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Scholary Paper (Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Dominik Menz
Subject: French - Literature, Works
Details
Institution/College: Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-40311-0
ISBN (Book): 978-3-640-40353-0
Hauptsächlich Zitate auf Französisch.
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Abstract
Bevor ich im Hauptteil auf die Beschreibung der Schwarzen eingehe, werde ich mich kurz mit der Beschreibung im Allgemeinen befassen, wie sie in dem Roman « La Jalousie » vorkommt. Auffallend in diesem Werk sind die minutiösen Beschreibungen, wie die Beschreibung der Schatten zu Beginn des Buches(z.B. S.9/10). Smith bezeichnet die Beschreibungen als „fractured descriptions“ (vgl. S.44). Darüber hinaus geht er (vgl. S.45) davon aus, dass die übergenauen Beschreibungen, die der Erzähler von der Anordnung der Stühle, die Blickrichtung der Personen, ihre Kleidung, ihre Wortwahl und ihre kleinsten Bewegungen vornimmt, vermuten lassen, dass Franck und A… eine Affäre miteinander haben. [...]
Excerpt (computer-generated)
Proseminar
SS
2004
Seminarthema: Nouveau Roman
Verfasser: Dominik Menz
Thema: Beschreibung der Schwarzen in Alain Robbe-
Grillets Roman « La Jalousie »
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
I. Beurteilung der Schwarzen durch die drei zentralen Personen 3
1.1 Allgemeine Anmerkungen zur Beschreibung der Schwarzen 3
1.2 Sicht des Ehemanns 4
1.3 Sicht von Franck 6
1.4 Sicht von A 7
II. Der Kampf der Weißen um ihre Weiterexistenz 10
III. Die Opposition blanc - noir 12
IV. Beschreibung einzelner Schwarzer 14
4.1 Der Boy 14
4.2 Die Arbeiter auf der Brücke 15
Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 19
Bücher : 19
Aufsätze: 20
1
Einleitung
Bevor ich im Hauptteil auf die Beschreibung der Schwarzen eingehe, werde ich mich kurz mit
der Beschreibung im Allgemeinen befassen, wie sie in dem Roman « La Jalousie » vorkommt.
Auffallend in diesem Werk sind die minutiösen Beschreibungen, wie die Beschreibung der
Schatten zu Beginn des Buches(z.B. S.9/10). Smith bezeichnet die Beschreibungen als ,,fractured
descriptions" (vgl. S.44).
Darüber hinaus geht er (vgl. S.45) davon aus, dass die übergenauen Beschreibungen, die der
Erzähler von der Anordnung der Stühle, die Blickrichtung der Personen, ihre Kleidung, ihre
Wortwahl und ihre kleinsten Bewegungen vornimmt, vermuten lassen, dass Franck und A... eine
Affäre miteinander haben.
Des Weiteren ist er (ebd.) zu dem Schluss gekommen, dass die Beschreibungen im Laufe des
Buches immer unzusammenhängender werden und immer mehr von Wahnvorstellungen
beeinflusst werden. Das ist insbesondere so, als Franck und A... die Fahrt in die Stadt
unternehmen und wegen der Autopanne gezwungen sind, eine Nacht dort zu verbringen-
zumindest behaupten sie das. Smith (vgl. S.45) hält es für offensichtlich, dass der objektive
Erzählstil der Anfangs nunmehr von einer hysterischen Eifersucht gesteuert wird, indem der
Erzähler bestimmte Dinge erwähnt und andere wiederum übertreibt. In der Imagination des
Ehemanns hat der Tausendfüßler nämlich plötzlich die Größe eines Tellers angenommen (vgl.
