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Emotionen als Bestandteil der Informationsverarbeitung: Wechselwirkungen mit neuro-kognitiven Funktionen

Termpaper, 2005, 16 Pages
Author: Antje Reichert
Subject: Psychology - Cognition

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V133963
ISBN (E-book): 978-3-640-41624-0
ISBN (Book): 978-3-640-41251-8

Abstract

Die Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein, den Emotionen und der Seele bewegte von jeher das Interesse des Menschen. Täglich kommen wir mehrfach in den Genuss bzw. wir ertragen das Leid mit welchem unsere Gefühle einhergehen. Oftmals erscheint es uns, als wären wir der Willkür unserer Stimmungsschwankungen hilflos ausgeliefert. Doch was steckt hinter dieser Achterbahnfahrt zwischen Freude, Hass, Liebe, Zorn und Angst? Im Rahmen dieser Hausarbeit wird das Verhältnis von Emotionen und Kognition unter psychologischen Gesichtspunkten eingehender beleuchtet. Die Grundlage bildet in erster Linie „Das Netz der Gefühle“ von Joseph LeDoux. Der Autor ist 1949 geboren und derzeit als Professor am Center for Neural Science an der New York University tätig. Der Aufbau der Arbeit vollzieht sich in fünf Schritten. Im ersten Kapitel werden die für die Ausarbeitung relevanten Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt. Dies ist notwendig um eine einheitliche und verständliche Grundlage zu schaffen, weil die Thematik stark von subjektiven Meinungen, Einstellungen und alltagspsychologischem Wissen geprägt ist. Im anschließenden Abschnitt wird darauf eingegangen, wie sich Emotionen beim Menschen entwickeln. Dies bildet die Grundlage um im 4. Kapitel Emotion und Kognition gegenüberzustellen und die Frage zu klären, in welchem Verhältnis diese zueinander stehen. Im Anschluss wird auf die Möglichkeiten der Verarbeitung emotionaler Informationen eingegangen. In diesem Rahmen werden v.a. die von Joseph LeDoux aufgestellten Thesen erläutert. Schließlich folgt im letzten Abschnitt ein Resümee zum Buch „Das Netz der Gefühle“ und mein subjektiver Ausblick zu dieser Thematik.


Excerpt (computer-generated)

Emotionen als Bestandteil der Informationsverarbeitung:

Wechselwirkungen mit neuro-kognitiven Funktionen

Hausarbeit Wintersemester 04/05

LMU München

Department Psychologie

Allgemeine Psychologie I

Eingereicht von:

Antje Reichert

München, 12.03.2005


II

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1

2.

Definition und Abgrenzung der Begrifflichkeiten 1

3.

Die Entwicklung von Emotionen 3

4.

Emotion und Kognition 7

5.

Bewusste vs. unbewusste Verarbeitung emotionaler Information 8

6. Schlussbetrachtung

10

Literaturverzeichnis 12

Internetverzeichnis 13


1

1. Einleitung

Die Auseinandersetzung mit dem Bewusstsein, den Emotionen und der Seele bewegte von

jeher das Interesse des Menschen. Täglich kommen wir mehrfach in den Genuss bzw. wir

ertragen das Leid mit welchem unsere Gefühle einhergehen. Oftmals erscheint es uns, als

wären wir der Willkür unserer Stimmungsschwankungen hilflos ausgeliefert. Doch was

steckt hinter dieser Achterbahnfahrt zwischen Freude, Hass, Liebe, Zorn und Angst?

Im Rahmen dieser Hausarbeit wird das Verhältnis von Emotionen und Kognition unter

psychologischen Gesichtspunkten eingehender beleuchtet. Die Grundlage bildet in erster

Linie ,,Das Netz der Gefühle" von Joseph LeDoux. Der Autor ist 1949 geboren und derzeit

als Professor am Center for Neural Science an der New York University tätig.

