Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
„Der souveraine Landesfürst, als Oberhaupt des Staates, vereinigt in sich die ge... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

„Der souveraine Landesfürst, als Oberhaupt des Staates, vereinigt in sich die gesammte, ungetheilte Staatsgewalt, und übt sie auf verfassungsmäßige Weise aus.“

Subtitle: Braunschweigs Weg zur „Neuen Landschaftsordnung“ 1830 - 1832

Termpaper, 2007, 19 Pages
Author: Marco Kunze
Subject: History - 19. Century

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V133945
ISBN (E-book): 978-3-640-40523-7
ISBN (Book): 978-3-640-40555-8

Abstract

Am 12. Oktober diesen Jahres jährt sich das Inkrafttreten der „Neuen Landschaftsordnung“ (NLO) in Braunschweig zum 175. Mal. Mit diesem neuen Staatsgrundgesetz gehörte das Herzogtum Braunschweig zu den frühen deutschen Staaten in Form einer konstitutionellen Monarchie innerhalb des Deutschen Bundes. In Form einer Repräsentativverfassung löste NLO die überkommenen Ständeordnungen ab und beendete die politisch instabile Phase im Herzogtum nach dem Aufstand vom 9. September 1830 und der Vertreibung von Herzog Karl II. und der Regierungsübernahme seines Bruders, Herzog Wilhelm. Die Idee für diese Verfassungsänderung, oder in diesem Fall Verfassungsneuschöpfung, war an sich nicht dir Triebfeder dieses Aufstandes, doch bedingen die Gründe für den Aufstand und ihre Vorgeschichte die Grundlagen für den Entstehungsprozess der NLO. Die neoabsolutistische und den politischen, wie ökonomischen Erfordernissen konträre Regierungspolitik des jungen Herzogs Karls II. und die damit verbundene Nichtanerkennung der durch seinen Vormund König Georg IV. erlassenen liberaleren „Erneuerten Landschaftsordnung“ von 1820, mündeten in den Aufstand, in den auch die um ihre neuen Rechte beschnittenen Landstände verwickelt waren. Diese Stände waren es auch, die unter Ausgleich und Einigung mit Herzog Wilhelm die NLO erarbeiteten und u. a. die Rechte zwischen ihnen und dem Monarchen neu regelten und konstitutionell festlegten. Neben diesen Regelungen wurde u. a. in der NLO erstmals ein Grundrechtskatalog erstellt, zwischen den verschiedenen Rechtssphären unterschieden und das Gewaltmonopol dem Staat, im Form des Landesherren, eindeutig zuerkannt. In dieser Form sollte die NLO mit wenigen Änderungen bis 1922 in Kraft bleiben. Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, den Entstehungsweg der NLO von seiner Vorgeschichte bis zur fertigen Fassung nachzuzeichnen und einige wichtige inhaltliche Aspekte und Regelungen näher zu beleuchten. Hierbei soll auch versucht werden aufzuzeigen, wie (in-)direkt die Regierung Herzogs Karls II. und der Braunschweiger Aufstand mit Entstehung und Inhalt der NLO verknüpft sind und wie „liberal“ und fortschrittliche die NLO für ihre Zeit und für die Bevölkerungsschichten wirklich war. [...]


Excerpt (computer-generated)

Fakultät 06: Geistes- und Erziehungswissenschaften

Historisches Seminar
Abteilung: Neuere Geschichte
Hauptseminar: ,,Der deutsche Vormärz" (Aufbaumodul 3)
Sommersemester 2007

___________________________________________________________________________





,,Der souveraine Landesfürst, als Oberhaupt des Staates,

vereinigt in sich die gesammte, ungetheilte Staatsgewalt, und

übt sie auf verfassungsmäßige Weise aus."

