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Die Bedeutung einer gesunden Ernährung im Kindes- und Jugendalter

Examination Thesis, 2002, 84 Pages
Author: Stefanie Krone
Subject: Nutritional Science

Details

Institution/College: University of Paderborn
Category: Examination Thesis
Year: 2002
Pages: 84
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V136198
ISBN (E-book): 978-3-640-43599-9
ISBN (Book): 978-3-640-43607-1

Abstract

In dieser Arbeit, mit dem Titel „Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils im Kindes- und Jugendalter“, beschäftige ich mich vorrangig mit zwei Lebensstilfaktoren, welche die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft stark beeinflussen können. Dies sind die Ernährung und die Bewegung, welche dem Bereich der körperlichen Gesundheit zuzuordnen sind. Ich möchte in dieser Arbeit darstellen, welche Bedeutung eine ausgewogene und vollwertige Ernährung für die Gesundheit von jungen Menschen im Kindes- und im Jugendalter, aber auch nachwirkend für ihr späteres Leben im Erwachsenenalter hat. Einen Überblick über eine vollwertige Ernährung geben die anfangs von mir dargestellten zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Nachfolgend beschäftige ich mich mit der Bedeutung der Aufnahme von verschiedenen Nährstoffen und den einzelnen Aufgaben dieser Nährstoffe im noch reifenden Organismus eines Kindes oder eines Jugendlichen. Weiterhin werden im Rahmen des Punktes „Ernährungskreis“ die zu diesem gehörenden sieben verschiedenen Lebensmittelgruppen und ihr Einfluss auf den kindlichen, beziehungsweise jugendlichen Organismus von mir beschrieben. Das Rauchen von Zigaretten und der Konsum von Alkohol weisen bei Heranwachsenden, im Besonderen bei Kindern, auf eine große gesundheitliche Gefährdungen hin. Dass diese Faktoren nicht zu einem gesunden Lebensstil dazugehören und wie Eltern ihre Kinder vor dem Tabak- und Alkoholkonsum schützen können, erläutere ich zudem. Die aktuelle Lage der Bewegungswelt von Kindern und Jugendlichen zeigt deutliche Defizite auf. Doch eine ausreichende Bewegung gehört zu einem gesunden Lebensstil dazu. Im Rahmen der Bedeutung des Bewegungsfaktors auf die Gesundheit von Heranwachsenden beschäftige ich mich mit dem Einfluss von Bewegung, Sport und vor allem körperlich aktivem Spiel auf die kindliche Entwicklung.


Excerpt (computer-generated)

1

Inhaltsverzeichnis

1.

