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Faktoren der Macht Herrscherwechsel d,J, 37 (Caligula)

Title:  Faktoren der Macht Herrscherwechsel d,J, 37 (Caligula)

Seminar Paper , 1999 , 30 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Olaf Franke (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Am 16. März 37 stirbt Tiberius unter ungeklärten Umständen. Die in Misenum anwesenden
Prätorianer rufen Caligula zum Imperator aus. Die Bevölkerung Campaniens leistet Caligula
den Treueeid1. Dieser teilt dem Senat seine Ausrufung zum Princeps mit und bittet den Senat
um Bestätigung dieses Aktes 2. Parallel zum Verfahren nach dem Tod des Augustus lässt
der neue Princeps nach Dio 59,3,1 -2 das Testament des Tiberius durch Macro an den Senat
überbringen und dort verlesen.3 Caligula und Gemellus, leiblicher Enkel des Tiberius, erben
zu gleichen Teilen, doch auf Betreiben Caligulas annulliert der Senat das Testament.4
Schließlich werden am 29.3. auf einer Senatssitzung alle „Kompetenzen und Ehrenrechte,
die Augustus und Tiberius innegehabt hatten“5, auf Caligula übertragen.
Der Herrschaftsantritt des fünfundzwanzigjährigen Caligula scheint somit ohne Komplikationen
vonstatten gegangen zu sein. Nach dem mühevollen Weg, den Augustus hatte zurücklegen
müssen, um nach und nach einzelne Vollmachten auf seiner Person zu vereinigen und
nach der von langer Hand vorbereiteten Nachfolgeregelungen für Tiberius erscheint der
Herrscherwechsel des Jahres 37 eher wie ein Spaziergang. Anders als seine beiden Vorgänger
Augustus und Tiberius, denen die einzelnen Regierungsvollmachten nach und nach
übertragen wurden, erhält Caligula alle Vollmachten en bloc und an einem Tag.
Um so erstaunlicher wird dies angesichts der Tatsache, dass Senat und Volk von Rom die
unumschränkte Herrschaft einem völlig unerfahrenen jungen Mann übertrugen, dessen Position
auch dadurch uneindeutig war, dass er von seinem Vorgänger weder als dessen Nachfolger
designiert6 und darüber hinaus auch nur zur Hälfte als dessen Erbe eingesetzt worden
war, was seine politischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht begünstigte.7 Caligula
war zudem gänzlich Privatmann und ohne jede öffentliche Verdienste oder Befugnisse.8 [...]

1 siehe dazu weiter unten zum Treueid von Aritium
2 Christ hält dies zu Recht für „staatsrechtlich nicht unerheblich.“ Christ, S. 209
3 Tiberius vererbt größere Legate an Soldaten, römische Bürger, Vestalische Jungfrauen, sowie magistri vico-rum. Suet, Tib.76
4 Suet Cal 14; Dio 59, 3,1-2
5 Christ, S.210; Cassius Dio 59.3.1-2
6 Wie es Augustus mit seinen Favoriten und letztendlich mit Tiberius selbst durch Adoption vollzogen hatte.
7 Barrett S. xix
8 Timpe S.62f, Flaig 220,

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Herrschaftsantritt des Caligula

2.1 Die fehlende Designation

2.1.1 Die unklare Nachfolge

2.1.2 Die Kandidaten

2.1.2.1 Gemellus

2.1.2.2 Claudius

2.1.2.3 Caligula

2.1.3 Die fehlende Adoption

2.2 Das Testament

2.3 Die Übertragung der Vollmachten

2.3.1 Die imperatorische Akklamation und die Rolle des Militärs

2.3.2 Die Legalisierung des Herrscherwechsels und die Rolle des Senats

2.3.3 Die Plebs urbana und die Komitien

2.3.4 Die sogenannte Lex de imperio

2.3.5 Der Kaiser als Privatpatron und der Gefolgschaftseid von Aritium

2.3.5.1 Die Widmung

2.3.5.2 Der Wortlaut

2.3.5.3 Die Bedeutung

2.4 Exkurs: Die Rolle Caligulas

3 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert den Herrschaftsantritt des römischen Kaisers Caligula im Jahr 37 n. Chr. vor dem Hintergrund der verfassungsrechtlichen und soziologischen Bedingungen der Machtaneignung. Ziel ist es, die These zu hinterfragen, ob Caligula lediglich ein machtloses Werkzeug seiner Umgebung war, oder ob er die Ereignisse als geschickter Akteur aktiv mitgestaltete.

