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Subtitle: Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in neuen Bezügen - Lernmodi und Lerngegenstände des Musikunterrichts
Termpaper, 2003, 22 Pages
Author: Lorenz Lassek
Subject: Musicology
Details
Institution/College: Academy of Music Detmold
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 2,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-45436-5
ISBN (Book): 978-3-640-45382-5
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Abstract
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, inwiefern es in der Schule möglich ist, auf Lernwünsche der Schüler einzugehen. Dabei ist die Frage zu erörtern, ob und wie die Orientierung an den Wünschen der Schüler Unterrichtsmethoden und Lerninhalte verändert und in welche neuen Bezüge Methoden und Inhalte dadurch geraten. Auch ist zu untersuchen, an welche Grenzen die Institution Schule durch Adressatenorientierung gerät. Vor allem werde ich mich der Frage widmen, welche Auswirkungen die Ausrichtung an Schülerinteressen speziell für den Musikunterricht hat und ob und wie sich Unterrichtsmethoden und Lerninhalte des Musikunterrichts verändern und anpassen müssten. Zunächst möchte ich in einem kurzen Abriss bisherige Unterrichtsmethoden in einer Übersicht darstellen, damit anschließend deutlicher wird, in welche neuen Bezüge Unterricht durch Adressatenorientierung gestellt wird. Andere neue Bezüge ergeben sich, indem man Unterrichtsmethoden auf verschiedene Lernmodi bezieht und indem man Lerninhalte nicht nur als Wissen über Realitäten begreift, sondern sie auch auf andere Lerngegenstände bezieht. In meinen weiteren allgemeindidaktischen Ausführungen beziehe ich mich in weiten Teilen auf den Aufsatz „Methoden des Unterrichts“ von Manfred Bönsch.
Excerpt (computer-generated)
Hausarbeit Musikpädagogik
Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in neuen Bezügen
Lernmodi und Lerngegenstände des Musikunterrichts
haus
von
Lorenz Lassek
Studiengang: Schulmusik, 3.Semester
Hochschule für Musik Detmold
Proseminar WS 02/03: Lehr- und Lernkonzepte des Musikunterrichts
Abgabedatum: 1.7.2003
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung
S. 1
2. Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in alten Bezügen
2.1.
Grundsätzliches
S.
1
2.2. Das Eingehen auf Schülerinteressen historisch gesehen
S. 2
2.3. Vier Methodenkonzeptionen nach Bönsch
S. 2
3. Adressatenorientierter Unterricht
3.1. Die Idee des adressatenorientierten Unterrichts
S. 5
3.2.
Motive
menschlichen
Lernens
S.
5
3.3. Adressatenorientierte Veranstaltungsformen
S. 6
3.4. Notwendige Qualifikationen der Lehrenden
S. 7
4. Adressatenorientierter Unterrichtsmethoden
4.1. Mögliche Bedeutung für den Schulunterricht allgemein
S. 7
4.2. Mögliche Bedeutung für den Musikunterricht
S. 9
4.3. Beispielhafte hypothetische Leitfragen für den Ablauf von adressatenorien-
tiertem
Musikunterricht
S.10
5. Lerninhalte in neuen Bezügen
S.12
6. Lernmodi und Lerngegenstände des Musikunterrichts
S.13
7. Wertung
S.18
8.
Verzeichnis der verwendeten Literatur
S.19
II
1. Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, inwiefern es in der Schule
möglich ist, auf Lernwünsche der Schüler einzugehen. Dabei ist die Frage zu erörtern, ob und
wie die Orientierung an den Wünschen der Schüler Unterrichtsmethoden und Lerninhalte ver-
ändert und in welche neuen Bezüge Methoden und Inhalte dadurch geraten. Auch ist zu unter-
suchen, an welche Grenzen die Institution Schule durch Adressatenorientierung gerät.
Vor allem werde ich mich der Frage widmen, welche Auswirkungen die Ausrichtung an
Schülerinteressen speziell für den Musikunterricht hat und ob und wie sich Unterrichtsmetho-
den und Lerninhalte des Musikunterrichts verändern und anpassen müssten.
