Bei GRIN registrieren oder einloggen

Your e-mail-address or password is wrong
Jetzt registrieren
Für neue Autoren: kostenlos, einfach und schnell
Dies wird Ihr Benutzername, bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse an

Passwort vergessen

Your e-mail-address or password is wrong

Neues Passwort anfordern
Alleinerziehend aber nicht allein close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Alleinerziehend aber nicht allein

Untertitel: Kursprogramm zur Erweiterung sozialer Ressourcen alleinerziehender Frauen

Seminararbeit, 2001, 33 Seiten
Autor: Thomas Hering
Fach: Gesundheitswissenschaften

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2001
Seiten: 33
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V133449
ISBN (E-Book): 978-3-640-40298-4
ISBN (Buch): 978-3-640-40343-1

Zusammenfassung / Abstract

Für viele Familien ist Alleinerziehen Realität und zu ca. 85% Aufgabe von Frauen (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 1997; Niepel, 1994a). Nach Umfragen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1997) im April 1994 werden Größenordnungen von 2,7 Mio. allein-erziehenden Müttern und Vätern genannt, das sind 200.000 mehr als im April 1991. Für das Jahr 1994 entsprach das etwa 20% aller Familien Mit Kindern. Eine weiterer Anstieg der Zahl Alleinerziehender ist bei den vorhandenen Scheidungsraten und der Anzahl nichtehelicher Schwangerschaften zu erwarten. Frauen bilden die größte Gruppe Alleinerziehender. Insbesondere für alleinerzie-hende Frauen ist das Risiko sozial abzusteigen und zu vereinsamen vergleichs-weise groß. Die Pflege und die Erhaltung eines sozialen Unterstützungsnetzwer-kes fällt dieser Gruppe zudem häufig schwerer als nicht Alleinerziehenden. Soziale Kontakte, das Vorhandensein und die Integration in ein soziales Netz-werkes wird als eine Voraussetzung für das Wohlbefinden diskutiert (Nestmann 1988; Gusy, 1995). Der Wohlbefindensbegriff wird oft mit dem Gesundheitsbeg-riff synonym verwendet und weißt zudem Schnittstellen mit der gesundheitli-chen Lebensqualität auf (Abele u.a., 1991; Bulliger, 1991 nach Fichten, 1998). In dieser Arbeit wird eine Kurskonzept entwickelt, das sich an alleinerziehende Frauen richtet. Das Ziel des beschriebenen Kurses ist, soziale Ressourcen alleiner-ziehender Frauen zu erhalten und zu erweitern.


Textauszug (computergeneriert)

Alleinerziehend aber nicht allein: Kursprogramm

zur Erweiterung sozialer

Ressourcen alleinerziehender Frauen

Thomas Hering

Konzeptarbeit im Seminar Gesundheitsbildung an der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH)


Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung 3

2.

Die Bedeutung sozialer Ressourcen für die Gesundheit 4

2.1

Soziale Netzwerke und Soziale Unterstützung 4

2.2 Das

Salutogenesemodell

­

soziale Ressourcen als

generalisierte Widerstandsressource 7

2.2.1

Bedeutung des Kohärenzsinns und generalisierter Widerstandsressourcen 7

2.2.2

Stressoren und Spannungszustand 8

2.3 Zusammenfassung 9

3.

Die Lage alleinerziehender Frauen: Unterstützung und soziale Netzwerke ... 10

3.1

Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wohnsituation alleinerziehender Frauen 10

3.2

Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung alleinerziehender Frauen . 11

3.2.1

Soziale Netzwerke alleinerziehender Frauen 11

3.2.2

Soziale Unterstützung alleinerziehender Frauen 12

3.3 Zusammenfassung 13

4.

Kursprogramm zur Erweiterung sozialer Ressourcen

alleinerziehender Frauen 14

4.1 Kursausschreibung 14

4.2

Ziele des Kurses 16

4.3

Stundenbilder, zeitlicher Kursablauf 17

4.4

Evaluation des Kurses ,,Alleinerziehend aber nicht allein" 28

5.

