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Überlegungen zur Verwendung der Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre in der Instrumentalpädagogik

Diploma Thesis, 1997, 107 Pages
Author: Stephan Zitzmann
Subject: Musicology

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 1997
Pages: 107
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V13374
ISBN (E-book): 978-3-638-19047-3
ISBN (Book): 978-3-638-88833-2
File size: 874 KB

Abstract

Da ich meinen Kenntnissen nach mit meiner Thematik ein noch unbekanntes Feld für den Instrumentalpädagogen betrete, möchte ich dieser Arbeit einige Erläuterungen voran stellen. Diese Arbeit ist entstanden, da ich bei der Suche von Erkenntnissen über das Bewegungslernen, diese in für mich relevanter Weise in der Literatur der sportlichen Bewegungslehre gefunden habe. Die Erfahrungen die ich mit verschiedenen Bewegungstechniken gemacht hatte, fand ich dort wieder, aber wesentlich präziser, systematischer, griffiger und umfassender formuliert. Die Erklärungsansätze, Modelle und Begriffe boten mir eine bessere Grundlage meine Technik zu reflektieren. Als besonders wohltuend empfand ich den Wegfall der psychologisierenden und esoterischen Erklärungsmodelle Diese Arbeit wurde in zwei Teile gegliedert. Der Erste umfaßt eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre. Im zweiten Teil wird erläutert, warum und wie diese Erkenntnisse für den Instrumentalpädagogen verwendbar sein könnten.


Excerpt (computer-generated)

Überlegungen zur Verwendung der Erkenntnisse 
der sportlichen Bewegungslehre 
in der Instrumentalpädagogik

von
Stephan Zitzmann, Frankfurt

Instrumentalgesangspädagogik
Hochschule für darstellende Kunst und Musik Frankfurt
zur Erlangung des akademischen Grades des
Diplominstrumentalpädagogen
vorgelegte Diplomarbeit

Inhaltsverzeichnis

VORWORT ... 1

1. TEIL: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehrefunktion und Prinzipien der menschlichen Motorik ... 2

FUNKTION UND PRINZIPIEN DER MENSCHLICHEN MOTORIK ... 3

WESENSMERKMALE SPORTLICHER BEWEGUNG ... 3
Bewegungskoordination als Regulation der Bewegungstätigkeit ... 3
Zum Begriff der Bewegungskoordination ... 5
Zur Komplexität der Bewegungskoordination ... 5
Koordinationtaktiken ... 5
Theoretisches Modell der Bewegungskoordination ... 6

Informationsaufnahme und -aufgereitung ... 6
Sensorische Information und Rückinformation ... 6
Der Anteil der Analysatoren an der Information und Rückinformation ... 7
Der kinästhetische Analysator ... 7
Der taktile Analysator ... 7
Der statico-dynamische Analysator ... 7
Der optische Analysator ... 7
Der akustische Analysator ... 7
Das verbale Informationssystem ... 7
Folgerung für die Lehr und Übungspraxis 8

Programmierung des motorischen Verhaltens ... 8
Antizipation ... 8
Folgerung für die Schulung der motorischen Antizipation ... 9

Zum Sollwert-Istwert-Vergleich ... 9

ALLGEMEINE BEWEGUNGSMERKMALE ALS AUSDRUCK DER BEWEGUNGSKOORDINATION ... 10
Die Struktur sportlicher Bewegungsakte ... 10
Allgemeine Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte ... 10
Strukturvarianten bei azyklischen Bewegungsakten ... 11
Die Abwandlung der Grundstruktur bei zyklischen Bewegungsakten ... 11
Bewegungskombinationen ... 12
Objektive und subjektive Bewegungsstruktur ... 12
Anwendung der Strukturkenntnisse in der Lehr- und Übungspraxis ... 12

Bewegungsrhythmus ... 13
Bewegungsrhythmus als komplexes Merkmal sportlicher Bewegungsakte ... 13
Entwicklungsbedingungen und Genese sportlicher Bewegungsrhythmen ... 14

Bewegungskopplung (Merkmal des Zusammenhangs der Teilbewegungen und der Bewegungsübertragung) ... 14
Zur Arbeit mit dem Merkmal Bewegungskopplung in der Lehr- und Übungspraxis ... 15

