Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Neue Zeugungsarten beim Menschen close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Neue Zeugungsarten beim Menschen

Subtitle: Drei Essays zu Barbara Duden, Dieter Birnbacher, Laura M. Purdy, Susan Dodds und Karen Jones

Essay, 2008, 20 Pages
Author: mag. Markus Luef
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Details

Category: Essay
Year: 2008
Pages: 20
Grade: 1
Language: German
Archive No.: V134517
ISBN (E-book): 978-3-640-42228-9
ISBN (Book): 978-3-640-42212-8

Abstract

2007/2008 hielt Katharina Lacina eine Ethikseminar an der Uni Wien mit dem Titel „New ways of making babies: Ethik in der Reproduktionsmedizin“ ab. Ich als Teilnehmer habe zu drei der angerissenen Themenkreise im Rahmen des Seminars Essays verfasst, die nun überarbeitet hier zusammengefasst erscheinen und natürlich alle mit den neuen Mutterschaftsmöglichkeiten in Verbindung stehen. Zu Barbara Duden muss kaum etwas gesagt werden, der erste Essay setzt sich mit ihrem Text Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Missbrauch des Begriffs Leben aus dem Jahre 1994 auseinander, wobei natürlich – Simulakrum! – auch Boudrillard ins Spiel gebracht werden soll. Auch beim zweiten Essay muss ein Berühmter herhalten: es geht um einen Text von Dieter Birnbacher - Schwangerschaft hirntoter Frauen. Logik medizinischer Konsequenzen? Das verspricht ja schon im Titel einige Brisanz und der Text nähert sich diesem Thema natürlich aus einer utilitaristischen Sichtweise an. Schließlich folgt noch ein Essay der doch mit einem Augenzwinkern gelesen werden will und sich an zwei Texten abarbeitet: an Laura M. Purdys Text Surrogate Mothering: Exploitation or Empowerment? aus dem Jahre 1989 (!), und an einem von Susan Dodds und Karen Jones, A Response to Purdy, aus dem gleichen Jahr. Also ebenfalls an Klassikern der modernen Moralphilosophie.


Excerpt (computer-generated)

Drei Essays zu

Barbara Duden,

Dieter Birnbacher,

Laura M. Purdy, Susan Dodds und Karen Jones.

Neue Zeugungsarten beim Menschen.






















Markus Luef





2


0. EINLEITUNG

3

1. UNGEBORENES SIMULAKRUM

4

2. GEDANKEN ZUM TAG: 21.11.2007, 11:15H ­ 12:45H

8

3. ...NICHT BLOß ALS MITTEL SONDERN ZUGLEICH ALS

ZWECK...

13



3

0. Einleitung

2007/2008 hielt Katharina Lacina eine Ethikseminar an der Uni Wien mit dem Titel

,,New ways of making babies: Ethik in der Reproduktionsmedizin" ab. Ich als

Teilnehmer habe zu drei der angerissenen Themenkreise im Rahmen des Seminars

Essays verfasst, die nun überarbeitet hier zusammengefasst erscheinen und

natürlich alle mit den neuen Mutterschaftsmöglichkeiten in Verbindung stehen.

Zu Barbara Duden muss kaum etwas gesagt werden, der erste Essay setzt sich mit

ihrem Text

Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Missbrauch des Begriffs Leben

aus dem Jahre 1994 auseinander, wobei natürlich ­ Simulakrum! ­ auch Boudrillard

ins Spiel gebracht werden soll.

Auch beim zweiten Essay muss ein Berühmter herhalten: es geht um einen Text von

Dieter Birnbacher -

Schwangerschaft hirntoter Frauen. Logik medizinischer

Konsequenzen?

Das verspricht ja schon im Titel einige Brisanz und der Text nähert

sich diesem Thema natürlich aus einer utilitaristischen Sichtweise an.

Schließlich folgt noch ein Essay der doch mit einem Augenzwinkern gelesen werden

will und sich an zwei Texten abarbeitet: an Laura M. Purdys Text

Surrogate

Mothering: Exploitation or Empowerment?

aus dem Jahre 1989 (!), und an einem von

Susan Dodds und Karen Jones,

A Response to Purdy,

aus dem gleichen Jahr. Also

ebenfalls an Klassikern der modernen Moralphilosophie.


