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Anforderungen an das Kreditrisikomanagement unter besonderer Berücksichtigung der Funktionen der internen Revision

Bachelor Thesis, 2008, 56 Pages
Author: Jörg Jandzinsky
Subject: Economics / Business: Revision, Auditing

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2008
Pages: 56
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V133958
ISBN (E-book): 978-3-640-41623-3
ISBN (Book): 978-3-640-40788-0

Abstract

Das Kreditgeschäft ist für viele Banken in Deutschland der zentrale Geschäftsbereich. Hohe Risiken im Kreditgeschäft und zunehmende Anforderungen der Bankenaufsicht haben die Einführung moderner Verfahren zur Messung und Steuerung der Kreditrisiken in den Banken erforderlich gemacht. Insbesondere im Zusammenhang mit Krisensituationen, wie der zurzeit noch andauernden Finanzmarktkrise, nehmen die Forderungen nach einer stärkeren Regulierung durch die Bankenaufsicht zu. So ist auch bei dieser Krise zu erwarten, dass die Anforderungen an die Banken und ihre Risikomanagementsysteme weiter zunehmen werden. Um die Wirksamkeit und die Effizienz der an Komplexität zunehmenden eingesetzten Verfahren sicherzustellen und zu steigern, sind diese regelmäßig zu überprüfen. Diese Aufgabe nimmt in den Kreditinstituten die interne Revision als unabhängige Kontrollinstanz wahr. Zur Erfüllung dieser Aufgabe ist es notwendig, dass die interne Revision über das notwendige Fachwissen verfügt, um die Funktionsweisen der Verfahren nachvollziehen und prüfen zu können. Im Rahmen dieser Arbeit werden die in der Praxis eingesetzten Verfahren vorgestellt und analysiert. Dabei werden insbesondere die wesentlichen Prüfungsfelder und mögliche Herausforderungen an die interne Revision herausgearbeitet.


Excerpt (computer-generated)

Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe

- University of Applied Sciences - Bonn

BACHELORARBEIT

zur Erlangung des akademischen Grades

Bachelor of Science (B. Sc.)

im Studiengang

Finance

Anforderungen an das Kreditrisikomanagement unter

besonderer Berücksichtigung der Funktionen der

internen Revision

Vorgelegt von:

Jörg Jandzinsky

Unna, 22.11.1981

Abgabetermin:

29.11.2008


Kurzfassung

Das Kreditgeschäft ist für viele Banken in Deutschland der zentrale Geschäftsbereich. Hohe

Risiken im Kreditgeschäft und zunehmende Anforderungen der Bankenaufsicht haben die

Einführung moderner Verfahren zur Messung und Steuerung der Kreditrisiken in den Banken

erforderlich gemacht. Insbesondere im Zusammenhang mit Krisensituationen, wie der zurzeit

noch andauernden Finanzmarktkrise, nehmen die Forderungen nach einer stärkeren Regulie-

rung durch die Bankenaufsicht zu. So ist auch bei dieser Krise zu erwarten, dass die Anforde-

rungen an die Banken und ihre Risikomanagementsysteme weiter zunehmen werden.

Um die Wirksamkeit und die Effizienz der an Komplexität zunehmenden eingesetzten Ver-

fahren sicherzustellen und zu steigern, sind diese regelmäßig zu überprüfen. Diese Aufgabe

nimmt in den Kreditinstituten die interne Revision als unabhängige Kontrollinstanz wahr. Zur

Erfüllung dieser Aufgabe ist es notwendig, dass die interne Revision über das notwendige

Fachwissen verfügt, um die Funktionsweisen der Verfahren nachvollziehen und prüfen zu

können. Im Rahmen dieser Arbeit werden die in der Praxis eingesetzten Verfahren vorgestellt

und analysiert. Dabei werden insbesondere die wesentlichen Prüfungsfelder und mögliche

Herausforderungen an die interne Revision herausgearbeitet.


Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis I

Abbildungsverzeichnis III

Abkürzungsverzeichnis IV

1

Einleitung 1

2

Grundlagen des Kreditrisikomanagements 2

2.1

Inhaltliche und prozessuale Abgrenzung des Kreditrisikomanagements 2

2.1.1

Komponenten des Kreditrisikos 2

2.1.2

Kreditrisikomanagement als dynamischer Prozess 3

2.2

Aufsichtsrechtliche Anforderungen an das Kreditrisikomanagement 5

2.2.1

Rechtlicher Rahmen 5

2.2.2

Anforderungen an das Kreditrisikomanagement 6

2.3

Betriebswirtschaftliche Notwendigkeit des Kreditrisikomanagements 8

2.4

Bedeutung und Aufgaben der internen Revision 9

2.5

Kreditrisikostrategie als Ausgangspunkt 10

3

Risikoquantifizierung und wesentliche Prüfungsfelder der internen Revision 12

3.1

Risikoquantifizierung auf Einzelengagementebene 13

3.1.1

Ausfallwahrscheinlichkeit und Risikoklassifizierungsverfahren 13

3.1.2

Erwarteter Verlust und risikoadjustierte Bepreisung 15

3.1.3

Umsetzung in der Praxis: RAP-Tool des DSGV 17

3.2

Risikoquantifizierung auf Portfolioebene 19

3.2.1

Normal-Case-Betrachtung 19

3.2.1.1

Der Einsatz von Kreditrisikomodellen 19

3.2.1.2

Praktische und wissenschaftliche Anforderungen an Risikomaße 21

3.2.1.3

Value at Risk Konzept 22

3.2.2

Szenariobetrachtungen und Stresstests 24

3.2.3

Risikoadjustierte Performance 26

4

Risikotragfähigkeit und interne Kapitalallokation 27

4.1

Risikotragfähigkeitskonzept 27

4.1.1

Die Sichtweisen auf die Risikotragfähigkeit 28

4.1.2

Berücksichtigung der Risikobereitschaft 30

4.2

Limitsysteme 32

4.3

Laufende Überwachung und Berichtswesen 34

5

Fazit und Ausblick 35

I


Anhang 37

Literaturverzeichnis 41

II


Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Risiken des Kreditgeschäfts 3

Abb. 2: Kreditrisikomanagement als Regelkreislauf 4

Abb. 3: Hypothetische rechtsschiefe Verlustverteilung eines Kreditportfolios 24

Abb. 4: Modularer Aufbau der MaRisk 37

Abb. 5: Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland 38

Abb. 6: Risikovorsorge der Kreditinstitute 1997 - 2006 39

III


Abkürzungsverzeichnis

Abb.

Abbildung

Abs.

Absatz

abzgl.

abzüglich

ACE

Adjusted Common Equity

AT

allgemeiner Teil

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

bspw.

beispielsweise

BT

besonderer Teil

BTO

besonderer Teil Anforderungen an die Aufbau-

und Ablauforganisation

BTR

besonderer Teil Anforderungen an die

Risikosteuerungs- und -controllingprozesse

bzw.

beziehungsweise

CPV

CreditPortfolioView

CVaR

Credit Value at Risk

d. h.

das heißt

DSGV

Deutscher Sparkassen- und Giroverband

EAD

Exposure at Default

ebd.

ebenda

EBIL

Einzelbilanzanalyse

EL

Expected Loss

et al.

et alii

etc.

et cetera

EU

Europäische Union

f.

folgend

ff.

fort folgende

gem.

gemäß

ggf.

gegebenenfalls

GuV

Gewinn- und Verlustrechnung

HGB

Handelsgesetzbuch

Hrsg.

Herausgeber

ICAAP

Internal Capital Adequacy Assessment Process

i. e. S.

im engeren Sinne

IIA

The Institute of Internal Auditors

IV


IIR

Deutsches Institut für Interne Revision e. V.

inkl.

inklusive

IRBA

Internal Rating Based Approach

i. w. S.

im weiteren Sinne

Jg.

Jahrgang

KWG

Kreditwesengesetz

LGD

Loss Given Default

MaRisk

Mindestanforderungen an das Risikomanagement

Mio.