Einleitung 3

2. Die Bedeutung der Ernährung im Rahmen eines gesunden Lebensstils im

Kindes- und im Jugendalter 5

2.1

Die Bedeutung verschiedener Nährstoffe für das Kind und den

Jugendlichen 7

2.1.1 Eiweiß 8

2.1.2 Fett 9

2.1.3 Kohlenhydrate 10

2.1.4 Vitamine 11

2.1.5

Mineralstoffe und Spurenelemente 13

2.1.6 Ballaststoffe 15

2.1.7 Wasser 16

2.2

Der Ernährungskreis 17

2.2.1

Gruppe 1: Getreide, Getreideprodukte, Kartoffeln,

Kartoffelprodukte 18

2.2.2

Gruppe 2: Gemüse und Hülsenfrüchte 20

2.2.3

Gruppe 3: Obst 21

2.2.4

Gruppe 4: Getränke 23

2.2.5

Gruppe 5: Milch und Milchprodukte 24

2.2.6

Gruppe 6: Fleisch, Wurst, Fisch und Eier 26

2.2.7

Gruppe 7: Fette und Öle 28

2.3

Die Bedeutung der einzelnen Mahlzeiten im Kindes- und Jugendalter 30

2.3.1 Das

Frühstück 31

2.3.2

Die erste Zwischenmahlzeit: Das Frühstück in der Schule 34

2.3.3

Die zweite Zwischenmahlzeit: Der Nachmittagsimbiss 36

2.3.4

Das Mittag- und das Abendessen: Eine warme Mahlzeit und eine

Brotmahlzeit 37

2.4

Spezielle Kinderlebensmittel und die Nährstoffanreicherung in der

Ernährung von Heranwachsenden 40

2.5

Die Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung für Kinder und

Jugendliche 43


2

2.6 Verschiedene

ernährungsbedingte Krankheiten im Kindes- und

Jugendalter

als

Folge

einer Fehlernährung 46

2.6.1 Karies 46

2.6.2 Das

Übergewicht 49

2.6.3 Bluthochdruck 52

2.6.4 Erhöhter

Cholesterinspiegel 53

2.6.5 Diabetes 54

3. Das Rauchen im Kindes- und Jugendalter 56

3.1

Die gesundheitlichen Folgen des Passivrauchens 57

3.2

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens 58

3.3

Primärprävention für Kinder und Jugendliche 59

4. Der Konsum von Alkohol im Kindes- und Jugendalter 60

4.1

Die gesundheitlichen Auswirkungen des Alkoholkonsums bei Kindern.. 61

4.2

Die gesundheitlichen Folgen des Konsums von Alkohol bei

Jugendlichen 61

4.3

Primärprävention für Kinder und Jugendliche 62

5. Die Bedeutung von Bewegung im Rahmen eines gesunden Lebensstils im

Kindes- und im Jugendalter 64

5.1

Die Bedeutung von Bewegung, Sport und Spiel für die kindliche

Entwicklung 65

5.2

Der Bewegungsmangel als ein gesundheitliches Risiko im Kindesalter ... 66

5.3

Die gesundheitliche Bedeutung von Bewegung und Sport im

Jugendalter 68

5.4

Das Sport- und Bewegungsverhalten im Kindes- und im Jugendalter ­

Über die aktuelle Lage 70

5.5

Der Sportunterricht und das sportliche Training in der Freizeit aus

sportmedizinischer

Sicht 72

5.6

Das Konzept der ,,Bewegten Schule" 73

6. Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - Der Einfluss von

Fernsehgewohnheiten 76

7.

Schlussbetrachtung 80

8.

Literaturverzeichnis 82


3

1. Einleitung

In dieser Arbeit, mit dem Titel ,,Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils im

Kindes- und Jugendalter", beschäftige ich mich vorrangig mit zwei

Lebensstilfaktoren, welche die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in unserer

Gesellschaft stark beeinflussen können. Dies sind die Ernährung und die Bewegung,

welche dem Bereich der körperlichen Gesundheit zuzuordnen sind. Weitere

Lebensstilfaktoren, welche für die Gesundheit der Heranwachsenden ebenfalls von

großer Bedeutung sind, gehören den Bereichen des psychischen und des sozialen

Wohlbefindens an. Diese Faktoren spare ich aus.

Ich möchte in dieser Arbeit darstellen, welche Bedeutung eine ausgewogene und

vollwertige Ernährung für die Gesundheit von jungen Menschen im Kindes- und im

Jugendalter, aber auch nachwirkend für ihr späteres Leben im Erwachsenenalter hat.

Einen Überblick über eine vollwertige Ernährung geben die anfangs von mir

dargestellten zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Nachfolgend

beschäftige ich mich mit der Bedeutung der Aufnahme von verschiedenen

Nährstoffen und den einzelnen Aufgaben dieser Nährstoffe im noch reifenden

Organismus eines Kindes oder eines Jugendlichen. Weiterhin werden im Rahmen des

Punktes ,,Ernährungskreis" die zu diesem gehörenden sieben verschiedenen

Lebensmittelgruppen und ihr Einfluss auf den kindlichen, beziehungsweise

jugendlichen Organismus von mir beschrieben. Es folgt eine Darstellung der

einzelnen, über den Tag verteilt einzunehmenden Mahlzeiten: Das Frühstück, die

beiden Zwischenmahlzeiten, die warme Mahlzeit, welche hierzulande meist das

Mittagessen darstellt, und die Brotmahlzeit, in unserer Gesellschaft meistens das

Abendessen. Weiterhin gehe ich näher auf die bei Kindern, Jugendlichen und deren

Eltern mittlerweile immer beliebter werdenden speziellen Kinderlebensmittel und

nährstoffangereicherten Lebensmittel ein. Zum Schluss der Behandlung des

Ernährungsfaktors stelle ich die Vor- und Nachteile einer vegetarischen Ernährung

im Kindes- und im Jugendalter und verschiedene ernährungsbedingte Krankheiten,

wie zum Beispiel Karies, Übergewicht oder Bluthochdruck, dar.

