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Der Mensch und die Sünde

Seminararbeit, 2003, 14 Seiten
Autor: Siegmar Faust
Fach: Theologie - Systematische Theologie

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2003
Seiten: 14
Note: sehr gut
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V13707
ISBN (E-Book): 978-3-638-19285-9
ISBN (Buch): 978-3-638-78148-0
Dateigröße: 188 KB
Anmerkungen :
Dichter Text - einzeiliger Zeilenabstand.


Zusammenfassung / Abstract

Unser Kreuz ist es wohl, dass wir nicht in der Lage sind, aus der Geschichte zu lernen, da der Satan schlau genug ist, uns immer wieder neue Totallösungen unserer Heilserwartungen unter dem Anspruch der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und unter Ausnutzung des jeweils modernen Zeitgeistes anzubieten. Und sollten dennoch Zweifel aufkommen, weil wir die biblische Gebrauchsanleitung des Lebens nicht richtig verstehen und wir uns vertrauensvoll wegen unberechenbarer Nebenwirkungen an seelsorgende Ärzte oder Apotheker wenden, werden wir zumeist enttäuscht. Entweder versuchen sie, uns ihre Über-Zeugungen überzustülpen, was einer Vergewaltigung nahe kommt, oder sie verwirren uns mit zu simpler Frömmigkeit, die sie unter verschiedenen Masken zumeist nur vorspielen. Wer uns zu überzeugen sucht, dem sollte mit Heidegger geantwortet werden: "...jede Philosophie, als Sache des Menschen, misslingt", denn "Gott braucht keine Philosophie". Und Theologie? Im Sinne des Theologen Rudolf Bultmanns erlangt das „Reden von Gott“ (die „Lehre von Gott“) nur eine Bedeutung, wenn das fragende Subjekt mit einbezogen ist, wenn ich gleichfalls aus meiner existenziellen Lage und meinem persönlichen Verhältnis heraus zu dem, was auf verschiedenste Weise als Gott zerredet, verschwendet oder verschwiegen werden kann, ausgehen darf. Glaube, Hoffnung und Liebe samt eingeschlossener Sünde sind empirisch-rational schlecht beizukommen, aber gut beizuwohnen, wenn in uns wenigstens ein Schlupfwinkel davon ausgefüllt bleibt.


Textauszug (computergeneriert)

Julius-Maximilian-Universität Würzburg
Institut für Evangelische Theologie und Religionspädagogik
Wintersemester 2002/03
Proseminar:
Einführung in die Theologie

 


„Der Mensch
und die Sünde“

 


Hausarbeit vorgelegt am 3. April 2003 von
Siegmar Faust
Magisterstudiengang Philosophie, NF Evangelische Theologie und Politische
Wissenschaft, 1. Semester


Inhaltsverzeichnis


Vorsätze 3


1. Der Mensch in der Schöpfung 3


2. Das etwas neuere Menschenbild 5


3. Der Sündenfall 7


4. Die Sünde 8


5. Aktuelle Überlegungen zu Sündenlehre in der neueren Theologie 8


6. Nachsätze 11

 

Vorsätze

"Mensch" und "Sünde" - beide Begriffe haben eine fundamentale Bedeutung sowohl in der Theologie als auch der Philosophie. In Immanuel Kants nachgelassenem Handbuch der Logik wird die Frage "Was ist der Mensch?" als die Grundfrage der Philosophie bezeichnet. Aus diesem Blickwinkel dürfte jede Aussage dazu eine Aussage des Menschen über sich selber sein. Jede Philosophie ließe sich nach der Meinung des Philosophen Wilhelm Dilthey "in eine Anthropologie umschreiben". Aus theologischer Sicht kann auf keinem Fall der Mensch als "das Maß aller Dinge" gelten; er sollte stets in seiner Bezogenheit auf Gott betrachtet werden. 1. Der Mensch in der Schöpfung

Adam ist der ursprüngliche Gattungsname des Menschen oder der Menschheit. "Adamah" heißt auf Hebräisch: Erde, Ackerboden. In den biblischen Schöpfungsgeschichten lesen wir, dass Adam, der erste Mensch, als Ebenbild Gottes geschaffen wurde, und zwar am sechsten Tage mit allen die Erde bevölkernden Tieren. Über sie, auch über die "Fische des Meeres" und "Vögel des Himmels", dürfe er nicht nur herrschen, sondern sie sich sogar seinen Bedürfnissen unterwerfen. Diese Zentralstellung des Menschen soll nach Meinung von Kritikern der jüdisch-christlichen Tradition an der ökologischen Krise, in der wir uns heute befänden, Schuld sein. Doch Gott setzte den Menschen in den Garten von Eden, „damit er ihn bebaue und hüte“.1 Die Zerstörung der Umwelt muss daher dem sündigen Verhalten des Menschen zugerechnet werden.

Obwohl in den Berichten der Genesis keine rein geistigen Wesen, so genannte Engel, ausdrücklich genannt werden, tauchen sie aber an vielen Stellen des Alten wie des Neuen Testaments auf. Sie sollen und wollen als "Vermittler" zwischen Himmel und Erde oder gar zwischen Himmel und Hölle wirken, jedoch nicht nur im Auftrag Gottes, sondern manche auch als "gefallene Engel" im Auftrage des Teufels, der auffällig viele Namen besitzt: z. B. Beelzebub, Beliar, Dämonenfürst, Mephisto, Sammael, Satan oder Urian. Diese himmlische Heerschar beschäftigt nicht nur die Theologen, sondern inspirierte besonders Künstler, Literaten und Kabarettisten. Rochus Leonhardt unterschied in seinem Lehr- und Arbeitsbuch zur Einführung in die Dogmatik die "unsichtbare Schöpfung", also die Engel, von der "sichtbaren Schöpfung" nach der in der Bibel festgelegten Hierarchie mit ihrer dienenden Funktion gegenüber dem jeweils Höherentwickelten, angefangen beim Anorganischen über die Pflanzenwelt, die Tiere bis hin zum allen Kreaturen vorgeordneten Menschen; was jedoch Artgenossen dieser höchsten Gattung nicht daran hinderte, in verzweifelter Situation mit Gottfried Benn sarkastisch auszurufen: "Der Mensch, das Schwein, die Krone der Schöpfung!"

[...]


1 Gen 2,15


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