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Gesprochene Sprache im Mittelalter

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 30 Pages
Author: Evelyn Overhoff
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 30
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V13376
ISBN (E-book): 978-3-638-19049-7

File size: 235 KB


Excerpt (computer-generated)

Hauptseminar Mediävistik: Sprachgeschichte und Grammatik des Mittelhochdeutschen
WS 2000/2001

 


Gesprochene Sprache im Mittelalter

 


Evelyn Overhoff

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  1


2 Versuch einer Definition der gesprochenen Sprache 2


3 Zum Verhältnis von gesprochener zu geschriebener Sprache 4


3.1 Schichtengebundenheit der Sprache 5
3.2 Die Bedeutung der schriftlichen Fixierung und die Folgen für die gesprochene Sprache 6


4 Probleme bei der Erforschung der gesprochenen Sprache des Mittelalters  7


5 Der Helmbrecht Wernhers des Garten#re als Beispiel für eine höfische Sprache 7


5.1 Die höfische Dichtersprache 8
5.2 Helmbrecht v. 697 bis v. 838 9
5.2.1 Verwendung fremder Wörter und Wendungen 9
5.2.2 Anredepronomina  11
5.2.3 Funktion der höfischen Ausdrucksweise  12
5.2.4 Untersuchung der Syntax 13


6 Die volkstümliche Predigt  14


6.1 Berthold von Regensburg  16
6.2 Von zehen koeren der engele unde der kristenheit 16
6.3 Gesprochene Sprache in der volkstümlichen Predigt 17
6.3.1 Wortwahl 18
6.3.2 Syntax  19


7 Fazit 22


8 Literaturverzeichnis  25


8.1 Textgrundlagen  25
8.2 Literatur  25

 

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit unternimmt einen Versuch, die gesprochene Sprache des Mittelalters am Beispiel des Helmbrecht Wernhers des Garten#re und der Predigten Bertholds von Regensburg zu untersuchen.

Eine Untersuchung der gesprochenen Sprache des Mittelalters unterliegt aufgrund der problematischen Quellenlage einer Reihe von Schwierigkeiten. Da es keine überlieferten Zeugnisse der gesprochenen Sprache dieser Zeit gibt, ist die Forschung auf die literarischen Quellen dieser Zeit angewiesen. Diese jedoch werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht die gesprochene Sprache des Mittelalters vermitteln, denn auch in der Gegenwart unterscheidet sich die Sprache der Literatur von der gesprochenen Sprache des Alltags. Die Diskrepanz zwischen gesprochener und geschriebener Sprache offenbart sich jedoch nicht nur in literarischen Werken, sondern in nahezu allen schriftlich niedergelegten Texten. Ein Beispiel, bei dem dieses nicht der Fall ist, bzw. das einen Versuch darstellt, die gesprochene Sprache möglichst exakt aufzuzeichnen, bilden Transkriptionen, die aufgrund von Tonbandaufzeichnungen von Gesprächen angefertigt wurden. Diese sind wiederum in den meisten Fällen für den Leser zunächst schwer verständlich, da die angestrebte präzise schriftliche Umsetzung des Gehörten zu einem ungewohnten Schriftbild führt. Die Probleme, die hier kurz angerissen wurden, sollen in einem ersten Schritt genauer erörtert werden, um so einen Rahmen für die Untersuchung zu setzen.

In der Folge werden beispielhaft einige Dialoge des Helmbrecht analysiert,1 um einen Eindruck der gesprochenen Sprache des Mittelalters zu erlangen. Es stellt sich die Frage, ob es sich bei der Sprache, die Wernher der Garten#re in seinem Werk verwendet, um eine spezifisch höfische Sprache handelt, die ein eigenes Idiom darstellt. Es wird zu fragen sein, ob es dieses Idiom auch in der gesprochenen Sprache gegeben hat oder ob es eine „Erfindung“ der Dichter ist, ob es sich also um eine künstliche Sprache handelt, die in den literarischen Texten des Hochmittelalters überliefert wird.

Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Wortwahl, die ein bestimmtes höfisches Idiom deutlich machen soll. Eine Untersuchung der Syntax steht hier eher im Hintergrund. Es folgt eine Analyse eines Ausschnittes aus der Predigt Von zehen koeren der engele unde der kristenheit Bertholds von Regensburg2, mit deren Hilfe untersucht werden soll, inwieweit es sich bei der in einer Predigt verwendeten Sprache um gesprochene Sprache handelt. Die Predigten Bertholds wurden in der älteren Forschung immer wieder als unverfälschte Zeugnisse einer gesprochenen Sprache bewertet, in denen diese Sprache praktisch ohne Brechungen überliefert wird.3 Dies ist eine problematische Ansicht, die in dem entsprechenden Abschnitt noch näher erläutert werden wird.

Den Abschluß bildet ein Fazit, welches die wichtigsten Ergebnisse noch einmal kurz zusammenfaßt und einen Ausblick geben soll.

Im Vorfeld muß deutlich gesagt werden, daß „gesprochene Sprache“ in dieser Arbeit nicht heißt, daß ein Versuch unternommen wird, auf die Lautung des Mittelhochdeutschen zu schließen, sondern es geht um das Vokabular und die Syntax der gesprochenen Sprache.

2 Versuch einer Definition der gesprochenen Sprache

[...]


1 Textgrundlage für die Untersuchung bilden die Verse 697 bis 838; in: Wernher der Garten#re: Helmbrecht. Hrsg. von Friedrich Panzer und Kurt Ruh. 10. Aufl., besorgt von Hans-Joachim Ziegeler. Tübingen 1993.
2 Berthold von Regensburg: Vollständige Ausgabe seiner Predigten mit Anmerkungen von Franz Pfeiffer. Mit einem Vorwort von Kurt Ruh. Erster Band. Berlin 1965, S. 140 – 169.
3 vgl. hierzu: Weithase, Irmgard: Zur Geschichte der gesprochenen Sprache. 1. Band. Tübingen 1961.


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