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Examensarbeit, 2008, 113 Seiten
Autor: Patrick Schuller
Fach: Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Details
Tags: Sportwissenschaft, Lehrer, Kompetenz, Unterricht, Selbstkompetenz
Jahr: 2008
Seiten: 113
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-40400-1
ISBN (Buch): 978-3-640-40371-4
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Zusammenfassung / Abstract
I THEORETISCHER TEIL 1 Einleitung 1 1.1 Einführung in die Thematik 1 1.2 Aufbau der Arbeit 3 2 Der Kompetenzbegriff 5 2.1 Ursprung des Kompetenzbegriffes 5 2.2 Definition des Kompetenzbegriffes 6 2.3 Kompetenzmodell von Scherler 10 2.4 Zusammenfassung 13 3 Kompetenzen des Sportlehrers 14 3.1 Kompetenzmodell nach Michael Bräutigam 14 3.1.1 Fachkompetenz 17 3.1.2 Selbstkompetenz 18 3.1.3 Sozialkompetenz 20 3.1.4 Sachkompetenz 22 3.1.5 Systemkompetenz 22 3.2 Sportlehrerkompetenzen nach dem Deutschen Sportbund 1977 23 3.3 Kompetenzen von Sportlehrern nach Uwe Pühse 25 3.4 Zusammenfassung 26 4 Biographische Kompetenz 27 4.1 Theorien biographischer Kompetenz 27 4.1.1 Professionstheorie nach Hilbert Meyer 27 4.1.2 Professionalisierung im Lehrerberuf nach Reh und Schelle 29 4.1.3 Entwicklungsphasen von Lehrkräften nach Schönknecht 30 4.2 Vermittlung von Selbstkompetenz und biographischer Kompetenz 31 4.3 Zusammenfassung 35 5 Qualitative Sozialforschung 37 5.1 Die Wurzeln qualitativen Denkens 37 5.2 Grundlagen qualitativen Denkens 38 5.3 Die 13 Säulen qualitativen Denkens 39 5.4 Zusammenfassung 44 II EMPIRISCHER TEIL 6 Forschungsfrage 45 7 Qualitative Untersuchung 47 7.1 Untersuchungsmethodik 47 7.2 Qualitative Forschungsdesigns 48 7.3 Verfahren der qualitativen Untersuchung 49 7.3.1 Sample 50 7.3.2 Erhebungsverfahren 51 7.3.3 Aufbereitungsverfahren 54 7.3.4 Auswertungsverfahren 55 7.4 Zusammenfassung 57 8 Ergebnisse 59 8.1 Vorgehen bei der Datenauswertung 59 8.2 Ergebnisse der Auswertung 61 8.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse 72 9 Zusammenfassung und Ausblick 79 Literaturverzeichnis 81 Anhang 84
Textauszug (computergeneriert)
Wissenschaftliche Hausarbeit zur 1. Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen (GHPO I)
Selbstkompetenz als Teil der
Sportlehrerkompetenzen und ihr Einfluss
auf die Unterrichtsgestaltung
Datum:
21.10.2008
Fach:
Sport
Inhaltsverzeichnis
I THEORETISCHER
TEIL
1 Einleitung 1
1.1 Einführung
in
die Thematik 1
1.2 Aufbau
der Arbeit 3
2 Der
Kompetenzbegriff 5
2.1 Ursprung des Kompetenzbegriffes 5
2.2 Definition des Kompetenzbegriffes 6
2.3 Kompetenzmodell
von Scherler 10
2.4 Zusammenfassung 13
3 Kompetenzen des Sportlehrers 14
3.1 Kompetenzmodell nach Michael Bräutigam 14
3.1.1 Fachkompetenz 17
3.1.2 Selbstkompetenz 18
3.1.3 Sozialkompetenz 20
3.1.4 Sachkompetenz 22
3.1.5 Systemkompetenz 22
3.2 Sportlehrerkompetenzen
nach
dem Deutschen Sportbund 1977 23
3.3 Kompetenzen von Sportlehrern nach Uwe Pühse 25
3.4 Zusammenfassung 26
4 Biographische
Kompetenz 27
4.1 Theorien
biographischer Kompetenz 27
4.1.1 Professionstheorie
nach Hilbert Meyer 27
4.1.2 Professionalisierung im Lehrerberuf nach Reh und Schelle 29
4.1.3 Entwicklungsphasen von Lehrkräften nach Schönknecht... 30