Bewegungsfluß (Merkmal der Kontinuität im Bewegungsverlauf) ... 15

Bewegungspräzision ... 16

Bewegungskonstanz ... 16

Bewegungsumfang ... 17

Bewegungstempo ... 17

Bewegungsstärke ... 17

Zusammenfassung ... 18

MOTORISCHES LERNEN IM SPORT ... 18
Der motorische Lernprozeß als Grundvorgang der Ausbildung des motorischen Könnens ... 18
Kognitives und motorisches Lernen ... 19
Koordinativen und motorischen Fähigkeiten ... 19
Lernen als Informationsverarbeitung ... 20
Lernaktivität und Motivation ... 21
Bedeutung des motorischen Ausgangsniveaus ... 22
Sportarten und deren Erlernen ... 22
Folgerung für die Lehr- und Übepraxis ... 22

Phasen des Lernverlaufes ... 23
Erste Lernphase: Entwicklung der Grobkoordination ... 23
Allgemeine Charakteristik ... 23
Zur Bewegungskoordination in der ersten Lernphase ... 24
Folgerung für die Lehr- und Übepraxis ... 25

Zweite Lernphase: Entwicklung der Feinkoordination ... 25
Allgemeine Charakteristik ... 25

Die dritte Lernphase ... 27

Der komplexe Charakter des motorischen Lernens ... 28

Zur Transferenz und Interferenz beim motorischen Lernen ... 33

Motorisches Lernen als integrierender Bestandteil der sportlichen Leistungsentwicklung und der körperlichen Vervollkommung  ... 33

Folgerung für die Lehr- und Übepraxis ... 33

KOORDINATIVE FÄHIGKEITEN UND BEWEGLICHKEIT ... 34
Zum Begriff "Koordinative Fähigkeiten“ ... 34

Koordinative Fähigkeiten und Bewegungsfertigkeiten (sporttechnische Fertigkeiten) ... 35

Ableitung und Charakteristik einzelner Koordinativer Fähigkeiten ... 35
Differenzierungsfähigkeit ... 36
Kopplungsfähigkeit ... 37
Reaktionsfähigkeit ... 37
Orientierungsfähigkeit ... 37
Gleichgewichtsfähigkeit ... 37
Umstellungsfähigkeit ... 38
Rhythmisierungsfähigkeit ... 38

Allgemeine und spezifische Ausprägung ... 38

Strukturelle Beziehungen zwischen den Fähigkeiten ... 38

Erfassung Koordinativer Fähigkeiten ... 39

Beweglichkeit als teilweise koordinativ bedingte motorische Fähigkeiten ... 39

Folgerung für die Ausbildung koordinativer Fähigkeiten ... 40

DIE MOTORISCHE ENTWICKLUNG DES MENSCHEN VON DER GEBURT BIS INS HOHE ALTER ... 41
Das Säuglingsalter ... 41
Säuglingsalter: Geburt bis 3 Lebensmonat - Die Phase der ungerichteten Massenbewegung. ... 41
Säuglingsalter: 4. Lebensmonat bis zum 1. Lebensjahr - Die Phase der Aneignung erster koordinierter Bewegungen ... 42

Das Kleinkindalter - Die Phase der Aneignung vielfältiger Bewegungsformen ... 42

Das Vorschulalter - Die Phase der Vervollkommung vielfältiger Bewegungsformen ... 42

Das frühe Schulkindalter - Die Phase schneller Fortschritte in der motorischen Lernfähigkeit ... 43

Das späte Schulkindalter - Die Phase der besten motorischen Lernfähigkeit in der Kindheit ... 43

Die erste Phase der Reifungszeit - Die Phase der Umstrukturierung von motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten ... 44

Die zweite Phase der Reifungszeit - die Phase der geschlechtsspezifischen Differenzierung, der fortschreitenden Individualisierung und der zunehmenden Stabilisierung ... 44

Das Erwachsenenalter ... 45
Das frühe Erwachsenenalter - Das Jahr der relativen Erhaltung der motorischen Leistungsfähigkeit ... 45
Das mittlere Erwachsenen Alter - Die Jahre der allmählichen motorischen Leistungssteigerung ... 45
Das spätere Erwachsenenalter - Die Jahre der verstärkten motorischen Leistungsminderung ... 45
Das späte Erwachsenen- und Greisenalter ... 45

