberbefehlshaber ein und
entschieden sich für die Entsendung von UN-Truppen. Schließlich nahmen 16 Nationen, mit
den USA als zentrale Rolle, England, Australien, Niederlande, Kanada, Neuseeland,
Frankreich, Philippinen, Türkei, Thailand, Griechenland, Südafrika, Belgien, Luxemburg,
Kolumbien und Äthiopien, zu Boden, See und Luft am Krieg teil und lieferten Ausrüstung.
7
Nach der erfolgreichen Landungsoperation bei Incheon am 15. September eroberten die UN-
Truppen am 28. September Seoul zurück, schritten weiter nordwärts und erreichten am
1. Oktober den 38. Breitengrad. Gemäß der Erlaubnis der UN-Generalversammlung vom 7.
Oktober weiter zu marschieren, überschritten sie den 38. Breitengrad und rückten bis zu den
Flüssen Yalu (in Korea Amnok genannt) und Tumen (Duman) vor. Als die chinesische Armee
im Dezember 1950 ins Kriegsgeschehen eingriff, forderte die UN-Generalversammlung im
Februar des nächsten Jahres den Rückzug der Truppen Chinas und entschied sich für eine
Resolution, die China als Invasor verurteilte.
(3) Der Kriegseintritt Chinas
Da Nordkorea ein beinahe identisches kommunistisches System hatte, war China um den
Zusammenbruch Nordkoreas besorgt. Als die UN-Truppen inzwischen den 38. Breitengrad
durchbrachen und weiter nordwärts vordrangen, kritisierte der chinesische Sender
,,Beijing-Broadcast" am 9. Oktober ,die Überschreitung des 38. Breitengrades der UN-
Truppen als drohende Gefahr für die Sicherheit Chinas`. Als die Truppen der UN bis an die
Flüsse Yalu und Tumen vorrückten, publizierte es das Leitwort ,,Amerika zu widersetzten,
Nordkorea zu helfen und China zu beschützen". China verkündete am 4. November 1950
offiziell den Kriegseintritt Chinas.
China mobilisierte eine 200.000 Mann starke Streitkraft. Diese griff die Truppen der
Vereinten Nationen mit der so genannten ,,Strategie der menschlichen Wellen" an, eine
Strategie, die den Feind durch zahlenmäßige Überlegenheit und ohne Rücksicht auf Verluste
überrollt. Die Truppen der UNO zogen sich weiter zurück und gaben am 4. Januar erneut
Seoul auf. Die südkoreanische Regierung verlegte die Hauptstadt nochmals nach Pusan. Aus
dem nordkoreanischen Gebiet flohen auch viele Zivilisten über den 38. Breitengrad in den
Süden. Ende Januar startete die Armee der Vereinten Nationen den Gegenangriff, befreite am
14. März Seoul und überschritt am 24. März ein weiteres Mal den 38. Breitengrad. Während
sich die UNO-Truppen und die kommunistische Armee darauf in fortwährende Nahkämpfe
verstrickten, fiel die Frontbewegung in einen Stillstand und eine Waffenstillstandskonferenz
wurde eröffnet.
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