Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
An wen adressiert sich J.-J. Rousseau in seinem "Lettre à d'Alembert"? close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

An wen adressiert sich J.-J. Rousseau in seinem "Lettre à d'Alembert"?

Termpaper, 2009, 16 Pages
Author: Ingrid Roemer
Subject: French - Literature, Works

Details

Event: Seminar
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Romanistik)
Category: Termpaper
Year: 2009
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V133124
ISBN (E-book): 978-3-640-39977-2
ISBN (Book): 978-3-640-39969-7

Abstract

In den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts veröffentlichen Jean-Baptiste le Rond d’Alembert und Denis Diderot die « Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers » . 1757 erscheint der VII. Band der Enzyklopädie, in dem sich ein Eintrag über die Stadt Genf von d’Alembert befindet. In diesem Eintrag äußert er sich unter anderem über die Vorzüge, die ein Theater für Genf darstellen würde: « On ne souffre point de comédie à Genève [...] » . Das Theater ist seit 1617 in Genf verboten. D’Alembert und die Enzyklopädisten forden die Rückkehr dieses Etablissements. Sie erheben den Anspruch mit einem Theater aufklären und erziehen zu wollen. Jean-Jacques Rousseau vertritt jedoch die Meinung der führenden calvinistischen Geistlichen von Genf. Er lehnt das Theater aus moralischen Gründen ab. Kurz nach Erscheinen des VII. Bandes verfasst Rousseau eine Antwort auf den Eintrag und nennt ihn « Lettre à d’Alembert sur les spectacles ». Der Brief ist ab dem zweiten Oktober 1758 in Paris als Buch erhältlich. Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Frage nach dem « destinataire » des Briefes. In der Regel ist der Empfänger eines Briefes unzweifelbar derjenige, den der Verfasser erreichen will. Nicht im Beispiel des « Lettre à d’Alembert ». Dem Brief vorangestellt befindet sich eine Préface, in der sich Rousseau an ein größeres Publikum wendet und die Passage der Enzyklopädie, auf die er antwortet, zitiert: « Comme tout le monde n’a pas sous les yeux l’Encyclopédie [...] » . Rousseau will seine Antwort für alle Menschen zugänglich machen. Doch neben der allgemeinen Öffentlichkeit, die er erreichen möchte, wendet er sich auch an ganz bestimmte Personen. Die Analyse von Brief und Préface soll die unterschiedlichen Adressaten identifizieren und zeigen, dass der Brief Rousseau dadurch ermöglicht, mehr als eine Antwort auf den Eintrag über Genf zu formulieren.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt-Universität zu Berlin

Philosophische Fakultät II

Institut für Romanistik

Seminar: Rousseau et le théâtre de son époque

WS 2008/09

An wen adressiert sich J.-J. Rousseau in seinem

« Lettre à d′Alembert »?

Bachelor of Arts

3. Fachsemester

Note: 1,3


Inhalt

Seite

1. Préface

2

2. « Situation

d′énonciation

» 3

2.

1.

«

L′énonciateur

» 4

2. 2. « Destinateur de l′énoncé »

4

3.

Adressaten

5

3.

1.

Leser

5

3.

2.

Enzyklopädisten

7

3.

2.

1.

D′Alembert

7

3.

2.

2.

Diderot 8

3.

2.

3.

Voltaire 9

3.

3.

Bürger

von

Genf

10

4.

Rousseaus

Rhetorik 11

5.

Conclusion

13

6.

Literaturverzeichnis 14

1


1. Préface

In den fünfziger Jahren des 18. Jahrhunderts veröffentlichen Jean-Baptiste le Rond

d′Alembert und Denis Diderot die « Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences,

des arts et des métiers »1. 1757 erscheint der VII. Band der Enzyklopädie, in dem sich ein

Eintrag über die Stadt Genf von d′Alembert befindet. In diesem Eintrag äußert er sich

unter anderem über die Vorzüge, die ein Theater für Genf darstellen würde: « On ne

souffre point de comédie à Genève [...] »2.

Das Theater ist seit 1617 in Genf verboten.3 D′Alembert und die Enzyklopädisten forden

die Rückkehr dieses Etablissements. Sie erheben den Anspruch mit einem Theater

aufklären und erziehen zu wollen. Jean-Jacques Rousseau vertritt jedoch die Meinung der

führenden calvinistischen Geistlichen von Genf. Er lehnt das Theater aus moralischen

Gründen ab.

Kurz nach Erscheinen des VII. Bandes verfasst Rousseau eine Antwort auf den Eintrag

und nennt ihn « Lettre à d′Alembert sur les spectacles ». Der Brief ist ab dem zweiten

Oktober 1758 in Paris als Buch erhältlich. 4

Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Frage nach dem « destinataire »5 des Briefes.

