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Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

Scholary Paper (Seminar), 2008, 38 Pages
Author: Christoph Korzenek
Subject: Computer Science - Didactics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2008
Pages: 38
Grade: 1,0
Language: German
Archive No.: V136656
ISBN (E-book): 978-3-640-45102-9
ISBN (Book): 978-3-640-45111-1

Abstract

Das konkrete Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Gütekriterien didaktischer Methoden in der Schulinformatik aufzuzeigen und die Möglichkeiten zur deren Messung darzustellen. Die dazu notwendigen und denkbaren Verfahren einer kriteriengeleiteten Evaluation didaktischer Methoden sollen jeweils unter der Bezug auf eine konkrete Unterrichtsmethode für die Vermittlung eines bestimmten Lerninhaltes in der Schulinformatik vorgestellt werden.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig

Institut für Informatik

Seminararbeit ,,Didaktik der Informatik"

Bewertung von didaktischen Methoden in der

Schulinformatik

Autor: Christoph

Korzenek

Studiengang:

Wirtschaftspädagogik II / NF Informatik (10. Fachsemester)

Eingereicht am: 28.01.2008


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 3

Abbildungsverzeichnis 4

1

Einleitung 5

1.1

Motivation 5

1.2

Aufgabenstellung und Vorgehensweise 6

2

Bewertung von didaktischen Methoden 7

2.1

Unterrichtsevaluation ­ Wozu? 7

2.2

Gütekriterien für die Evaluation didaktischer Methoden 9

2.2.1

Kompetenzentwicklung 10

2.2.2

Motivation 13

2.2.3

Angemessenheit 14

2.3

Klassifikation von Evaluationsverfahren zur Messung didaktischer

Gütekriterien 15

2.3.1

Kognitive Leistungstests 16

2.3.2

Verhaltensbeobachtung 16

2.3.3

Verhaltensbeschreibung 17

3

Evaluation didaktischer Methoden der Schulinformatik 18

3.1

Lerninhalte und eine dazu geeignete didaktische Methode 18

3.1.1

Lernziele und -inhalte 18

3.1.2

Didaktische Methode zur Realisierung der Lernziele 19

3.2

Evaluationsmöglichkeiten der vorgestellten didaktischen Methode 21

3.2.1

Allgemeine Überlegungen zum Evaluationsdesign 21

3.2.2

Evaluation des Gütekriteriums Motivation 22

3.2.3

Evaluation des Gütekriteriums Kompetenzentwicklung 25

3.2.4

Evaluation des Gütekriteriums Angemessenheit 29

3.2.5

Kritische Anmerkungen 32

4

Fazit 33

5

Literatur 35

5.1

Bücher / Journals / Paper 35

5.2

Webdokumente 37

Christoph Korzenek

3


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1:

Bedeutsame Unterrichtsfaktoren nach Ditton 10

Abbildung 2:

Übersicht zu inhalts- und prozessbezogenen Kompetenzen in der

Schulinformatik 12

Abbildung 3:

Kodierung von Kontextkategorien 24

Abbildung 4:

Kodierung von Aufmerksamkeitskategorien 24

Abbildung 5:

Beispiel eines mobilen Datenerfassungsgerätes 31

Christoph Korzenek

4


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

1 Einleitung

1.1 Motivation

Die ausgeprägten multimedialen und technologischen Entwicklungen der letzten

zehn bis 15 Jahre beeinflussen heutzutage alle Bereiche der Gesellschaft und

sorgen für eine beinahe Omnipräsenz des Computers im alltäglichen Leben eines

jeden Menschen, besonders dessen von Kindern und Jugendlichen. Egal, ob es

sich um die Nutzung des Computers zum Zeitvertreib durch Computerspiele, als

Kommunikationsmittel via Internet oder zur Wissensaneignung durch E-Learning-

Software handelt, der Umgang mit Rechnern und Rechnernetzen ist nahezu eine

Selbstverständlichkeit geworden. Im Jahr 2007 sind nach einer Untersuchung von

TNS Infratest 91,6 % der deutschen Schüler aktive Internetnutzer [TNS07]. Diese

Tatsache und die prognostizierte wachsende Internetnutzung in Deutschland be-

stätigt gleichzeitig die angenommene starke und stetige Nutzung von Computer-

systemen durch Jugendliche im Alter von 14-19 Jahren [ebd.].

