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Duales System Deutschland - Anspruch und Wirklichkeit

Scholary Paper (Seminar), 2002, 63 Pages
Author: Stefanie Welz
Subject: Environmental Sciences

Details

Event: Wirtschaft und Umwelt
Institution/College: University of Applied Sciences Essen
Tags: Duales, System, Deutschland, Anspruch, Wirklichkeit, Wirtschaft, Umwelt
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 63
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V13703
ISBN (E-book): 978-3-638-19283-5
ISBN (Book): 978-3-638-77754-4
File size: 1489 KB

Abstract

Der Umweltschutz in Deutschland hatte bis zum Ende der 60-er Jahre keinen nennenswerten Stellenwert. Daher war die Herausforderung umweltpolitischer Maßnahmen das Abfallproblem. Deutschland stand vor riesigen Müllproblemen.1 Es kam zu einem sogenannten Müllnotstand, dass heißt, keiner wusste mehr, wohin mit dem ganzen Müll. Die Deponien waren teilweise schon voll, die übrigen standen kurz davor. Müllverbrennungsanlagen waren wegen der Umweltbelastungen, die sie verursachen, umstritten. Die Frage nach einem Umweltprogramm wurde jedoch noch Ende der 60-er Jahre laut. In einer Regierungserklärung kündigte Bundeskanzler Willi Brandt (1969) die Schaffung eines bundeseinheitlichen Abfallgesetzes an.2 In dem ersten Abfallgesetz von 1972 galt allerdings das Motto: „ Aus den Augen, aus dem Sinn “, damit sich offensichtlich keiner mehr um das Müllproblem Sorgen machen musste. Der Müll wurde in eine Grube oder auf ein sonstiges Grundstück in der Nähe beiseite geschafft. Dort blieb er, verschandelte die Landschaft und bedrohte das Grundwasser. Diese alten Müllkippen wurden nach Beendigung der Nutzung meistens mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt und bepflanzt. Im Laufe der Zeit stellte man allerdings fest, dass der Müll eben nicht aus der Welt geschaffen worden ist, sondern dauerhafte Probleme verursacht. Man spricht hierbei von sogenannten Altlasten. Viele Müllkippen mussten nachträglich abgedichtet werden, damit keine Gifte mehr ins Grundwasser gelangen. Der Gesetzgeber musste einsehen, dass von Beseitigung keine Rede sein konnte, und sprach danach von Entsorgung.3 Als der Begriff „Kreislaufwirtschaft“ zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland eingeführt wurde, stand demnach die Umweltpolitik vor großen Herausforderungen: wachsende Müllberge, drohender Entsorgungsnotstand und Verschwendung von Ressourcen, verursacht durch einen Ex- und- Hopp- Konsum. Die Wende markierte 1991 der Erlass der Verpackungsverordnung. Ihr Ziel war klar: Verpackungsabfälle sollen in erster Linie vermieden, zumindest aber vermindert und recycelt werden. Sie war der Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft. -- 1 Vgl. Unterlage: Vortrag zum Dualen System Deutschland von der RWE Umwelt AG; Thema: Müll Recycling; 04.09.2000 2 Vgl. Herausgeber: Der grüne Punkt - Duales System Deutschland AG; DS-Dokumente; Ausgabe 1: Kreislaufwirtschaftsgesetz - Kreislaufwirtschaft vor Abfallbeseitigung; 7/2000; S. 1 3 vgl. Kursawa-Stucke, Der grüne Punkt und der Recycling-Schwindel, Originalausgabe Februar 1994


Excerpt (computer-generated)

 

Duales System Deutschland
- Anspruch und Wirklichkeit



Seminararbeit im Rahmen der Veranstaltung
Wirtschaft und Umwelt

Fachhochschule für Ökonomie und Management Essen

 


INHALTSVERZEICHNIS  I


ABBILDUNGSVERZEICHNIS  III


ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS  IV


1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG  1
1.1 Problemstellung Abfallwirtschaft  1
1.2 Rechtsgrundlagen  3
1.2.1 Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG)  3
1.2.2 Verpackungsverordnung (VerpackV)  4
1.2.3 EG – Verpackungsrichtlinie  6
1.2.4 Kreislaufwirtschafts- u. Abfallgesetz (Krw-/AbfG) 7
1.2.5 Novelle der Verpackungsverordnung  10
1.2.6 Verordnung zur Änderung abfallrechtlicher Nachweisbestimmungen  11


