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Zola und der Naturalismus, dargestellt am Roman Thérèse Raquin, sowie der Abhandlung Le roman expérimental

Scholary Paper (Seminar), 2003, 21 Pages
Author: Anne Sophie Günzel
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Event: Proseminar: Emile Zola: Les Rougon-Macquart
Institution/College: University of Tubingen (Romanisches Seminar)
Tags: Zola, Naturalismus, Roman, Thérèse, Raquin, Abhandlung, Proseminar, Emile, Zola, Rougon-Macquart
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2003
Pages: 21
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V13371
ISBN (E-book): 978-3-638-19044-2

File size: 264 KB

Abstract

„Ah! Oui, les naturalistes, ces gens qui ont les mains sales, qui veulent que tout les romans soient écrits en argot et qui choisissent de parti-pris les sujets les plus dégoûtants, dans les basses classes et les mauvais lieux “. Anhand dieser Äußerung aus dem „roman expérimental “ ist gut erkenn-bar, welche Inhalte der Naturalismus hatte und welche Ziele er verfolgte. Demnach legte auch Zola, als Hauptvertreter des französischen Naturalismus, seine Romane danach aus. Der Naturalismus beruht auf dem Realismus, der versuchte die damalige zeitgenössische Gesellschaft literarisch dar-zustellen. Der Naturalismus ging einen Schritt weiter, indem er alles naturgetreu dokumentierte, Kritik am Bürgertum äußerte und das moralische und wirtschaftliche Elend der Zeit beschrieb. Damit sollte die Gesellschaft gewarnt und Verbesserungsvorschläge erzielt werden. Im Folgenden wird der Schwerpunkt jedoch weniger auf dem Naturalismus und seiner Entwicklung selbst liegen. Vielmehr soll die naturalistische Konzeption Zolas an Romanbeispielen herausgear-beitet und anhand verschiedener Beispiele verdeutlicht werden. Anschaulich wird dies am Vorwort zur 2. Auflage von „Thérèse Raquin“ , am Roman selbst und an Zolas literaturtheoretischer Abhandlung „Le roman expérimental“. Neben dem naturalistischen Aspekt existiert in beiden Werken ein wissenschaftlicher Aspekt. An-geregt wurde Zola durch den Physiologen Claude Bernard, der in seiner Schrift „Introduction à l’étude de la médecine expérimentale“ die Experimentalmethode in der Medizin veranschaulichte. Zola nahm ihn zum Vorbild für seine Abhandlung, in der er die experimentelle Methode Bernards auf die Literatur übertrug. Bereits in „Thérèse Raquin“ kommen wichtige Elemente des Experi-mentalromans zur Geltung, obwohl dieser später entstanden ist. Die folgende Darstellung wird mit einer kurzen Definitionsklärung einiger Begriffe beginnen und dann auf den Naturalismus zu sprechen kommen. Anschließend wird der Roman „Thérèse Raquin“ erläutert. Dem schließt sich die Darstellung des „roman expérimental“ an, wobei auch Bezug auf Claude Bernards Schrift genommen wird. Schließlich wird eine kritische Gegenüberstellung beider Methoden die Gesamtdarstellung beenden. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Experimentaltheorie, die auf die Medizin bezogen ist, auch auf die Literatur übertragen werden kann. Ist eine solche Anwendung sinnvoll und kann sie auch funktionieren?


