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Manfred SCHWENKGLENKS
Studien über die Klavierbearbeitung
bei Franz LISZT
- vergleichende Analysen -
1976 revid. 2009
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Inhalt
Vorwort.........................................................................S. 3
Einleitung.......................................................................S. 6
Klavierauszug, Opernfantasie und paraphrase...........................S. 19
Der ,,eigentliche" Klavierauszug LISZTs..................................S. 41
Liedtranskription...............................................................S. 60
Aus vier mach' zwei! .........................................................S. 80
Umarbeitung von Klaviermusik.............................................S. 90
,,Ihr sollt euch eben üben, gleichviel um welchen Preis" ................S. 109
Literaturhinweise...............................................................S. 130
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V o r w o r t
Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem Gegenstand, der bisher innerhalb der Musikwissenschaft leider
nur sehr wenig Beachtung gefunden hat. Dabei ist das Klavierwerk Franz LISZTs zumindest quantitativ
in erster Linie durch dessen Bearbeitungen geprägt. Zwar deuten verschiedene Publikationen diese
Thematik an (etwa die Lexika-Artikel über ,,Bearbeitung", ,,Klavierauszug", ,,Transkription", ,,Paraphrase"
etc. in RML, MGG und anderen einschlägigen Enzyklopädien), doch beschäftigen sich keine davon
speziell mit der Technik der Klavierbearbeitung bei Franz LISZT.
Etwas mehr Aufschluß über diese Thematik bietet jedoch der ,,Bericht über die Zweite Internationale
Musikwissenschaftliche Konferenz" in Budapest, 1961, insbesondere durch Aufsätze von CHOMINSKI,
FELIX, JIRANEK und MOLNAR
1)
. Sie gehen etwas mehr ins Detail, wenn sie auch weitläufig noch bei
allgemeinen Aussagen stehen bleiben. Eine Arbeit jedoch, die LISZTs Technik im Einzelnen analysiert, ist
auch in diesem Kongreßbericht nicht enthalten.
Inzwischen, seit Verfertigung dieser Arbeit im Jahre 1976, sind 1983 und 1984 weitere Schriften
erschienen, so von Helmut LOOS
2)
, Ernst Klaus SCHNEIDER
3)
und v.a. Thomas KABISCH
4)
. Doch
beschäftigen sich diese jeweils mit Ausschnitten aus dem Oeuvre LISZTs. Die vorliegende Arbeit versucht
hingegen, etwas Licht in ein klavieristisches Verfahren zu bringen, mit welchem im 19.Jh. erhebliches
Aufsehen erregt wurde zu keiner anderen Zeit innerhalb der Musikgeschichte hat nicht originale
Klaviermusik, sondern Übertragungen von Orchester- und anderer Musik aufs Tasteninstrument das
öffentliche (!) Interesse aufgerüttelt. Daß hierzu gerade die Werke LISZTs für Klavier zu zwei Händen
Hauptgegenstand der Untersuchung sind, liegt auf der Hand stehen sie doch als die bekanntesten und
spektakulärsten, aber auch auf größtem künstlerischen Niveau stehenden Stücke beispielhaft für die
gesamte Epoche. Und durch Vergleiche mit den Bearbeitungsverfahren anderer Komponisten soll die
LISZTsche Bearbeitungstechnik ein- und abgegrenzt werden, um so auch die Gesichtspunkte
herauszuarbeiten, die überhaupt für das Bearbeitungsverfahren im 19.Jh. üblich waren, und wie sie sich
geändert haben.
So wurden speziell ausgewählt
- im Falle der Bearbeitung von Opernmusik das Finale von WAGNERs ,,Tristan" (LISZT, v.BÜLOW);
- im Falle der Bearbeitung von Orchestermusik die Einleitung zum 1. Satz der 7. Sinfonie von
BEETHOVEN (LISZT, BEETHOVEN, BRANDTS-BUYS);
- im Falle der Bearbeitung von Klavierliedern die ,,Forelle" von SCHUBERT (LISZT, HELLER);
1)
Bericht über die Zweite Internationale Musikwissenschaftliche Konferenz. Liszt - Bartók, Budapest 1961, in: Studia
Musicologica (StMl) 5/1963, Budapest 1963
2)
Helmut LOOS, Zur Klavierübertragung von Werken für und mit Orchester des 19. und 20. Jahrhunderts, in: Walter
KOLNEDER (Hrsg.), Schriften zur Musik, Bd. 25, München - Salzburg 1983
3)
Ernst Klaus SCHNEIDER, Original und Bearbeitung, in: Richard JACOBY (Hrsg.), Kursmodelle Musik
Sekundarstufe II, Ffm. - Bln. - München 1984, Kap. IX S. 141ff.