Braunschweigs Weg zur

,,Neuen Landschaftsordnung" 1830 - 1832

___________________________________________________________________________

MARCO KUNZE

2-Fach-B.A. (Geschichte / Germanistik)
6. Fachsemester (Sommersemester 2007)

Abgabedatum: 11. Oktober 2007




Inhaltsverzeichnis


1. EINLEITUNG 3

2. VORGESCHICHTE 4

2.1 DIE VORMUNDSCHAFT GEORGS IV. UND DIE REGIERUNG KARLS II 4

2.2 DER AUFSTAND VON 1830 5

3. VERFASSUNGSENTSTEHUNG 8

3.1 DIE NEUE REGIERUNG UND DIE IDEE DER VERFASSUNGSÄNDERUNG 8

3.2 DIE VERFASSUNGSVERHANDLUNGEN 10

4. DIE ,,NEUE LANDSCHAFTSORDNUNG" VON 1832 13

5. FAZIT 15

QUELLEN- UND LITERATURVERZEICHNIS 17

- QUELLEN - 17

Rechtsquellen: 17

- SEKUNDÄRLITERATUR - 17

Monografien: 17

Zeitschriften- und Sammelbandaufsätze: 18

2


1. Einleitung

Am 12. Oktober diesen Jahres jährt sich das Inkrafttreten der ,,Neuen Landschaftsordnung"

(NLO) in Braunschweig zum 175. Mal. Mit diesem neuen Staatsgrundgesetz gehörte das

Herzogtum Braunschweig zu den frühen deutschen Staaten in Form einer konstitutionellen

Monarchie innerhalb des Deutschen Bundes. In Form einer Repräsentativverfassung löste

NLO die überkommenen Ständeordnungen ab und beendete die politisch instabile Phase im

Herzogtum nach dem Aufstand vom 9. September 1830 und der Vertreibung von Herzog Karl

II.1 und der Regierungsübernahme seines Bruders, Herzog Wilhelm.2

Die Idee für diese Verfassungsänderung, oder in diesem Fall Verfassungsneuschöpfung, war

an sich nicht dir Triebfeder dieses Aufstandes, doch bedingen die Gründe für den Aufstand

und ihre Vorgeschichte die Grundlagen für den Entstehungsprozess der NLO.

Die neoabsolutistische und den politischen, wie ökonomischen Erfordernissen konträre

Regierungspolitik des jungen Herzogs Karls II. und die damit verbundene Nichtanerkennung

der durch seinen Vormund König Georg IV.3 erlassenen liberaleren ,,Erneuerten

Landschaftsordnung" von 1820, mündeten in den Aufstand, in den auch die um ihre neuen

Rechte beschnittenen Landstände verwickelt waren. Diese Stände waren es auch, die unter

Ausgleich und Einigung mit Herzog Wilhelm die NLO erarbeiteten und u. a. die Rechte

zwischen ihnen und dem Monarchen neu regelten und konstitutionell festlegten. Neben diesen

Regelungen wurde u. a. in der NLO erstmals ein Grundrechtskatalog erstellt, zwischen den

verschiedenen Rechtssphären unterschieden und das Gewaltmonopol dem Staat, im Form des

Landesherren, eindeutig zuerkannt. In dieser Form sollte die NLO mit wenigen Änderungen

bis 1922 in Kraft bleiben.

Ziel dieser Ausarbeitung soll es sein, den Entstehungsweg der NLO von seiner Vorgeschichte

bis zur fertigen Fassung nachzuzeichnen und einige wichtige inhaltliche Aspekte und

Regelungen näher zu beleuchten. Hierbei soll auch versucht werden aufzuzeigen, wie (in-

)direkt die Regierung Herzogs Karls II. und der Braunschweiger Aufstand mit Entstehung und

Inhalt der NLO verknüpft sind und wie ,,liberal" und fortschrittliche die NLO für ihre Zeit

und für die Bevölkerungsschichten wirklich war.

1 Karl II., Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1804 ­ 1873), vgl. Camerer (1996), S. 123.

2 Wilhelm, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (1806 ­ 1884), vgl. ebd., S. 246.

3 Georg IV. König von Hannover und Großbritannien (1762 ­ 1830),

vgl. Jarck/Scheel (1996), S. 253.