Literaturverzeichnis 31

2


1. Einleitung

Für viele Familien ist Alleinerziehen Realität und zu ca. 85% Aufgabe von Frauen (Bundesminis-

terium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 1997; Niepel, 1994a). Nach Umfragen des

Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (1997) im April 1994 werden

Größenordnungen von 2,7 Mio. alleinerziehenden Müttern und Vätern genannt, das sind 200.000

mehr als im April 1991. Für das Jahr 1994 entsprach das etwa 20% aller Familien Mit Kindern

(ebd.: 1). Eine weiterer Anstieg der Zahl Alleinerziehender ist bei den vorhandenen Scheidungs-

raten und der Anzahl nichtehelicher Schwangerschaften zu erwarten.

Frauen bilden die größte Gruppe Alleinerziehender. Insbesondere für alleinerziehende Frauen ist

das Risiko sozial abzusteigen und zu vereinsamen vergleichsweise groß. Die Pflege und die Erhal-

tung eines sozialen Unterstützungsnetzwerkes fällt dieser Gruppe zudem häufig schwerer als

nicht Alleinerziehenden.

Soziale Kontakte, das Vorhandensein und die Integration in ein soziales Netzwerkes wird als eine

Voraussetzung für das Wohlbefinden diskutiert (Nestmann 1988; Gusy, 1995). Der Wohlbefin-

densbegriff wird oft mit dem Gesundheitsbegriff synonym verwendet und weißt zudem Schnitt-

stellen mit der gesundheitlichen Lebensqualität auf (Abele u.a., 1991; Bulliger, 1991 nach Fichten,

1998).

In dieser Arbeit wird eine Kurskonzept entwickelt, das sich an alleinerziehende Frauen richtet.

Das Ziel des beschriebenen Kurses ist, soziale Ressourcen alleinerziehender Frauen zu erhalten

und zu erweitern. Dazu wird im ersten Teil dieser Arbeit zunächst die Bedeutung sozialer Netz-

werke und sozialer Unterstützung beleuchtet. Es zeigt sich, dass die Wahrnehmung einer ange-

messenen sozialen Unterstützung die Bewältigung von Belastungen unterstützen kann. Im zwei-

ten Teil der Arbeit wird die Lage alleinerziehender Frauen in Deutschland betrachtet. Es wird

insbesondere auf die soziale Lage und die Einbindung alleinerziehender Frauen in soziale Netz-

werke fokussiert. Daran anschließend wird auf der Grundlage der skizzierten Problemlagen und

Ressourcen alleinerziehender Frauen ein Kursprogramm entwickelt. In zehn Kursbausteinen

sollen insbesondere isolierte alleinerziehende Frauen befähigt werden, vorhandene soziale Res-

sourcen zu nutzen, ihr soziales Netzwerk zu aktivieren, zu erhalten und zu erweitern.

In dieser Arbeit werden die folgenden Abkürzungen verwendet:

-

HA = Hausaufgabe,

-

KL = Kursleiter,

-

TN = Teilnehmerin,

3


Bedeutung sozialer Ressourcen

2. Die Bedeutung sozialer Ressourcen für die Gesundheit

Gesundheit scheint, zumindest konzeptionell, in hohem Maß mit der Verfügbarkeit sozialer Res-

sourcen verbunden zu sein. Hurrelmann (1990) definiert Gesundheit: ,,...als (einen, Anm.) Zu-

stand des objektiven und subjektiven Befindens einer Person, der Gegeben ist, wenn diese Per-

son sich in den physischen, psychischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung in Einklang

mit den eigenen Möglichkeiten und Zielvorstellungen (...) befindet." Der selbe Autor hält Ge-

sundheit nur dann für gegeben, ,,...wenn eine Person konstruktiv Sozialbeziehungen aufbauen

kann (und, Anm.) sozial integriert ist..." (Hurrelmann, 1988, zitiert in ebd.).

Soziale Ressourcen beinhalten sowohl strukturelle als auch funktionale Anteile. Zu den struktu-

rellen Aspekten zählt die Anzahl und die Arten von Beziehungen zwischen Menschen (soziale

Netzwerke). Funktionale Aspekte beziehen sich auf die Qualität sozialer Beziehungen und die

Inhalte der sozialen Interaktion (soziale Unterstützung) (vgl. Keupp, 1987, Röhrle & Stark 1987,

Schwarzer, Leppin, 1990, Baumann, u.a., 1998). Sozialen Ressourcen wird a) ein Puffereffekt auf

den Zusammenhang zwischen Belastungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und b) eine

Bedeutung als Bewältigungsressource zugeschrieben. Im salutogenetischen Modell von Gesund-

heit wird soziale Unterstützung als generalisierte Widerstandsressource diskutiert (Antonovsky,

1997).

