Studienarbeit, 2009, 58 Seiten
Autor: Oliver Thaßler
Fach: Geowiss. / Geographie - Regionalgeographie
Details
Jahr: 2009
Seiten: 58
Note: 2,0
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-45528-7
ISBN (Buch): 978-3-640-45542-3
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Zusammenfassung / Abstract
Die Ostsee ist ein erst wenige Jahrtausende altes Meer und damit erdgeschichtlich sehr jung.Sie ist durch Meerengen mit der Nordsee verbunden und steht einerseits unter dem Einfluß des salzhaltigen Nordseewassers und andererseits im Regime von Süßwassern, die aus den Einzugsgebieten Skandinaviens in sie fliessen. Diese Begebenheiten machen die Ostsee mit ihren 415 000 km² zu einer der größten Brackwasserflächen der Erde. Neben der auch durch den unterschiedlichen Salzgehalt bedingten Vielfalt an Meeresorganismen stellt besonders das geologische Potenzial, auf dem die Ostsee ruht und von dem sie umgeben ist, eine enorme Vielfalt dar. Dieses Meer liegt in der transeuropäischen Störungszone der westeuropäischen Plattform und der Osteuropäischen Plattform mit dem Baltischen Schild. Durch diverse plattentektonische Vorgänge, die schon im Erdaltertum Altpaläozoikum) ihren Anfang fanden, grenzen heute verschiedene geologische Untergründe aneinander oder erheben sich aus der Ostsee. Diese Vielfalt zeichnen auch die Inseln des baltischen Meeres nach. Diese Studienarbeit möchte dabei landschaftsökologische Begebenheiten ausgewählter Ostseeinseln vermitteln.
Textauszug (computergeneriert)
Oliver Thaßler/ Diplom II/ASL Landschaftsplanung
Studienarbeit: Inseln der Ostsee
,QVHOQ GHU 2VWVHH
Einleitung
Die Ostsee ist ein erst wenige Jahrtausende altes Meer und damit erdgeschichtlich sehr jung.
Sie ist durch Meerengen mit der Nordsee verbunden und steht einerseits unter dem Einfluß
des salzhaltigen Nordseewassers und andererseits im Regime von Süßwassern, die aus den
Einzugsgebieten Skandinaviens in sie fliessen. Diese Begebenheiten machen die Ostsee mit
ihren 415 000 km² zu einer der größten Brackwasserflächen der Erde. Neben der auch durch
den unterschiedlichen Salzgehalt bedingten Vielfalt an Meeresorganismen stellt besonders das
geologische Potenzial, auf dem die Ostsee ruht und von dem sie umgeben ist, eine enorme
Vielfalt dar. Dieses Meer liegt in der transeuropäischen Störungszone der westeuropäischen
Plattform und der Osteuropäischen Plattform mit dem Baltischen Schild. Durch diverse
plattentektonische Vorgänge, die schon im Erdaltertum (Altpaläozoikum) ihren Anfang
fanden, grenzen heute verschiedene geologische Untergründe aneinander oder erheben sich
aus der Ostsee. Diese Vielfalt zeichnen auch die Inseln des baltischen Meeres nach. Diese
Studienarbeit möchte dabei landschaftökologische Begebenheiten ausgewählter Ostseeinseln
vermitteln.
2
Inhaltsverzeichnis
1.Geographie des Ostseeraums
1.1 Geologie
5
1.2
Hydro-geographische
Gliederung 6
1.3 Küstenformen
7
1.4
Vegetation
/
Landschaftscharakter
8
1.5 Besiedlung / Geschichte
9
2.Geographie ausgewählter Ostseeinseln
Inseln der Bundesrebublik Rebublik
2.1 Rügen
12
2.2 Usedom
15
2.3
Hiddensee
17
2.4 Vilm
19
2.5
Ruden
21
2.6 Fehmarn
23
Insel Polens
2.7
Wollin
25
Insel Dänemarks
2.8
Møn 27
2.9 Langeland
29
2.10
Bornholm 31
Inseln Schwedens
2.11
Öland
33
2.12
Gotland
35
2.13
Gotska
Sandön
37
Inseln Estlands
2.14. Saaremaa
39
2.15. Hiiumaa
41
2.16.