ZWEITER TEIL ... 46

RELEVANZ DER ERKENNTNISSE DER SPORTLICHEN BEWEGUNGSLEHRE FÜR DIE Instrumentalpädagogik ... 47
Zulässigkeit der Anwendung der Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre auf die Instrumentalpädagogik ... 47

Relevanz der einzelnen Begriffe, Sichtweisen und Methoden der sportlichen Bewegungslehre für die Instrumentalpädagogik ... 52
Bedeutung der unterschiedlichen Sichtweisen von Bewegung der sportlichen Bewegungslehre angewendet auf musikalische Bewegungen ... 52
Bedeutung der Koordinationstaktiken angewandt auf die musikalische Bewegungen ... 53
Verwendung des Theoretisches Modell der Bewegungskoordination für die musikalische Bewegung ... 54
Bedeutung und Verwendung der Analysatoren der Bewegung im Instrumentalunterricht ... 55
Der kinästhetische Analysator ... 55
Der taktile Analysator ... 55
Der statico-dynamische Analysator ... 55
Der optische Analysator ... 55
Der akustische Analysator ... 56
Das verbale Informationssystem ... 56
Weiter Folgerungen für die Unterrichtspraxis ... 56

Folgen der Programmierung des motorischen Verhaltens für den Instrumentalunterricht ... 58

Zur Bedeutung des Sollwert-Istwer-Vergleichs für den Instrumentallehrer ... 61

Bedeutung und Verwendung der allgemeinen Bewegungsmerkmale als Ausdruck der Bewegungskoordination für dein Instrumentallehrer ... 62
Die Bedeutung und Verwendung der Struktur sportlicher Bewegungsakte für den Instrumentallehrer ... 62
Verwendung und Bedeutung der „Allgemeinen Grundstruktur sportlicher Bewegungsakte“ für den Instrumentalunterricht ... 63
Bedeutung und Folgen der Vorbereitungsphase für den Instrumentalunterricht ... 63
Bedeutung und Folgen der Hauptphase für den Instrumentalunterricht ... 63
Bedeutung und Folgen der Endphase für den Instrumentalunterricht ... 64
Bedeutung und Folgen der Verschmelzung der Anfangsphase und Endphase für den Instrumentalunterricht ... 64
Die Verwendung und Bedeutung der Begriffe der azyklischen und zyklischen Bewegung für den Instrumentallehrer ... 65
Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Bewegungskombination für den Instrumentalunterricht ... 65
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsrhythmus für den Instrumentalunterricht ... 66
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungskopplung für den Instrumentalunterricht ... 67
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsfluß für den Instrumentalunterricht ... 68
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungspräzision für den Instrumentalunterricht ... 68
Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Bewegungskonstanz für den Instrumentalunterricht ... 69
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsgröße für den Instrumentalunterricht ... 70
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungstempos für den Instrumentalunterricht ... 70
Verwendung und Bedeutung des Begriffes Bewegungsstärke für den Instrumentalunterricht ... 71

Zusammenfassung ... 72

Relevanz des motorischen Lernens unter den Aspekten der sportlichen Bewegungslehre für die Instrumentalpädagogik ... 72

Verwendung und Bedeutung des Begriffes motorisches und kognitives bzw. mentales Lernen für den Instrumentalunterricht ... 73

Verwendung und Bedeutung des Begriffes „Motorische Fertigkeit“ und „Koordinative Tätigkeit“ für den Instrumentalunterricht ... 73

Verwendung und Bedeutung des Begriffs "Lernen als Informationsverarbeitung in der sportlichen Bewegungslehre" für den Instrumentalunterricht  ... 74

Motivation ... 77

Verwendung und Bedeutung des Begriffs "Motorisches Ausgangsniveau" für den Instrumentalunterricht ... 77

Verwendung und Bedeutung der verschiedenen Sportarttypen für den Instrumentalunterricht ... 78

Bedeutung und Folgen der ersten Lernphase für den Instrumentalunterricht ... 79

Bedeutung und Folgen der zweiten Lernphase für den Instrumentalunterricht ... 80

Bedeutung und Folgen der dritten Lernphase für den Instrumentalunterricht  ... 82

Bedeutung und Folgen der Komplexität des motorischen Lernens für dern Instrumentalunterricht ... 83

