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Hausarbeit, 1999, 22 Seiten
Autor: Andrea Hoesch
Fach: Pädagogik - Päd. Psychologie
Details
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Fachbereich Pädagogik)
Tags: Grundlagen, Schriftspracherwerbs, Sprachheilpädagogik
Jahr: 1999
Seiten: 22
Note: sehr gut
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-10837-9
Dateigröße: 86 KB
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Grundlagen des Schriftspracherwerbs
Andrea Hoesch
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärungen 2
2.1 ,,Lesen" als Teil des Schriftspracherwerbs 2
2.2 ,,Schreiben" als Teil des Schriftspracherwerbs 3
2.3 Zusammenhang von Schrift und Sprache 3
3. Die Situation des Kindes vor dem Schriftspracherwerb 4
3.1 Gegebenheiten des Kindes 4
3.1.1 Pädagogische Konsequenzen 5
3.2 Geistige Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb 5
3.3 Die Bedeutung der Beziehung zwischen Bedürfnis, Motivation, Emotion und Tätigkeit für den Schriftspracherwerb 6
3.3.1 Pädagogische Konsequenzen 6
4. Modelle des Schriftspracherwerbs 7
4.1 Klaus B. Günther: Ein Stufenmodell der Entwicklung kindlicher Lese- und Schreibstrategie 7
4.1.1 Grundannahmen des Modells 7
4.1.2 Der Aufbau des Modells 8
4.1.3 Pädagogisch - didaktische Konsequenzen 9
4.2 Hartmut Günther: Phonographisches Lesen als Kernproblem der Dyslexie3 10
4.2.1 Begriffsklärungen 10
4.2.1.1 Phonographisches Lesen 10
4.2.1.2 Dyslexie 10
4.2.1.3 Terminologie in der Strategiebezeichnung 10
4.2.2 Grundüberlegungen 11
4.2.3 Das Modell 11
4.2.3.1 Pädagogisch - didaktische Konsequenzen 12
5. Hans Brügelmann: Methoden des Schriftspracherwerbs 14
5.1 Ganzheitliche (analytische) oder einzelheitliche ( synthetische) Methode? - Ein Vergleich 14
5.1.1 Grundlagen der ganzheitlichen (analytischen) Methode. 14
5.1.1.1 Methodische Schwächen. 14
5.1.2 Grundlagen der einzelheitlichen (synthetischen) Methode 15
5.1.2.1 Methodische Schwächen 15
5.1.3 Zusammenfassende Beurteilung 15
5.1.4 Der Spracherfahrungsansatz - eine Alternative? 16
6. Schlußbetrachtungen 17
Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Verfolgt man neuere Untersuchungsergebnisse über die Lese- und Schreibfähigkeit von Schülern und jungen Erwachsenen in unseren Medien, klagen entsprechende Stellen (weiterführende Schulen, Arbeitgeber, Universitäten u.a.) immer wieder über auffallend große Defizite in diesen genannten Bereichen.
Das Lesen- und Schreibenkönnen entwickelt sich jedoch nicht von selbst beim Menschen. Es muß vielmehr in einem längeren Prozeß unter ganz bestimmten Bedingungen erworben und auch gepflegt werden. Gerade weil die Fähigkeit des Lesens und Schreibens für viele Menschen bereits eine Schlüsselfunktion zu persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung innerhalb der Gesellschaft darstellt, beschäftigen sich u.a. Schriftspracherwerbsforscher mit der Beschreibung jener Bedingungen, die dem Erwerb von Lesen und Schreiben zugrunde liegen.
In einem ersten Schritt wird versucht, dem kindlichen Entwicklungsstand vor dem Lesen- und Schreibenlernen Rechnung zu tragen, auf Probleme und Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb aufmerksam zu machen und über die Bedingungen und Voraussetzungen zu informieren, die für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb nötig oder förderlich sind. Danach soll ein kleiner Einblick in theoretische Modellvorstellungen über den Umgang des Kindes mit Schriftsprache vermittelt werden, um dann schließlich mögliche pädagogische Konsequenzen zu diskutieren.
2. Begriffsklärungen
2.1 ,,Lesen" als Teil des Schriftspracherwerbs
Für Menschen, die ohne Schwierigkeiten lesen können, scheint eine Begriffsklärung überflüssig zu sein. Es geht hier jedoch um eine Handlung, die in ihrer Komplexität erst einmal erfaßt werden muß, um das nötige Verständnis für Kinder zu entwickeln, die sich mehr oder weniger erfolgreich im Prozeß des Lesenlernens befinden.
Im Wesentlichen können zwei Dimensionen unterschieden werden, die sich letztendlich wieder aufeinander beziehen1: Die semantische Dimension richtet sich auf die Bedeutung von zu lesenden Wörtern oder Sätzen; der Sinn des Geschriebenen muß erfaßt werden. In einer zweiten, als technisch bezeichneten, Dimension geht es darum, optische Muster (Wortgruppen, Wörter, Buchstabengruppen, Satzzeichen) als solche wahrzunehmen und sie gleichzeitig in einen akustischen Zusammenhang zu stellen; d.h. die optisch erfaßten Zeichen werden innerlich verlautbart oder aber laut gelesen für alle Anwesenden hörbar nach außen gebracht.
Dementsprechend ist Lesen eine perzeptive Tätigkeit und in Verbindung mit produktivem Denken eine Möglichkeit der Welterschließung, der Kommunikation zwischen der Welt und dem Ich , die an die bestimmte Struktur der Schrift gebunden ist.
2.2 ,,Schreiben" als Teil des Schriftspracherwerbs
Doch wie steht es nun im Gegensatz dazu mit dem Schreiben?
Während beim Lesen die Zeichen entschlüsselt (enkodiert) werden müssen, ist es beim Schreiben anders. Hier werden Gedanken oder Gehörtes, verschlüsselt in schriftsprachliche Zeichen, zu Papier gebracht. Bekannte Wörter werden unter Berücksichtigung bestimmter graphischer Merkmale geschrieben, während das Schreiben unbekannter oder ungeübter Wörter mit Bezug auf erlernte Rechtschreibregeln erfolgt2. Schorch3 verweist in diesem Zusammenhang u. a. auf die Bedeutung des Handschreibens als Unterstützung von Denkprozessen. Dabei trennt er das Denken in sprechendes und schreibendes Denken, wobei das Schreiben eine Art Stützfunktion des Denkens einnimmt. In diesem Sinne ist Schreiben eine produktive Tätigkeit4. Es werden also gerade hier auditive, visuelle, kognitive und feinmotorische Fähigkeiten gefordert.5
[...]
1 Siehe auch: Gerhard Bethlehem: Praxis des Lesenlernens. 1. Aufl. Düsseldorf: Schwann 1984, S. 14 - 16.
2 Hans Brügelmann: Kinder auf dem Weg zur Schrift.4. Aufl., DGLS 1992,S. 84.
3 Günther Schorch (Hrsg.): Schreibenlernen und Schriftspracherwerb. Bad Heilbrunn/Obb: Julius Klinkhardt 1983, S. 7.
4 Siehe auch: Klaus B. Günther: Ein Stufenmodell der Entwicklung kindlicher Lese- und Schreibstrategien. In: Brügelmann, Hans (Hrsg.): ABC und Schriftsprache: Rätsel für Kinder, Lehrer und Forscher. Bremen: DGLS 1986, S. 32 ff..
5 Siehe auch: Gerhard Bethlehem: a.a.O., S. 103 ff..
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