Vilsandi
43
2.17
Ruhnu
45
Inseln Finnlands
2.18.
Åland
46
2.19
Hailuoto
48
Insel der Russischen Förderation
2.20. Gogland
50
3.
Literaturverzeichnis
52
4. Verwendetes Kartenmaterial
56
3
1.Geographie des Ostseeraums
4
1.1 Geologie
Im Ostseegebiet lassen sich zwei große Teilräume unterscheiden. Der Südwesten ist nach
NIEDERMEYER (1996) der tektonisch instabilen Westeuropäischen Plattform zuzuordnen, der
Norden, Osten und Südosten der präkambrischen Osteuropäischen Plattform, zu der auch der
Baltische Schild als tieferer geologischer Untergrund des nördlichen und mittleren
Ostseegebiets gehört.
Während der kaledonischen Gebirgsbildung im Silur wurden Gesteine auf diesen Schild
aufgeschoben. Die variszische Gebirgsbildung des Jungpaläozoikums brachte tiefreichende
Brüche in die Gesteinskomplexe. Im Quartär kam es aufgrund von Gletschervorstößen aus
Skandinavien dann im südlichen Ostseeraum zur Überlagerung der zumeist mesozoischen
Ablagerungen. Nach DUPHORN ET AL. (1995) sind Verwerfungen bis heute mobil, jedoch
liegen diese neotektonischen Bewegungen der Erdkruste im jährlichen Milimeterbereich.
Die geologisch differente Basis des Ostseeraumes (Abbildung 1) spiegelt sich in den
verschiedenen Gesteinen und Ablagerungen wider. Wesentliche Merkmale sind
Kristallingesteine des Baltischen Schildes, die Sedimentgesteine der osteuropäischen
Plattform aus dem Paläozoikum, die Sedimentgesteine der Westeuropäischen Plattform, die
Kreideablagerungen und Sedimente der mitteleuropäischen Senke aus der Kreide und dem
Tertiär, sowie die geologisch jungen,glazigenen Ablagerungen der Weicheleiszeit.
Abbildung 1: Geologische Karte der voreiszeitlichen Bildungen (aus: LOZAN ET AL. 1996).
5
1.2 Hydro-geographische Gliederung
Die Ostsee wird nach DUPHORN et. al (1995) als ein humides Nebenmeer des Atlantischen
Ozeans innerhalb des europäischen Kontinents bezeichnet. Das Einzugsgebiet dieses
Binnenmeeres ist nach FALKENMARK in DUPHORN ET. AL (1995) 1 721 233 km² groß und
besitzt ein Wasservolumen von 21 721 km³ bei einer mittleren Tiefe von 52,3 m (459 m
max.).Der von Westen nach Osten bzw. Nordosten abnehmende Salzgehalt beträgt ca. ein
Drittel der des Atlantischen Ozeans. In der Wasserbilanz der Ostsee beläuft sich der
Niederschlag auf 243 km³ / a, die Verdunstung auf 209 km³ / a und die Zufuhr über die Flüsse
bei 435 km³ / a. Jährlich strömen 893 km³ über die Nordsee ein, während der Ausstrom um
das 1,6-fache mit 1208 km³ / a größer ist.
Neben diesen hydrologischen Verhältnissen der Ostsee finden sich aufgrund der
Geomorphologie verschiedene Reliefformen auf dem Meeresboden, die als Schwellen
verschiedene Becken voneinander abtrennen. Die Ostsee kann in ein Übergangsgebiet mit der
Verbindung zur Nordsee, in die zentrale Ostsee und den Bottnischen Meerbusen gegliedert
werden. Die geographische Differenzierung ist aus Abbildung 2 ersichtlich.
Abbildung 2:
Geographische Gliederung der Ostsee (nach WATTENBERG 1949 / HUPFER
1984 in: DUPHORN, K. ET AL., 1995 : Die deutsche Ostseeküste).
