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Zur Bedeutung des Wohnraumes - Die dingliche Wohnumgebung als Medium der Selbstdarstellung

Scholary Paper (Seminar), 2002, 31 Pages
Author: Bisrat Wolday
Subject: Communications: Miscellaneous

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 31
Grade: gut
Language: German
Archive No.: V13612
ISBN (E-book): 978-3-638-19223-1

File size: 182 KB


Excerpt (computer-generated)

Seminar : PS Kommunikation und Kultur
SoSe 2002
Institut für Publizistik

Zur Bedeutung des Wohnraumes
Die dingliche Wohnumgebung als Medium der Selbstdarstellung

vorgelegt von:
Bisrat Wolday

 

1 Einleitung  3

2 Die Bedeutung des Begriffs „wohnen“ 4

3 Die Bedeutung der dinglichen Wohnumgebung in ihrer Gesamtheit  5
3.1 Das Konzept der Ortsidentität (place-identity)  5
3.2 Die Funktionen der Ortsidentität (place-identity) 7
3.3 Die Wohnung als Medium der Selbstdarstellung  9
3.4 Störung der Wohnbedürfnisse  14

4 Die Bedeutung der einzelnen Objekte der dinglichen Wohnumgebung  16
4.1 Die Objekte der dinglichen Wohnumgebung als Kommunikationsmedium  16
4.2 Auswahl der einzelnen Objekte der dinglichen Wohnumgebung  21
4.3 Bindung an Objekte  26

5 Schluss  29

6 Literatur  30

 

1 Einleitung

Vergleicht man die verschiedenen epochen- und kulturspezifischen Ausformungen des Wohnens fällt auf, dass ihnen eine Funktion doch immer gemein bleibt, nämlich jene des physischen Schutzes. Von jeher suchen Menschen in Behausungen, seien es nun Höhlen, Burgen oder Reihenhäuser, Schutz vor den Widrigkeiten der Natur, vor den Witterungsverhältnissen und wilden Tieren. Diese physische Schutzfunktion allein würde die menschliche Behausung jedoch weder von einer Bärenhöhle, noch von einem Fuchsbau unterscheiden. Die Bedeutsamkeit der Behausung für den Menschen muss demnach über diese Funktion hinausgehen. Im Rahmen dieser Hausarbeit werde ich versuchen, Kenntnisse über die Bedeutung des Wohnens für ein Individuum zusammenzutragen, welche Aufschluss darüber geben, welche Funktionen der private Wohnraum, über jene des Schutzes vor physikalischen Einflüssen hinaus, zu erfüllen vermag. Aufgrund der, den Rahmen dieser Hausarbeit sprengenden Fülle an Funktionen, welche dem privaten Wohnraum zugeschrieben werden, treffe ich im Hinblick an die nachstehende Zielsetzung eine Auswahl aus dieser Menge. Ziel der Hausarbeit ist es verschiedene Erklärungsansatze zusammenzubringen, welche beantworten können, weshalb das Zuhause, im Gleichgewicht mit einem außerhäuslichen Aktionsradius, eine grundlegende Vorrausetzung für das seelische Wohlbefinden darstellt.

Zu diesem Zweck habe ich den Hauptteil in zwei Bereiche untergliedert. Im ersten Teil werde ich mich mit der Bedeutung der dinglichen Wohnumgebung in seiner Gesamtheit beschäftigen und in Anbetracht dessen, zwei sich ergänzende Erklärungsansätze vorstellen, welche Aufschluss über die Funktion, wie auch den Stellenwert der Wohnumwelt geben. Um der beschriebenen Zielsetzung gerecht zu werden, schließe ich diesem ersten Abschnitt eine Betrachtung der dinglichen Wohnumgebung auf der Ebene der einzelnen Objekte im zweiten Teil an. Wobei ich zunächst auf die kommunikativen Fähigkeiten von Objekten eingehe und über die Motive zur Auswahl der Einrichtung, den Bogen zur Darstellung der Bindung an Objekte spannen möchte. Bevor ich jedoch zu diesen Ausführungen komme erscheint es mir wichtig, eine Klärung des Begriffes „wohnen“ voranzustellen.

2 Die Bedeutung des Begriffs „wohnen“

Was der Begriff „wohnen“ beschreibt und was „wohnen“ ist, suchte Martin Heidegger1, mit Hilfe eines Rückgriffs auf das althochdeutsche Wort „buan“ zu beantworten. Der Begriff „buan“ lässt sich sowohl mit „bauen“, wie auch „wohnen“ übersetzen und enthält gleichzeitig einen Hinweis auf den Stellenwert, welcher diesen beiden Tätigkeiten eingeräumt wird. Als mit „buan“ verwandt gibt Heidegger die althochdeutsche Bezeichnung von „sein“ an: „Bauen, buan, bhu, beo ist (...) unser Wort „ bin“ in den Wendungen: ich bin, du bist, die Imperativform bis, sei.“2 Demnach entsprechen die Aussagen: ich bin, du bist, den Äußerungen: ich wohne, du wohnst. Aus diesem Sachverhalt schlussfolgert Heidegger, dass implizit das Wohnen mit dem menschlichen Dasein, im Sinne des Aufenthaltes der Menschen auf der Erde, gleichgesetzt wurde.

Die heute übliche Trennung des Daseins auf der Welt vom Wohnen resultiert vorrangig aus der Vergrößerung des individuellen Wahrnehmungshorizontes. Während vor der ersten Jahrtausendwende die Kenntnis“ der Welt“ in der Regel auf die nähere Umgebung und den selbst erfahrenen Lebensraum beschränkt war, welcher gleichzeitig den Wohnort darstellte, erweiterte sich dieser Bereich mittlerweile auf eine globale Dimension. Dies führte zur Reduktion des Wohnens auf die eigentliche häusliche Umgebung.3

3 Die Bedeutung der dinglichen Wohnumgebung in ihrer Gesamtheit

Die vorangehend ausgeführte Bedeutungszuweisung des Begriffs „wohnen“ lässt schon darauf schließen, dass der Stellenwert des Wohnens über Funktionen, wie Schutz vor physikalischen Einflüssen, Unterkunft, Schlafmöglichkeit und Stauraum für persönliche Dinge, hinausreicht.

E. Goffman4 wie auch C. Cooper5 weisen auf Parallelen zwischen der Bedeutung von „Kleidung“ und der „Wohnungseinrichtung“ hin, die sie zu unterschiedlichen, einander ergänzenden Erklärungsansätzen führt auf die ich im Folgenden eingehen möchte.

3.1 Das Konzept der Ortsidentität (place-identity)

[....]


1  Heidegger, 1967, S. 19
2  ebd., S. 21
3  ebd., S. 19 ff
4  Goffman, 1973
5  Cooper, 1976


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