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Subtitle: Vergleich einer bürgerlichen und einer Arbeiterfamilie im 19. Jahrhundert
Termpaper, 2006, 17 Pages
Author: Dipl.-Päd. Björn Scheffczyk
Subject: Pedagogy - Family Education
Details
Year: 2006
Pages: 17
Grade: 2,0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-44654-4
ISBN (Book): 978-3-640-44683-4
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Abstract
In der nachfolgenden schriftlichen Arbeit beschäftige ich mich mit einer näheren Betrachtung der Familienverhältnisse in Deutschland um das 19. Jahrhundert herum. Als Grundlage für diese Arbeit habe ich im Vorfeld das Seminar „Aufwachsen Deutschland“ besucht, indem es um das Aufwachsen und die jeweiligen Sozialisationsinstanzen verschiedener zeitlicher Epochen ging. So wurde zum Beispiel die Jugend um die Jahrhundertwende, während der nationalsozialistischen Herrschaft oder in der zeit der DDR näher beleuchtet. Gerade die Zeit um 1900 war eine sehr ereignisreiche Zeit für Deutschland. So war man bereits in der Phase der zweiten Industrialisierung angekommen, bahnbrechende Erfindungen und Entdeckungen in Wirtschaft und Medizin beherrschten das Leben, aber auch bitterste Armut als Preis des Aufschwungs im Schatten der Industrie war an der Tagesordnung. Dazu kamen noch Streitigkeiten um die Durchsetzung hegemonialer Interessen Deutschlands in Teilen der dritten Welt und Asiens und eine ständige, lodernde Gefahr des Ausbruchs eines Weltkrieges und stetiger Konkurrenzdruck mit anderen europäischen Staaten. Inmitten dieser Situation befanden sich die Arbeiterfamilien und die bürgerlichen Familien als Stütze Deutschlands, da diese Form der Familien zahlenmäßig am stärksten vertreten war. Ich möchte diese Familientypen jeweils anhand von Beispielen vorstellen. Weiterhin möchte ich nach der jeweiligen Vorstellung Unterschiede und Gemeinsamkeiten in verschiedenen Lebensbereichen der genannten Familientypen vorstellen. Darüber hinaus möchte ich untersuchen, ob es markante Unterschiede bei den Folgen der jeweiligen Sozialisation gibt. Dazu werde ich Lebensläufe und Erfahrungsberichte betrachten, um einfach festzustellen, inwieweit die „Kinderstube“ sich tatsächlich auch das spätere Leben ausgewirkt hat. Zur Unterstützung meiner Thesen nutze ich verschiedene Literatur, so zum Beispiel „Kindheit im Kaiserreich“, welches von Rudolf Pörtner herausgegeben wurde, und verschiedene Lebensläufe von unterschiedlichen Personen in Deutschland um 1900 betrachtet. Auch Michael Seyfarth-Stubenrauchs „Erziehung und Sozialisation in Arbeiterfamilien im Zeitraum 1870 bis 1914 in Deutschland“ oder verschiedene Beiträge von Christa Berg gehören zur verwendeten Literatur.
Excerpt (computer-generated)
Aufwachsen und Sozialisation im Kaiserreich
Vergleich einer bürgerlichen und einer
Arbeiterfamilie im 19. Jahrhundert
Hausarbeit für das Hauptdiplom
im Fach allgemeine Pädagogik
an
der
Universität der Bundeswehr Hamburg
eingereicht bei
vorgelegt
von
Lt
Björn
Scheffczyk
Hamburg, Mai 2006
Aufwachsen im Kaiserreich Ein Vergleich________________________________ 2
Seite
1. Einleitung
3
2. Hauptteil
2.1 Die Bürgerliche Familie im Kaiserreich
4
2.2 Die Arbeiterfamilie im Kaiserreich
7
2.3 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
9
2.4 Folgen der jeweiligen Sozialisation
11
3. Fazit und Erklärung zur Selbstständigkeit
14
Aufwachsen im Kaiserreich Ein Vergleich________________________________ 3
1. Einleitung
In der nachfolgenden schriftlichen Arbeit beschäftige ich mich mit einer näheren
Betrachtung der Familienverhältnisse in Deutschland um das 19. Jahrhundert herum.
Als Grundlage für diese Arbeit habe ich im Vorfeld das Seminar ,,Aufwachsen
Deutschland" besucht, indem es um das Aufwachsen und die jeweiligen
Sozialisationsinstanzen verschiedener zeitlicher Epochen ging. So wurde zum Beispiel
die Jugend um die Jahrhundertwende, während der nationalsozialistischen Herrschaft
oder in der zeit der DDR näher beleuchtet.
Gerade die Zeit um 1900 war eine sehr ereignisreiche Zeit für Deutschland. So war man
bereits in der Phase der zweiten Industrialisierung angekommen, bahnbrechende
Erfindungen und Entdeckungen in Wirtschaft und Medizin beherrschten das Leben,
aber auch bitterste Armut als Preis des Aufschwungs im Schatten der Industrie war an
der Tagesordnung. Dazu kamen noch Streitigkeiten um die Durchsetzung hegemonialer
Interessen Deutschlands in Teilen der dritten Welt und Asiens und eine ständige,
lodernde Gefahr des Ausbruchs eines Weltkrieges und stetiger Konkurrenzdruck mit
anderen europäischen Staaten.