4.2 Vermittlung von Selbstkompetenz und biographischer Kompetenz... 31
4.3 Zusammenfassung 35
5 Qualitative
Sozialforschung 37
5.1 Die Wurzeln qualitativen Denkens 37
5.2 Grundlagen
qualitativen Denkens 38
5.3 Die 13 Säulen qualitativen Denkens 39
5.4 Zusammenfassung 44
II EMPIRISCHER
TEIL
6 Forschungsfrage 45
7 Qualitative
Untersuchung 47
7.1 Untersuchungsmethodik 47
7.2 Qualitative
Forschungsdesigns 48
7.3 Verfahren der qualitativen Untersuchung 49
7.3.1 Sample 50
7.3.2 Erhebungsverfahren 51
7.3.3 Aufbereitungsverfahren 54
7.3.4 Auswertungsverfahren 55
7.4 Zusammenfassung 57
8 Ergebnisse 59
8.1 Vorgehen
bei
der
Datenauswertung 59
8.2 Ergebnisse
der
Auswertung 61
8.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse 72
9 Zusammenfassung
und Ausblick 79
Literaturverzeichnis 81
Anhang 84
Abbildungsverzeichnis:
Abbildung 1: Begriffs-Heuristik 9
Abbildung 2: Didaktisches Dreieck 11
Abbildung 3: Didaktisches Viereck 11
Abbildung 4: Kompetenzmodell im Überblick 16
Abbildung 5: Fachkompetenz 17
Abbildung 6: Selbstkompetenz 19
Abbildung 7: Sozialkompetenz 21
Abbildung 8: Dimensionen der Handlungskompetenz des Sportlehrers 24
Abbildung 9: Säulen qualitativen Denkens 40
Abbildung 10: Ablaufmodell des problemzentrierten Interviews 52
Abbildung 11: Ablaufmodell zusammenfassender Inhaltanalyse 57
Abbildung 12: Zusammenhang zwischen K´3, K´4 und K´5 (1) 76
Abbildung 13: Zusammenhang von Kategorie K´3, K´4 und K´5 (2) 77
Tabellenverzeichnis:
Tabelle 1: Zusammenfassung des Samples 51
Tabelle 2: Interview-Leitfragen 54
Tabelle 3: Ergebnisse der ersten Kodierung 61
Tabelle 4: Ergebnisse der Reduktion der Kategoriensysteme 68
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
Er ist Sportlehrer, einer der selbst gerne mitspielen würde, der mitfiebernd am
Spielfeldrand steht, konzentriert und energisch Anweisungen gibt, dessen rechtes
Bein zuckt, wenn der Ball den Stürmer erreicht und der begeistert klatscht, wenn
ein Tor gefallen ist.
Schon während der Schulzeit war er Mitglied der Fußball AG und auch in der
Freizeit für den Verein leidenschaftlich am Ball. Während des Studiums an der
Pädagogischen Hochschule blieb für vier Mal Training pro Woche keine Zeit, doch
es gab ja den Hochschulsport. Heute, als Sportlehrer der Grund- und Hauptschule
ist das ähnlich. Die Vorgaben des Lehrplans wollen erfüllt werden, also
Schwimmen, Turnen, Tanzen, Werfen. Aber sobald das erledigt ist, dann heißt es
kicken, kicken, kicken...
Zugegebenermaßen, der dargestellte Fall mag etwas überzogen sein, dennoch
scheint es nahe liegend, dass ein Sportlehrer1 die persönlich bevorzugte Sportart
gerne und vermehrt in seinen Unterricht mit einbezieht stets nach dem Motto
,,das Schöne mit dem Nützlichen verbinden".
Im Folgenden soll das Beispiel unter pädagogisch-didaktischen Gesichtspunkten
nochmals genauer betrachtet werden.
Welche Kompetenzen oder Fähigkeiten besitzt nun dieser fußballbegeisterte
Sportlehrer? Sicherlich mag er ein guter Fußballer mit einem ausgeprägtem
Regelverständnis sein. Sein Wissen rund um den Fußball ist vermutlich genauso
hoch, wie seine technisch-taktischen Fähigkeiten. Vielleicht kann er seine Schüler
auch mitreißen, sie motivieren und sie mit seinem Enthusiasmus anstecken.