4)
Thomas KABISCH, Liszt und Schubert, in: Berliner musikwissenschaftliche Arbeiten Bd. 23, München - Salzburg
1984
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- im Falle der Bearbeitung von vierhändiger Klaviermusik die ,,Deux marches charaktéristiques" von
SCHUBERT (LISZT);
- im Falle der Bearbeitung von zweihändiger Klaviermusik SCHUBERTs Walzer (LISZT); und
- im Falle der Bearbeitung von Violin-solo-Musik die PAGANINI-Capricen (LISZT, SCHUMANN,
BRAHMS).
Außerdem wurden noch andere Musikstücke zum Vergleich herangezogen, nämlich im Kapitel
Orchestermusik und bei den Klavierliedern Bearbeitungen von GRIEG, im Kapitel vierhändige
Klaviermusik solche von BRAHMS, und bei der Violinmusik ebenfalls BRAHMS sowie BACH.
Die Rolle, welche LISZT auf dem Gebiet der Bearbeitung gespielt hat, war nicht der einzige Aspekt für
seine Wahl zu dieser Untersuchung. Sowohl in musikalischer wie in gesellschaftlicher und damit auch
wirtschaftlicher Hinsicht kam LISZT (samt seinen Kollegen) nämlich die Ausnahmestellung des
Spezialisten zu in einer Zeit, als gerade das Bearbeitungswesen innerhalb der populär gewordenen
Klaviermusik eine herausragende Rolle spielte namentlich die leichter spielbaren Fassungen von
Opernquerschnitten, Sinfonien (diese besonders auch für Klavier zu vier Händen), Liedern usw., wie sie die
Töchter der gutbürgerlichen Häuser und solcher, die es sein wollten, eben noch bewältigen konnten.
Gerade solche Bearbeitungen waren auch die Haupteinnahmequelle der aufsprießenden Musikverlage.
Beispielsweise konnte der 1770 gegründete Schott-Verlag 1819 eine Filiale in Leipzig und vier Jahre später
bereits im Ausland (Antwerpen) gründen dann 1826 Paris, 1830 Brüssel, 1835 London, vor 1853
Rotterdam, 1864 Frankfurt. Und Louis SPOHR berichtet von folgender Begebenheit um 1850:
Außer den genannten beiden Mozart'schen Opern erlebte aber euch noch eine dritte, eine neue
Volks-Oper mit Musik von Hummel, durch einen sonderbaren Zufall, wie er wohl kein zweitesmal
vorkommen wird, eine lange Reihe von täglichen Aufführungen. Sie hieß
'
die Prinzessin Eselshaut
'
und war von Seiten der Dichtung ein so erbärmliches Machwerk, daß sie trotz der hübschen Musik
(...) ausgepfiffen wurde." (Im Laufe der Zeit gewann die Musik des Stücks jedoch beim Publikum
zunehmendes Interesse, und so fährt SPOHR fort:) ,,Am Ende wurde es Mode, hinein zu gehen, auf
das Stück zu schimpfen und die Musik zu loben. Hummel benutzte das schnell und gab einen
Clavier-Auszug der beliebtesten Nummern heraus, der reißend abging.