Jalousie, S.163), was laut Smith (vgl. S.45) in den Augen des Erzählers symbolisch für A...´s
Grenzüberschreitung ist, da sich seine Eifersucht steigert. Auch die Darstellung der Fenster,
durch die er die Rückkehr der Beiden von der Stadt betrachtet, hat Symbolcharakter: die grünen
Fenster(grün ist die traditionelle Farbe der Eifersucht) verzerren das Betrachtete durch Fehler im
Glas. (vgl. S.45) Ersterer Aspekt deutet darauf hin, dass die Beschreibungen zunehmend
emotionalen Charakter annehmen, aus diesem Grund werden sie aber auch weniger verlässlich
für den Leser. (vgl. Smith, S.45) Diesem wird nicht explizit mitgeteilt, dass der Erzähler
Eifersucht empfindet, sondern er kann dies nur an den veränderten Charakteristika der
Beschreibungen wahrnehmen. (ebd.) Smith (vgl. S.50) kommt zu dem Schluss, dass die
Beschreibungen von Robbe-Grillet die Aufmerksamkeit als Technik auf sich ziehen, wobei er
auch noch anmerkt, dass sich eine solche Art von Aufmerksamkeit sowohl mit dem
beschriebenen Gegenstand als auch mit der Beschreibungstechnik auseinandersetzen muss. Es
handelt sich seiner Ansicht nach um eine brechende Handlung (ebd.), die die althergebrachte
Darstellung verzerrt/verdreht, indem das Bild der Welt durch ein sich selbst widerspiegelndes
Prisma gefiltert wird. Indem sich Robbe-Grillet der Technik der mise an abîme bedient, wird
2
diese Brechung mit größter Deutlichkeit betont, da sie gleichzeitig auf Diegesis und Erzählung
verweist (vgl. Smith S.50). In « La Jalousie » gibt es verschiedene Formen der mise en abîme:
zum Beispiel die Diskussionen über den afrikanischen Roman, der erzählerische Untertöne
besitzt, jedoch dennoch nur auf der Ebene der Diegesis anzusiedeln ist, bis hin zu dem
Eingeborenengesang, der so unterschiedliche Intonationen enthält.(vgl. Smith, S.50f.)
Dällenbach schreibt hierzu: "It adumbrates " the mobile and contradictory narative voice,
without without an origin" of Robbe-Grillet´s later novels." (zitiert bei Smith, S.51 und von dort
aus Dällenbach. The Mirror in the text, Chicago: University of Chicago Press, 1989. S.133)
Weiterhin vermutet er: "[T]he
mises en abyme
do form a system and constitute, like the text
they reflect, a group of variable and correlative units."(zitiert bei Smith, S.51, bei Dällenbach,
ebd.) Smith geht jedoch davon aus, dass sich Robbe-Grillet dieser Technik mit weitaus größerer
Systematik bedient und der Zusammenhang weitaus größer ist, als Dällenbach vermutet .(vgl.
S.51)
Damit möchte ich nun zum Hauptteil übergehen.
I. Beurteilung der Schwarzen durch die drei zentralen Personen
1.1 Allgemeine Anmerkungen zur Beschreibung der Schwarzen
R.O. Elaho schreibt(S.122/123) : « Pour notre part, nous irons même jusqu´à affirmer que
La
Jalousie
est par excellence et avant tout une description des préjugés raciaux des Blancs envers
les Noirs. » Zum besseren Verständnis der Darstellung des Schwarzen in diesem Roman muss
man erwähnen, dass die Personen des Romans zwei oppositionellen Gruppen zugeordnet werden
können: der Gruppe der Weißen und der Gruppe der Schwarzen. (vgl. Elaho, S.123) Zu diesen
beiden sozialen Teilgruppen stehen die Beziehungen Herr- Diener sowie Unterdrücker-
Unterdrückter in Relation. Die Europäer sind Eigentümer der Anbauflächen und der
Bananenplantagen, wohingegen die Ureinwohner als Chauffeure, Köche, Boys und Arbeiter
erscheinen. (ebd.) In Robbe-Grillets Roman wird deutlich, dass die Schwarzen in dieser sozialen
Struktur nicht respektiert werden, beispielsweise gehört es zu As normalen Verhaltensweisen,
ihrem schwarzen Boy Befehle zu erteilen(Jalousie, S.16). (vgl.Elaho, S.123)
Weiterhin bekommt man den Eindruck, dass Robbe- Grillet die Urbevölkerung als unbelebte
Objekte stilisiert. (ebd., S.124) Analog zu dieser Feststellung wird deutlich, dass die Schwarzen
nicht einmal ein Anrecht auf Initialen haben, ihre Namen sind gänzlich unbedeutend, da es auf S.
