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Subtitle: Warum leiden sozial Benachteiligte häufiger an psychischen Krankheiten? Eine Untersuchung anhand des Beispiels der Alten
Termpaper, 2008, 20 Pages
Author: Sadia Hübsch
Subject: Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Details
Tags: Depression;, psychische Krankheiten;, Soziologie;, Soziale Ungleichheit;
Year: 2008
Pages: 20
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-44714-5
ISBN (Book): 978-3-640-44672-8
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Abstract
1. Einleitung Wer im 21. Jahrhundert ein bewusstes und gesellschaftsgebundenes Leben führt, kommt nicht umhin zu bemerken, wie rasant sich die Gesellschaft entwickelt. Innovationen finden sich nicht nur in der Wirtschaft und der Technik, sondern auch im kulturellen Bereich. Während man früher die Frauen an Kirche, Küche und Kind zu binden wusste, sind berufstätige Mütter heute keine Seltenheit mehr. Alle scheinen vom Fortschritt zu profitieren. Die Frage ist, ob auch alle den progressiven Sprint durchhalten. Wenn wir uns in unserer Umwelt umschauen, so scheint alles auf Erfolg gemünzt zu sein. Nicht etwa aus Habgier, sondern weil dies die Regeln einer Leistungsgesellschaft sind – denn anscheinend gilt das Prinzip: Nur wer Leistung bringt, dem gebührt gesellschaftliche Anerkennung Wie aber steht es mit den sozial Benachteiligten? Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Phänomen der Altersdepression und Alterssuizidalität näher betrachtet werden. Inwiefern bewirken negative soziale Einflüsse bei alten Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit an Depressionen zu erkranken oder Suizid zu begehen? Es ist hinreichend bekannt, dass Depressionen nicht monokausal sind. Viele Faktoren spielen bei der Erkrankung eine Rolle, etwa die genetische Veranlagung oder auch das individuelle Vermögen mit Lebenskrisen umzugehen. Ebenso ist zu beachten, dass die Kausalitätskette auch hier gilt, d.h. verschiedene Faktoren, die nicht unmittelbar mit dem Phänomen zu tun haben, können mittelbare Faktoren beeinflussen. Dies alles kann in dieser Hausarbeit jedoch nicht berücksichtigt werden. Hier sollen nur die sozialen Ursachen für eine Erkrankung im hohen Alter behandelt werden, um den Rahmen nicht zu sprengen. Zunächst einmal werden die fundamentalen Begriffe „Soziale Benachteiligung“, „psychische Störung“ und das „Alter“ definiert, um eine Begriffsbasis zu schaffen. Danach werden die zwei Themen Depression und Suizidalität mit dem Alter in Verbindung gesetzt und statistisch erfasste Daten dargelegt. Es folgt schließlich eine Erläuterung der wesentlichen sozialen Faktoren, die mit den statistischen Untersuchungen einher gehen, um einen Kausalzusammenhang zwischen Krankheit und Gesellschaftseinflüsse herstellen zu können. In den Schlussbemerkungen sollen Zukunftsaussichten und Lösungsmöglichkeiten in kurzer Form geschildert werden. [...]
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Institut für Politikwissenschaft
Übung im Grundstudium: Soziale Ungleichheit
Sommersemester 2008
Alter Tage schwere Last
Warum leiden sozial Benachteiligte häufiger an psychischen Krankheiten?
Eine Untersuchung anhand des Beispiels der Alten
Studienfächer:
Politikwissenschaft (HF)
3. FS
Soziologie
(HF)
3.
