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Lewis Carroll und seine Leidenschaft zur Fotografie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2008, 21 Pages
Author: Ina Göllnitz
Subject: English - History of Literature, Eras

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2008
Pages: 21
Grade: 2,5
Language: German
Archive No.: V135526
ISBN (E-book): 978-3-640-44138-9
ISBN (Book): 978-3-640-44156-3

Abstract

„Sie sagen, dass wir Fotografen bestenfalls eine blinde Rasse sind; dass wir lernen, selbst in die schönsten Gesichter gerade so zu schauen, als seien sie nur Licht und Schatten; dass wir selten bewundern und niemals lieben. Das ist ein Hirngespinst, mit dem ich gerne aufräumen würde – wenn ich nur eine junge Dame fotografieren könnte, die meinen Schönheitsidealen entspricht ....“(Kleinspehn, Thomas,1997, S. 94) Dieses Zitat verdeutlicht wie fasziniert Charles Lutwidge Dodgson zu seiner Zeit von dem neuen Medium Fotografie war. Hinter dem Namen Charles Lutwidge Dodgson, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Lewis Carroll, verbirgt sich ein sehr facettenreicher und talentierter Mann, der sowohl als Schriftsteller als auch als Mathematiker und Fotograf fungierte. Er ist Autor der erfolgreichen Bücher Alice’s Adventures in Wonderland (1865), Through the Looking-Glass, and What Alice Found There (1871) und dem Buch The Hunting of the Snark (1876). Seine Werke sind geprägt von Wortspielen, Fantasie, Logik und weltweit erfolgreich. Lewis Carroll wurde am 27. Januar 1832 in England geboren und wuchs gemeinsam mit seinen zehn Geschwistern in Daresbury auf. 1846 begann Carroll an der Rugby School seine Schulausbildung und machte im Jahr 1854 seinen Abschluss am Christ Church College in Oxford. Im Jahre 1856 begann er zu experimentieren mit der neuen Kunst Fotografie. Seine Begeisterung für Technik und für das neue Medium Fotografie war er seiner Zeit weit voraus. In der folgenden Arbeit soll es genau um diese neue Leidenschaft gehen, die Lewis Carroll im Jahre 1856 entwickelte. Um auf dieses Thema intensiver eingehen zu können, ist es von Nöten auf die Entstehungsgeschichte der Fotografie zurückzublicken. In den darauffolgenden Kapiteln wird dann speziell auf das Thema Lewis Carroll als Fotograf und auf seine Werke eingegangen. Es wird des weiteren auf die Entwicklungen seiner Motive und auf die Veränderungen eingegangen, die sich in Carrolls Karriere als Fotograf abspielten.


Excerpt (computer-generated)

Otto ­ von - Guericke Universität Magdeburg Institut für fremdsprachliche Philologien

Fachbereich Anglistik, Literaturwissenschaft

Hauptseminar: Lewis Carroll

Sommersemester 2007

Lewis Carroll und seine Leidenschaft zur

Fotografie

Ina-Maria Göllnitz-Pesth

6. Semester

LAG Englisch, Sport


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung 3

2

Die Geschichte der Fotografie 4

3

Fotografie als neues Medium 8

4

Lewis Carroll als Fotograf 8

5 Zusammenfassung 17

6 Abbildungsverzeichnis 19

7 Literatur 20

2


1 Einleitung

,,Sie sagen, dass wir Fotografen bestenfalls eine blinde Rasse sind; dass wir lernen, selbst in

die schönsten Gesichter gerade so zu schauen, als seien sie nur Licht und Schatten; dass wir

selten bewundern und niemals lieben. Das ist ein Hirngespinst, mit dem ich gerne aufräumen

würde ­ wenn ich nur eine junge Dame fotografieren könnte, die meinen Schönheitsidealen

entspricht "(Kleinspehn, Thomas,1997, S. 94)

Dieses Zitat verdeutlicht wie fasziniert Charles Lutwidge Dodgson zu seiner Zeit von dem

neuen Medium Fotografie war.

Hinter dem Namen Charles Lutwidge Dodgson, besser bekannt unter seinem Künstlernamen

Lewis Carroll, verbirgt sich ein sehr facettenreicher und talentierter Mann, der sowohl als

Schriftsteller als auch als Mathematiker und Fotograf fungierte.

Er ist Autor der erfolgreichen Bücher

Alice′s Adventures in Wonderland

(1865

), Through the

Looking-Glass, and What Alice Found There

(1871) und dem Buch

The Hunting of the Snark

(1876). Seine Werke sind geprägt von Wortspielen, Fantasie, Logik und weltweit erfolgreich.

Lewis Carroll wurde am 27. Januar 1832 in England geboren und wuchs gemeinsam mit

seinen zehn Geschwistern in Daresbury auf. 1846 begann Carroll an der Rugby School seine

Schulausbildung und machte im Jahr 1854 seinen Abschluss am Christ Church College in

Oxford.1

Im Jahre 1856 begann er zu experimentieren mit der neuen Kunst Fotografie. Seine

Begeisterung für Technik und für das neue Medium Fotografie war er seiner Zeit weit voraus.