Zunächst möchte ich in einem kurzen Abriss bisherige Unterrichtsmethoden in einer Über-
sicht darstellen, damit anschließend deutlicher wird, in welche neuen Bezüge Unterricht durch
Adressatenorientierung gestellt wird.
Andere neue Bezüge ergeben sich, indem man Unterrichtsmethoden auf verschiedene Lern-
modi bezieht und indem man Lerninhalte nicht nur als Wissen über Realitäten begreift, son-
dern sie auch auf andere Lerngegenstände bezieht.
In meinen weiteren allgemeindidaktischen Ausführungen beziehe ich mich in weiten Teilen
auf den Aufsatz ,,Methoden des Unterrichts" von Manfred Bönsch1.
2. Unterrichtsmethoden und Lerninhalte in alten Bezügen
2.1. Grundsätzliches
Da Unterricht immer gewissen Einschränkungen wie Zeitrahmen, Lehrererwartungen, Curri-
culum, Lehrerkompetenz, Lernkapazitäten der Schüler etc. unterworfen ist, besteht die Ge-
fahr, Methodik auf Strategien der Wissensvermittlung einzuschränken. Unterricht steht aber
immer im dialektischen Verhältnis zwischen eben dieser Wissensvermittlung und einer Ver-
mittlung von weitergehenden Kompetenzen, ,,sich seine Lebenswelt in all ihren Aspekten
anzueignen"2.
Auf den Musikunterricht (MU) bezogen steht man damit vor der Grundfrage der Intention
von MU. Ziel des MU ist es schließlich, (auf welche Art und Weise auch immer) ein Ver-
ständnis für die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten von Musik zu vermitteln. Und damit
trägt MU aber automatisch auch zum Welt- und Lebensverständnis bei. Aus diesem Grunde
1 erschienen in: Leo Roth (hrsg.):
Pädagogik, Handbuch für Studium und Praxis
, München 1991.
2 M. Bönsch, 1991, S.717.
1
kann MU nur dann berechtigterweise Wissen über Musik vermitteln, wenn dieses Wissen
kein Selbstzweck ist, sondern nur Hilfsmittel, um die Ausdrucksmöglichkeiten der Musik
besser zu verstehen, und damit ist dieses Wissen gleichzeitig Werkzeug zur Erschließung der
Lebenswelt. Methodik des MU muss sich demnach nicht nur mit wissensvermittelnden Frage-
stellungen beschäftigen (z.B. wie man am besten den Quintenzirkel erklärt), sondern sich der
Frage stellen, welche Umgangsweisen mit Musik notwendig sind, um Inhalte (womit hier das
Musikverständnis und nicht das Wissen gemeint ist) zu vermitteln: Ob ein Verständnis für
Musik z.B. durch Analysieren, durch Musikhören oder durch Musikmachen oder erst durch
Musik in Verbindung mit anderen Künsten möglich ist (Tanz, Spiel, Malen).
Musikunterricht kann natürlich auch weitergehende Kompetenzen vermitteln, die man als
Schlüssel zur Welt ansehen kann, wie z.B. soziales Lernen. Dies ist im MU jedoch meistens
eher ein Nebeneffekt und daher weniger bedeutend für die Methodik des MU, anders als z.B.
im Mathematikunterricht, bei dem es grundsätzlich nicht nur um Inhaltsvermittlung, sondern
auch um das Erlernen logischer Denkstrukturen ganz allgemein geht.
