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Termpaper, 2007, 19 Pages
Author: Arne Ostheim
Subject: German - History of Literature, Eras
Details
Institution/College: University of Rostock (Institut für Germanistik)
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-43349-0
ISBN (Book): 978-3-640-43355-1
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Abstract
1. Einleitung Eine der frühesten deutschen Literaturepochen war die ritterlich-höfische, auch als staufisch bezeichnet, die von 1170 bis 1250 reichte. Ihre Sattelzeit hatte diese Literatur 1198, ein Jahr nach dem Tode Heinrichs VI. Jedoch mit allmählicher Zersplitterung der alten Machtverhältnisse, der damit verbundenen Zunahme der Partikulargewalten und dem Scheitern der kaiserlichen Politik in Italien kam es zu Krisen, die schwere Erschütterungen hinterließen. Am Ende des 15. Jahrhunderts schuf der in Tirol regierende Kaiser Maximilian I. ein blühendes Handels- und Kulturzentrum, dessen Mittelpunkt In-nsbruck bildete. Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit den überlieferten Kulturgütern wurden auch literarische Texte der von Helmut de Boor benannten „Stauferklassik“ zusammengetragen und schließlich von Hans Ried im „Ambraser Heldenbuch“ eingebunden. Hans Ried wurde in den 60er Jahren des 15. Jahrhunderts geboren. Eine genaue Datierung und die Bestimmung der Herkunft sind nicht möglich. Unter Maximilian I. erhielt er im Jahre 1500 ein Amt als Zöllner am Eisack zu Bozen, ehe er 1504, wegen seiner Schriftgeübtheit den Auftrag erhielt, das Ambraser Heldenbuch zu schreiben. Für diese Aufgabe wurde er von Dezember 1507 bis zum März 1514 von seinem Dienst freigestellt und an die Kanzlei des Kaisers berufen. 1514 jedoch war Ried wegen eines Augenleidens nicht mehr für den Dienst in der Kanzlei geeignet und so musste er die Arbeiten am Heldenbuch weitestgehend einstellen. Das genaue Todesdatum Rieds ist un-bekannt, jedoch kann gesagt werden, dass er vor dem 07. Mai 1516 verstarb.
Excerpt (computer-generated)
Universität Rostock
Institut für Germanistik
Aufbaukurs historisch:
Das ,,Ambraser Heldenbuch" Kaiser Maximilians I.:
Eine Anthologie mittelhochdeutscher Epik
Wintersemester 2006/07
Seminararbeit zum Thema:
,,Hartmann von Aue: Iwein"
Vorgelegt in neuer deutscher Rechtschreibung von:
Arne Ostheim
5. Semester: Lehramt Haupt- & Realschule: Deutsch/ Geschichte/ Religion
Rostock, den 27. Mai 2007
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 02
1.) Einleitung 03
2.) Analyse des ,Iwein′ 05
2.1) Inhalt und Einbindung in die Biographie des Autors 05
2.2)
Textstruktur 07
2.3) Überlieferung und Rezeption 07
3.) Vergleich von ,,Iwein" und ,,Erec" 10
4.) Fazit 12
5.) Literaturverzeichnis 15
6.) Anhang 17
6.1) Stemma des Iwein 17
6.2) Tabellarische Übersicht der Schriften im Ambraser Heldenbuch 17
2
1. Einleitung
Eine der frühesten deutschen Literaturepochen war die ritterlich-höfische,
auch als staufisch bezeichnet, die von 1170 bis 1250 reichte. Ihre Sattelzeit hatte
diese Literatur 1198, ein Jahr nach dem Tode Heinrichs VI. Jedoch mit allmähli-
cher Zersplitterung der alten Machtverhältnisse, der damit verbundenen Zunahme
der Partikulargewalten und dem Scheitern der kaiserlichen Politik in Italien kam
es zu Krisen, die schwere Erschütterungen hinterließen.1
Am Ende des 15. Jahrhunderts schuf der in Tirol regierende Kaiser Maxi-
milian I. ein blühendes Handels- und Kulturzentrum, dessen Mittelpunkt Inns-
bruck bildete. Im Zuge der intensiven Beschäftigung mit den überlieferten Kul-
turgütern wurden auch literarische Texte der von Helmut de Boor benannten
,,Stauferklassik" zusammengetragen und schließlich von Hans Ried im ,,Ambraser
Heldenbuch" eingebunden. Hans Ried wurde in den 60er Jahren des 15. Jahrhun-
derts geboren. Eine genaue Datierung und die Bestimmung der Herkunft sind
nicht möglich. Unter Maximilian I. erhielt er im Jahre 1500 ein Amt als Zöllner
am Eisack zu Bozen, ehe er 1504, wegen seiner Schriftgeübtheit den Auftrag er-
hielt, das Ambraser Heldenbuch zu schreiben. Für diese Aufgabe wurde er von
Dezember 1507 bis zum März 1514 von seinem Dienst freigestellt und an die
Kanzlei des Kaisers berufen. 1514 jedoch war Ried wegen eines Augenleidens
nicht mehr für den Dienst in der Kanzlei geeignet und so musste er die Arbeiten
am Heldenbuch weitestgehend einstellen. Das genaue Todesdatum Rieds ist un-
bekannt, jedoch kann gesagt werden, dass er vor dem 07. Mai 1516 verstarb.2
Maximilian galt als der Kaiser der Übergangszeit vom Mittelalter zur Neu-
zeit. Seine Herrschaft zeichnete sich durch innere und äußere Stabilität aus, sowie
durch einen hohen Grad an kultureller Bildung. So stand Maximilian sowohl den
feudalhöfischen Traditionen genauso wohl gesonnen gegenüber, wie den zahlrei-
chen technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Neuerungen der anbrechen-
den Neuzeit, wie zum Beispiel der Erfindung des Buchdruckes. In diesem Kontext
ist auch die Entstehung des Ambraser Heldenbuches zu betrachten. Die Begeiste-
rung des Kaisers für die nationale volkssprachige Literatur in Kombination mit
1 Weddige, Hilkert: Einführung in die germanistische Mediävistik. 3.Aufl. München:
Beck 1997. S. 187 f.
