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(Religiöse) Angst und ihre Schwester, die Furcht sowie eines ihrer grausamen Ventile: die Hexenverfolgung

Scholary Paper (Seminar), 2006, 16 Pages
Author: Mag. Markus Löhnert
Subject: Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History

Details

Event: Von Lilith zum Vamp
Institution/College: University of Graz (Institut für Religionswissenschaft)
Tags: Angst, Hexenverfolgung
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V134269
ISBN (E-book): 978-3-640-41722-3
ISBN (Book): 978-3-640-41276-1

Abstract

Wer kennt sie nicht: furchtlose Heldinnen und Helden der Weltliteratur und Menschheitsgeschichte: angefangen bei Noah mit seiner Arche oder dem kleinen David, der den Philister Goliath mit seiner Steinschleuder besiegt, hinüber zu Jeanne D’Arc und ihrem tragischen Schicksal. Oder vielleicht weiter zu Frodo Baggins und seinen Gefährten, denen ihr Mut und ihre unbesiegbare Freundschaft zueinander den Sieg bescheren oder dem Kleinen Prinzen, der seine Feinde mit Weisheit zu besiegen weiß bis hin zu neuzeitlichen Heldinnen wie Hermione Granger, ohne deren Wissen, Mut und Hilfsbereitschaft die eigentlichen Helden gar keine wären. Wir alle bewundern, verehren, respektieren unsere Heldinnen und Helden, weil sie mit uns (und wenn auch nur scheinbar) eine zutiefst menschliche Schwäche nicht teilen: die Angst. Und selbst wenn sie diese zeigen, sind sie stets imstande, sie zu überwinden und zu einem größeren Zwecke einzusetzen, zum Wohle anderer, auf jeden Fall zum Wohle eines hehren Ziels, das sie ständig vor Augen haben. Die Überwindung dieser elementaren menschlichen Gefühlsregung der Angst bereitet vielen Menschen große, zum Teil sogar existenzielle Schwierigkeiten. Doch eigentlich ist die Angst eine ständige Begleiterin des Menschen durch seine Geschichte hindurch. Ihre Erscheinungsform und ihre Auslöser liegen an verschiedenen Orten und immer wieder kommt es vor, dass aus machtpolitischen und/oder religiösen Motiven die Angst absichtlich als Werkzeug zur Kontrolle missbraucht wird. In dieser kurzen Arbeit soll ein Überblick über die Angst und ihre Schwester, die Furcht, mit der sie im Alltagssprachgebrauch oft verwechselt wird, gegeben werden, anschließend folgt ein Kapitel über ein grausames Ventil der Angst, zum Großteil gegenüber Frauen: die Hexenverfolgung.


Excerpt (computer-generated)

Karl-Franzens-Universität Graz

Institut für Religionswissenschaft

SE: ,,Von Lilith zum Vamp"

Sommersemester 2006

(Religiöse) Angst und ihre Schwester, die Furcht

sowie eines ihrer grausamen Ventile: die Hexenverfolgung.

Seminararbeit

vorgelegt am

26. Juni 2006

von

Markus Löhnert

(Kath. Fachtheologie)


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

3

1.1 Die Angst und ihre Schwester, die Furcht

4

1.2 Angst als alltägliche Begleiterin im Mittelalter

7

1.3 Religiöse Angst

9

1.3.1 Frühmittelalter:

9

1.3.2 Hoch- und Spätmittelalter ­ Zeitalter des Teufels

12

2.0 Grausames Ventil der irrationalen Ängste ­ Die Hexenverfolgung

13

3.0 Resümee

14

4.0 Literaturliste

15

Seite 2


1.0 Einleitung

Wer kennt sie nicht: furchtlose Heldinnen und Helden der Weltliteratur und

Menschheitsgeschichte: angefangen bei Noah mit seiner Arche oder dem kleinen

David, der den Philister Goliath mit seiner Steinschleuder besiegt, hinüber zu Jeanne