Excerpt (computer-generated)

Eberhard Karls Universität Tübingen
Romanisches Seminar
WS 2002/03


Proseminar II: Emile Zola: Les Rougon-Macquart

 


Zola und der Naturalismus
dargestellt am Roman Thérèse Raquin sowie,
an der Abhandlung Le roman expérimental

 


Vorgelegt von:
Anne Sophie Günzel
Tübingen, den 28.02.2003


Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung 3

2. Der Naturalismus 4

2.1 Definitionen 4
2.2 Realismus und Naturalismus 4
2.3 Einflüsse auf Zolas naturalistische Konzeption 5

3. Thérèse Raquin 7

3.1 Inhaltsangabe des Romans 7
3.2 Zolas Stellungnahme zum Roman 8

4. Le roman expérimental  11

4.1 Der Einfluss Claude Bernards 11
4.2 Zolas Erweiterung des Experimentalromans 13
4.3 Kritik an Umsetzung beider Methoden 16

5. Schlusswort 18

6. Literaturverzeichnis 19

6.1 Primärliteratur 19
6.2 Sekundärliteratur   19


1. Einleitung

„Ah! Oui, les naturalistes, ces gens qui ont les mains sales, qui veulent que tout les romans soient écrits en argot et qui choisissent de parti-pris les sujets les plus dégoûtants, dans les basses classes et les mauvais lieux “.1Anhand dieser Äußerung aus dem roman expérimental 2 ist gut erkennbar, welche Inhalte der Naturalismus hatte und welche Ziele er verfolgte. Demnach legte auch Zola, als Hauptvertreter des französischen Naturalismus, seine Romane danach aus. Der Naturalismus beruht auf dem Realismus, der versuchte die damalige zeitgenössische Gesellschaft literarisch darzustellen. Der Naturalismus ging einen Schritt weiter, indem er alles naturgetreu dokumentierte, Kritik am Bürgertum äußerte und das moralische und wirtschaftliche Elend der Zeit beschrieb.3 Damit sollte die Gesellschaft gewarnt und Verbesserungsvorschläge erzielt werden. Im Folgenden wird der Schwerpunkt jedoch weniger auf dem Naturalismus und seiner Entwicklung selbst liegen. Vielmehr soll die naturalistische Konzeption Zolas an Romanbeispielen herausgearbeitet und anhand verschiedener Beispiele verdeutlicht werden. Anschaulich wird dies am Vorwort zur 2. Auflage von Thérèse Raquin4, am Roman selbst und an Zolas literaturtheoretischer Abhandlung Le roman expérimental.

Neben dem naturalistischen Aspekt existiert in beiden Werken ein wissenschaftlicher Aspekt. Angeregt wurde Zola durch den Physiologen Claude Bernard, der in seiner Schrift Introduction à l’étude de la médecine expérimentale die Experimentalmethode in der Medizin veranschaulichte. Zola nahm ihn zum Vorbild für seine Abhandlung, in der er die experimentelle Methode Bernards auf die Literatur übertrug. Bereits in Thérèse Raquin kommen wichtige Elemente des Experimentalromans zur Geltung, obwohl dieser später entstanden ist.

Die folgende Darstellung wird mit einer kurzen Definitionsklärung einiger Begriffe beginnen und dann auf den Naturalismus zu sprechen kommen. Anschließend wird der Roman Thérèse Raquin erläutert. Dem schließt sich die Darstellung des roman expérimental an, wobei auch Bezug auf Claude Bernards Schrift genommen wird. Schließlich wird eine kritische Gegenüberstellung beider Methoden die Gesamtdarstellung beenden.

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Experimentaltheorie, die auf die Medizin bezogen ist, auch auf die Literatur übertragen werden kann. Ist eine solche Anwendung sinnvoll und kann sie überhaupt funktionieren?

2. Der Naturalismus

2.1 Definitionen

[...]


1 Bafaro, Georges, Le roman réaliste et naturaliste, Paris 1995, S. 58.
2 Zola, Emile, Le roman expérimental, 5. Auflage, Paris 1880, S. 1-53.
3 Vgl. Schweikle, Günther und Irmgard (Hrsg.), „Naturalismus“, in: Metzlers Literaturlexikon – Begriffe und Definitionen, 2. überarb. Auflage, Stuttgart 1990, S. 320.
4 Zola, Emile, Thérèse Raquin, hrsg. v. Robert Abirached, 2. Auflage, Paris 2001.


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