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Subtitle: Die Romanze in der modernen spanischen Dichtung
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 19 Pages
Author: Pierre Dombrowski
Subject: Romance Languages - Spanish Studies
Details
Institution/College: University of Trier (Romanistik)
Year: 2008
Pages: 19
Grade: 1,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-41631-8
ISBN (Book): 978-3-640-41308-9
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Abstract
Wie der Titel dieser Arbeit aussagt, wird sie sich mit den Nachwirkungen der Romanze in der neueren spanischen Literatur befassen. Aufgrund des in einer Seminararbeit begrenzten Platzes, wird dies exemplarisch an einem Werk einer der Hauptgestalten der Generación del 98 geschehen. Die Rede ist von Antonio Machado (* 26. Juli 1875 Sevilla - † 22. Februar 1939, Collioure, Südfrankreich), der als Übersetzer, Französischlehrer und freier Schriftsteller in Paris, Soria, Baeza, Madrid, Segovia und Rocafort bei Valencia lebte. In der Mitte April 1912 erschienenen Erstauflage von Campos de Castilla (CC), die Machado unmittelbaren Erfolg und Lob von Autorenkollegen wie José Ortega y Gasset, José Martínez Ruiz („Azorín“) und Miguel de Unamuno einbrachte, nimmt eine Romanze einen großen Platz ein, um welche es in dieser Arbeit gehen soll: La tierra de Alvargonzález (LtdA). Diese Romanze ist seit 1912 fester Bestandteil der CC. Bevor es jedoch an eine eingehende Analyse dieser Romanze, oder vielmehr dieser Serie von Romanzen, geht, sollen im nächsten Teil der Arbeit zunächst einige Grundcharakteristika der Romanzengattung erarbeitet werden, um im darauf folgenden Teil eine Antwort auf die Fragestellung finden zu können, wie Antonio Machado die traditionelle Romanzenform durch LtdA in seine Zeit überführt hat. Behält er bei seinem Versuch, einen neuen „Romancero“ zu schreiben eher Traditionelles bei, oder dominieren in LtdA moderne Züge?
Excerpt (computer-generated)
Universität Trier, Fachbereich II - Romanistik / Spanische Philologie
Seminar: Spanische Romanzendichtung
Abgabetermin: 15. September 2008
Sommersemester 2008
Die Romanze in der
modernen spanischen Dichtung:
La tierra de Alvargonzález
von Antonio Machado
Verfasser: Pierre Dombrowski
Studiengang: Politikwissenschaft, Spanische Philologie (8. Semester), Psychologie
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
3
2. Die Romanze als literarische Gattung
4
2.1 Terminus und Ursprung
4
2.2 Metrik
5
2.3 Einteilung der Romanzen anhand thematischer Gesichtspunkte
6
3. Die Wiederentdeckung der Romanzendichtung
6
3.1 Die Romanzenforschung
7
3.2 Die Wiederentdeckung der Romanze durch die Generación del 98
7
4. La tierra de Alvargonzález von Antonio Machado
9
4.1 Das Romanzenverständnis Antonio Machados
9
4.2 La tierra de Alvargonzález
11
4.2.1 Strukturelle Aspekte von La tierra de Alvargonzález
11
4.2.2 Einordnung der Romanze in das Schaffen Machados
12
4.2.3 Inhaltliche Aspekte der Romanze
13
4.2.4 Die besondere Rolle der Erde in La tierra de Alvargonzález
14
5. Fazit
16
Literaturverzeichnis
18
2
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Seminars "Spanische Romanzendichtung"
angefertigt, welches im Sommersemester 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut
Köhler an der Universität Trier abgehalten wurde. Wie der Titel dieser Arbeit aussagt, wird
sie sich mit den Nachwirkungen der Romanze in der neueren spanischen Literatur befassen.
Aufgrund des in einer Seminararbeit begrenzten Platzes, wird dies exemplarisch an einem
Werk einer der Hauptgestalten der
Generación del 98
geschehen. Die Rede ist von Antonio
Machado (* 26. Juli 1875 Sevilla - 22. Februar 1939, Collioure, Südfrankreich), der als
Übersetzer, Französischlehrer und freier Schriftsteller in Paris, Soria, Baeza, Madrid, Segovia
und Rocafort bei Valencia lebte. Zur Einordnung seines lyrischen Schaffens findet sich der
folgende Satz in Kindlers Literaturlexikon: "Die Lyrik Antonio Machados zählt nach
weitgehend übereinstimmender Einschätzung zu den bedeutendsten und einflussreichsten
Manifestationen der spanischen Lyrik im 20. Jahrhundert."1 Als bedeutendste Werke des
Schriftstellers können
Soledades
(entstanden 1899-1907),
Campos de Castilla
(1907-1917),
Nuevas canciones. Cancionero apócrifo
(1924-1936) und
Poesías de la guerra
(1936-1939)
gelten.