Das rauchen von Zigaretten und der Konsum von Alkohol weisen bei

Heranwachsenden, im Besonderen bei Kindern, auf eine große gesundheitliche

Gefährdungen hin. Dass diese Faktoren nicht zu einem gesunden Lebensstil


4

dazugehören und wie Eltern ihre Kinder vor dem Tabak- und Alkoholkonsum

schützen können, erläutere ich zudem.

Die aktuelle Lage der Bewegungswelt von Kindern und Jugendlichen zeigt deutliche

Defizite auf. Doch eine ausreichende Bewegung gehört zu einem gesunden

Lebensstil dazu.

Im Rahmen der Bedeutung des Bewegungsfaktors auf die Gesundheit von

Heranwachsenden beschäftige ich mich mit dem Einfluss von Bewegung, Sport und

vor allem körperlich aktivem Spiel auf die kindliche Entwicklung. Weiterhin wird

auf die gesundheitlichen Risiken eines Bewegungsmangels eingegangen. Doch nicht

nur für Kinder, sondern auch für Jugendliche ist die Bewegung, hier meist durch den

Sport vertreten, von großer Bedeutung für das Wohlbefinden. Wie sich das

Bewegungsverhalten dieser Altersgruppen zur Zeit darstellt und wie das Konzept der

,,Bewegten Schule" versucht dem entgegenzuwirken, stelle ich außerdem dar.

Bei dem letzten Punkt dieser Arbeit zeige ich anhand von verschiedenen Studien den

Zusammenhang zwischen dem Übergewicht von heute vielen Kindern und

Jugendlichen und ihren Fernsehgewohnheiten auf.


5

2. Die Bedeutung der Ernährung im Rahmen eines gesunden
Lebensstils im Kindes- und im Jugendalter

Kinder und Jugendliche benötigen wie Erwachsene Nahrung, um die durch

körperliche und geistige Tätigkeiten verbrauchte Energie wieder zuzuführen. Der

Körper bedient sich eindeutiger Signale, um zu fordern, was er braucht: Das Hunder-

und das Durstgefühl kommen auf.

Der Körper eines Kindes und der eines Jugendlichen braucht die Nahrung jedoch

nicht nur, um die Herztätigkeit, verschiedene Stoffwechselvorgänge und den

Kreislauf aufrechtzuerhalten, sondern im Gegensatz zum erwachsenen Menschen hat

er Aufbauarbeit zu leisten: Er wächst. Hierfür benötigt er nicht nur Kalorien, sondern

auch bestimmte Nährstoffe in der richtigen Menge und Zusammensetzung.

Die Ernährung von Heranwachsenden unterscheidet sich daher in wichtigen Details

von der Ernährung Erwachsener. Gravierende Fehler und Versäumnisse bei der

Zusammenstellung der Nahrung für Kinder und Jugendliche können

Mangelerscheinungen oder, im schlimmsten Fall, nicht wiedergutzumachende

Entwicklungsstörungen zur Folge haben.

Einen Überblick über eine vollwertige Ernährung geben die zehn Regeln der

Deutschen Gesellschaft für Ernährung:

1. Nicht nur Kinder und Jugendliche sollten von möglichst vielen verschiedenen

Lebensmitteln, allerdings jeweils in kleinen Portionen, essen. Je vielfältiger und

sorgfältiger der Speiseplan zusammengestellt ist, desto besser lässt sich eine

mangelhafte Versorgung mit den lebensnotwendigen Nährstoffen oder eine

Belastung durch unerwünschte Stoffe in der Nahrung vermeiden. Hinsichtlich der

Nahrungsmenge, beziehungsweise der Kalorien sollte gerade so viel verzehrt

werden, dass kein Über- oder Untergewicht entsteht.