Million

mVaR

marginaler Value at Risk

Nr.

Nummer

o. g.

oben genannte

PD

Probability of Default

RAP

Risk Adjusted Pricing

RAPM

Risk Adjusted Performance Measures

RARORAC

Risk Adjusted Return On Risk Adjusted Capital

Rn.

Randnummer

RORAC

Return On Risk Adjusted Capital

RORC

Return On Regulatory Capital

S.

Seite

sh.

siehe

sh. a.

siehe auch

SolvV

Solvabilitätsverordnung

SREP

Supervisory Review and Evaluation Process

SRP

Supervisory Review Process

Tz.

Teilziffer

u. a.

unter anderem

u.

und

VaR

Value at Risk

vgl.

vergleiche

z. B.

zum Beispiel

zzgl.

zuzüglich

V


1

Einleitung

Trotz erheblicher Belastungen der Ertragslage durch schlagend gewordene Kreditrisiken in

der Vergangenheit, zunehmendem Wettbewerbsdruck und auf niedrigem Niveau verharrender

Margen hat das Kreditgeschäft nach wie vor eine zentrale Bedeutung für die deutschen Kre-

ditinstitute. Das Kreditrisiko stellt für die Kreditinstitute in der Regel eine elementare Risiko-

kategorie dar und erfordert daher ein effektives Risikomanagement. Insbesondere Risikokon-

zentrationen in Kreditportfolien stellen eine Gefahr dar, da diese leicht zu wirtschaftlichen

Schwierigkeiten von Finanzinstituten führen können und die es deswegen zu vermeiden gilt.

Daher sind der wirtschaftliche Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit der Kreditinstitute mehr

denn je von der Beherrschung und Steuerung der Kreditrisiken abhängig.1

Die hohe Anzahl an Unternehmensinsolvenzen zu Beginn des Jahrzehnts und die zunehmen-

den bankaufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Kreditrisikomanagement haben die rasan-

te Entwicklung im Kreditrisikomanagement in den letzten Jahren geprägt. Zunehmend haben

mathematische und statistische Modelle Einzug in die Risikosteuerung gehalten, um eine

möglichst exakte Quantifizierung der Kreditrisiken zu ermöglichen. Denn nur die Kenntnis

der Risiken ermöglicht effektive Maßnahmen zum Schutz und zur Steuerung. Gleichzeitig

steigen mit den zunehmenden Anforderungen der Bankenaufsicht und dem Einsatz moderner

Verfahren auch die Anforderungen an die interne Revision. Denn die interne Revision wird

im Rahmen der Überarbeitung der Eigenkapitalvorschriften durch den Baseler Ausschuss

(Basel II) als integraler Bestandteil des Risikomanagements aufgefasst. Dabei hat die interne

Revision als unabhängige Kontrollinstanz insbesondere die Wirksamkeit und die Angemes-

senheit der eingesetzten Risikomanagementsysteme zu beurteilen.

Im Rahmen dieser Arbeit soll auf die wesentlichen Verfahren eines modernen Kreditrisiko-

managements eingegangen und wesentliche Prüfungsfelder sowie potentielle Herausforderun-

gen für die interne Revision herausgearbeitet werden. Dafür werden in Kapitel 2 zunächst die

Risiken des Kreditgeschäfts, der Kreditrisikomanagementprozess sowie die aufsichtsrechtli-

chen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen an das Kreditrisikomanagement dargestellt.

Des Weiteren wird auf die Risikostrategie als Ausgangspunkt des Risikomanagementprozes-

ses eingegangen. In Kapitel 3 werden anschließend die Methoden der Risikoquantifizierung

analysiert. Aufbauend auf der Risikoquantifizierung werden in Kapitel 4 die Risikotragfähig-

keit und Limitsysteme als wesentliche Steuerungsinstrumente sowie die laufende Über-

wachung der Risiken erörtert.

1

Vgl. Buttler/ Papenbrock (2007), S.1; Deutsche Bundesbank (2004), S. 83 f.; Mauksch/ Schindler/ Schmeis-

ser (2005), S. 9.

1



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