37 (Jalousie) heißt: « il y a un homme accroupi. C´est un indigène... » und auf S. 53 (op.cit.)
wird ein « noir en short » erwähnt; die Weißen im Roman dagegen werden als Individuen
3
beschrieben, die ein Anrecht auf eine eigene Persönlichkeit haben; ein Recht, das den Schwarzen
in diesem Werk nicht zugestanden wird. (vgl. Elaho, S.124)Folgendes Beispiel findet sich im
Roman:
C´était, coupé à mi-cuisses, un noir en short, tricot de corps, vieux chapeau mou, (...).
(Jalousie, S.53).
Der Arbeiter wird also wie gesagt nur durch seine Hautfarbe und nicht etwa anhand seiner
Gesichtszüge charakterisiert. Ebenfalls müsste sein Hut (als « délavé » und «informe »
beschrieben), ein Merkmal sein, das es ermöglicht, diesen Afrikaner unter seinen Landsleuten zu
erkennen, was aber explizit negiert wird (vgl. Leenhardt deutsch, S.128). Obwohl also diese
Kopfbedeckung durch ihre oben noch einmal erwähnten Eigenschaften sich von denjenigen der
Weißen unterscheidet, und damit den Blick des Plantagenbesitzers auf sich gezogen hatte,
verschwindet sie in Anonymität, als sie sich als zum Kosmos der Schwarzen zugehörig
erweist.(vgl. Leenhardt deutsch, S.128) ,,(...)die Kopfbedeckung aus Filz dient nicht mehr als
Bezugspunkt, sie verliert sich im Durcheinander unförmiger Kopfbedeckungen." (Politische
Mythen im Roman, S.128).
Die Ureinwohner werden nur als Masse fleißiger Menschen eingeführt. Leenhardt kommt zu
dem Schluss, dass ,,im kolonialen Universum(..)der ideologische Wert der synekdochischen
Reduktion als gebräuchlicher Mechanismus" erscheint(ebd., S.126). Ein typisches Beispiel findet
sich bei Albert Meister(L´Afrique peut-elle partir?, Editions du seuil, Paris 1966, S.102f.), er
schreibt nämlich über die Wahrnehmung der Schwarzen durch die europäischen Kolonialherren
folgendes:
<Alle sind nur dazu da, ihm(dem Kolonialisten) zu dienen, da er aber keine Kontakte zu
ihnen hat und sie nicht an ihrer Physiognomie erkennt (noch heute sagen die Weißen: Sie
ähneln sich alle.), zieht er ihnen den ausgeübten Funktionen (Laufbursche, Portiers, Kellner
usw.) entsprechende Uniformen an. Die Uniform läßt sie noch uniformer werden(...)>
(op.cit., S.126)
1.2 Sicht des Ehemanns
Der Ehemann wird gleich von seinem ersten Auftreten ab als eine Person vorgestellt, die
rassistischen und kolonialen Mythen anhängt. (vgl. Leenhardt deutsch, S.56 ) Als nämlich eine
Unterhaltung im Gange ist, ob man sein Vertrauen auf schwarze Fahrer setzen sollte, erwähnt er
nämlich die Stellungnahme seines Nachbarn Franck (ebd.): « Mais il a bien tort de vouloir
confier des camions modernes aux chauffeurs noirs, qui les démoliront tout aussi vite, sinon
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