In der Regel ist der Empfänger eines Briefes unzweifelbar derjenige, den der Verfasser

erreichen will. Nicht im Beispiel des « Lettre à d′Alembert ». Dem Brief vorangestellt

befindet sich eine Préface, in der sich Rousseau an ein größeres Publikum wendet und die

Passage der Enzyklopädie, auf die er antwortet, zitiert: « Comme tout le monde n′a pas

sous les yeux l′Encyclopédie [...] »6. Rousseau will seine Antwort für alle Menschen

zugänglich machen. Doch neben der allgemeinen Öffentlichkeit, die er erreichen möchte,

wendet er sich auch an ganz bestimmte Personen.

Die Analyse von Brief und Préface soll die unterschiedlichen Adressaten identifizieren

und zeigen, dass der Brief Rousseau dadurch ermöglicht, mehr als eine Antwort auf den

Eintrag über Genf zu formulieren.

1 Die « Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers » wurde von Diderot,

d′Alembert und weiteren 138 Bearbeitern, den so genannten Enzyklopädisten erstellt und gilt als ein

Hauptwerk der Aufklärung. Der erste Band erschien im Jahr 1751.

2 Vgl. Rousseau, Jean-Jaques (2003): Lettre à d′Alembert. Mit Chronologie und Präsentation von Marc Buffat.

Paris, S. 49. Im Folgenden zitiert als Rousseau: Lettre.

3 Vgl. Rousseau: Lettre, S. 23.

4 Ebenda.

5 « Tout énoncé, avant d′être ce fragment de la langue naturelle que le linguiste s′efforce d′analyser, est le

produit d′un événement unique, son énonciation, qui suppose un énonciateur, un destinataire, un moment,

un lieu particulier. Cet ensemble d′éléments définit la situation d′énonciation ». Definition von de

Dominique Maingueneau (1993): Éléments de linguistique pour le texte littéraire. Paris, S. 1.

6 Rousseau: Lettre, S. 49.

2


2. « situation d′énonciation »

Die Frage nach dem « destinataire de l′énoncé » wirft zunächst die grundlegende Frage

nach der « situation d′énociation » auf. Sprich: wer adressiert sich an wen in welcher

Situation. Folglich setzt sich die « situation d′énociation » aus dem « énonciateur », dem

« destinataire » und dem zeitlichen und räumlichen Kontext des Briefes zusammen.

Auf den ersten Blick scheint die « situation d′énonciation » im « lettre à d′Alembert »

deutilch zu sein: Rousseau adressiert sich an den Autoren des Eintrags über Genf. Aber

nach und nach ergibt sich eine Erweiterung der Situation. Rousseau antwortet nicht mehr

nur d′Alembert, sondern er wird zum Bürger Genfs, der im Namen der Genfer schreibt.

Darüberhinaus ergreift er Partei für alle Menschen und wendet sich deshalb sowohl

indirekt und als auch direkt an die Allgemeinheit. Denn er betrachtet es als seine

bürgerliche Pflicht, auf den Artikel von d′Alembert zu reagieren: « J′ai tort, si j′ai pris en

cette occasion la plume sans nécessité. [...] »7. Ebenso dringend erscheint ihm zu

verhindern, dass man ihn auf der Seite der Enzyklopädisten wähnt. Er betont zwar seine

Mitarbeit am Werk8, will sich aber deutlich von ihrer Haltung zum Theater distanzieren:

« [...] il faudrait qu′on ignorât que j′ai eu quelques liaisons avec les éditeurs de

l′

Encyclopédie

, [...], afin qu′on ne m′impute pas d′autres sentiments que les miens

»9.

Um Rousseaus Inspiration verstehen zu können, muss der Leser erkennen, dass der Brief

nicht als grundlose philosophische Plauderei zu verstehen ist:

« Premièrement il ne s′agit plus ici d′un vain babil de philosophie, mais d′une vérité

de pratique importante à tout un peuple. Il ne s′agit plus de parler au petit nombre,

mais au public; ni de faire penser les autres, ainsi d′expliquer nettement ma pensée

»10.

Seine Worte sind allgemeingültig, weil sie einer Wahrheit entsprechen die alle Menschen

angeht. Rousseau betont hier, keine Philosophie zu betreiben, sondern lediglich seiner

Heimat einen Dienst zu erweisen. Durch das Verwenden seiner Feder macht er sich als

Bürger der Stadt Genf verdient.11

Seine Motive und seine Situation erwähnt Rousseau immer wieder im Brief. Manchmal

schreibt er von einem Ort, einem Moment oder er spricht über seinem Geisteszustand: «

7 Rousseau: Lettre, S. 49 ff.

8 Rousseau hat überwiegend Einträge zur Musiktheorie für die Enzyklopedie geschrieben.

9 Rousseau: Lettre, S. 52.

10 Ebenda.

11 Nach Mostefai, Ourida (2003): Le Citoyen de Genève et la République des Lettres. Etude de la

controverse autour de la

Lettre à d′Alembert

de Jean-Jacques Rousseau. New York, Bern, etc, S. 73. Im

Folgenden zitiert als Mostefai: Le Citoyen.

3



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/133124/an-wen-adressiert-sich-j-j-rousseau-in-seinem-lettre-a-d-alembert
please wait Please wait