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A Week To Get Crazy

Untertitel: Filmkritiken

Seminararbeit, 2005, 13 Seiten
Autor: Petia Ganeva
Fach: Filmwissenschaft

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 13
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V133869
ISBN (E-Book): 978-3-640-41593-9
ISBN (Buch): 978-3-640-40854-2
Anmerkungen :
Im Rahmen dieser Seminararbeit wurden pflichtgemäß drei Filmkritiken verfasst.


Zusammenfassung / Abstract

Diese Seminararbeit besteht aus drei Filmkritiken. Im ersten Skript wird der Film "Sideways" von Alexander Payne vorgestellt und bewertet. Im Rahmen der zweiten Kritik wird der Film "Die fetten Jahren sind vorbei" von Hans Weingartner behandelt.Im letzten Essay wird der Film "The Aviator" von Martin Scorsese kritisch betrachtet.


Textauszug (computergeneriert)

Freie Universität Berlin

Institut für Film- und Theaterwissenschaft

Proseminar: Praxis der Filmkritik

WS 2004 / 2005

A Week To Get Crazy

Petia Ganeva

Hauptfach 1: PUKW

Hauptfach 2: Filmwissenschaft


A week to get crazy:

Auf der Reise zu Wein, Weib und zu sich selbst.

( ,,Sideways", Alexander Payne, USA 2004 )

Als Abschied vom Junggesellendasein schenkt Miles (Paul Giamatti) seinem alten Freund

Jack ( Thomas Haden Church) eine einwöchige Reise durch die Weinberge Kaliforniens.

Dabei möchte er dem zukünftigen Bräutigam eine gute Zeit bereiten: mit Golfen und

Weindegustieren, beim Rumhängen am Pool und Dinieren in feinen Restaurants.

Gemeinsam fahren sie an einem Samstag in das Santa Barbara County. Während der Reben -

Reise prallen ihre Lebenseinstellungen aufeinander. Die alten College - Freunde können kaum

unterschiedlicher sein. Miles ist ein introvertierter, depressiver Möchtegern- Schriftsteller und

passionierter Weinkenner, der seit zwei Jahren immer noch seiner Ex- Frau nachtrauert.

Genussvoll versinkt er in eine tiefe Melancholie über sein vergeudetes Leben. Ein wenig

Zitrone, etwas Erdbeere, Passionsfrucht, ein Hauch Spargel und ein kleines bisschen Edamer

versüßen seine Lebensfrust.

Jack dagegen ist ein extrovertierter Pragmatiker, mittelmäßiger TV- Darsteller und ein

notorischer Schürzenjäger, der kurz vor dem Altar steht. Er trinkt alles, was ihm vorgesetzt

wird, und er nimmt die Frauen, wie sie kommen. Er ist permanent in Flirtlaune.

Während Miles eine Woche lang ein paar leckerere Tröpfchen Wein verköstigen möchte und

die malerische Landschaft zu genießen, sich zu entspannen und ein wenig Golf zu spielen

vorhat, wünscht sich hingegen sein Freund Jack nichts Andere als ,, die Sau raus zu lassen"

und ,,flachgelegt zu werden".

Die College- Freunden ziehen von Weingut zu Weingut, trinken Syrah, Pinot Noir, Cabernet

und Chardonnay und versuchen dabei einwenig Lebensmut zu schöpfen. Im Buellton treffen

sie auf Maya (Virginia Madsen) und Stephanie (Sandra Oh) und die Reise wird

abenteuerlicher als geplant. Jack beginnt mit Stephanie, Weingastronomin und allein

erziehenden Mutter, eine heftige Sexualbeziehung. Die Affäre bringt ihm dazu, seine

Hochzeitspläne noch einmal zu überdenken, die er vorsorglich gegenüber Steph verschwiegen

hat. Als die Wahrheit herauskommt, kriegt Jack eine auf die Nase.

Zwischen Miles und der Kellnerin Maya deutet sich eine fragile Bande an, die sich auf die

gemeinsame Passion für den Wein und die Kunst bezieht. Allerdings stehen der glücklichen

Vereinigung einige Hindernisse im Wege, vor allem Miles selbst. Von Versagensängsten und

melancholischer Schwermut gebremst, geht es ihm wie einem Spritzwein, der mit der Zeit der

Stagnation langsam fade zu werden droht.

2


Die Leichtigkeit einer Urlaubsromanze wird sich für Miles, der voller Vorbehalte schwer an

seinen früheren Verletzungen trägt, und Jack, den Stephanie als Playboy entlarvt, nicht

einstellen. Als der Termin der Abreise näher rückt, wird es ihnen klar, dass sie nicht in ihre

eingefahrenen Bahnen zurückkehren werden.

Jack und Miles mögen völlig unterschiedlich sein, dennoch haben sie etwas Gemeinsames:

die Midlife Crisis. Beide sind gefangen in den Lebenswegen der Vergangenheit, haben sich

auf den Nebenstraßen verloren und sind auf der Suche nach einem Ortsschild, das Glück

anzeigt.

,,Sideways" ist das bittersüße Portrait zweier charmanten Looser.

Witz, Bitterkeit und Alltagsfrust werden von Alexander Payne zu einem rührenden,

amüsanten und nachdenklich stimmenden Kinoereignis verwoben. Somit bleibt der Regisseur

seinem unverwechselbaren Stil den er mit ,,Citizen Ruth" , ,,Election" und vor allem mit

,,About Schmidt" eingeschlagen hat, treu.

Der unterschwellige, schwarze Humor wird anhand der konträren Charakterkonstellation

zwischen Miles und Jack angetrieben.

Im Laufe der Handlung wechseln die beiden oppositionellen Charaktere die Seiten. Zu Beginn

des Road- Movies erscheint Miles als Verlierer. Er hat eine miserable Wohnung, keinen

anständigen Job und ein scheußliches Auto. Jack dagegen hat eine hübsche Verlobte, ein

schickes Haus und er sieht gut aus. Im Laufe der Reise merkt der Zuschauer, dass Jack

derjenige ist, dessen Leben unerfüllt ist. Diese Wendung in der Handlung verleiht der

Komödie eine gewisse Tragik.

Ohne Zweifel ist ,,Sideways" ein gelungener Film mit einem hervorragenden

Schauspielensemble, beeindruckenden Bildern aus Kalifornien, feiner Musik, und würzigen

und bewegenden Szenen. Dennoch kommt in den Film nicht viel Spannung auf. Das

Drehbuch stellt zwar eine kompatible Mixtur aus Weinlyrik und Versagerepos, nur die Menge

ist nicht ganz richtig dosiert. Der emanzipierte formale Gestaltungsstil könnte etwas mehr

Kolorit und Pep vertragen, denn man isst ja auch mit den Augen. Immerhin ein Film für

Feinschmecker!

3



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