Der steigende Wert des Gutes ,Information′ in der Ökonomie und die wirtschaftli-

che Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft sorgen des Weiteren dafür, dass

in der heutigen Berufs- und Alltagswelt dem kompetenten Umgang mit modernen

Informations- und Kommunikationssystemen ein immer größerer Stellenwert bei-

gemessen wird. Im Zuge der computerunterstützten Automatisierung von Arbeits-

prozessen ist es für die Arbeitnehmer vieler Wirtschaftsbereichen nahezu unab-

dingbar sich stetig mit ständig neuen Technologien vertraut zu machen. Der Ein-

satz und die Fortentwicklung von Informatiksystemen lassen darüber hinaus völlig

neue Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze entstehen, welche gleichsam neue An-

forderungsprofile für die Arbeitnehmer der Zukunft, die heutigen Schüler, entste-

hen lassen.

Im Rahmen der allgemeinen und berufsvorbereitenden Bildung gewinnt aufgrund

der aufgezeigten Entwicklungen die Notwendigkeit einer fundierten und umfas-

senden informatischen Bildung in Schulen immer mehr an Bedeutung. Dabei soll-

ten Jugendliche unter anderem darauf vorbereitet werden, Informatiksysteme und

Computernetze bewusst zu nutzen und dazu befähigt werden, die Notwendigkeit

Christoph Korzenek

5


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

informatischer Sachzwänge kritisch beurteilen zu können. Zudem sollte bei den

Schülern ein Verständnis für das Potenzial und die Auswirkungen von Informatik in

gesellschaftlichem und globalem Rahmen entwickelt werden [Wei07]. Der Abbau

von Berührungsängsten und die Schaffung eines Grundverständnisses für infor-

matische Sachverhalte unterstreichen zudem die Wichtigkeit der Existenz des

Schulfaches Informatik.

Besonders im Zusammenhang mit den, in den letzten Jahren von der OECD (Or-

ganisation for Economic Co-operation and Development) durchgeführten, PISA-

Studien (Programme for International Student Assessment) und dem allseits be-

kannten schlechten Abschneiden Deutschlands, kam in der Öffentlichkeit und in

der Bildungspolitik verstärkt die Forderung nach einer zu verbessernden Qualität

des Schulwesens bzw. der allgemeinbildenden Ausbildung von Schülern in

Deutschland auf. In den letzten zehn Jahren ist der Begriff ,Qualität′ zudem mehr

und mehr zu einem ,,zentralen Focus der theoretischen, forschungsmethodischen

und gestalterischen Bemühungen" im Bildungs- und Sozialbereich geworden

[HH00].

Neben einer qualitativ besseren Aus- und Weiterbildung der Lehrerschaft, der

Umsetzung und Förderung von innovativen und lernförderlichen Unterrichtsme-

thoden und der Schaffung von bundesweiten Bildungsstandards, ist die Evaluation

des Unterrichts in den Schulen ein weiteres, nicht zu unterschätzendes Instru-

ment, welches zur angestrebten Verbesserung des deutschen Schulwesens bei-

tragen kann. So können durch Analyse und Reflexion des Unterrichts bspw. die

Auswirkungen von didaktischen Methoden auf den Lernprozess und damit ver-

bundene Kompetenzentwicklungen der Schüler bewertet bzw. erfasst werden.

Gegenstand der folgenden Seiten soll demnach die Untersuchung von didakti-

schen Methoden in der Schulinformatik sein.

1.2 Aufgabenstellung

und

Vorgehensweise

Das konkrete Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Gütekriterien didaktischen Me-

thoden in der Schulinformatik aufzuzeigen und die Möglichkeiten zur deren Mes-

sung darzustellen. Die dazu notwendigen und denkbaren Verfahren einer

kriteriengeleiteten Evaluation didaktischer Methoden sollen jeweils unter der Be-

Christoph Korzenek

6


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

zug auf eine konkrete Unterrichtsmethode für die Vermittlung eines bestimmten

Lerninhaltes in der Schulinformatik vorgestellt werden.

Zu Beginn der Seminararbeit erfolgt eine Klärung des Begriffes Evaluation. Weiter

werden Funktionen und die daraus resultierenden Nutzen und Möglichkeiten empi-

rischer Evaluierungen von Unterricht dargelegt. Im Anschluss wird eine Auswahl

an möglichen Gütekriterien für eine Bewertung von didaktischen Methoden vorge-

nommen und deren Bedeutung und Inhalt erläutert. Nachdem anschließend eine

allgemeine Klassifizierung von Evaluationsmethoden dargestellt wird, werden in

den darauf folgenden Abschnitten konkrete Evaluationsmethoden für die jeweili-

gen Gütekriterien erläutert und ein Bezug zur vorher veranschaulichten Unter-

richtsmethode ,,Objektspiel", welches zur Vermittlung von Objektorientierung in der

Schulinformatik dient, hergestellt.