FS
Inhaltsangabe
1. Einleitung 03
2. Begriffe erklärt 04
2.1 Soziale Benachteiligung 04
2.2 Alter 04
2.3 Psychische Störung 05
3. Feststellungen 05
3.1 Depression 06
3.2 Suizidalität 06
4. Gründe 09
4.1 Wandel der Familienstrukturen 10
4.1.1 Erwerbstätigkeit der Frau 10
4.1.2
Alleinlebend
11
4.1.3 Kleinere Familiennetzwerke 12
4.1.4
Kinderlosigkeit
12
4.2 Gesamtgesellschaftlicher Wandel 12
4.2.1 Finanzielle Unsicherheiten 13
4.2.2 Berufswelt 15
4.2.3 Die Darstellung der Alten in den Medien 15
5. Schlussbemerkungen 16
6. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Wer im 21. Jahrhundert ein bewusstes und gesellschaftsgebundenes Leben
führt, kommt nicht umhin zu bemerken, wie rasant sich die Gesellschaft
entwickelt. Innovationen finden sich nicht nur in der Wirtschaft und der Technik,
sondern auch im kulturellen Bereich. Während man früher die Frauen an
Kirche, Küche und Kind zu binden wusste, sind berufstätige Mütter heute keine
Seltenheit mehr. Alle scheinen vom Fortschritt zu profitieren.
Die Frage ist, ob auch alle den progressiven Sprint durchhalten. Wenn wir uns
in unserer Umwelt umschauen, so scheint alles auf Erfolg gemünzt zu sein.
Nicht etwa aus Habgier, sondern weil dies die Regeln einer
Leistungsgesellschaft sind denn anscheinend gilt das Prinzip: Nur wer
Leistung bringt, dem gebührt gesellschaftliche Anerkennung Wie aber steht es
mit den sozial Benachteiligten?
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll das Phänomen der Altersdepression und
Alterssuizidalität näher betrachtet werden. Inwiefern bewirken negative soziale
Einflüsse bei alten Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit an Depressionen
zu erkranken oder Suizid zu begehen? Es ist hinreichend bekannt, dass
Depressionen nicht monokausal sind. Viele Faktoren spielen bei der
Erkrankung eine Rolle, etwa die genetische Veranlagung oder auch das
individuelle Vermögen mit Lebenskrisen umzugehen. Ebenso ist zu beachten,
dass die Kausalitätskette auch hier gilt, d.h. verschiedene Faktoren, die nicht
unmittelbar mit dem Phänomen zu tun haben, können mittelbare Faktoren
beeinflussen. Dies alles kann in dieser Hausarbeit jedoch nicht berücksichtigt
werden. Hier sollen nur die sozialen Ursachen für eine Erkrankung im hohen
Alter behandelt werden, um den Rahmen nicht zu sprengen.
Zunächst einmal werden die fundamentalen Begriffe ,,Soziale Benachteiligung",
,,psychische Störung" und das ,,Alter" definiert, um eine Begriffsbasis zu
schaffen. Danach werden die zwei Themen Depression und Suizidalität mit dem
Alter in Verbindung gesetzt und statistisch erfasste Daten dargelegt. Es folgt
schließlich eine Erläuterung der wesentlichen sozialen Faktoren, die mit den
statistischen Untersuchungen einher gehen, um einen Kausalzusammenhang
zwischen Krankheit und Gesellschaftseinflüsse herstellen zu können. In den
Schlussbemerkungen sollen Zukunftsaussichten und Lösungsmöglichkeiten in
kurzer Form geschildert werden.
3
2. Definitionen
Für das bessere Verständnis werden grundlegende Begriffe dieser Hausarbeit
definiert und näher erläutert. Dabei geht es nicht um allumfassende
Begriffserklärungen, sondern um für diese Arbeit relevante Definitionen.
2.1 Soziale Benachteiligung
Soziale Benachteiligung gilt, wenn ,,bestimmten Gruppen der Zugang zu
gesellschaftlich anerkannten Werten (Prestige, höheres Einkommen, soziale
Sicherheit, Bildung) durch Schichtgrenzen und Diskriminierung verwehrt oder
erschwert ist und Macht, Einfluss und Besitz bei wenigen privilegierten Gruppen
konzentriert ist."1
In dieser Arbeit wird die Gruppe der Alten untersucht, die, vor allem, aber nicht
nur aus der Unterschicht stammen.