2. Mit Fett sollte bei der Ernährung Heranwachsender sparsam umgegangen

werden, da Übergewicht und viele andere Krankheiten die Folgen einer zu

fettreichen Ernährung sind. Verschiedene Streichfette und Öle sollten im

Wechsel verwendet und der Verzehr von Streichfetten reduziert werden. Zu

bevorzugen sind fettarme Zubereitungsarten. Besonders sollte man auf die nicht

sichtbaren Fette in zum Beispiel Fleisch, Wurst, Käse, Sahne, Nüssen oder

Schokolade achten.

3. Mit Salz sollte im Rahmen einer gesunden Ernährung zurückhaltend umgegangen

werden. Es soll lediglich den Eigengeschmack der Speisen hervorheben, ihn


6

jedoch nicht überdecken. Zuviel Salz mindert viele Geschmackseindrücke und

kann zur Entstehung von Bluthochdruck beitragen. Kräuter und Gewürze sollten

bevorzugt werden. Wo nicht auf Salz verzichtet werden kann, sollte zumindest

Jodsalz verwendet werden, um dem weitverbreiteten Jodmangel vorzubeugen.

4. Süßigkeiten verzehren junge Menschen besonders gern, doch sie sollten eher

selten gegessen werden. Zucker sollte so sparsam wie ein Gewürz und keinesfalls

als ein Hauptnahrungsmittel verwendet werden, da Zucker und Süßigkeiten

Karies verursachen können. Weiterhin wird zu viel Zucker vom Körper in Fett

umgewandelt und in Form von Fettpolstern gespeichert. Zudem werden bei

einem hohen Zuckerkonsum nährstoff- und ballaststoffreiche Lebensmittel vom

Speiseplan verdrängt. Süßes kann zwar genossen werden, doch am besten selten

und in kleinen Mengen. In jedem Fall sollten nach dem Verzehr von Süßem die

Zähne geputzt werden, um der Karies vorzubeugen.

5. Es ist sehr gesund, wenn täglich Vollkornprodukte gegessen werden. Auch

Getreide sollte häufig auf dem Speiseplan stehen, selten dagegen Weißbrot und

Brötchen aus Weißmehl. Gesünder sind beispielsweise Müsli aus Flocken oder

geschrotetem Getreide. Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot, Naturreis,

Getreidegerichte, Vollkornnudeln, Haferflocken oder Müsli, enthalten günstige

Kohlenhydrate. Neben den für die Verdauung wichtigen Ballaststoffen liefern sie

dem Körper zusätzlich Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine.

6. Die Lebensmittel, welche den Mittelpunkt einer gesunden Ernährung für Kinder

und Jugendliche darstellen sollten, sind täglich als Frischkost in Form von Obst,

Rohkost, Salaten, Gemüse und Kartoffeln aufzunehmen. Öfter sollten zudem

Hülsenfrüchte gewählt werden. Mit diesen Lebensmitteln erhält der noch nicht

ausgereifte Organismus eines Heranwachsenden Vitamine, Mineralstoffe,

Spurenelemente und Ballaststoffe. Nach dem Angebot der Jahreszeit sollten im

Wechsel verschiedene Gemüsesorten, Salate und Obst verzehrt werden.

7. Das pflanzliche Eiweiß in Kartoffeln, Getreide und Hülsenfrüchten ist günstig für

eine vollwertige Ernährung. Auch Milch, fettarme Milchprodukte und im

Besonderen Fisch sind wertvolle Eiweißlieferanten. Es empfiehlt sich, den

Verzehr weiterer tierischer Eiweißlieferanten wie Fleisch, Wurst und Eier,

welche viel Fett, Cholesterin und Purine enthalten, zugunsten von Fisch und

fleischlosen Speisen auf wenige Mahlzeiten pro Woche zu reduzieren.


