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Über Rhetorik und Philosophie im außermoralischen Sinn

Termpaper, 2001, 19 Pages
Author: Michael Seemann
Subject: Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Details

Event: Rhetorik und Philosophie
Institution/College: University of Lüneburg (Sprache und Kommunikation)
Tags: Rhetorik, Philosophie, Sinn, Rhetorik, Philosophie
Category: Termpaper
Year: 2001
Pages: 19
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V13445
ISBN (E-book): 978-3-638-19111-1

File size: 210 KB
Notes :
Eine ganz gute Arbeit über Nietzsche im Sprachphilosophischen Kontext.



Excerpt (computer-generated)


Über Rhetorik und Philosophie im außermoralischen Sinn

 

 

 

 


Autor: Michael Seemann

Inhaltsangabe

1 Einleitung: 4

1.1 Nietzsches Philosophie in groben Zügen 4

2 Der Text „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“ 6

3. Die Frage an den Text: Was hat das eigentlich mit Rhetorik und Philosophie zu tun? 12

3.1 Die Rhetorik als Metaphernbildung 12
3.2 Nietzsche und die Metapher 13
3.3 Über Wissenschaft und Kunst oder Suchen und Gestalten 14
3.4 Über Vernunft und Intuition oder Philosophie und Rhetorik 16
3.5 Nietzsches Position 17


 

 

1 Einleitung:

Ich werde meine Hausarbeit mit einem kurzen Abriss der Philosophie Nietzsches beginnen, um dessen Hauptgedanken in groben Zügen nachzuzeichnen. Im Hauptteil werde ich nah an dem zu behandelnden Text: „Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“ arbeiten, aber auch andere wichtige Schriften mit einbeziehen. Zum Schluss versuche ich, Nietzsche eine Position innerhalb der Rhetorik und Philosophie Debatte zu entlocken.

