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Das Sozialisationskonzept von Klaus Hurrelmann

Untertitel: Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit

Hausarbeit, 2009, 21 Seiten
Autor: Andreas Schober
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement

Details

Veranstaltung: Gesundheitswissenschaft
Institution/Hochschule: Hamburger Fern-Hochschule
Tags: Sozialisationskonzept, Hurrelmann, Gesundheit, Hausarbeit, Pflegemanagement, Gesundheitswissenschaft, HfH
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2009
Seiten: 21
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V135707
ISBN (E-Book): 978-3-640-43820-4
ISBN (Buch): 978-3-640-43841-9

Zusammenfassung / Abstract

Die Forderung von Gesundheit und die Vermeidung von Krankheit sind zentrale gesellschaftspolitische sowie gesundheitswissenschaftliche Themen der heutigen Zeit. Durch die Überbetonung der biomedizinischen Forschung tritt die Ursachenforschung, vor allem bei chronischen Krankheiten, in den Hintergrund. Das vorgestellte Sozialisationsmodell von Klaus Hurrelmann bezieht sich auf die sozialstrukturellen Zusammenhänge im Verlauf des Lebens. Trotz seiner Komplexität werden rasch die wechselseitigen Interaktionen und gegenseitigen Abhängigkeiten prägnant dargestellt. Die Bewältigung der Entwicklungsaufgaben in den jeweiligen Lebensabschnitten (Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter und Alter) wird durch die sozialen und personalen Bedingungen und deren jeweiligen Ressourcen direkt beeinflusst.


Textauszug (computergeneriert)

Hamburger Fern-Hochschule

Studiengang Pflegemanagement

Studienzentrum München

Studienfach Gesundheitswissenschaft

Hausarbeit zum Themenkomplex

Das Sozialisationskonzept von Klaus Hurrelmann

Zur Bedeutung der Sozialisation für die Gesundheit

Frühjahrssemester 2009

Andreas Schober

Abgabedatum: 21.02.2009


Inhalts- und Abbildungsverzeichnis

1 Einführung in die Thematik

3

2 Sozialisation und Gesundheit

3

2.1

Definitionen von Gesundheit und Krankheit

3

2.2

Arbeitsschwerpunkte der Gesundheitssoziologie

5

2.3

Das Modell der Sozialisationstheorie

6

2.3.1

Der soma-psycho-sozio-ökodynamische Ansatz

6

2.3.2

Das Konzept der Entwicklungsaufgaben

7

2.3.3

Die Komplexität des Sozialisationsmodells

8

3 Gesundheitsverhalten und Gesundheitsentwicklung

9

3.1

Die Schlüsselrolle des Gesundheitsverhaltens

9

3.2

Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren in der Kindheit

10

3.3

Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren in der Jugend

12

3.4

Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren im Erwachsenenalter

13

3.5

Gesundheitsbedingende Einflussfaktoren im Alter

15

4 Fazit und Ausblick

17

Abbildungen

Abbildung 1: Das Sozialisationsmodell

8

Abbildung 2: Die Schlüsselrolle des Gesundheitsverhaltens

10

Seite 2 / 20


1 Einführung in die Thematik

Gesundheit ist das höchste Gut. Diese alte Volksweise hat in den letzten Jahren

ungeahnte Bedeutung gewonnen. Zu Anlässen wie Geburtstagen, Jahreswech-

sel, oder Verabschiedungen wird Gesundheit gewünscht, doch was bezeichnet

diese Befindlichkeit, was wird darunter verstanden?

Einigkeit besteht darin, dass Gesundheit etwas Positives und Schönes ist und die

Abwesenheit von Krankheit beschreibt, wobei der Übergang von gesund zu

krank fließend ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) setzte 1946

durch ihre Definition von Gesundheit einen wichtigen ersten Impuls, der in der

wissenschaftlichen Diskussion einen intensiven Diskurs entfachte.

Dagegen wurde die Dominanz der Medizin durch die Strukturen der Krankenver-

sicherungssysteme und den Fokus auf die Krankenversorgung vorangetrieben.

Die Krankheitsversorgungversorgung stellt unter dieser pathogenetischen

Betrachtungsweise Symptome und Beschwerden der Menschen sowie deren

Behandlung in den Mittelpunkt, nicht aber deren Gesundheit.

Trotz der Neu- bzw. Wiederentstehung der Gesundheitswissenschaften in den

1970er Jahren in Deutschland ist das Modell der Gesundheitssoziologie von

Klaus Hurrelmann der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt. Im Folgenden soll

dieses nun zusammenfassend dargestellt und die Bedeutung für die Gesund-

heitswissenschaft erörtert werden.