7

8. Mindestens anderthalb bis zwei Liter Wasser benötigt der menschliche Körper

pro Tag. Ihren Durst sollten Kinder und Jugendliche mit Wasser, Mineralwasser,

ungesüßtem Früchtetee oder mit Wasser verdünnten Obstsäften löschen.

9. Anstatt der üblichen drei Hauptmahlzeiten sollten besser fünf etwas kleinere

Mahlzeiten pro Tag verzehrt werden. Große Mahlzeiten belasten die

Verdauungsorgane und machen müde. Bei langen Pausen zwischen den etwas

größer ausfallenden Mahlzeiten, wie dem Frühstück, dem Mittag- und dem

Abendessen, kommt es besonders bei Heranwachsenden schnell zu

Leistungstiefs. Damit die Leistungskurve stabil bleibt, werden kleine

Zwischenmahlzeiten eingeplant.

10. Durch eine zu lange Lagerung, eine falsche Vorbereitung, zu langes Kochen,

Wiederaufwärmen und durch die Verwendung von zu viel Wasser beim Garen

werden viele lebensnotwendige Nährstoffe zerstört und ausgelaugt. Speisen

sollten so kurz wie möglich gegart und dazu möglichst wenig Wasser oder Fett

verwandt werden. So bleiben die Nährstoffe und der Eigengeschmack der

Speisen erhalten.

2.1 Die Bedeutung verschiedener Nährstoffe für das Kind und den
Jugendlichen

Die unterschiedlichen Aufgaben der einzelnen Nährstoffe lassen sich im Überblick

folgendermaßen zusammenfassen: Das Eiweiß ist für das Wachstum, demnach für

den Aufbau neuer Zellen, und für die Zell- und Gewebserneuerung verantwortlich.

Das aufgenommene Fett dient der Deckung des Energiebedarfs, der Wärme und der

Organschutzfunktion, und es ist ein Träger der fettlöslichen Vitamine. Zur Deckung

des Energiebedarfs werden die Kohlenhydrate herangezogen. Vitamine und

Mineralstoffe fungieren als Schutz- und Reglerstoffe im Stoffwechsel sowie als

Aufbaustoffe. Für die Anregung der Darmfunktion sind die Ballaststoffe zuständig.

Der wohl wichtigste Nährstoff für einen Menschen ist das Wasser, als ein

Hauptbestandteil seines Körpers. Es dient allen Nährstoffen als Transport- und

Lösungsmittel.


8

2.1.1 Eiweiß

Das Eiweiß ist neben dem Wasser die Grundsubstanz allen Lebens, da es den

Hauptanteil aller Zellen bildet. Eiweißmoleküle bestehen aus mehreren hundert bis

tausend Aminosäuren, welche über Peptidbindungen miteinander verknüpft sind.

Insgesamt gibt es zwanzig natürliche Aminosäuren. Acht davon, bei Kindern sind es

sogar zehn, können im menschlichen Organismus nicht aus anderen Nährstoffen

hergestellt werden. Diese so genannten essentiellen Aminosäuren müssen über die

Nahrung zugeführt werden.

Proteine sind Stickstoffverbindungen, welche in der Natur weit verbreitet sind. Die

wichtigsten pflanzlichen Proteinquellen für den Menschen sind Getreide, Reis,

Kartoffeln, Mais, Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse, Hefe, Pilze und Gemüse. Fleisch,

Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte stellen gute tierische Proteinquellen dar.

Gegenüber den tierischen Proteinen, welche in ihrer Zusammensetzung dem

körpereigenen Eiweiß des Menschen ähnlicher sind, haben manche Pflanzenproteine

einen geringeren Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Tierische Eiweiße haben daher

für den menschlichen Körper meistens eine höhere biologische Wertigkeit, da der

Körper weniger von ihnen zuführen muss, um körpereigenes Eiweiß aufzubauen.

Zur Deckung des täglichen Eiweißbedarfs benötigen Kinder und Jugendliche etwa

30 bis 50 Gramm Eiweiß pro Tag. Heranwachsende haben einen höheren

Proteinbedarf als Erwachsene, da ihr Körper noch im Aufbau ist. Der Eiweißbedarf

beträgt etwa 15 Prozent der täglichen Energiemenge.