2 ORGANISATION DES UNTERNEHMENS  12
2.1 Duale System Deutschland  12
2.2 Mitarbeiter & Geschäftsverteilungsplan  16
2.3 Aufsichtsrat  17
2.4 Aktionäre  19


3 FINANZIERUNG  20
3.1 Lizenzentgelte  20
3.2 Vermeidung  21


4 STAND DER TECHNIK  22
4.1 Sortieranlagen  22
4.2 Arbeitsweise Duales System  26


5 MÜLLENTWICKLUNG IN ZAHLEN  27
5.1 Entwicklung Wertstoffmengen  27
5.2 Mengenstromnachweis  29
5.3 Ökobilanz / Ressourcenbilanz  29
Inhaltsverzeichnis Seite II


6 PFANDSYSTEME  34
6.1 Flaschenpfand  34
6.2 Dosenpfand  35
6.3 Pressemitteilungen Dosenpfand  40


7 EUROPÄISCHE ENTWICKLUNG  45
7.1 Allgemeines  45
7.2 Vergleich mit dem französischen Pfand  45
7.3 Das System Eco Emballages  47
7.4 Zusammenarbeit zwischen DSD und SAEE  48


8 SCHLUSSBETRACHTUNG  VIII
8.1 Fazit  VIII
8.2 Kritische Betrachtung  IX


LITERATURVERZEICHNIS  IX
Bücher  IX
Berichte  IX
Zeitschriften  V
Internet  V


Abbildungsverzeichnis


Abbildung 1 - Neue Verwertungsquoten der Verpackungsverordnung  5
Abbildung 2 - Begriffsbestimmung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz  9
Abbildung 3 – Verwertungsquoten  10
Abbildung 4 – Das Holsystem  14
Abbildung 5 - Das Bringsystem  14
Abbildung 6 - Geschäftsverteilungsplan  16
Abbildung 7 - Lizenzentgelte für den Grünen Punkt  21
Abbildung 8 - Das Fließschema der Sortec 3.0  25
Abbildung 9 - Arbeitsweise Duales System  26
Abbildung 10 - Verwertungsquoten  28
Abbildung 11 - Verwertung gebrauchter Verpackungen  28
Abbildung 12 - Methodik der Ressourcenbilanz  31
Abbildung 13 - Leistungsbilanz des Dualen Systems  32
Abbildung 14 - Vor- und Nachteile von Verpackungsmaterialien  34
Abbildung 15 - Mehrweganteile in % vom Getränkeverbrauch  37
Abbildung 16 –Getränkepreise Einweg- Mehrweg  38



Abkürzungsverzeichnis

Abkürzung Bezeichnung
AbfG Abfallbeseitigungsgesetz
AG Aktiengesellschaft
AGVU Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt
BDH Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände
bzw. Beziehungsweise
ca. Circa
d.h. das heißt
DIHK Deutsche Industrie- und Handelskammertag
DSD Duales System Deutschland
EG Europäische Gemeinschaft
EU Europäische Union
evtl. Eventuell
f. Folgende
ff. fort folgende
ggf. Gegebenenfalls
GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung
i.d.R. in der Regel
KrW-/ AbfG Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz
Mio. Million
Mrd. Milliarde
OECD Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
PET Positronenemissionstomographie
PVC Poly-Vinyl-Chlorid
S.A. Societé Anonyme, Aktiengesellschaft
sog. Sogenannte
u.a. unter anderem
usw. und so weiter
vgl. Vergleiche
VerpackV Verpackungsverordnung
z.B. zum Beispiel
z.Zt. zur Zeit


1 Historische Entwicklung

1.1 Problemstellung Abfallwirtschaft

Der Umweltschutz in Deutschland hatte bis zum Ende der 60-er Jahre keinen nennenswerten Stellenwert. Daher war die Herausforderung umweltpolitischer Maßnahmen das Abfallproblem. Deutschland stand vor riesigen Müllproblemen.1