2.2 Alter
Das Alter ist an für sich nicht leicht zu definieren, da es unterschiedliche
Auffassungen, je nach Kultur und Situation, gibt. Ein 35jähriger Professor
erschiene uns jung, ein gleichaltriger Student jedoch alt. Genauso gibt es
verschiedene Meinungen darüber, ob das Alter biologisch oder psychologisch
ermittelt werden sollte.
Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen für uns jedoch 50jährige und (biologisch)
ältere Menschen relevant sein, die nicht mehr berufstätig sind.
Es ist nun geboten zu klären, inwiefern Alte in die Gruppe der sozial
Benachteiligten einzuordnen sind. Wenn man nach der o.g. Definition geht, so
handelt es sich um die gesellschaftlich bedingte Benachteiligung eines
Kollektivs. Das Alter eines Menschen ist nicht gesellschaftlich beeinflusst, wohl
aber der Umgang mit dem Alter. Alten werden biologisch gesehen zwar
bestimmte Aktivitäten erschwert, denn niemand kann mit 50 Jahren noch mit
Leistungssportlern mithalten eine soziale Benachteiligung liegt dennoch nicht
vor. Soziale Benachteiligung ist, wie der Begriff bereits klarstellt, sozial bedingt.
Somit fallen Alte nicht aufgrund ihres Alters in diese Gruppierung, sondern
wenn die Gesellschaft einen eigenwilligen Umgang mit dem Alter pflegt. Dies
1 Iben, Gerd 1993: Soziale Benachteiligung. In: Fachlexikon der sozialen Arbeit. Deutscher Verein für
Öffentliche und Private Fürsorge (Hrsg.). Frankfurt am Main. S. 846
4
kann sich durch verschiedene soziale Phänomene zeigen, im Falle dieser
Hausarbeit wird jedoch nur das Image der Alten in den deutschen Medien
untersucht.
2.3 Psychische Störung
,,In DSM-IV wird jede psychische Störung als ein klinisch bedeutsames
Verhaltens- oder psychisches Syndrom oder Muster aufgefasst, das bei einer
Person auftritt und das mit momentanem Leiden (z.B. einem schmerzhaften
Symptom) oder einer Beeinträchtigung (z.B. Einschränkung in einem oder in
mehreren wichtigen Funktionsbereichen) oder mit einem stark erhöhten Risiko
einhergeht, zu sterben, Schmerz, Beeinträchtigung oder einen tiefgreifenden
Verlust an Freiheit zu erleiden."2 Verständliche (z.B. bei Trauer) oder kulturell
bedingte Ursachen für eine bestimmte Reaktion, fielen jedoch nicht unter dem
Begriff. Erst wenn eine Verhaltensstörung, psychische oder biologische
Funktionsstörungen vorlägen, könne von einer psychischen Störung
gesprochen werden. Normabweichendes Verhalten (politische, religiöse oder
sexuelle Abweichung) fiele ebenso wenig in diese Kategorie, es sei denn das
normabweichende Verhalten habe seinen Ursprung in den o.g. Symptomen.
In dieser Hausarbeit wird v.a. die psychische Störung Depression in Verbindung
mit dem Alter gesetzt. Zusätzlich wird das Thema Suizidalität, aufgrund dessen
nahen Verwandtschaft zu psychischen Störungen, behandelt.
3. Feststellungen
Die Altersstruktur unserer Industriegesellschaft verzeichnete im Jahr 2005 etwa
ein Drittel der über 50jährigen Mitbürger, während für die Zukunft ein stetig
wachsender Anteil prognostiziert wird.3 Forstmeier und Maercker fanden
heraus, dass nahezu jede/r Zweite über 70Jährige an irgendeiner Form von
psychischer Störung leidet.4
2 DSM-IV-TR, deutsche Ausgabe S. 979, zitiert nach:
http://www.verhaltenswissenschaft.de/Psychologie/Psychische_Storungen/psychische_storungen.htm
16.10.2008
3 Meier, Bernd, Schröder, Christoph 2007: Altern in der modernen Gesellschaft. Köln. S. 16
4 Forstheimer, Simon, Maercker, Andreas 2008: Probleme des Alterns. S. 22
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