5)
Innerhalb dieser Situation waren die LISZTschen Bearbeitungen für die Verlage natürlich kaum von
Interesse. Dennoch müssen diese wenn auch nur an dieser Stelle erwähnt werden, denn sie spiegeln
auch eine Situation wieder, die geprägt ist vom Gegensatz zwischen dem großen Pianisten LISZT und dem
häuslichen, einfachen Musizieren. Zwar ist anzunehmen, daß die Spielfertigkeiten der Dilettanten nicht
unerheblich gewesen sein muß, wenn man etwa berücksichtigt, daß das vierhändige Original der
DVORAKschen Slawischen Tänze in seiner ersten Auflage innerhalb der ersten vier Wochen vergriffen
war doch konnten diese natürlich in keiner Weise an die Kunstfertigkeit LISZTs heranreichen. Es ist
denkbar, daß LISZT bewußt darauf reagiert hat. A. MOLNAR schreibt:
Die Mode, Klavierauszüge und Phantasien von Musikstücken oder beliebten Gesangwerken
Opern, Oratorien etc. anzufertigen, genoß seit dem 18. Jahrhundert eine wachsende Verbreitung.
Da das Klavier im Instrumentarium eine ähnliche Stelle behauptete wie unter den Arzneien die
Universalmittel, kamen die Arrangements dem Notenhandel sehr zugute. Dieses Geschäft hatte
5)
Louis SPOHR, Selbstbiographie, Cassel 1860, Bd. I S. 215f.
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hauptsächlich deshalb Erfolg, weil es der Liebhaberschaft entgegenkam; sein Augenmerk richtete
sich auf die Vielzahl dilettantischer Stümper, so daß das Niveau der Bearbeitungen um eine nicht
sehr erkleckliche Linie fluktuierte. Liszts ganze künstlerische und allgemein-kulturelle Berufung
stand in diametralem Gegensatz zu diesem vulgären Interesse. Nicht bloß deshalb, weil seine
Arrangements in erster Reihe für seine eigenen Konzerte, also auf höchste Virtuosität berechnet
waren, blieben doch seine Bearbeitungen auf demselben hohen Stand auch in späteren Zeiten, da
er weit seltener öffentlich auftrat. Die Reformen, durch die Liszt das Klavierspiel auf ein Maximum
von Können hob, hatten vielmehr einen symbolischen Sinn. Er wollte damit für die allgemeine
soziale Stellung der musikalischen Künstlerschaft durch Höchstleistung die Gleichberechtigung mit
jeder anderen führenden Position erringen. Daß ihm dies auch gelang, macht seinen Klaviersatz zu
einem Glanzpunkt in der Entwicklung der europäischen Kultur. Ausschließlich unter dieser Sicht
kann es als verständlich gewürdigt werden, daß er nie müde geworden ist, immer neue und neue
Klavierbearbeitungen in Riesenmaßen zu schaffen.
6)
Beide Richtungen innerhalb der Klavierbearbeitung, die virtuose und die dilettantische, treffen sich so
sehr sie auch auseinanderklaffen mögen oder nicht in einem Punkt, und das ist die Verbreitung von
Musik überhaupt. LISZT steuerte hier auf seine Weise, sozusagen auf die ,,fachmännische", bei. Durch
seine zahlreichen Konzerte machte er wie mit der einigermaßen noch für Liebhaber spielbaren Fassung
der BEETHOVENschen Sinfonien zahlreiche Musik bekannt und salonfähig. Neben LISZT versuchten
dies noch etliche andere Klavierkünstler, die sich dann zumeist in virtuosem Alleinvergnügen dem
Publikum produzierten. Bei LISZT jedoch hat Virtuosität Sinn, sie ist nicht Selbstzweck! Seine Art der
Bearbeitung ist, wie die weiteren Untersuchungen zeigen werden, musikalisch-inhaltlich fundiert das
Problem ist bei LISZT nicht formalistisch, sondern inhaltlich gelöst.
6)
Antal MOLNAR, Über Transkriptionen und Paraphrasen von Liszt, in: Studia Musicologica a.a.O., S. 227f.
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E i n l e i t u n g
Das Klavier umschließt im Umfang
seiner sieben Oktaven... den ganzen
Umfang eines Orchesters, und die
zehn Finger eines Menschen genügen,
um die Harmonien wiederzugeben,
welche durch den Verein von
Hunderten von Musizierenden
hervorgebracht werden. Durch seine
Vermittlung wird es möglich, Werke
zu verbreiten, die sonst von den
meisten wegen der Schwierigkeit, ein
Orchester zu versammeln, ungekannt
bleiben würden. Es ist so nach der
Orchesterkomposition das, was der
Stahlstich der Malerei ist, welche er
vervielfältigt und vermittelt.