Seine Fußballbegeisterung könnte sich jedoch auch negativ auf den Unterricht
auswirken. Fehlt ihm auf Grund seiner Selbstfokussierung möglicherweise der
1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in der vorliegenden Arbeit generell die männliche
Form verwendet, die weibliche ist jedoch grundsätzlich eingeschlossen, außer es wird speziell
darauf hingewiesen.
1
persönliche Bezug zu seiner Klasse? Werden die frei wählbaren
Unterrichtsstunden nur nach den Vorlieben des Lehrers gestaltet, ohne zu wissen,
in welchen Bereichen die Motivation der Schülerinnen und Schüler liegt? Was
wollen die Mädchen spielen? Wollen wirklich alle Jungen Fußball spielen oder
werden andere Sportarten in der Klasse genauso gerne gespielt?
Diese, zweifellos nicht vollständigen Fragen, sollen zunächst einmal an die
Thematik dieser Arbeit heranführen und die damit verbundene Problemstellung
aufzeigen.
Letztlich sind wir alle geprägt von unserer Vergangenheit und wollen das, was wir
besonders gut können, auch an andere weitergeben, gerade in der Funktion eines
Erziehenden.
Übertragen auf das Beispiel steht weder der engagierte Sportlehrer im Mittelpunkt,
noch sein Bestreben, das zu zeigen, was er kann. Es geht um seine Schüler sie
sollen etwas lernen und einen umfassenden Einblick in das vielfältige Angebot aus
dem Bereich des Sports erhalten. Natürlich gehört dazu auch Fußball, aber eben
nicht nur.
Eine lebensgeschichtlich begründete Begeisterung für den Sport allgemein oder
für eine bestimmte Sportart seitens des Lehrers ist zunächst einmal als Gewinn für
den Unterricht zu sehen, denn die Möglichkeiten und Chancen, die aus dem damit
verbundenen Wissen und Können für den Unterricht gezogen werden können,
sind enorm allerdings müssen sie erkannt und umgesetzt werden. Ist dies der
Fall, so spricht man von der Selbstkompetenz.
Die Fähigkeit, sich das individuelle Verhalten, die eigenen Kenntnisse, aber auch
die persönliche Vergangenheit bewusst zu machen und durch das Einnehmen
einer Außenperspektive reflektiert betrachten zu können, stellt nicht nur für die
Unterrichtsqualität, sondern auch für den Lehrer selbst einen großen Nutzen dar
ist der Lehrer beispielsweise bei der Unterrichtsplanung und -durchführung in der
Lage einzuschätzen, wo besondere Schwierigkeiten liegen oder was besonders
leicht gelernt werden kann.
In dieser Arbeit soll der Aspekt der Selbstkompetenz ausführlich beleuchtet
werden. Eine qualitative Studie stellt dabei einen wichtigen Baustein dar, mit dem
2
ein grundlegender Zusammenhang zwischen der Selbstkompetenz des Lehrers
und seiner Unterrichtsgestaltung untersucht werden soll. Die daraus gewonnen
Erkenntnisse sollen als Basis für weiterführende Überlegungen und Aktivitäten
dienen.
1.2 Aufbau der Arbeit
Der folgende Abschnitt soll dem Leser einen Überblick über den inhaltlichen
Aufbau und die Strukturierung dieser wissenschaftlichen Arbeit bieten.
Im ersten, theoretischen Teil soll zunächst eine Standortbestimmung anhand des
Ursprungs und der Definition des Kompetenzbegriffes vorgenommen werden
(Kapitel 2).
Anschließend wird in Kapitel 3 das Kompetenzmodell von Michael Bräutigam
(2003) vorgestellt, welches eine wichtige theoretische Grundlage für diese Arbeit
darstellt, da es die verschiedenen Bereiche der Sportlehrerkompetenzen
analysiert. Ergänzend dazu sollen zwei weitere Modelle eine umfassende
Betrachtung dieser Thematik ermöglichen.
Die biographische Kompetenz, die neben der so genannten metakognitiven
Kompetenz ein wichtiges Element der Selbstkompetenz bildet, soll im Folgenden
ausführlich erläutert werden.
Weiterhin werden wichtige Entwicklungsphasen von Lehrkräften dargestellt, die
die Bedeutung eigener Erfahrungen aus der Schulzeit für den Kompetenzerwerb
thematisieren.