Der Aufbau der Arbeit vollzieht sich in fünf Schritten. Im ersten Kapitel werden die für die

Ausarbeitung relevanten Begriffe definiert und voneinander abgegrenzt. Dies ist notwendig

um eine einheitliche und verständliche Grundlage zu schaffen, weil die Thematik stark von

subjektiven Meinungen, Einstellungen und alltagspsychologischem Wissen geprägt ist. Im

anschließenden Abschnitt wird darauf eingegangen, wie sich Emotionen beim Menschen

entwickeln. Dies bildet die Grundlage um im 4. Kapitel Emotion und Kognition

gegenüberzustellen und die Frage zu klären, in welchem Verhältnis diese zueinander

stehen. Im Anschluss wird auf die Möglichkeiten der Verarbeitung emotionaler

Informationen eingegangen. In diesem Rahmen werden v.a. die von Joseph LeDoux

aufgestellten Thesen erläutert. Schließlich folgt im letzten Abschnitt ein Resümee zum

Buch ,,Das Netz der Gefühle" und mein subjektiver Ausblick zu dieser Thematik.

2. Definition und Abgrenzung der Begrifflichkeiten

Wie bereits in der Einleitung angedeutet, ist die exakte Definition der im folgenden

verwendeten Begriffe von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Arbeit. Der

Grund für diese besondere Notwendigkeit ist darin zu sehen, dass wir uns seit Menschen-

gedenken mit unserem Bewusstsein auseinandersetzen. Es existiert also eine Vielzahl von

Begrifflichkeiten im Alltagsjargon sowie differenzierte Verwendungen in der wissen-

schaftlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema. Zusätzlich muss Berücksichtigung

finden, dass die evolutionsgeschichtliche Entwicklung des Menschen ebenfalls ihre Spuren

in der Betrachtung der Prozesse der Informationsverarbeitung hinterlassen hat.


2

Was ist überhaupt Informationsverarbeitung und wie funktioniert diese? Im Sinne einer

psychologischen Definition handelt es sich dabei um die ,,Bezeichnung für angenommene

oder erschlossene Prozesse, die den Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Gedächtnis,

Denken und Handeln bei der Bewältigung von Erkenntnisdefiziten oder bei der Lösung

von Problemen gewährleisten"1. Die Prozesse der automatischen (unbewussten)

Verarbeitung erfordern keine Aufmerksamkeit und sie sind nicht kapazitätslimitiert. Dies

bedeutet, dass im Rahmen der Automatizität nicht, die zur Erledigung anderer Aufgaben

verfügbare Kapazität reduziert werden muss. Ein Nachteil für die alltägliche Auseinander-

setzung besteht jedoch darin, dass das automatic processing in sich verändernden

Situationen nur schwer modifizierbar ist.2 Den Gegenpol zur vorgenannten Variante bildet

die kontrollierte (bewusste) Verarbeitung (controlled processing). Diese ist von limitierter

Kapazität, erfordert unsere Aufmerksamkeit und kann bei sich wandelnden Rahmenbedin-

gungen angepasst werden.3 Auf die Verarbeitung emotionaler Informationen wird im

fünften Kapitel noch detaillierter eingegangen.

Damit wir uns weiter der Aufgabenstellung nähern, möchte ich nun darauf eingehen, was

mit dem Begriff der neuro-kognitiven Funktionen gemeint ist. Unter kognitiver

Neurowissenschaft werden ,,Ansätze zusammengefasst, die sich auf Wahrnehmungs-,

Denk-, Gedächtnis- und Sprachfunktionen sowie ihre Nachbildung durch Computerpro-

gramme beziehen"4. Das Bewusstsein beschreibt das ,,individuelle Erleben mentaler

Repräsentationen. Seine Erklärung ist problematisch, da es sich um ein nur subjektiv

erfahrbares Phänomen handelt."5 Der Begriff Emotion stammt aus dem lateinisch ab und

bedeutet aufwühlen bzw. heraustreiben. Es ist die ,,Bezeichnung für psychophysiologische

Zustandsveränderungen, ausgelöst durch äußere Reize (Sinnenempfindungen), innere

Reize (Körperempfindungen) und / oder kognitive Prozesse (Bewertungen, Vorstellungen,

Erwartungen) im Situationsbezug"6. ,,Gewöhnlich werden Emotionen als Gefühle erlebt

und manchmal sind wir auch Willens oder in der Lage diese Gefühlserlebnisse anderen

1 Fröhlich, W. D. (2002), S. 239 f.

2 Vgl. Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 159.

3 Vgl. Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 166 und Zimbardo, P. G. (1995), S. 230.

4 Fröhlich, W. D. (2002), S. 314.

5 Müller, H. J. und Krummenacher, J. (2002), S. 216.

6 Fröhlich, W. D. (2002), S. 148.



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