2.1 Soziale Netzwerke und Soziale Unterstützung

Soziale Unterstützung gelingt mit der Mobilisation sozialer Ressourcen aus sozialen Netzwerken.

Der Netzwerk-Begriff kennzeichnet dabei das quantitative Maß sozialer Beziehungen, über die

ein Mensch verfügt. Soziale Netzwerke können dabei anhand folgender Kriterien erfasst werden:

Interaktion im sozialen Netzwerk (Bewertung der Inhalte von Transaktionen, Austauschmedien,

Eigenschaften der Verbindung),

-

Struktur des Netzwerkes (Größe, Cluster, Cliquen, Verbundenheit, Dichte, Stabilität, Re-

ziprozität),

-

Kommunikationsrollen innerhalb des Netzwerkes (Stars ­ zentrale Positionen, Brücken-

funktionen, ,,Gatekeeper u.a.) (Schenk, 1984 nach Keupp, 1987).

Soziale Netzwerke und soziale Unterstützung wurden vielfach als synonyme Begriffe verwendet.

Allerdings beziehen sich beide Begriffe auf unterschiedliche Aspekte sozialer Ressourcen. Bei-

spielsweise ist die Suche nach Unterstützungs- und Solidaritätspotentialen ­ auch in großen und

dichten sozialen Netzwerken ­ nicht immer erfolgreich. Für die Einschätzung, ob soziale Netz-

4


Bedeutung sozialer Ressourcen

werke unterstützend sind oder nicht, wie und von wem Unterstützungsleistungen erbracht wer-

den, scheint eine differenzierte Betrachtung beider Begriffe notwendig zu machen (Keupp, 1987).

Von Kardorff (1989) fasst soziale Netze als ein System von Transaktionen, in dem Ressourcen

getauscht, Informationen übertragen, Koalitionen gebildet, Aktivitäten koordiniert, Einfluss und

Autorität ausgeübt werden, Unterstützung mobilisiert, Vertrauen aufgebaut wird oder durch Ge-

meinsamkeiten Sentiments gestiftet werden auf.

Soziale Integration beschreibt die Zugehörigkeit zu formellen und informellen Gruppen sowie

den mehr oder weniger leichten Zugang zu Ressourcen und in welchem Ausmaß Werten und

Orientierungen von Gemeinschaften geteilt werden. Schwarzer und Leppin (1990) zufolge steht

soziale Integration nicht direkt in Verbindung zur Gesundheit, sondern eher mit wahrgenomme-

ner Unterstützung (s.o.) und Bewältigungsverhalten. Die Autoren unterscheiden unter dem Ober-

begriff soziale Ressourcen, soziale Netzwerke und soziale Unterstützung und soziale Integration.

Soziale Integration umschreibt dabei die Quantität und Existenz von Sozialbeziehungen und die

strukturellen Merkmale des sozialen Netzwerkes.

Soziale Unterstützung wird als das Maß der erhaltenen, gegebenen und erlebten Unterstützung in

sozialen Netzwerken verstanden und bildet den qualitativen Aspekt sozialer Ressourcen (Beerla-

ge, 2001). Dabei kann unterschieden werden, ob sich die Unterstützung direkt auf die Bewälti-

gung einzelner Belastung (belastungsbezogene Unterstützung) oder auf einen insgesamt belasten-

den Alltag (Alltagsunterstützung) bezieht. Neben dem Angebot an sozialer Unterstützung muss

zudem die Wahrnehmung des hilfesuchenden Menschen berücksichtigt werden. Unterschieden

werden kann dabei in subjektiv wahrgenommene (erwartete) Unterstützung und tatsächlich erhal-

tene Unterstützung sowie zwischen verschiedenen Inhalten bzw. Bereichen sozialer Unterstüt-

zung (instrumentell, psychisch, emotional, kognitiv u.a.). Tatsächlich erhaltene Unterstützung

bezieht sich auf den in der Vergangenheit tatsächlich transportierten Support aus dem eigenen

sozialen Netzwerk. Wahrgenommene (erwartete) Unterstützung umschreibt eher die subjektive

Einschätzung einer Person, wenn nötig über soziale Unterstützung verfügen zu können (Schrö-

der, Schwarzer, 1997 nach Viehhauser, 2000).