D′Arc und ihrem tragischen Schicksal. Oder vielleicht weiter zu Frodo Baggins und

seinen Gefährten, denen ihr Mut und ihre unbesiegbare Freundschaft zueinander

den Sieg bescheren oder dem Kleinen Prinzen, der seine Feinde mit Weisheit zu

besiegen weiß bis hin zu neuzeitlichen Heldinnen wie Hermione Granger, ohne

deren Wissen, Mut und Hilfsbereitschaft die eigentlichen Helden von Hogwarts sich

vor lauter Furcht in die Hose machen würden. Wir alle bewundern, verehren,

respektieren unsere Heldinnen und Helden, weil sie mit uns (und wenn auch nur

scheinbar) eine zutiefst menschliche Schwäche nicht teilen: die Angst. Und selbst

wenn sie diese zeigen, sind sie stets imstande, sie zu überwinden und zu einem

größeren Zwecke einzusetzen, zum Wohle anderer, auf jeden Fall zum Wohle eines

hehren Ziels, das sie ständig vor Augen haben.

Die Überwindung dieser elementaren menschlichen Gefühlsregung der Angst

bereitet vielen Menschen große, zum Teil sogar existenzielle Schwierigkeiten. Doch

eigentlich ist die Angst eine ständige Begleiterin des Menschen durch seine

Geschichte hindurch. Ihre Erscheinungsform und ihre Auslöser liegen an

verschiedenen Orten und immer wieder kommt es vor, dass aus machtpolitischen

und/oder religiösen Motiven die Angst absichtlich als Werkzeug zur Kontrolle

missbraucht wird.

In dieser kurzen Arbeit soll ein Überblick über die Angst und ihre Schwester, die

Furcht, mit der sie im Alltagssprachgebrauch oft verwechselt wird, gegeben werden,

anschließend folgt ein Kapitel über ein grausames Ventil der Angst, zum Großteil

gegenüber Frauen: die Hexenverfolgung.

Seite 3


1.1 Die Angst und ihre Schwester, die Furcht

Schon der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief u.a. davon, dass die Liebe so

stark ist, dass sie alles aushält. (1 Kor 13). Bei allen unterschiedlichen Erfahrungen,

die wir auf dem Gebiet der Liebe machen, steht doch mit Gewissheit fest, dass sie zu

den stärksten Empfindungen gehört, zu denen ein Mensch fähig ist. Eine

Empfindung, die sich weder mit irgendwelchen Mitteln herstellen noch mit

irgendwelchen anderen Mitteln wieder vertreiben ließe oder für die es eine wirklich

rationale Begründung gäbe.

Auf der anderen Seite der Gefühlsskala gibt es wohl nur eine andere Empfindung, für

die man Ähnliches sagen könnte, nämlich die

Angst

. Sie entsteht auf eine nicht

selten diffuse Art und Weise, in Verbindung mit bestimmten Tageszeiten,

Lichtverhältnissen, Orten. Nicht selten kann es passieren, dass wir vor etwas oder

vor jemandem Angst haben, ohne genau begründen zu können, warum. Und selbst

wenn uns jemand versucht, diese Angst zu nehmen, indem er uns z.B. mehr über

etwas oder jemanden erzählt, verschwindet sie nicht einfach, sondern lässt erst

allmählich nach. Wie ihre Verwandte, die Liebe, braucht sie viel Zeit, um wieder das

Weite zu suchen, aber nur einen Augenblick, um von uns Besitz zu ergreifen.

Vertrauen, wohl das Grundelement von Liebe, baut sich genauso langsam auf wie

sich Misstrauen und Vorbehalte, zwei Elemente von Angst, wieder abbauen lassen.

Aber ist es immer Angst, die wir empfinden? Was ist der Unterschied zwischen Angst

und Furcht?

Würde man versuchen, die Erklärung für den Unterschied zwischen ,,Angst" und

,,Furcht" in einen einzigen Satz zu verpacken, so würde dieser wohl ungefähr so

lauten:

Man kann sich vor dem Mathelehrer fürchten, braucht deshalb aber vor der

Mathematik keine Angst zu haben

.

Seite 4



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