2.2. Das Eingehen auf Schülerinteressen historisch gesehen
Bis einschließlich des 19. Jahrhundert wurde auf Interessen der Schüler im Unterricht kaum
eingegangen. Die Darbietung wurde als fast einzige Form der Vermittlung angesehen. Den
Gegenschlag dazu brachte die Reformpädagogik, in welcher die Vermittlung von Arbeits-
techniken im Vordergrund stand und Selbsttätigkeit gefördert wurde. Damit passte man sich
an die Bedürfnisse und Interessen der Schüler an, wodurch sie vom lernenden Objekt zum
handelnden Subjekt wurden. Lerninhalte und Lernmethoden wurden aber letztlich immer
noch vom Lehrer bestimmt. In den 50er und 60er Jahren wurden viele Ausführungen zu Sinn
und Aufgabe des Unterrichts, zu Lehrplanfragen und zu Unterrichtsgrundsätzen geschrieben.
Diese implizierten auch Gedanken, warum und was die Schüler lernen wollen. Ergebnis wa-
ren aber nur zahlreiche Zusammenstellungen von Unterrichtsformen, die zwar hilfreich für
den Lehrer sein können, aber keine neue Unterrichtstheorie schaffen. Bis heute werden Lehr-
methoden besonders gerne empirisch erforscht, was bislang aber nur zu sehr heterogenen Er-
gebnissen führte.
2.3. Vier Methodenkonzeptionen nach Bönsch
Manfred Bönsch unterteilt Methodik in vier verschiedene Konzepte, von denen das vierte
letztlich das eigentliche Thema dieser Hausarbeit bilden soll:
2
1. Das klassische Lehrkonzept
Das klassische Lehrkonzept bedeutet, dass ein Erfahrener (der Lehrer) dem Unerfahreneren
(dem Schüler) entweder durch Vortragen (Sprache) oder durch Vormachen (praktische Hand-
lungen, z.B. bei Fremdsprachen) oder durch Vorführen (z.B. Modell, Tafelbild, Film, Versuch
etc.) etwas beibringen will.
2. Das Arrangement
Das Arrangement stellt im Gegensatz zum klassischen Lehrkonzept schöpferische Lernpro-
zesse in den Vordergrund. Intention ist hier nicht, Ergebnisse zu lernen, sondern zu lernen
selbstständig mit Lehrmaterialien umzugehen; also Probleme zu erkennen, Lücken zu entde-
cken, Sinn zu erfassen, Beziehungen zu entdecken, Trends aufzuspüren, Regeln selbst zu for-
mulieren etc.
Die Methoden für solche Intentionen können nach 5 Kategorien unterschieden werden:
a. Handlungsorientierung
Konkret handgreifliche Lernaktivitäten bedeuten für den Musikunterricht hauptsächlich das
eigene Musizieren. Ziel des Musizierens ist die Entwicklung von Musikalität und das Schär-
fen musikalischer Wahrnehmungsfähigkeit. Verständnis für musikhistorische Zusammenhän-
ge können dagegen weniger vermittelt werden.
b. Problemorientiertes Lernen (Problembewusstsein provozieren)
Problemorientiertes Lernen kann für den MU in kreativeren Lerneinheiten bedeuten, dass man
z.B. Komponisten einlädt und befragt, selbstständig Informationen beschafft etc. Im her-
kömmlichen MU kann problemorientiertes Lernen denke ich auch einfach problemorien-
tierte Leitfragen des MU bedeuten, wie z.B. ,,Warum hat ausgerechnet Schönberg...?", ,,Wa-
rum findet man ... ausgerechnet in dieser oder jenen populären Musik ... wieder?"
c. Arrangieren von entdeckendem, nacherfindenden Lernen
Ziel ist es, dass ,,tote" Sachverhalte (Werke) wieder zu lebendigen Handlungen (Schöpfun-
gen) werden. Dies würde für den Musikunterricht bedeuten, dass man Stücke ,,nachkompo-
niert", oder eigene Stücke selbst komponiert oder arrangiert. Hierbei werden in der Schule
natürlich schnell Schranken erreicht, wenn man komplexere Musikwerke besprechen will.
Aber auch hier können reduziert auf gewisse Prinzipien diese Prinzipien in vereinfachter
Form anhand von eigenen Arbeiten nachvollzogen werden, z.B. das Prinzip einer Rondoform
o.ä.
3
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