(Franz
LISZT 1835)
Der am 22.10.1811 im ungarischen Raiding geborene Franz LISZT ist in eine Welt hineingeboren, in
welcher das deutsche Bürgertum sowohl politisch wie auch kulturell seine gesellschaftliche Macht
erstrebte, errang und konsolidierte. Die politischen Umwälzungen um das Jahr 1848 haben sich fast das
ganze 19. Jahrhundert nahezu in ganz Europa ausgewirkt, und sie mußten auch Künstler und Musiker, die
sich für ihre Zeit verantwortlich fühlten
7)
, mit sich reißen:
Nun, da ein neues Zeitalter angebrochen war, galt es, denkend, planend, handelnd einzugreifen.
(...) In Deutschland sehen wir Musiker als Schriftsteller; sie verfassen Entwürfe, Vorschläge,
Pamphlete, Kritiken und ästhetische Schriften. Wir sehen sie Musikschulen, Musikverbände,
Zeitschriften und die Herausgabe von Musikwerken organisieren. Es geht ihnen dabei in gleicher
Weise um den heilsamen Einfluß der Musik auf das gesellschaftliche Leben wie um die Hebung der
sozialen Stellung des Musikers. (...) Aber all dieser Fortschritt war um einen schweren Preis
erkauft: um den Preis der Isolierung der guten Musik und der ernsten Musiker von den Massen des
Volkes.
Es liegt nahe, das Klavierschaffen LISZTs in diesen von KNEPLER beschriebenen Zusammenhang
einzuordnen. LISZT selbst war ja ein reger Organisator von Konzerten auf ihn geht der Konzerttypus
,,Klavierabend" zurück (siehe auch den Hinweis auf S. 43) und er schuf Außerordentliches, um die Musik
seiner Kollegen zu verbreiten.
Gerade die Klavierbearbeitungen waren wesentliches Mittel für LISZT, das musikalisch zu tun, was
Robert SCHUMANN mit der Gründung der NZfM beabsichtigte und auf dem Wege der schriftstellerischen
Musikbetrachtung erreichte. Und seine große Perfektion auf dem Gebiet des Klavierspiels war LISZT ein
hilfreiches Mittel dazu: Er erregte allerorts Aufsehen das machte ihn bekannt, und schon um LISZT zu
bewundern, strömte das Publikum in die Konzertsäle.
7)
und folgendes Zitat: Georg KNEPLER, Musikgeschichte des 19. Jahrhunderts I, II, Bln.1961, Bd. I, S. 517ff.
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7
LISZT hatte seine zahlreichen Klavierarrangements wohl weniger dazu geschrieben, daß sie gedruckt
in den Bürgerhäusern Verbreitung fanden
8)
: Zur Popularisierung war diese überaus schwer zu spielende
Musik kaum geeignet. Die Aufgabe, dies im Aufbau des bürgerlichen Musiklebens vor allem bei Opern-
und Orchestermusik zu erreichen, lag vielmehr bei den leichten Bearbeitungen und ,,Volksausgaben".
LISZT aber beschränkte sich auf den Konzertsaal: Er und SCHUMANN ergänzten sich sozusagen
,,arbeitsteilig" in der Verbreitung von Musik.
Ist Arbeitsteilung das eine Kennzeichen, welches für den bürgerlichen Musikbetrieb spricht (wie für das
industrielle und gesellschaftliche Leben insgesamt), so ist das andere die Spezialisierung, die die
Arbeitsteilung zwangsläufig mit sich führt. LISZT war in der Tat ein Spezialist auf dem Klavier. Und als
Spezialist brachte er es so weit, sämtliche denkbare Musik für sich zu beanspruchen und aufs Klavier zu
übertragen. Das allein macht seinen Universalitätsanspruch aus. Er schreibt im Vorwort seiner
BEETHOVEN-Sinfonien-Bearbeitungen:
Durch die unermeßliche Entwicklung seiner harmonischen Gewalt sucht das Pianoforte sich
immer mehr und mehr alle Orchester-Kompositionen anzueignen.