In der folgenden Arbeit soll es genau um diese neue Leidenschaft gehen, die Lewis Carroll im

Jahre 1856 entwickelte. Um auf dieses Thema intensiver eingehen zu können, ist es von

Nöten auf die Entstehungsgeschichte der Fotografie zurückzublicken. In den darauffolgenden

Kapiteln wird dann speziell auf das Thema Lewis Carroll als Fotograf und auf seine Werke

eingegangen. Es wird des weiteren auf die Entwicklungen seiner Motive und auf die

Veränderungen eingegangen, die sich in Carrolls Karriere als Fotograf abspielten.

1 vgl. Cohen, Morton, 1989, S. xviii

3


2 Die Geschichte der Fotografie

Die Anfänge der Fotografie fallen in jene Zeit, als in der Malerei alle technischen Probleme

zur vollkommenen Wiedergabe der Realität gelöst waren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts

gab es keine Probleme hinsichtlich Perspektive, Licht- und Schattenspiel und mit der

Anatomie des Menschen. Somit war es möglich die Natur in ihrer gesamten Schönheit und

einzigartigen Vielfalt nahezu perfekt darzustellen und wiederzugeben. Die Perfektion dieser

Möglichkeiten führte jedoch bald zu einem Experimentieren über das exakte Abbild der

Natur, welches zum einem in Richtung Impressionismus anderseits in Richtung

Expressionismus führte.

Die Entwicklung der Fotografie dagegen erwies sich als nicht so leicht wie die der Malerei.

Aufgrund sehr langer Belichtungszeiten (teilweise bis zu 8 Stunden oder länger) war es

nahezu unmöglich bewegte Motive, wie Menschen und Tiere, darzustellen beziehungsweise

zu erfassen. Auch die Schönheit der Farbe konnte am Anfang der Fotografie nicht erfasst

werden und die Auflösungsqualität war nicht optimal. Die Schärfe und der Kontrast der

Bilder waren ebenfalls sehr miserabel. Doch aufgrund dieser Mängel lohnte es sich in dem

Bereich der Fotografie weitere Erfindungen zu entwickeln. Die erste Fotografie der Welt

stammt von dem Franzosen Nicéphore Niepce aus dem Jahre 1826. Die folgende Abbildung

zeigt das erste Foto der Welt. Durch eine Belichtungszeit von 8 Stunden ist das Bild von

beiden Seiten von der Sonne beschienen. Es stellt den Ausblick aus dem Fenster von Niepce′s

Arbeitszimmer in Le Gras dar. 2

Abbildung 1: Das erste Foto der Welt

Nièpce nannte sein Verfahren, mit dessen Hilfe er die ersten fotografischen Aufnahmen in der

Camera obscura machen konnte, Heliographie. Doch die asphaltbeschichteten Zinnplatten

erwiesen sich als zu wenig lichtempfindlich, so dass sie für eine allgemeine Verwendung

2 http://www.foto-faq.de/geschichte-fotografie.php Zugriff am 07.02.08 (13.28h)

4


noch nicht zu gebrauchen waren. Durch jahreslanges experimentieren und durch fehlende

wirtschaftliche Erfolge schrumpfte allmählich das gesamte Vermögen von Nièpce. Aufgrund

der enorm langen Belichtungszeit suchte er nach einem Geschäftspartner zur Verbesserung

seines Verfahrens. Bei seiner Suche stieß er auf den Geschäftsmann Louis Jacques Daguerre,

welcher sich ebenfalls mit der Fixierung von Bildern mit der Camera obscura beschäftigte. 3

Am 14. Dezember 1829 unterschrieben Nièpce und Daguerre einen Vertrag über eine

gemeinsame Zusammenarbeit. Die Dauer dieser Interessengemeinschaft wurde auf zehn Jahre

festgelegt, alle aus der Partnerschaft erwirtschafteten Erträge sollten geteilt werden.

Im Jahre 1831 machte Daguerre eine sehr wichtige Entdeckung. Er fand heraus, dass sich

Silberjodid für die Herstellung von Heliographien eignete. Doch leider verstarb Nicéphore

Nièpce an einem Schlaganfall 1833, so dass Daguerre von nun an auf sich allein gestellt war.

Auf Niepces Anraten experimentierte Louis Jacques Mandé Daguerre kurze Zeit später mit

jodierten Silberplatten, deren nur 15 Minuten dauernde Belichtung unter Quecksilberdampf

sichtbar und mit Hilfe von Kochsalz haltbar gemacht wurden. Er verbesserte dieses Verfahren

bis zum Jahre 1839 und stellte seine Daguerreotypie im selben Jahr der Öffentlichkeit vor.

Abbildung 2:

Nicéphore Niepce (1765- 1833)

Abbildung 3

Louis Jacques

Mandé Daguerre (1787- 1839)

Die Daguerreotypie ist jedoch sehr kostenintensiv und jedes Bild kann nur einmal hergestellt

werden - will man eine Kopie haben, so ist die nur dadurch zu bewerkstelligen, dass man das

Motiv gleich mit zwei Kameras ablichten musste. Diese beiden Umstände bringen das

Verfahren bald an seine Grenzen.

3 http://www.medienstudent.de Zugriff am 10.02.2008 (10.25Uhr)

5



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