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Seminararbeit, 2001, 18 Seiten
Autor: Matthias Widner
Fach: Geschichte - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Details
Institution/Hochschule: Universität Rostock (Historisches Institut)
Tags: Hanse, Geschichte, Mittelalter, Seekrieg
Jahr: 2001
Seiten: 18
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-10844-7
ISBN (Buch): 978-3-638-74560-4
Dateigröße: 89 KB
Diese Arbeit entstand in meinem 2. Fachsemester in Geschichte. Sie behandelt die Frage, in wieweit die Hanse selbstständig Krieg führte, und in welchem Maße Handels- bzw. Wirtschaftsfragen diesbezüglich eine Rolle spielten.171 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Wenn man einen Artikel über den Vergleich der heutigen Europäischen Union mit der mittelalterlichen Hanse liest, fallen einen Parallelen auf. Auch die EU, vor 1992 EG, wurde ursprünglich als reines Zweckbündnis für Handelsfragen gegründet. Wiederrum auch die Hanse mischte sich mit der Zeit immer weiter in die politischen Interessen der einzelnen Staaten ein. Beide Bündnisse wuchsen rasch über einen großen Teil Europas heran. Es gab zwar den Hauptunterschied, dass die Hanse "nur" ein lockerer Verbund von Händlern war, welche ab dem 14. Jahrhundert als Bürgermeister der Städte auftraten, und hinter der EU ganze Nationen stehen, aber gerade dieser Fakt verbirgt interessante Bedeutungen, wie man später sehen wird. Wie die Geschichte schon oft gezeigt hat, spielt es bei der Vertretung der eigenen Interessen eine bedeutende Rolle, wie viel finanzielle und militärische Mittel hinter einer Organisation stehen. Der Waffengebrauch blieb der Europäischen Union zwar erspart, aber zur Zeiten der Hanse, dem Hoch- und Spätmittelalter kam es doch schon häufiger dazu. Ein großer Teil dieser Auseinandersetzungen wurden, wie könnte es anders sein, auf dem Meer ausgetragen. Aus diesem Grunde wird sich die vor Ihnen liegende Arbeit mit dem Thema der hanseatischen Seekriege beschäftigen. Neben den anfänglichen Betrachtungen zum Schiff, der Besatzung und dem Kriegswesen werden anhand der Kriege gegen Dänemark mehrere Charakteristiken der Hanse erklärt. Die Arbeit zielt auf die Beantwortung folgender Fragen hin. Wie war die Stellung der wendischen Städte bei den Kriegen? Inwiefern beeinflusste die technische Entwicklung die Seekriege? Haben Handelsfragen auf die Kriege der Hanse Einfluss genommen? Änderte sich die Situation auf den Schiffswerften durch die Seekriege?
Textauszug (computergeneriert)
Universität Rostock
Historisches Institut
Wintersemester 2000/2001
Proseminar : Krieg und Frieden im Mittelalter
2. Semester Geschichte (Lehramt, Hauptfach)
Nach der neuen Rechtschreibreform
Die Hanse und ihre Seekriege
Belegarbeit
von
Matthias Widner
Rostock, den 27.03.2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Das Schiff 2
3. Krieg gegen Dänemark 4
3.1. Im 14. Jahrhundert - Die Kölner Konföderation 4
3.2. Im 16 Jahrhundert - Am Ende der Hanse 8
4. Der letzte Einsatz - Der Siebenjährige Krieg 11
5. Fragestellungen und Abschlusswort 14
6. Anhang 16
6.1. Abbildungen (Nicht enthalten. Die Abbildungen können über die angegebene Quelle nachvollzogen werden.) 16
6.2. Literatur (Auswahlbibliographie) 18
1. Einleitung
Vor ein paar Wochen las ich einen Artikel über einen Vergleich der heutigen EU mit der mittelalterlichen Hanse. Auch die EU, damals noch EG, wurde ursprünglich als reines Zweckbündnis für Handelsfragen gegründet. Wiederrum auch die Hanse mischte sich mit der Zeit immer weiter in die politischen Interessen der einzelnen Staaten ein. Beide Bündnisse wuchsen rasch über einen großen Teil Europas heran. Es gab zwar den Hauptunterschied, dass die Hanse ,,nur" ein lockerer Verbund von Händlern war und hinter der EU ganze Nationen stehen, aber gerade dieser Fakt verbirgt interessante Bedeutungen, wie man später sehen wird.