Inmitten dieser Situation befanden sich die Arbeiterfamilien und die bürgerlichen
Familien als Stütze Deutschlands, da diese Form der Familien zahlenmäßig am
stärksten vertreten war. Ich möchte diese Familientypen jeweils anhand von Beispielen
vorstellen. Weiterhin möchte ich nach der jeweiligen Vorstellung Unterschiede und
Gemeinsamkeiten in verschiedenen Lebensbereichen der genannten Familientypen
vorstellen.
Darüber hinaus möchte ich untersuchen, ob es markante Unterschiede bei den Folgen
der jeweiligen Sozialisation gibt. Dazu werde ich Lebensläufe und Erfahrungsberichte
betrachten, um einfach festzustellen, inwieweit die ,,Kinderstube" sich tatsächlich auch
das spätere Leben ausgewirkt hat. Zur Unterstützung meiner Thesen nutze ich
verschiedene Literatur, so zum Beispiel ,,Kindheit im Kaiserreich", welches von Rudolf
Pörtner herausgegeben wurde, und verschiedene Lebensläufe von unterschiedlichen
Personen in Deutschland um 1900 betrachtet. Auch Michael Seyfarth-Stubenrauchs
,,Erziehung und Sozialisation in Arbeiterfamilien im Zeitraum 1870 bis 1914 in
Deutschland" oder verschiedene Beiträge von Christa Berg gehören zur verwendeten
Literatur.
Abschließend fasse ich meine Erkenntnisse noch einmal zusammen.
Aufwachsen im Kaiserreich Ein Vergleich________________________________ 4
Ich beschränke mich im gesamten Text auf Beispiele aus der Arbeiterschicht und der
normalen bürgerlichen Schicht. Eine nähere Untersuchung der jeweiligen
Unterschichten würde hier zu weit führen. Die gesamte Arbeit erfolgt nach der
Formvorlage aus ,,Die schriftliche Arbeit" vom Duden-Verlag.1
2.1 Die bürgerliche Familie im Kaiserreich
Betrachtet man die bürgerliche Familie, so muss man zunächst in bürgerliche und
kleinbürgerliche Familie unterscheiden. Ich werde im weiteren Verlauf die
kleinbürgerliche Familie noch mal im Unterschied zur bürgerlichen vorstellen. Die
bürgerliche Familie war im 19. Jahrhundert in erster Linie dadurch gekennzeichnet, dass
es stets versuchte, sich mondäner und wirtschaftlich besser gestellt zu zeigen, als sie es
eigentlich war. Das Sprichwort ,,Mehr Schein als Sein" trifft diesen Zustand exakt. So
erörtert Christa Berg in ihrer Vorstellung der bürgerlichen Familie zunächst einmal,
dass schon lange nicht mehr die typische Klientel zum Bürgertum gehörte, die es einmal
war. Beamte, Gelehrte und Literaten waren nicht mehr die Träger dieser
Gesellschaftsschicht. Um die Jahrhundertwende machte sich eine neue
Gesellschaftsschicht bemerkbar, die aus Unternehmern, Bankiers und Großkaufleuten
bestand. Diese wurde auch als der ,,neue Mittelstand" bezeichnet. Mit Aufleben dieses
,,neuen Mittelstands" verschwanden auch die typischen Attribute, die man dem
Bürgertum stets nachgesagt hatte. Sparsamkeit, Häuslichkeit, Biedermeierei,
Gemütlichkeit waren nicht mehr die Begriffe, mit denen man das Bürgertum
charakterisieren konnte.2
Leistungswille, Arbeitsfanatismus, Zeitknappheit und rücksichtsloses Karrieredenken
waren die neuen Adjektive, mit denen sich der ,,neue Mittelstand" charakterisieren ließ.
Wer auf den Gedanken kam, Solidität als obersten wert seiner Arbeit zu betrachten,
wurde schnell dem Kleinbürgertum zugeordnet. Nebenbei hielt diese Form des
Erfolgsdrucks auch beim Militär Einzug. Herbert Richter schreibt dazu in der
Sammlung von Lebensläufen, dass auch beim ihm zu Hause, wo fast die gesamte
Familie in das Militär involviert war, eine gewisse Hektik und der dafür verantwortliche
Erfolgsdruck zu erkennen waren. Richter wuchs in einer bürgerlichen Familie
nichtadligen Ursprungs in Dresden auf, und neben den ganzen Pflichten des Offiziers
1 s. DUDEN Die schriftliche Arbeit. Ein Leitfaden zum Schreiben von Fach-, Seminar- und
Abschlussarbeiten in der Schule und beim Studium. Duden-Verlag, 3.Aufl., Bern 2002
2 Vgl. Berg Christa: Familie, Kindheit, Jugend. In: Christa Berg (Hrsg.): Handbuch der deutschen
Bildungsgeschichte. Band IV. Von der Reichsgründung bis zum Ende des ersten Weltkrieges. München
1991. S. 101
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