Einen Proteinmangel gibt es heute, außer in Hungergebieten und bei einem extremen

Ernährungsverhalten, nicht mehr. Er kann bei Kindern zu Müdigkeit, Muskelabbau,

Hormon- und Wachstumsstörungen sowie weiteren schweren körperlichen und

geistigen Entwicklungsstörungen führen. Im Allgemeinen nehmen die Kinder und

Jugendlichen in unserer Gesellschaft jedoch fast die doppelte Menge des benötigten

täglichen Bedarfs auf. Damit wird gleichzeitig reichlich Fett aufgenommen. Daher ist

es sehr wichtig, dass der Anteil an von Kindern und Jugendlichen aufgenommenen

tierischen Lebensmitteln niedrig gehalten und mit reichlich pflanzlichen,

eiweißhaltigen Lebensmitteln ergänzt wird. Diese sind fettarm und ,,von

wünschenswerteren Stoffen wie Ballaststoffen und Vitaminen begleitet"1.

1 Ernst, Herbst, u.a. (2000): S.571


9

2.1.2 Fett

Fett ist der Nährstoff, welcher die meiste Energie liefert. Ein Gramm Fett liefert

doppelt so viel Energie wie Eiweiß oder Kohlenhydrate. Überschüssiges Fett,

welches nicht als Energie verbraucht wird, speichert der Organismus als Körperfett.

Die Fette sind neben den Kohlenhydraten die wichtigsten Energieträger.

Gesättigte Fettsäuren finden sich vorwiegend in tierischen Lebensmitteln als auch in

gehärteten Pflanzenfetten. Bestimmte gesättigte Fettsäuren erhöhen die

Konzentration des Cholesterins im Blut. Einfach und mehrfach ungesättigte

Fettsäuren haben dagegen eine cholesterinsenkende Wirkung. Einige der mehrfach

ungesättigten Fettsäuren kann der menschliche Organismus nicht selbst

synthetisieren. Als essentielle Fettsäuren müssen sie daher mir der Nahrung

aufgenommen werden.

Bei insgesamt nicht mehr als 30 Prozent der Gesamtkalorien in Form von Fett sollten

je zehn Prozent durch gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte

Fettsäuren gedeckt werden.

Der Fettkonsum in den Industrieländern ist generell mit mehr als 40 Kalorienprozent

zu hoch. Zudem werden überwiegend gesättigte Fettsäuren, also den Cholesterin

erhöhende Fettsäuren, verzehrt. In der DONALD-Studie, der Dortmund Nutritional

and Anthropometric Longitudinally Designed-Study, durchgeführt vom

Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund, wurde festgestellt, dass Kinder

und Jugendliche im Rahmen der Familienernährung zu viel Fett und gesättigte

Fettsäuren aufnehmen, etwa 130 Gramm pro Tag. Das ist deutlich zu hoch. Die

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 60 bis maximal 80

Gramm pro Tag. Somit sind laut mehrerer Ernährungsberichte mehr als 20 Prozent

der Schüler in Deutschland übergewichtig. Da nach wissenschaftlichen

Erkenntnissen ausschließlich Nahrungsfett in Depotfett umgewandelt wird, ist auf

eine frühzeitige fettreduzierte Ernährung der Kinder und Jugendlichen unbedingt zu

achten. In der Praxis lässt sich diese Reduktion am einfachsten bei Streich-, Koch-

und Bratfetten erreichen. Bei Käse- und Wurstwaren, welche einen hohen Anteil an

versteckten Fetten haben, sollten fettarme Produkte bevorzugt werden.

Die tierischen Fette kommen vor allem in Fleisch- und Wurstwaren, in Milch,

Milchprodukten und Eiern, aber auch in Kuchen vor. Pflanzliche Fette finden sich

zum Beispiel in Nüssen, Mayonnaisen, Nuss-Nougat-Cremes, in Kakao und

Schokolade. Bei all diesen Produkten ist der Fettanteil höher, als man es in der Regel



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