Wie die Geschichte schon oft gezeigt hat spielt es bei der Vertretung der eigenen Interessen eine bedeutende Rolle, wie viel finanzielle und militärische Mittel hinter einer Organisation stehen. Der Waffengebrauch blieb der Europäischen Union zwar erspart, aber zur Zeiten der Hanse, dem Hoch- und Spätmittelalter kam es doch schon häufiger dazu. Ein großer Teil dieser Auseinandersetzungen wurden, wie könnte es anders sein, auf dem Meer ausgetragen. Aus diesem Grunde wird sich die vor Ihnen liegende Arbeit mit dem Thema der hanseatischen Seekriege beschäftigen.
Neben den anfänglichen Betrachtungen zum Schiff, der Besatzung und dem Kriegswesen werden anhand der Kriege gegen Dänemark mehrere Charakteristiken der Hanse erklärt. Die Arbeit zielt auf die Beantwortung folgender Fragen hin. Wie war die Stellung der wendischen Städte bei den Kriegen? Inwiefern beeinflusste die technische Entwicklung die Seekriege? Haben Handelsfragen auf die Kriege der Hanse Einfluss genommen? Änderte sich die Situation auf den Schiffswerften durch die Seekriege?
2. Das Schiff
Die Schiffe der Hansezeit waren nie als Kriegsschiffe konzipiert. Nichts lag einem Händler ferner als kostbaren Frachtraum mit Waffen und Kriegsgerät zu „verschwenden“. So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Waffenausrüstung meistens nur auf ein Minimum an Handwaffen , (Wurf-) Beilen, Armbrüsten und Schilden beschränkte. Aus Quellen weiß man, dass auf der „Mariasud“ im Jahr 1182 sogar Schmierseife als Waffe benutzt wurde. Man warf sie auf das Deck des Gegners, damit dieser im Gefecht darauf ausrutschte.1
Später kam es zu städtischen Kriegsschiffen. In Friedenszeiten wurden sie zum Gewinn der jeweiligen Stadt zwar als Handelsschiffe eingesetzt, hatten aber eine größere Anzahl an Waffen an Bord installiert. Unter anderem gab es das „treibende Werk“ (siehe Anhang Abb. 3), oft auch nur „Werk“ genannt, welches eine überdimensionale Armbrust mit eisenbeschlagenen schweren Pfeilen darstellte. Es wurde fest am Schiff angebracht. Beim Auftreffen durchschlugen sie die feindliche Bordwand und richteten sehr großen Schaden, bis hin zum Sinken des Schiffes, an.
Ähnliche Bekanntheit hatte die Blide (siehe Anhang Abb. 4). Sie war ein Gegengewichtswurfgeschütz und wurde in der Mitte des Schiffs angebracht. Die Größe der Blide setzte oft voraus, dass es ein Kriegsschiff war. Wenn der finanzielle Aspekt es zuließ, verwendete man sie in kleinerer Form auf privaten Schiffen, in Kastellen aufgestellt. Später kamen die Feuerwaffen, wie die Kanone, dazu. Sie hatten zwar eine schlechte Zielgenauigkeit, aber eine enorme positive moralische Wirkung auf die Seeleute.2
Ähnlich wie die Waffen war eine Kogge (siehe Anhang Abb. 2), zeitlang das größte Schiff der Hanse, enorm kostbar. Kennzeichnend dafür trugen viele Koggen auf dem Hauptsegel das Wappen ihrer Stadt. Man war stolz auf die heimatlichen Schiffe, welche durch Ost- und Nordsee segelten. Wenn man daneben noch die Bauzeit von bis zu 3 Jahren bei den späteren Schiffen wie dem Holk (siehe Ahnhang Abb. 1) in Betracht zieht, ist es klar, dass viele Händler das Risiko einer Seeschlacht nicht eingehen wollten.3 Immerhin betrug die Lebensdauer der meisten Schiffe nach einer lübischen Quelle bis zu 12 Jahre.4
[...]
1 Paul Heinsius, Das Schiff der Hanseatischen Frühzeit, S.150-152
2 Konrad Fritze/ Günter Krause, Seekriege der Hanse, 1989 Berlin, 1. Auflage, S. 87-89
3 Paul Heinsius, Das Schiff der Hanseatischen Frühzeit, S.150-152
4 Konrad Fritze/ Günter Krause, Seekriege der Hanse, 1989 Berlin, 1. Auflage, S. 40
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