Bedeutung und Folgen der Transferenz und Interferenz beim motorischen Lernen für den Instrumentalunterricht  ... 83

Zusammenfassung ... 84

Verwendung und Bedeutung der koordinativen Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht  ... 85

Verwendung und Bedeutung des Begriffes der Differenzierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 85
Verwendung und Bedeutung der Kopplungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 88
Verwendung und Bedeutung der Reaktionsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 88
Bedeutung und Folgen der Orientierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 88
Bedeutung und Folgen der Gleichgewichtsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 89
Bedeutung und Folgen der Umstellungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 89
Bedeutung und Folgen der Rhythmisierungsfähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 89
Bedeutung und Folgen der Allgemeine und spezifische Ausprägung der koordinativen Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht ... 89
Bedeutung und Folgen der Strukturelle Beziehungen zwischen den Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht ... 90
Bedeutung und Folgen Erfassung der koordinativer Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht ... 90
Bedeutung und Folgen der Beweglichkeit als teilweise koordinativ bedingte motorische Fähigkeit für den Instrumentalunterricht ... 90
Bedeutung und Folgen der Möglichkeit zur Ausbildung der koordinativer Fähigkeiten für den Instrumentalunterricht ... 91

Zusammenfassung ... 92

Bedeutung der lebensalterbedingten motorischen Entwicklung für den Intrumentalunterricht ... 92

Bedeutung und Folgen des Vorschulalters für den Instrumentalunterricht ... 92

Entwicklung und Folgen der motorischen Entwicklung im frühen Schulkindalter für den Instrumentalunterricht ... 92

Entwicklung und Folgen der motorischen Entwicklung im späten Schulkindalter für den Instumentalunterricht ... 93

Bedeutung und Folgen der motorischen Entwicklung  in der ersten Phase der Reifungszeit für den Instumentalunterricht ... 93

Bedeutung und Folgen der motorischen Entwicklung in der zweiten Phase der Reifungszeit für den Instrumentalunterricht ... 93

Bedeutung und Folgen der motorischen Entwicklung im Erwachsenenalter für den Instrumentalunterricht ... 94

Zusammenfassung ... 94

Submodalitätsunterscheidungen ... 98
Visuell ... 98
Auditiv ... 98
Kinästhetisch ... 99

 

Vorwort
Da ich meinen Kenntnissen nach mit meiner Thematik ein noch unbekanntes Feld für den Instrumentalpädagogen betrete, möchte ich dieser Arbeit einige Erläuterungen voran stellen.

Diese Arbeit ist entstanden, da ich bei der Suche von Erkenntnissen über das Bewegungslernen, diese in für mich relevanter Weise in der Literatur der sportlichen Bewegungslehre gefunden habe.

Die Erfahrungen die ich mit verschiedenen Bewegungstechniken gemacht hatte, fand ich dort wieder, aber wesentlich präziser, systematischer, griffiger und umfassender formuliert. Die Erklärungsansätze, Modelle und Begriffe boten mir eine bessere Grundlage meine Technik zu reflektieren.

Als besonders wohltuend empfand ich den Wegfall der psychologsierenden und esoterischen Erklärungsmodelle. Dies ist auch ein Vorteil, weil in meiner Arbeit an Musikschulen konnte ich feststellen, daß nur ein bestimmtes Klientel auf die Erklärungsansätze der Bewegungstechniken anspricht. Über die Gründe möchte ich an diesem Ort nicht spekulieren. All diese Erfahrungen ließen in mir den Wunsch keimen, die Überlegungen zur Nutzung der sportlichen Bewegungslehre als Instrumentallehrer schriftlich zu formulieren. Daraus entstand diese Arbeit. Diese Arbeit wurde in zwei Teile gegliedert.

Der Erste umfaßt eine Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre. Im zweiten Teil wird erläutert, warum und wie diese Erkenntnisse für den Instrumentalpädagogen verwendbar sein könnten.

Diese Art der Gliederung führt aber dazu, daß viele Sachverhalte zweimal genannt werden, und die Arbeit eine gewisse Länge erhält. Doch dies halte ich für angebracht, um bei meinen Erklärungen und Überlegungen nicht auf Zukünftiges verweisen zu müssen. Zusätzlich halte ich dies für eine Möglichkeit, daß das für den Leser wahrscheinlich neue Wissen besser vertiefbar ist. Auch wenn solch eine Pädagogisierung eigentlich nicht Aufgabe einer Diplomarbeit ist.