4

1. Ungeborenes Simulakrum

Heutzutage funktioniert die Abstraktion nicht mehr nach dem Muster
der Karte, des Duplikats, des Spiegels und des Begriffs. Auch bezieht
sich die Simulation nicht mehr auf ein Territorium, ein referentielles
Wesen oder auf eine Substanz. Vielmehr bedient sie sich
verschiedener Modelle zur Generierung eines Realen ohne Ursprung
oder Realität, d.h. eines Hyperrealen.1

Was Boudrillard vor 30 Jahren definiert hat ist zugleich allgemeiner wie auch

spezifischer als Barbara Dudens Ansatz der Abbildung von Unsichtbaren, welchen

sie zehn Jahre später zu entwickeln beginnen wird. Spezifischer, weil Boudrillard sich

anfangs vor allem an einer Gotteskritik abarbeitet, also an einem Machtbegriff,

allgemeiner, weil in der Rückschau sein Entwurf gespenstisch prophetisch auf all

unsere Lebensbereiche zu wirken scheint, somit nicht nur Bilder, sondern einfach

alles mit Boudrillard ursprungslos gedacht werden kann. Simulakrum, französisch

simulacre,

erkärt Boudrillard seinem Essay vorgelagert, bedeutet ,,das Trugbild, das

Blendwerk, die Fassade, der Schein", und weiter, vom lateinischen simulacrum

kommend, eben ,,das Bild, das Abbild, das Bildnis, die Nachbildung, das Gebilde, die

Statue, das Götterbild, die Bildsäule, das Traumbild, der Schatten, das Gespenst."2


5

Somit sollte der Bezug zum

Frauenleib als öffentlicher Ort

erklärt sein. Barbara

Duden möchte den gegenwärtigen Blick auf nicht geborenes Leben in einen

historischen Bezug stellen, ihn gleichsam als ein hyperreales Simulakrum entlarven.

Wobei auch ihr Buch ­ welches sie selbst als ,,Essay ... der eindeutig keine ,Studie′

ist"3 bezeichnet ­ bei aller Aktualität auch schon als historisch bezeichnet werden

muss. Denn während einerseits die technischen Möglichkeiten für Bild gebende

Verfahren große Fortschritte verzeichneten, hat sich andererseits auch die

Aufnahmefähigkeit der Menschen in den letzten 13 Jahren seit Erscheinen des

Buches offensichtlich gewandelt. Secondlife.com, Digitalkameras und Egoshooters

seien nur erwähnt um den

sensual

oder

aesthetical turn

dieser Problematik

aufzuwerfen.

Was machen diese Bilder nun? Sie vermarkten Hyperreales als Reales, sie

verkehren Hervorbringendes und Hervorgebrachtes, Erzeugtes wird zu

Erzeugendem. Sie machen aus Nichts Etwas, und es ist wohl dieses generierte

Etwas, das zu interessieren hat. Das maschinell erzeugte Bild gibt sich die Maske

der objektiven Wissenschaftlichkeit, verschweigt aber gleichzeitig, dass auch die

dazu benötigten Apparaturen nur gemachte sind. Dass also nicht das menschliche

Auge oder reine Verstärker benutzt wurden, um etwas abzubilden, sondern zuerst

ein Produkt geschaffen, welches dann für das Auge aufbereitet wird. (Erinnert auch

an

L´Arivée d´un train en gare de la Ciotat

4 der Brüder Lumière: ,,La tradition veut

que l′image d′un train qui venait directement vers lui ait terrifié le public, criant et

courant vers l′arrière de la salle."5)

So wie immer schon vorher ein Begriff dessen vorhanden sein muss, was gewusst

werden soll, so muss wohl auch schon bereits eine Idee davon vorhanden sein, was

gesehen werden soll. Ob nun gelenkt und instrumentalisiert sei hier dahingestellt.

Dass die Sinne in sich selbst Geschichte haben und dass das Vorrecht des Auges

nicht zwingend sein müsste ist hinreichend bekannt ­ dennoch überprüft der Mensch

seine eigene Glaubwürdigkeit nicht oder zumindest nicht permanent, genauso wie er

der Dominanz des Visuellen kaum widerstehen kann. Selbst wenn er möchte ist dazu

Reflexion oder eine ungewöhnliche Wahrnehmungsleistung von Nöten. So haben

also errechnete Bilder, auch wenn sie gigantische Vergrößerungen dunkler,

unsichtbarer Gebiete darstellen, die Möglichkeit an eine Tradition anzuschließen: an

die der visuellen Überrumpelung. ,,Wer in Lennart Nilsons maulbeerförmigen



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/134517/neue-zeugungsarten-beim-menschen
please wait Please wait