2 Unterkirchner, Franz (Hrsg.): Ambraser Heldenbuch. Codex Vindobonensis series nova
2663 der österreichischen Nationalbibliothek. Begleitheft. Graz: Akademische Druck-
und Verlagsanstalt 1973. S. 6 f.
3
dem Verlangen zielte darauf ab, dass im Rahmen der ,,gedächtnus", möglichst viel
kulturelles Gut sowie Traditionen für die Nachwelt zu bewahren.3 Hierzu zählt
auch die mittelhochdeutsche Literatur, die in erster Linie von einer Idealform der
höfischen Kultur und Harmonie, des Rittertums und der Minne, bestimmt ist. Ma-
ximilan I. hatte großes Interesse an dieser traditionellen Konzeption und dem wei-
teren Werdegang, der den Verfall dieser Ideale mit sich brachte. Dieser Verfall
dieser höfischen Kultur lässt sich auch an der Reihenfolge der einzelnen Ge-
schichten des Heldenbuches nachvollziehen. Den Auftakt bilden die höfischen
Texte, zu denen auch der Hauptgegenstand der vorliegenden Arbeit, ,Iwein′ ge-
hört, gefolgt von den Heldenepen und der Kleinepiksammlung, in der sich das
,Frauenbuch′ von Ulrich von Liechtenstein findet, in dem der Verfall der ritterli-
chen Sitten am offensichtlichsten ist.4 Im Zuge der bereits angesprochenen Auf-
bewahrung dieser Kulturgüter wurden diese höfischen Traditionen im Ambraser
Heldenbuch niedergeschrieben. Zu den bekanntesten Werken der Literatur, die
sich mit Rittertum und Minne beschäftigen, zählt das ,Nibelungenlied′. Aber es
stehen daneben einige Werke aus der gleichen Epoche.5
Zu den angesprochenen Werken zählt, wie erwähnt, auch das ritterlich-
höfische Ideal, der ,Iwein′ des Hartmann von Aue, der ebenfalls der Gegenstand
der vorliegenden Arbeit ist. Zunächst soll neben dem Inhalt des Werkes und der
biographischen Einbindung Hartmann von Aue auch ein kurzer entstehungsge-
schichtlicher Abriss gegeben werden. Weiterhin sollen eine kurze Analyse der
Textstruktur und eine Einordnung in die Struktur der Artusromane erfolgen. Ein
weiterer Punkt ist die Überlieferungsgeschichte anhand eines Stemmas und die
Rezeption des Werkes. Aufgrund der starken Bindung an ein weiteres Werk, den
,Erec′, ist zu betrachten, inwieweit Inhalt, Figuren, Struktur und Rezeption im
direkten Vergleich zueinander abschneiden. Abschließend soll bilanziert und fest-
3 Maximilian I. steuerte bei der Sammlung der einzelnen Werke auch durch eigene Dik-
tate, wie den ,Weißkunig′ bei, den er nach dem verfassen an Fachleute zur sprachlichen
und inhaltlichen Überarbeitung weitergab. Maximilian I. In: Literaturlexikon. Autoren
und Werke in deutscher Sprache. Band 1. Hrsg. von Walther Killy. München: Bertels-
mann 1988. S. 23.
4 Die höfischen Texte sowie die Heldenepen stammen aus einer älteren Vorlage, die Ma-
ximilian I. sehr beeindruckt hatte und erst die Idee eines eigenen Heldenbuches reifen
lies, dem ,,Heldenbuch an der Etsch". Vgl. Unterkirchner, Franz (Hrsg.): Ambraser Hel-
denbuch. Codex Vindobonensis series nova 2663 der österreichischen Nationalbibliothek.
Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 1973.
5 Ambraser Heldenbuch. In: Literaturlexikon. Autoren und Werke in deutscher Sprache.
Band 1. Hrsg. von Walther Killy. München: Bertelsmann 1988. S. 125 f.; Maximilian I.
In: Killy, S. 23 ff.; Weddige, S. 187 f.
4
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