Teilweise werden im ersten Teil Informationen erscheinen, welche im zweiten Teil kaum oder nicht verwendet werden. Diese Informationen wurden zu einem der Vollständigkeit halber aufgenommen, zum anderem da dieses Wissen vielleicht dem Leser manche seiner Erfahrungen erklärt und vielleicht mir wegen meiner instrumentalen Prägung in ungerechtfertigter Weise irrelevant oder marginal erscheint ,und deswegen nicht verwendet worden ist. Weiter kann dies Wissen Anregungen, liefern weitere eigene Überlegungen zu dieser Problematik anzustellen.

Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in der Wirklichkeit zu überprüfen, da diese auf Deduktion beruhen. Dieses bedeutet, die Ergebnisse können nur als Impulsgeber und Ideengeber betrachtet werden. Die Verwendbarkeit muß der Leser selbst in seinem Unterrichtsgeschehen überprüfen.

1. Teil: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der sportlichen Bewegungslehre

Funktion und Prinzipien der menschlichen Motorik 

Wesensmerkmale sportlicher Bewegung
Sportliche Bewegung ist zielgerichtet und meistens eine Willkürbewegung.
Die Entwicklung einer sportlichen Bewegung ist durch die Gesetzmäßigkeit der Reafferenz (Rückinformation) geprägt. Änderungen und Variationen des Bewegungsablaufes werden in der Hoffnung auf mehr Erfolg erprobt und vorgenommen.

Diese Versuche führen auf Dauer zu einer höheren Präzision, Schnelligkeit und Sicherheit in der Handhabung der Bewegungsabläufe. Größere Geschicklichkeit und zunehmende Gewandtheit des ganzen Körpers ist eine weitere Folge dieses Vorgangs. Die Bewegungsabläufe werden in diesem Prozeß verfeinert und meist komplexer.

Der Lernerfolg bei diesem Prozeß hängt davon ab, wie aktiv der Lernende an diesem Geschehen teilnimmt. Hinzu kommt, wie sehr er sich dabei zu einem bewußt und denkenden Lernenden entwickelt.

Damit dieser Lernprozeß optimal ablaufen kann, verlangt er ein individuell abgestuftes Training. Deswegen sollte die sportliche Bewegung eine bewußte und planmäßige Ausbildung erfahren. Im Stadium der Vervollkommnung wirkt die sportliche Bewegung in den meisten Sportarten mühelos und selbstverständlich.

Dieses motorische Können ist im Sport Voraussetzung für Höchstleistung. Es ist das Ergebnis zahlreicher Lernprozesse, die zum Erwerb von Bewegungsfertigkeiten, koordinativen und motorischen Fähigkeiten, Kenntnissen und Gewohnheiten führen. Wenn dieses Niveau erreicht worden ist, kann der Könner erfolgreich verschiedene Lösungsvarianten bewußt und gezielt bei variierender Aufgabenstellung verwenden.

Bewegungskoordination als Regulation der Bewegungstätigkeit
Sportliche Bewegungen sind Handlungen. Diese sind in sich abgeschlossene, zeitlich und inhaltlich strukturierte Einheiten, die zielgerichtet sind.

Eine Antizipation des Handlungsergebnisses und des Handlungsprogrammes ist notwendige Bedingung dieses Vorgangs.
Handlungen lassen sich aufteilen in:

  1. Handlungsvorbereitung
  2. Handlungsvollzug: Der Handlungsvollzug schließt die Kontrolle seiner Ausführung und seiner erreichten Ergebnisse mit ein.

Handlungen beruhen auf weiteren Komponenten:

  1. Orientierung: Aufnahme aktueller Informationen und Aktualisierung gespeicherter Informationen
  2. Antrieb: Dieser ergibt sich aus Einstellungen, Motiven, Gedächtnisbesitz und anderen psychischen Faktoren der agierenden Person. Der Antrieb entscheidet, ob die Bewegung und in welcher Qualität diese ausgeführt wird.
  3. Kontrolle der Ausführung.

Diese Vorgänge finden auf drei Ebenen statt:

  1. Intellektuelle Ebene
  2. Perzeptive-begriffliche Ebene

[...]


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