Es kam zu einem sogenannten Müllnotstand, dass heißt, keiner wusste mehr, wohin mit dem ganzen Müll. Die Deponien waren teilweise schon voll, die übrigen standen kurz davor. Müllverbrennungsanlagen waren wegen der Umweltbelastungen, die sie verursachen, umstritten. Die Frage nach einem Umweltprogramm wurde jedoch noch Ende der 60-er Jahre laut. In einer Regierungserklärung kündigte Bundeskanzler Willi Brandt (1969) die Schaffung eines bundeseinheitlichen Abfallgesetzes an.2

In dem ersten Abfallgesetz von 1972 galt allerdings das Motto: „ Aus den Augen, aus dem Sinn “, damit sich offensichtlich keiner mehr um das Müllproblem Sorgen machen musste. Der Müll wurde in eine Grube oder auf ein sonstiges Grundstück in der Nähe beiseite geschafft. Dort blieb er, verschandelte die Landschaft und bedrohte das Grundwasser. Diese alten Müllkippen wurden nach Beendigung der Nutzung meistens mit einer dünnen Schicht Erde bedeckt und bepflanzt. Im Laufe der Zeit stellte man allerdings fest, dass der Müll eben nicht aus der Welt geschaffen worden ist, sondern dauerhafte Probleme verursacht. Man spricht hierbei von soge- Historische Entwicklung Seite 2

nannten Altlasten. Viele Müllkippen mussten nachträglich abgedichtet werden, damit keine Gifte mehr ins Grundwasser gelangen. Der Gesetzgeber musste einsehen, dass von Beseitigung keine Rede sein konnte, und sprach danach von Entsorgung.3

Als der Begriff „Kreislaufwirtschaft“ zu Beginn der 90er Jahre in Deutschland eingeführt wurde, stand demnach die Umweltpolitik vor großen Herausforderungen: wachsende Müllberge, drohender Entsorgungsnotstand und Verschwendung von Ressourcen, verursacht durch einen Ex- und- Hopp- Konsum. Die Wende markierte 1991 der Erlass der Verpackungsverordnung. Ihr Ziel war klar: Verpackungsabfälle sollen in erster Linie vermieden, zumindest aber vermindert und recycelt werden. Sie war der Einstieg in eine Kreislaufwirtschaft. Historische Entwicklung Seite 3

1.2 Rechtsgrundlagen

1.2.1 Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG)

Am 07. Juni 1972 wurde das Abfallbeseitigungsgesetz (AbfG) erlassen. Ziel dieses Gesetzes war eine Neuordnung und die Sanierung der Abfallentsorgung. Der Schwerpunkt hierbei lag in der Hausmüllbeseitigung. Das Abfallbeseitigungsgesetz regelte die Fragen: „wer, was, wie und wo“ beseitigt werden sollte.

Außerdem umfasste es zahlreiche Verordnungen (z.B. Reststoffüberwachungs- Verordnung, Abfall-Bestimmungsverordnung, Abfallverbrennungsanlagen- Verordnung) sowie Zielvorgaben (z.B. Verwertungsquoten).4 Das Abfallbeseitigungsgesetz vom Juni 1972 wurde insgesamt fünf Mal überarbeitet. In der vierten Novelle des Abfallgesetzes (1986) war noch keine Rede von einem Kreislauf von Stoffen. Sie diente jedoch als Vorläufer für das Kreislaufwirtschaft- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG), das im Oktober 1996 erlassen wurde.5


[...]


1 Vgl. Unterlage: Vortrag zum Dualen System Deutschland von der RWE Umwelt AG; Thema: Müll Recycling; 04.09.2000
2 Vgl. Herausgeber: Der grüne Punkt - Duales System Deutschland AG; DS-Dokumente; Ausgabe 1: Kreislaufwirtschaftsgesetz - Kreislaufwirtschaft vor Abfallbeseitigung; 7/2000; S. 1
3 vgl. Kursawa-Stucke, Der grüne Punkt und der Reccling-Schwindel, Originalausgabe Februar 1994
4 Vgl. http://www.umweltbundesamt.de/u.../abfallgesetz-kreislaufwirtschafts-und-abfallgesetz.htm; 01.11.2002
5 Vgl. Herausgeber: Der grüne Punkt - Duales System Deutschland AG; DS-Dokumente; Ausgabe 1: Kreislaufwirtschaftsgesetz - Kreislaufwirtschaft vor Abfallbeseitigung; 7/2000; S. 1


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