In der Mitte April 1912 erschienenen Erstauflage von
Campos de Castilla
(CC), die Machado
unmittelbaren Erfolg und Lob von Autorenkollegen wie José Ortega y Gasset, José Martínez
Ruiz (,,Azorín") und Miguel de Unamuno
einbrachte, nimmt eine Romanze einen großen
Platz ein, um welche es in dieser Arbeit gehen soll:
La tierra de Alvargonzález
(LtdA). Diese
Romanze ist seit 1912 fester Bestandteil der
CC.
Bevor es jedoch an eine eingehende Analyse dieser Romanze, oder vielmehr dieser Serie von
Romanzen, geht, sollen im nächsten Teil der Arbeit zunächst einige Grundcharakteristika der
Romanzengattung erarbeitet werden, um im darauf folgenden Teil eine Antwort auf die
Fragestellung finden zu können, wie Antonio Machado die traditionelle Romanzenform durch
LtdA in seine Zeit überführt hat. Behält er bei seinem Versuch, einen neuen ,,
Romancero
" zu
schreiben eher Traditionelles bei, oder dominieren in LtdA moderne Züge?
1 Ulrich Prill, Das lyrische Werk Antonio Machados, in: Kindlers neues Literaturlexikon, CD-Rom, 1999.
3
2. Die Romanze als literarische Gattung
2.1 Terminus und Ursprung
Das Wort
Romance
stammt vom Lateinischen
romance fabulari
, was soviel bedeutet wie ,,das
in der romanischen Volkssprache Erzählte". Im
Diccionario de la Lengua Española
finden
sich folgende Definitionen unter dem Stichwort
Romance
:
1. Aplícase a cada una de las lenguas modernas derivadas del latín, como el
español, el italiano, el francés, etc.
2. Idioma español.
3. Novela o libro de caballerías, en prosa o en verso.
4. Combinación métrica de origen español, que consiste en repetir al fin de
todos los versos pares una misma asonancia y en no dar a los impares rima de
ninguna especie.
5. Sin calificativo, romance de versos octosílabos.
6. Composición poética escrita en romance.
7. Bachillerías, excusas.
Venirle a uno con romances
.
Romance corto
. El que
se compone de versos de menos de ocho sílabas.
Romance de ciego
. Romance
poético sobre un suceso o historia, que cantan o venden los ciegos por la calle.
Romance de gesta
. Según antigua denominación, romance popular en que se
referían hechos de personajes históricos, legendarios o tradicionales.
Romance
heroico o real
. El que se compone de versos endecasílabos. (...)2
Es lässt sich also eine Entwicklung von der bloßen Beschreibung der spanischen
Volkssprache, also des spanischen Romanisch, weiter zur Bezeichnung der Dichtung in dieser
Sprache und letztlich hin zum Terminus für literarische Gattungselemente (
octosílabos
,
assonierend in den geraden Versen) konstatieren. Allein schon etymologisch zeigt sich somit
für die
Romance
eine "besondere Verwurzelung im Boden der spanischen Sprache"3.
Der bedeutendste Erforscher der spanischen Romanzen, Ramón Menéndez Pidal, definiert
diese folgendermaßen: "
Los romances son poemas épico-líricos breves que se cantan al son
de un instrumento, sea en danzas corales, sea en reuniones tenidas para recreo simplemente
o para el trabajo en común."4
Neben diesem Charakteristikum als eng mit der Sphäre der
Musik verbundene "episch-lyrische Mischgattung"5 kann die Romanze laut Pedro Salinas
ferner als "
más pura expresión del carácter poético español
"6 gelten.
Zum Ursprung der Romanze stellt Ludwig Pfandl fest: "Die Geschichte der spanischen
Romanze ist weit davon entfernt, klar und eindeutig, frei von Zweifeln und Problemen zu
sein."7 Als wahrscheinlich kann jedoch den "großen Drei" der spanischen
Romanzenforschung zufolge - Manuel Milá y Fontanals, Marcelino Menéndez Pelayo und
2 Diccionario de la Lengua Española, Romance, RAE (Hg.), Editorial Cantábrica, Bilbao 1982, S.1408.
3 Ursula Böhmer, Die Romanze in der spanischen Dichtung der Gegenwart, Bonn 1965, S.8.
4 Ramón Menéndez Pidal, Flor nueva de romances viejos, Madrid 1976, S.9.
5 R.L. Wildbolz, Romanze, in: Otto Knörrich, Lexikon lyrischer Formen, Stuttgart 1992, o.S.
6 Leo Spitzer, Los romances españoles, in: Asomante 1 (1945), S.7-29, S.29, zitiert nach: Ursula Böhmer, Die
Romanze, a.a.O. , S.8.
7 Ludwig Pfandl, Spanische Romanzen, Halle 1933, S.1.
4
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