6
1.3 Küstenformen
Im Ostseeraum sind nach LAMPE (1996) verschiedene Küstentypen ausgebildet. Dabei ist die
Genese von verschiedenen Faktoren abhängig:
Von den topographischen , hydrogeographischen und meteorologischen Größen, die Einfluss
auf marine Kräfte (Strömung, Wasserstand, Seegang) nehmen; vom voreiszeitlichen Unter-
grund mit seinem Relief; der Art und Mächigkeit des skandinavischen Gletschereisvorstoßes
und der damit verbundenen Mächtigkeit und Materialeigenschaft der spezifischen glazigenen
Ablagerungen; vom holozänen Meeresspiegelanstieg und den isostatischen Hebungs- und
Senkungsbewegungen.
Darauf aufbauend weisen LAMPE U. KLUG (1996) 12 verschiedene Küstentypen aus. Aufgrund
der vielfältigen abiotischen Einflüsse sind oftmals mehrere Küstenformen auf einer Insel
präsent. Abbildung 3 gibt eine Übersicht zu den im Ostseeraum vorkommenden
Küstenformen.
Abbildung 3:
Räumliche Verteilung der Küstentypen der Ostsee (LAMPE 1995 / nach KLUG
1985 in: LOZÁN, J.L. ET AL. (1996) : Warnsignale aus der Ostsee)
7
1.4 Vegetation / Landschaftscharakter
Der Ostseeraum gliedert sich geobotanisch in die boreale Zone (B1-B3) im Norden und eine
temperate Zone (T1-T4) im Süden. Die boreale und hemiboreale Vegetationszone
kennzeichnet sich nach FREY & LÖSCH (1998) durch immergrüne Nadelwälder und Nadel-
Laubmischwälder. Die temperate Vegetationszone besitzt temperate Breitlaubmischwälder. In
beiden Vegetationszonen, jedoch insbesondere in den temperaten Bereichen sind die Wälder
durch Ersatzvegeation überprägt. Darunter fallen insbesondere annuelle Ackerkulturen.
Die potentiell natürliche Vegetation (vgl. BOHN ET AL. 2003) ist dementsprechend der
mesophytische, sommergrüne Laubwald und Nadel- Laubwald. Im zentralen Ostseegebiet
finden sich zudem hygromesophytische Nadel- und Laub-Nadelwälder. Neben Stieleichen-
Hainbuchenwäldern (Fehmarn, Bornholm), kommen innerhalb des Baltischen Buchwaldareals
artenreiche eu- und - mesothraphente Buchen- und Buchenmischwälder (Langeland, Møn,
Langeland, Rügen, Vilm), sowie artenarme, oligo-mesotraphente Buchen- und
Buchenmischwälder (Usedom, Wollin) vor. In nördlicher Richtung finden sich artenarme
azidophile Eichen- und Eichenmischwälder, aber auch subkontinentale Wiesensteppen und
steppenartige Trockenrasen (Öland).Weiter nördlich treten hemiboreale und nemorale
Kiefernwälder auf (Gotland, Öland, Ruhnu, Gogland, Hailuoto).In östlicher Richtung gibt es
Restvorkommen hemiborealer Fichten- und Tannen- Fichtenwälder mit Laubbaumarten
(Saaremaa, Hiiumaa, Åland).
Insgesamt lässt sich konstatieren, dass der Landschaftscharakter der Inseln vielerorts durch
Wald bestimmt war, der insbesondere mit Beginn des 20. Jh. in forstwirtschaftliche oder
ackerbauliche Kulturen überführt wurde. Insbesondere die Landwirtschaft führte zu einer
Homogenisierung des Landschaftsbildes mit Verlust an Kleinstrukturen (Feldsäume, Hecken,
temporäre Gewässer. etc.). Betrachtet man den Ostseeraum unter dem Aspekt anthropogener
Ersatzvegetation zeigen sich ein Gradient in west-östlicher Richtung und ein größerer Anteil
natürlicher Vegetation in den östlichen, baltischen Staaten. Dabei nimmt der Grad der
Hemerobie in südwestlicher Richtung zu (vgl. KNAPP, H. D.; L. JESCHKE & M. SUCCOW
1985).
Abbildung 4:
Heutige natürliche Vegetation Mitteleuropas
(aus LANG 1994 in FREY u. LÖSCH 1998)
8
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