3


2. Vorgeschichte

2.1 Die Vormundschaft Georgs IV. und die Regierung Karls II.

Nach dem für die Koalition erfolgreichen Ende der Befreiungskriege wurde das Herzogtum

Braunschweig durch den Wiener Kongress (1814/15) als eigenständiger Staat

wiederhergestellt. Während der Verhandlungen des Kongresses war der in den

Befreiungskriegen erfolgreiche Braunschweiger Herzog Friedrich Wilhelm in der Schlacht

von Quatrebras (16.06.1815) gefallen. Da sein erbfolgeberechtigter Sohn Karl jedoch noch

minderjährig war, hatte Friedrich Wilhelm den welfischen Prinzregenten und späteren König

von Hannover und Großbritannien (1820) testamentarisch zum Vormund und Regenten in

Braunschweig ernannt.4 In Zusammenarbeit mit seinem Hannoveraner Kanzleichef Graf

Münster5 und dem Braunschweiger Geheimratsvorsitzenden Schmidt-Phiseldeck6 hatte Georg

mit den Braunschweiger Landständen die ,,erneuerte Landschaftsordnung" ausgehandelt, die

am 25. April 1820 in Kraft trat und die absolutistisch geprägte alte Landschaftsordnung vom

9. April 1770 zeitgemäß erneuern sollte. Die Landschaftsordnung regelte die Kompetenzen

von Ständen und Herzog. Aufgrund des eher liberalparlamentarisch geprägten englischen

Einflusses gewährte sie den Ständen legislative und haushaltsrechtliche

Beschlusskompetenzen, sowie Initiativrechte. Die Landschaft selbst bestand nach der ELO

aus zwei Sektionen in denen auf der einen Seite Rittergutsbesitzer und Geistliche, auf der

anderen Seite Geistliche, Vertreter der Städte aus dem reichen Bürgertum und Bauern

vertreten waren, wobei freie Bauern eine Minderheit in der Landbevölkerung verkörperten.

Die besitzlose Bevölkerung war überhaupt nicht vertreten.7

Nach welfischem Recht wäre die Vormundschaft Georgs 1822 mit dem 18. Geburtstag Karls

ausgelaufen, jedoch verlängerte Georg diese in Absprache mit anderen Staaten des Deutschen

Bundes um ein Jahr, da er diesen noch für zu unreif hielt. Vor allem aufgrund Fürst

Metternichs8 Vermittlungen, der allzu großes Aufsehen vermeiden wollte, einigte man sich,

dass die Vormundschaft um ein Jahr verlängert wurde. So trat Karl im Oktober 1823 die

Regierung im Herzogtum Braunschweig an, mit dem Versprechen gegenüber Georg und

Metternich, sich weitere drei Jahre aus den Regierungsgeschäften herauszuhalten.9

4 Vgl. Huber (1960), S. 46ff.; Jarck/Schildt (2000), S.751ff. Kiekenap (2000), S. 35ff.

5 Graf Ernst Friedrich Herbert zu Münster (1766-1839), Minister im Königreich Hannover und

Großbritannien; vgl. Jarck/Scheel (1996), S. 371.

6 Justus von Schmidt-Phiseldeck (1769-1851), Braunschweigischer Minister und Geheimrat

1813 ­ 1826; vgl. Jarck/Scheel (1996), S. 523.

7 Vgl. Huber (1960), S. 47ff; Müller (1963), S.103ff; Puhle (1980), S. 9f.

8 Fürst Klemens Wenzel Nepomuk Lothar von Metternich-Winneburg zu Beilstein

(1773-1859), österreichischer Minister.

9 Vgl. Böse (1956), S. 23ff.; Huber (1960), S. 47ff.; Jarck/Schildt (2000), S. 754ff.;

4



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/133945/der-souveraine-landesfuerst-als-oberhaupt-des-staates-vereinigt-in-sich
please wait Please wait