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Hausarbeit, 2000, 24 Seiten
Autor: Michael Seemann
Fach: Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Details
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (Sprache und Kommunikation)
Tags: Brecht, Juni, Lireratur, Geschichte
Jahr: 2000
Seiten: 24
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-19108-1
Dateigröße: 238 KB
Eine gut recharchierte Hausarbeit über Brecht und seine Befindlichkeiten zur Zeit des Arbeiteraufstandes am 17. Juni 1953 in der DDR. Schlüsselliteratur sind die Buckower Elegien.
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Brecht und der 17. Juni 1953
von Michael Seemann
Inhaltsangabe
1. Einleitung
1.1. Bertolt Brecht
1.2. Die Ereignisse am 17 Juni 1953
2. Brecht und der 17. Juni
2.1. Der Brief an Ulbricht
2.2. Brechts Meinung zum Umgang mit den Arbeitern
2.3. Brecht rechtfertigt sich
3. Der 17. Juni in den Buckower Elegien
3.1 Brechts Angst vor dem Faschismus
3.2. Brechts Reue
3.3. Brecht und die wiedergefundene Kritik
3.4. Brechts Festhalten am Regime
4. Schlussteil
4.1. Brechts Rückblick
4.2. Brecht und die Buckower Elegien
4.3. Brecht der Sozialist
1. Einleitung
1.1. Bertolt Brecht
Als Brecht um 1953 die Buckower Elegien schrieb, war er bereits allseits bekannt. Über Nationengrenzen hinweg spielte man seine Stücke und las seine Gedichte. Überall auf der Welt hatte er sich Bewunderer, aber auch Feinde geschaffen. Denn eines steht außer Frage: Brecht war nicht nur ein großer Schriftsteller, sondern auch ein Politikum.1 In einer politisch hochbrisanten Zeit stand er zwischen Ost und West, mitten im Zentrum, dem heißesten Punkt des kalten Krieges, in Berlin und vertrat eine Meinung, die beide Supermächte das Fürchten lehrte: Er rief auf zur Vernunft.2 Brecht schrieb Stücke von solch einer Brisanz, dass seine Person oftmals Thema in beiden deutschen Parlamenten wurde. Darüber hinaus wurde er zu einem politischen Sinnbild.3 Die Frage nach der politischen Gesinnung eines Mitbürgers wurde in weiten Kreisen auf die Frage reduziert: „Wie stehst Du eigentlich zu Brecht?“ Das Wichtigste ist aber: Brecht war Kommunist. Er lebte aus freier Entscheidung in der DDR und arbeitete dort mit einem außerordentlichen Eifer daran, den Sozialismus voranzutreiben. Er schrieb Propagandagedichte und versuchte den Menschen, vor allem den Arbeitern und den Bauern, die sozialistische Idee näher zu bringen. Die Erziehung des Menschen und dessen Aufklärung waren die Motoren seiner unermüdlichen Arbeit. Das alleine stand im Vordergrund für sein Tun und natürlich die Vernunft. Denn über sie versuchte er die Menschen zu erreichen und sie zu überzeugen. Ihm war es wichtig, dass die Menschen einsahen. Er wollte niemanden zwingen, oder gar verblenden. Derart repressive Mittel lagen ihm fern, darüber hinaus hatte er sie auch keinesfalls nötig. Seine Dichtkunst wusste zu beeindrucken, seine Sprache war klar und verständlich, seine Botschaften leicht zu extrahieren, außerdem logisch und vernünftig. Er legte außerordentlich viel Wert darauf verstanden zu werden und zwar von jedermann. Und doch ließ er es an lyrischen Anspruch nicht mangeln. Kaum ein Kritiker hatte es trotz Bertolt Brechts Umstrittenheit gewagt seine Dichtkunst anzuzweifeln4.
Was man aber mit Sicherheit sagen kann, ist dass Brecht von den Menschen, den Theatergängern in Ost und West, immer gefeiert wurde.5 Selbst während den Boykottversuchen in der Bundesrepublik kamen die Intendanten der Theater nicht an Brecht vorbei6 und immer wieder wurden seine Stücke ein herausragender Erfolg.7 Brechts Position als einer der größten Dramatiker der Nachkriegszeit ist heute unumstritten. Im folgenden werde ich in meiner Hausarbeit versuchen, Brechts politische Position vor allem anhand der Ereignisse am 17. Juni 1953 zu rekonstruieren. Ich werde Brechts aufgezeichnete Reaktionen auf diesen genannten Tag aufführen und anhand der vielen, in sich verschiedenen Aussagen, Brechts Standpunkt oder Standpunkte klarmachen. Insbesondere gehe ich dabei auf die „Buckower Elegien“ ein, die mir in diesem Zusammenhang als eine Art Schlüssel zu Brechts Einstellungen erscheinen.
1.2. Die Ereignisse am 17 Juni 1953
[...]
1 Vgl.: Müller, Kreuzzug gegen Brecht, S. 9 u.
2 Vgl.: Müller, Kreuzzug gegen Brecht, S. 7 o.
3 Vgl.: Müller, Kreuzzug gegen Brecht, S. 9
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