9)
LISZTs Klavierbearbeitungen übersteigen an Zahl weit die der Original-Klavierwerke ein Indiz für die
Bedeutung, die LISZT diesem Genre selbst beimaß. Und er bearbeitete, was ihm in die Finger kam.
Offensichtlich genügte die vorhandene Klavierliteratur nicht, LISZTs geniale Fertigkeiten auf dem Klavier
auszuschöpfen, und es scheint fast, als hätte er selbst es nicht vermocht, eigene Klavierwerke zu schaffen,
die seinem Können entsprochen hätten. Ihn reizte wohl auch der fremde, unklaviermäßige Klang anderer
Instrumente, und wie er diesen aufs Klavier bringen könne.
Folgende Übersicht versucht, einige Bearbeitungen LISZTs für Klavier zu zwei Händen aufzuzählen und
in Kontext mit Lebensdaten und geschichtlichen Ereignissen der Zeit zu stellen
10)
:
Jahr Geschichtl.
Ereignisse
Biographisches Bearbeitungen Sonst.
Werke
1811
*
22.10.
Raiding
1814 Wiener
Kongreß
1815 Waterloo
1817 Wartburgfest
1822
Schüler
bei
CZERNY (Klavier),
SALIERI
(Komposition)
erste
Kompositions-
versuche
1823
Paris;
autodid.
Unterricht nach
KALKBRENNER,
Studium bei PAER
1824
Englandreise
Oper
,,Don
Sancho"
8)
A. MOLNAR, a.a.O. S. 228
9)
Franz LISZT im Vorwort der Herausgabe der BEETHOVEN-Sinfonien-Bearbeitungen. Zit. nach: Franz Liszts
musikalische Werke, hrsg. von der Fr.Liszt-Stiftung. Bearbeitungen Bd. II (Sinfonien 1-5), Verlag Breitkopf & Härtel
1922
10)
unter ergänzender Zuhilfenahme von Wolfgang DÖMLING, Franz Liszt und seine Zeit, Laaber 1985, S. 9ff.
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8
Jahr Geschichtl.
Ereignisse
Biographisches Bearbeitungen Sonst.
Werke
1825
Südfrankreich
und
England
1826
Kontrapunktstudien
bei REICHA
Etüden
1827
Tod des Vaters;
Lehrer in Paris
1829
Erste
Opernphantasie:
AUBER, ,,La
Fiancée"
1830
Julirevolution in
Paris
Lernt in der Folgezeit
LAMMARTINE,
HUGO, BALZAC,
HEINE, SAND,
LAMMENAIS,
PAGANINI,
BERLIOZ, CHOPIN,
ROSSINI,
MEYERBEER,
DELACROIX,
INGRES u.a. kennen,
ebenso den
"utopischen
Sozialismus" der
Saint-Simonisten
Entwurf
einer
,,Revolutions-
sinfonie"
1833
Verbindung
zu
Gräfin d'AGOULT
,,Symphonie
phantastique" und
Ouvertüre ,,Les
Francs-Juges" von
BERLIOZ
1834 Seidenweber-
Aufstand in Lyon
Fantasie
über
,,Lélio" von
BERIOZ
Klavierstück
,,Lyon"
1835
Niederlassung
in
der
Schweiz: Blandine
LISZT wird geboren
Erste SCHUBERT-
Transkription ,,La
rose"
Erste Gedanken
über
Programmusik;
,,Album d'un
voyageur" (bis
1838, später
umgearb. zu
,,Années...I"
1836
Leiter
der
Klavierklasse am
Genfer
Konservatorium
,,Harold in Italien"
von BERLIOZ;
Opernfantasien:
MEYERBEER,
,,Hugenotten";
BELLINI, ,,I
Puritani"
1837
Konzerte
zugunsten
der Lyoner
Seidenweber;
Niederlassung in
Italien; Geburt von
Cosima LISZT
BEETHOVEN-
Sinfonien begonnen;
ROSSINI-
Transkriptionen
Seite 10
9
Jahr Geschichtl.
Ereignisse
Biographisches Bearbeitungen Sonst.