2 Bewertung von didaktischen Methoden

2.1 Unterrichtsevaluation

­ Wozu?

Die Evaluation von Unterricht bzw. Unterrichtsprozessen kann, wie bereits er-

wähnt, ein wichtiges Instrument zur Verbesserung von Unterrichtsqualität darstel-

len. Der Begriff ,Evaluation′ als solches wird von der Deutschen Gesellschaft für

Evaluation (DeGEval) als ,,Summe systematischer Untersuchungen, die empiri-

sche Informationen bereitstellen" verstanden, wodurch es im Anschluss möglich

wird, den Wert oder die Güte eines Evaluationsgegenstandes einzuschätzen

[UIA04]. Gleichzeitig gelten in der wissenschaftlichen Sozialforschung bestimmte

Grundprinzipien und Standards für die Durchführung von Evaluationen als aner-

kannt. Dabei soll Evaluation grundsätzlich unabhängig vom Evaluator selbst sein

(objektiv), genau das erfassen, was es vorgibt zu messen (valide), und darüber

hinaus ein reliables Ergebnis liefern. Ferner soll es als eine ziel- und zweckorien-

tierte Handlung verstanden werden, die den Informationsbedarf einer bestimmten

Personengruppe deckt [Jäg05, S. 15].

Im Zusammenhang mit der Bewertung der Güte bzw. Wirksamkeit von Sachver-

halten oder Handlungsalternativen dient die Evaluation oft als ein Instrument der

Planungs- und Entscheidungshilfe [WT03 in Jäg05, S. 12]. In Bezug auf die hier

Christoph Korzenek

7


Bewertung von didaktischen Methoden in der Schulinformatik

konkret besprochene ziel- und zweckorientierte Evaluation von Unterricht kommen

im Wesentlichen vier Funktionen zum tragen, welche den Nutzen und die Chan-

cen einer Evaluierung von Unterrichtsmethoden deutlich machen:

Der Erkenntnisgewinn, welcher durch eine durchgeführte Evaluation von Unter-

richt erreicht werden kann, dient prinzipiell als ein generelles Feedback über die

untersuchten Sachverhalte bzw. Methoden. Darauf aufbauend besteht nun zum

einen die Möglichkeit, dass er die Grundlage für die zukünftige Planung von Unter-

richtsmethoden bildet und zum anderen als Basis für eine angestrebte Weiterent-

wicklung und Verbesserung der Unterrichtsqualität bzw. der Wirksamkeit didakti-

scher Methoden dient [Jäg05, S. 13, Mit06, S. 18].

(Erkenntnisfunktion)

Eine weitere Funktion der Evaluation ist die

Dialogfunktion

. Um die Ergebnisse

einer durchgeführten Evaluierung möglichst vielseitig und unter verschiedenen

Gesichtspunkten interpretieren und auswerten zu können, sollte die Bewertung

der erzielten Resultate immer im Dialog mit anderen Personen erfolgen. Die Eva-

luationsbefunde sollten demnach als Grundlage für einen Austausch mit Schülern

oder Lehrerkollegen genutzt werden. Durch eine intensive und variantenreiche

Diskussion der erzielten Ergebnisse ist es möglich, viele weitere Anregungen für

zukünftige Handlungs- und Verhaltenweisen sowie für den Einsatz von didakti-

schen Methoden zu erlangen und so eine Weiterentwicklung von Schule und Un-

terricht voranzutreiben [Jäg05, S. 14; Mit06, S. 18].

Der Erfolg oder auch Misserfolg einer durchgeführten Maßnahme kann durch das

Durchführen einer Evaluation (besser) ermittelt bzw. kontrolliert werden [Mit06,

S. 19]. So lässt sich bspw. feststellen, ob die geplante oder erhoffte Wirksamkeit

der angewandten didaktischen Methode tatsächlich stattfand und wenn ja, mit

welcher Intensität und Auswirkung [Jäg05, S. 13].

(Kontrollfunktion)

Daran anknüpfend ist als vierte und letzte Funktion der Unterrichtsevaluation die

Legitimitätsfunktion

zu nennen. Durch die erreichte Belegbarkeit der durchgeführ-

ten und untersuchten Maßnahmen besteht die Möglichkeit diese in strukturierter

und kritischer Form zu untersuchen und zu interpretieren. So können etwa Lehrer

anhand von Evaluationsergebnissen die daraus gezogenen Schlussfolgerungen

zusammenfassen und diese gegenüber anderen Personen nachvollziehbar vertre-

ten [Jäg05, S. 14; Mit06, S. 20].

Christoph Korzenek

8



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