2 Sozialisation und Gesundheit

2.1 Definitionen von Gesundheit und Krankheit

Die bisherigen Definitionen von Gesundheit und Krankheit sind geprägt von Ein-

seitigkeit und einer bestimmten disziplinären Logik. Ein Grund hierfür ist, dass

kaum ein Bezug der beiden Determinanten zu einander hergestellt wurde.

(K. HURRELMANN 2006a, 113)

Seite 3 / 20


Daraus können folgende Hypothesen zur Definition von Gesundheit abgeleitet

werden:

- Gesundheit ist im wissenschaftstheoretischen Sinne ein hypothetisches

Konstrukt.

- Es besteht keine Einigkeit über die Definitionen von Gesundheit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert in der Gründungsakte von

1946 Gesundheit wie folgt:

,,Gesundheit ist der Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen

Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen".

(WORLD HEALTH ORGANISATION deutsche Übersetzung)

Der Deutsche Gesundheitswissenschaftler Klaus Hurrelmann erläutert hierzu vier

kritische Anmerkungen: Im Zentrum der Definition sieht er die

subjektive Ein-

schätzung

und das persönliche Empfinden eines Menschen, außerdem wird Ge-

sundheit als

Idealstatus

und als

mehrdimensional

definiert. Zuletzt ist die

diamet-

rale Gegenüberstellung

von Gesundheit und Krankheit zu nennen.

(K. HURRELMANN 2006a, 117)

Geprägt von seiner sozialtheoretischen Profession stellt er in seinem Buch Ein-

führung in die Sozialisationstheorie folgende Definition von Sozialisation auf:

,,Sozialisation... bezeichnet den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer

biologischen Ausstattung versehene menschliche Organismus zu einer sozial

handlungsfähigen Persönlichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in

Auseinandersetzung mit den Lebensbedingungen weiterentwickelt. Sozialisation

ist die lebenslange Aneignung von und Auseinandersetzung mit den natürlichen

Anlagen, insbesondere den körperlichen und psychischen Grundmerkmalen, die

für den Menschen die ,,innerer Realität" bilden, und der sozialen und physikali-

schen Umwelt, die für den Menschen die ,,äußere Realität" bilden"

.

(K. HURRELMANN 2006b, 15-16)

Er wendet sich mit dieser Definition endgültig von den anpassungsmechanisti-

schen Vorstellungen Durkheims ab und geht davon aus, dass der Mensch durch

seine Umwelt stark beeinflusst wird, sie jedoch gleichzeitig mit eigenen Aktivitä-

ten mit gestaltet. (K. HURRELMANN 2006b, 14-15)

Seite 4 / 20


Mit diesem Hintergrund entwickelt Hurrelmann die Definition von Gesundheit der

WHO wie folgt weiter:

,,Gesundheit bezeichnet den Zustand des Wohlbefindens einer Person, der ge-

geben ist, wenn diese Person sich körperlich, psychisch und sozial in Einklang

mit den jeweils gegebenen inneren und äußeren Lebensbedingungen befindet.

Gesundheit ist nach diesem Verständnis ein angenehmes und durchaus nicht

selbstverständliches Gleichgewichtsstadium von Risiko- und Schutzfaktoren, das

zu jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt immer erneut hergestellt werden

muss.

Gelingt das Gleichgewicht, dann kann dem Leben Freude und Sinn abgewonnen

werden, ist eine produktive Entfaltung der eigenen Kompetenzen und Leistungs-

potentiale möglich und steigt die Bereitschaft, sich gesellschaftlich zu integrieren

und zu engagieren"

. (K. HURRELMANN 2006a, 7)

2.2 Arbeitsschwerpunkte der Gesundheitssoziologie

Der Begriff Gesundheitssoziologie ist noch wenig verbreitet, ganz im Gegensatz

zur Medizinsoziologie. Beide Disziplinen haben Bereiche, in denen sie sich über-

schneiden. Folgend werden nun die Arbeitsschwerpunkte der Gesundheitssozio-

logie kurz aufgezeigt:

- Soziale Bedingungsfaktoren für Gesundheit und Krankheit von einzelnen

Menschen und Gruppen von Menschen als Mittelpunkt ihres Erkenntnis-

interesses

- Beschäftigung mit Strukturen und Funktionen des Krankenversorgungs-

systems sowie die Analyse des gesamten Gesundheitssystems als zentra-

le gesellschaftliche Infrastruktursysteme

- Konzentration auf die Fragestellung, wie große Teilsysteme außerhalb des

Gesundheitssystems Einfluss auf die Gesundheits- und Krankheitsdyna-

mik nehmen (Bildung, Arbeit , Familie, Wohlfahrt Freizeit)

- Wissenschaftliche Ableitung der optimierenden Veränderungen der Be-

dingungsfaktoren im Gesundheitssystem, sowie die gesundheitsrelevan-

ten Bereiche anderer gesellschaftlicher Teilsysteme

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