Die Einbindung in soziale Netzwerke und das Wahrnehmen sozialer Unterstützung, muss nicht

zwangsläufig positive Effekte haben. Werden Netzwerke vornehmlich als soziale Stützsysteme

begriffen, nimmt man das engere Umfeld einer Person nicht auch als Quelle für psychische Be-

lastungen wahr (Röhrle, Stark, 1985). So kann z.B. ein besonders dichtes homogenes soziales

Netzwerk seine Mitglieder lange von professioneller Hilfe abhalten, vermag aber selber nicht

situations- und problemangemessen zu reagieren (Perrucci & Targ, 1982a, b zit. in Röhrle &

Stark, 1985). Auch die soziale Unterstützung aus einem sozialen Netzwerk kann Nebenwirkun-

5


Bedeutung sozialer Ressourcen

gen für das unterstützte Mitglied haben, denn sie kann in bestimmten Interaktionssituationen zu

Gefühlen der Kompetenz- und Hilflosigkeit sowie Verpflichtetheit führen (Fisher u.a. nach ebd.).

Personale Voraussetzungen für die Wahrnehmung sozialer Unterstützung

. Als wichtige

Voraussetzung für soziale Unterstützung, wird nicht nur das Netzwerk und der Unterstützungs-

transfer gewertet, sondern auch die Merkmale der nach Unterstützung suchenden Person. Diese

auch als soziale Kompetenz bezeichneten personalen Ressourcen können unter soziale Kognition

(u.a. Interpretation einer (Inter-)Aktion als Unterstützung), soziale Fertigkeiten (u.a. die Kompe-

tenz ein Netzwerk zu bilden oder an einem solchen teilzuhaben, Bereitschaft und Fähigkeit sich

in Belastungssituationen zu einem Problem zu bekennen), soziale Selbstwahrnehmung (u.a.

Schwelle, mit einer sozialen Unterstützung zufrieden zu sein ­ Frustrationstoleranz) und die sozi-

ale Gerichtetheit (Intro- vs. Extroversion) zusammengefasst werden (Beerlage, 2001).

Bedeutung für die Gesundheit

. Für das gesundheitliche Befinden eines Menschen spielen er-

haltene und erwartete Unterstützung eine unterschiedliche Rolle. Leppin und Schwarzer (1989,

nach Schwarzer, Leppin, 1990) unterschieden in ihrer Untersuchung wahrgenommene und tat-

sächlich erhaltene soziale Unterstützung. Wahrgenommene Unterstützung scheint dabei eher vor

Gesundheitsbeschwerden zu schützen, tatsächlich erhaltene Unterstützung standen dagegen mit

mehr Gesundheitsbeschwerden in Verbindung. Offenbar wirkt sich die Gewissheit (Erwartung)

in kritischen Situationen ein unterstützendes soziales Netzwerk zu aktivieren günstig auf die Ge-

sundheit aus. Der Zusammenhang zwischen tatsächlich erhaltener Unterstützung und Gesund-

heitsbeschwerden wird folgendermaßen erklärt: Soziale Unterstützung wird häufig in Notlagen

gewährt, ,,...in (denen, Anm.) jemand deutlich Symptome präsentiert, die soziale Netzwerkmit-

glieder offenbar nicht ignorieren können." (Schwarzer & Leppin, 1990: 404). Zusammengefasst:

Die Suche nach Unterstützung beginnt offensichtlich dann, wenn Belastungen bereits zu Be-

schwerden geführt haben. Der Zusammenhang zwischen erhaltener sozialer Unterstützung und

hohen Gesundheitsbeschwerden sagt also nichts darüber aus, ob die Unterstützung angemessen

war oder nicht. Soziale Unterstützung kann allerdings auch Quelle von Belastungen sein, wenn

sie inadäquat erfolgt, also beispielsweise emotionale Unterstützung wahrgenommen wird, wenn

materielle Unterstützung gewünscht ist oder wenn die Erwartungen an die Effekte von sozialer

Unterstützung enttäuscht werden (zu viel oder zu wenig Unterstützung) (Baumann & Laireiter,

1995 nach Baumann u.a, 1998).

6



Kommentare

Bisher keine Kommentare

Kommentar hinzufügen
Ihr Kommentar wird redaktionell geprüft und dann freigeschaltet

Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:


Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/133449/alleinerziehend-aber-nicht-allein
please wait Bitte warten