1.1 Nietzsches Philosophie in groben Zügen

Friedrich Nietzsche als Philosoph im herkömmlichen Sinn zu verstehen, wäre ein Fehler. Nietzsches Philosophie nicht als Philosophie ernst zu nehmen ein noch viel größerer. Als studierter Philologe war es eigentlich seine Profession sich mit altertümlichen Schriften zu befassen. Durch die ständige Konfrontation mit der Philosophie der Antike und den christlichen Schriften geriet er aber der Philosophie naturgemäß sehr nah. Erst die Schriften Schopenhauers weckten in ihm endgültig das Interesse für die Philosophie. Schopenhauer, selbst ein Außenseiter in der Welt der Philosophie, wurde zu einem Vorbild für Nietzsche. So kann man ihn zunächst als geistiges Kind Schopenhauers einordnen.1 Zum anderen war aber auch der berühmte Komponist Richard Wagner eines seiner großen Vorbilder. Seine Musik und auch seine Persönlichkeit inspirierten Nietzsche zu vielen seiner Schriften. Er selbst gab den antiken Philosoph Heraklit als sein philosophisches Vorbild an. Alleine schon diese merkwürdige Herangehensweise an die strenge Wissenschaft der Philosophie ließ ihn unter den Philosophen zu einem Einzelkämpfer werden. So hält sich Nietzsche auch an keinerlei anerkannte philosophische Tradition. Dichtend und denkend rollt er seine Weltanschauungen ohne jeglichen wissenschaftlichen Charakter aus. Den Inhalt kann man nicht nur als sehr eigenständig und aus der Rolle fallend bezeichnen, er ist beinahe eine Antiphilosophie. Anti- ist überhaupt ein treffender Ausdruck um das Nietzsche Denken zu charakterisieren. Es richtet sich nicht nur gegen die Metaphysik der bekannten Philosophie, sondern auch gegen das Christentum, den Feminismus, den Sozialismus, die Demokratie, den Intellektualismus, den Nationalismus und den Pessimismus.2 Kurzum: Gegen alle Werte, Normen und ethischen Grundbegriffe, auf denen die gesamte abendländische Kultur begründet ist. Er selbst sah sich auch als eine Art Werterevolutionär und sein Lebenswerk darin, alle Werte niederzureißen und auf ihren Ruinen neue, ehrlichere Werte zu erschaffen. Diese „Umwertung aller Werte3“ entsprang vor allem aus der Überlegung heraus, dass die sogenannte „Sklavenmoral“, die vom Menschen selbst geschaffen war, nur dazu diene, den Menschen einzuengen und seines wirklichen Willens zu berauben. Der Wille steht bei Nietzsche im Vordergrund seiner Theorien. Er begreift ihn als „Wille zur Macht“, der den Menschen als natürlicher Instinkt mitgegeben ist. Dieser Wille zur Macht ist in Nietzsches Augen der Hauptwesenszug des Menschen. Dieser aber kann sich nur gebührend entfalten, wenn er nicht den verlogenen und heuchlerischen Kräften der „Sklavenmoral“ ausgeliefert ist. Diese Überwindung der Moral erreicht der Mensch aus folgender Erkenntnis: “Gott ist tot.4“ Dieses meint, dass der Mensch erkennen soll, das es außer der uns sichtbaren und wahrnehmbaren Welt keine über, unter oder Nebenwelt gibt, an die er sich halten und klammern kann. Die Metaphysik, sei es in Form des Himmels des Christentums oder in Form der Welt der Ideale bei Platon, ist nach Nietzsche nur eine Verschleierung, ein verzweifelter Hoffnungsglaube der Schwachen an eine Metawelt, die als einzige die Wunden des Lebens auf der angeblich so grausamen irdischen Welt heilen kann. Diese Welt aus moralischen Restriktionen engt den menschlichen Horizont derart ein, dass er nicht mehr im Stande ist, außerhalb dieser Grenzen zu denken. Er selbst bemerkt diesen Tatbestand an sich selbst. So schreibt er an einen Freund: “Wenn ich nur den Muth hätte alles zu denken, was ich weiß...“.5 Für Nietzsche gibt es nichts Absolutes und somit auch keine Absolution. Der Mensch soll also erkennen, dass es nichts gibt außer ihn selbst und der Welt in der er lebt. Er macht ihn für sein Schicksal somit eigenverantwortlich. Wenn der Mensch sich also aufgrund dieser Erkenntnis von der Moral befreit, so hat er die nächste Evolutionsstufe erklommen und ist vom Menschen zum „Übermenschen“6 geworden. Der Übermensch ist zum Menschen das, was der Mensch zum Affen ist. Er steht dann „jenseits von Gut und Böse“7, wie er auch eine seiner Hauptschriften genannt hat. Dieser Übermensch ist für Nietzsche die einzig wahre Lebensform. Der einfache Mensch ist sozusagen nur der Übergang, die Zwischenstufe vom Tier zum Übermenschen. Wenn Gott, der Schöpfer des Menschen, also tot ist, so ist es der Mensch selbst, der seinen Platz einnimmt. Nun ist der Mensch also befreit und kann als solch ein Übermensch seine Kräfte voll entfalten und trotzt auch der schlimmsten aller erschreckenden Erkenntnisse: „Die Ewige Wiederkunft“8. Diese Theorie besagt, dass alle Geschichte immer nur aus Wiederholungen besteht. Der Mensch und auch die Menschheit durchlaufen immer wieder die gleichen Stadien. Seiner Meinung nach ist die Zeit unendlich, die Anzahl der Kombinationsmöglichkeiten aller vorhandenen Atome ist es nicht. Deshalb schließt er daraus, dass sich die Zustände zwangsläufig wiederholen müssen. Ein weiterer wesentlicher Punkt seiner Philosophie ist die Notwendigkeit der Symbiose von Apollinische und Dionysische9. Diese Begriffe sind auf die beiden griechischen Götter Apoll und Dionysos zurückgeführt. Apoll seht in der griechischen Mythologie für die Weisheit, die Ästhetik, die Wissenschaft und die Kunst. Dionysos hingegen ist der aufbrausende, gefühlsgeleitete Gott. Er steht für das rauschhafte im Menschen. Nietzsche selbst versuchte selber immer diese beiden Gegensätze in seinen Texten zu vereinen.

2 Der Text „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinn“

[...]


1 Vgl.: Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 364
2 Vgl.: Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 369
3 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 364
4 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 368
5 Stegmeier, Werner; Nietzsches Genealogie der Moral, S. 1
6 Nietzsche, Friedrich; Also sprach Zarathustra, S.10
7 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 365
8 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 370
9 Störig, Hans Joachim, Kleine Weltgeschichte der Philosophie, S. 365


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