Werke
1839
Rom, Ungarn ; setzt
sich für die
Gründung eines
Konservatoriums in
Pest ein (realisiert
1875); im Folgenden
Konzerte zugunsten
des Bonner
BEETHOVEN-
Denkmals
BEETHOVEN,
,,Adelaide";
SCHUBERT. einige
Lieder aus der
,,Winterreise"
,,Dante-Sonate"
1840 Beisetzung
Napoleons im
Invalidendom
Verleihung des
Ehrensäbels;
Ehrenbürger in Pest;
erster Auftritt als
Dirigent; Beginn
umfangreicher
Konzerttourneen;
erste Begegnung mit
WAGNER in Paris
,,Lucia-di-
Lammermoor"-
Reminiszenzen;
Lieder von
MENDELSSOHN
und SCHUBERT
1841
LISZT wird in die
Frankfurter
Freimaurerloge
aufgenommen
,,Norma-Fantasie",
,,Don-Juan-
Fantasie"; ,,Robert le
diable"
1842
Mitglied
der
Königlichen
Preußischen
Akademie der Künste
in Berlin;
Ehrendoktor in
Königsberg;
Begegnung mit
HUMBOLDT u.a.
BACHsche
Orgelfugen (bis
1850)
1843
Reise nach Polen und
Rußland;
Kapellmeister in
Weimar
1845
Spanienreise;
Enthüllung des
Bonner
BEEHOVEN-
Denkmals
1846
Balkanreise;
LISZT
erhält einen Reisepaß
ohne Personen-
beschreibung, da er
zu bekannt ist
3 SCHUBERT-
Märsche
1847
Letztes Auftreten als
Virtuose. Beziehung
zu Caroline von
SAYN-
WITTGENSTEIN
1848 Bürgerliche
Revolution in
Deutschland
Niederlassung in
Weimar
Erste
sinfonische
Dichtungen
(,,Préludes"...);
Arbeiterchor;
,,Hungaria"-
Kantate
Seite 11
10
Jahr Geschichtl.
Ereignisse
Biographisches Bearbeitungen Sonst.
Werke
1850
,,Hochzeitsmarsch"
von
MENDELSSOHN;
,,Schlittschuhläufer"
(,,Prophet" von
MEYERBEER)
,,Prometheus"
1851
SCHUBERT:
,,Wanderer-
Fantasie" f.Klavier
u.Orchester;
9.Sinfonie von
BEETHOVEN für 2
Klaviere
,,Mazeppa"
1852
,,Soirées de Vienne"
1853
,,Tannhäuser":
,,Einzug der Gäste";
,,Lohengrin": ,,Elsas
Brautzug",
,,Festspiel" und
,,Brautlied"
,,Festklänge";
,,Orpheus"
1854
,,Lohengríns
Verweis", ,,Elsas
Traum"
,,Hungaria";
,,Faust-Sinfonie"
1855 Weltausstellung
in Paris
Diverse
BACH-
Bearbeitungen
,,Graner Messe";
,,Dante-Sinfonie"
1856
Dirigiert in Wien zu
MOZARTs
100.Geburtstag;
Aufnahme als
Confrater im Pester
Franziskanerkloster;
Hans v.BÜLOW
wirbt um die Hand
Cosimas
,,Hunnenschlacht"
1857
LISZTs
,,Mazeppa"
fällt im Leipziger
Gewandhaus durch;
Heirat Cosimas und
Blandines
,,Die
Ideale"
1858
Nach
einem
Theaterskandal gibt
LISZT sein
Kapellmeisteramt auf
,,Hamlet"
1860
Der Streit um die
,,Zukunftsmusik"
wird in Berliner
Fachzeitschriften
offen ausgetragen;
Versuch der
Ungültigkeits-
erklärung der Ehe der
Fürstin
WITTGENSTEIN
,,Rigoletto-
Paraphrase";
,,Miserere"
(,,Troubadour");
CHOPIN-Lieder
1861
Das
Ehescheidungs-
bemühen scheitert
,,Rienzi"-
Bearbeitungen
1862 BISMARCK
wird preußischer
Minister
LISZT lebt
zurückgezogen in
Rom
,,Spinnerlied" (,,Der
fliegende
Holländer")
Konzertetüden
,,Waldesrauschen"
und
,,Gnomenreigen"
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