Um das Wissen über seine eigene Sportsozialisation zu operationalisieren, bedarf
es in der Ausbildung von Lehrkräften einem Ansatz zur Vermittlung von
Selbstkompetenz, der am Ende des 4. Kapitels erörtert werden soll.
Den inhaltlichen Abschluss des theoretischen Teils bildet eine Übersicht der
qualitativen Sozialforschung in Kapitel 5. In diesem Zusammenhang werden
zunächst ihre historischen Wurzeln erläutert, um dann weiterführend die
Grundlagen qualitativen Denkens herauszuarbeiten. Eine praktische Umsetzung
dieser Gedanken erlaubt das Modell der 13 Säulen.
3
Im zweiten, empirischen Teil der vorliegenden wissenschaftlichen Hausarbeit steht
eine qualitative Erhebung im Vordergrund, welche die Beantwortung der zugrunde
liegenden Forschungsfrage (Kapitel 6) ermöglichen soll.
Hierzu wird in Kapitel 7 zunächst das methodische Vorgehen begründet.
Wesentliche Diskussionspunkte sind dabei sowohl die Untersuchungsmethodik
und das Forschungsdesign, als auch die verwendeten Verfahren der
Datenerhebung und eingesetzten Analyseinstrumente.
Anschließend werden in Kapitel 8 das Vorgehen bei der Datenauswertung und die
Ergebnisse der Studie präsentiert. Eine Zusammenfassung sowie Interpretation
der Resultate sollen den Bezug zur Forschungsfrage herstellen.
Den Abschluss dieser Arbeit (Kapitel 9) bildet ein Resümee aller behandelten
Inhalte von den theoretischen Grundlagen über die zentrale Forschungsfrage,
bis hin zu der Konzeption, der Analyse und den Ergebnissen der qualitativen
Erhebung.
Die Relevanz der gewonnenen Erkenntnisse sowie Schlussfolgerungen und
Konsequenzen für weiterführende Forschungsaktivitäten sollen in einem
anschließenden Ausblick diskutiert werden.
4
2 Der
Kompetenzbegriff
Um den Begriff der Selbstkompetenz als Teil der Sportlehrerkompetenzen
detailliert bestimmen zu können, muss zunächst eine allgemeingültige Definition
der Kompetenz aufgestellt werden, welcher dieser Arbeit zugrunde liegt.
Folgendes Kapitel beinhaltet die historische Entwicklung des Kompetenzbegriffes
in Deutschland Anfang der 1990er Jahre (Kapitel 2.1).
Weiterführend soll der Begriff der Kompetenz auf Basis aktueller Publikationen
verschiedener Autoren geklärt werden. So haben beispielsweise Ute Clement
(2002) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (2003) eine
ähnliche Auffassung des Kompetenzbegriffes, bei der das Wissen und Handeln in
bestimmten pädagogischen Situationen im Vordergrund der Überlegungen steht.
Ewald Terhart (2000), der die Kerngedanken der Kultusministerkonferenz 1998
zusammenfasst, ergänzt diese Definition durch die Begriffe der Handlungsroutine
und der Lehrerpersönlichkeit, welche einen erheblichen Einfluss auf die Qualität
des Unterrichts haben (Kapitel 2.2).
Die Darstellung des auf den Lehrer bezogenen Kompetenzmodells von Karlheinz
Scherler (1996) bildet den Abschluss dieses Kapitels. Das von ihm entwickelte
didaktische Viereck deckt alle Bereiche unterrichtlichen Handelns ab und besteht
aus Sach-, Schul-, Sozial- und Selbstkompetenz, wobei letztere eine
übergeordnete Position einnimmt (Kapitel 2.3).
2.1 Ursprung
des
Kompetenzbegriffes
Die Kompetenzthematik, die noch heute intensiv diskutiert wird, hat ihren
Ursprung in den frühen 1990er Jahren. Anstoß für diese Debatte war der
wirtschaftliche, politische und soziale Strukturwandel, der durch die Vereinigung
der Bundesrepublik Deutschland und der ehemaligen Deutschen Demokratischen
Republik eingeleitet wurde.
Diese strukturelle Um- bzw. Neuorientierung beruhte auf der Überzeugung, dass
es sowohl im Osten Deutschlands, als auch im Westen notwendig war, die
bestehenden Ansichten und Denkweisen auch im bildungspolitischen Bereich zu
5
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