  • Analyse der Nachfolgeregelung und der Rolle des Testaments von Tiberius
  • Untersuchung der Bedeutung der imperatorischen Akklamation und des Militärs
  • Bewertung der Rolle des Senats bei der Legalisierung der Machtübertragung
  • Erforschung der Bedeutung des „Consensus universorum“ und des Gefolgschaftseids von Aritium
  • Hinterfragung der individuellen Handlungsmacht Caligulas im Kontrast zur Darstellung in den antiken Quellen

Auszug aus dem Buch

Die Übertragung der Vollmachten

Caligula hatte augenscheinlich geringe Trümpfe, eine Vorbereitung zur Regierungsübernahme durch den Vorgänger hatte es nicht gegeben. Der dritte Trumpf war zunächst wertlos. Tiberius war von Augustus mit Sondervollmachten ausgestattet worden, er war beim Ableben des Vorgängers bereits mit einem imperium proconsulare und der tribunicia potestas, den Kernvollmachten des Prinzipats ausgestattet. Caligula besaß am 16.3.37 keinerlei Vollmachten. Dennoch war der Machtwechsel des Jahres 37 „an easy and undisputed one“, denn die Kette der Konsensakte, die die Herrschaft Caligulas sichern sollte, war lückenlos. Timpe sieht darin eine Bestätigung seiner These von der Institutionalisierung des Prinzipats:

„Vom Fehlen der Regie durch den alten Princeps abgesehen, war es weniger die größere Skrupellosigkeit als vielmehr die fester werdende Herrschaftsform, die zu dieser neuen Art von 'Verleihung' führte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung des historischen Kontextes des Todes von Tiberius und des überraschenden, scheinbar reibungslosen Herrschaftsantritts Caligulas.

2 Der Herrschaftsantritt des Caligula: Detaillierte Untersuchung der Faktoren, die Caligulas Machtübernahme ermöglichten, unterteilt in Nachfolgeregelung, Testament, Vollmachten und seine persönliche Rolle.

3 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Konsenssystems und der persönlichen Handlungsspielräume Caligulas innerhalb der römischen Machtstrukturen.

Schlüsselwörter

Caligula, Tiberius, Prinzipat, Herrscherwechsel, Machtaneignung, Senat, Militär, Plebs urbana, Lex de imperio, Gefolgschaftseid, Aritium, auctoritas, potestas, Konsensakte, antike Geschichtsschreibung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historischen Faktoren und Mechanismen, die den Herrschaftsantritt von Caligula im Jahr 37 n. Chr. ermöglichten und legitimierten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Aspekte der Nachfolgeregelung, die Rolle von rechtlichen Institutionen wie dem Senat und der „Lex de imperio“ sowie die Bedeutung öffentlicher Zustimmung und privater Gefolgschaftseide.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, wie Caligula trotz fehlender offizieller Designation und mangelnder politischer Erfahrung die Macht übernehmen konnte und inwieweit er dabei als eigenständiger Akteur agierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor nutzt eine quellenkritische Analyse, indem die widersprüchlichen Berichte antiker Autoren (wie Tacitus, Sueton und Cassius Dio) im Lichte verfassungsrechtlicher und soziologischer Fragestellungen interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die „Trümpfe“ Caligulas, die Rolle von Macro und dem Militär, die Reaktionen des Senats und das Konzept des Prinzipats als Akzeptanzsystem.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Prinzipat, Herrscherwechsel, Machtaneignung, Konsenssystem, auctoritas und römische Kaisergeschichte charakterisieren.

Welche Rolle spielt der Gefolgschaftseid von Aritium konkret für das Argument?

Der Eid dient als Beleg für die Bedeutung privater, nicht-militärischer Loyalitätssicherung und zeigt, wie Caligula versuchte, über die formelle Macht hinaus breite gesellschaftliche Unterstützung zu gewinnen.

Wie bewertet der Autor Caligulas Rolle im Vergleich zu den antiken Quellen?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Caligula im Gegensatz zur Darstellung bei Tacitus (als schwacher Statist) eine geschickte und aktive Rolle bei seiner Machtergreifung spielte.

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Details

Title
Faktoren der Macht Herrscherwechsel d,J, 37 (Caligula)
College
Free University of Berlin  (FMI)
Course
PS Alte Geschichte
Grade
1-2
Author
Olaf Franke (Author)
Publication Year
1999
Pages
30
Catalog Number
V13650
ISBN (eBook)
9783638192507
Language
German
Tags
Faktoren Macht Herrscherwechsel Alte Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Olaf Franke (Author), 1999, Faktoren der Macht Herrscherwechsel d,J, 37 (Caligula), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13650
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