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Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Svenja Schell
Subject: Politics - Methods, Research
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Year: 2004
Pages: 16
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-45757-1
ISBN (Book): 978-3-640-45735-9
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Abstract
[...] Bei einer Untersuchung im Rahmen der Sozialforschung geht es laut Diekmann im Wesentlichen um die direkte Beobachtung menschlicher Handlungen, sprachlicher Äußerungen und nonverbaler Reaktionen wie Mimik, Gestik und Körpersprache sowie anderer sozialer Merkmale, beispielsweise Kleidung, Wohnformen oder Alltagsgebräuche. Atteslander versteht unter Beobachtung im Sinne einer wissenschaftlichen Auslegung das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinnlich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens. Seipel und Rieker verweisen darauf, dass es sich bei diesem Verhalten nicht nur um optische Eindrücke handelt, sondern auch Gespräche, körperliche Wahrnehmungen und Gerüche gemeint sein können. Von der wissenschaftlichen ist die alltägliche Beobachtung abzugrenzen, die zumeist unreflektiert und routiniert erfolgt. Die wissenschaftliche Beobachtung dagegen verfolgt laut Atteslader das Ziel, die soziale Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage und unter Anwendung systematischer Verfahrensweisen zu rekonstruieren und zu beschreiben. In der Regel geschieht dies in natürlichen Situationen, die nicht extra inszeniert werden und zu denen die beobachtende Person sich als Teil des sozialen Feldes Zutritt verschaffen muss. Es muss jedoch auch vermerkt werden, dass die Verwendung von Beobachtungsverfahren in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Vergleich zur Befragung methodologisch und forschungspraktisch immer mehr an Bedeutung eingebüßt hat. In dieser Arbeit werde ich mich vordergründig mit der qualitativen Methode der teilnehmenden Beobachtung befassen. Um einen Einstieg in die Thematik zu geben, wird in Kapitel 2 zunächst auf die Differenzierung von qualitativen und quantitativen Ansätzen eingegangen und im Anschluss daran sollen die wichtigsten Formen der Beobachtung kurz dargestellt werden. Das dritte und vierte Kapitel widmen sich dann ausschließlich der teilnehmenden Beobachtung, wobei zunächst Einsatzgebiete und Voraussetzungen qualitativ-teilnehmender Beobachtung behandelt und im Anschluss daran die einzelnen Phasen des Forschungsablaufs kurz skizziert werden. Nach einem Abschnitt, der sich etwas genauer mit der Rolle des Beobachters im sozialen Feld befasst möchte ich in Kapitel 5 noch einmal zusammenfassend einige Schwierigkeiten und Probleme erläutern, die sich im Verlauf eine qualitativ-teilnehmenden Beobachtungsstudie ergeben können.
Excerpt (computer-generated)
,,Methoden empirischer Politikforschung"
Sommersemester 2004
Beobachtungsverfahren
in der empirischen Sozialforschung
unter besonderer Berücksichtigung der
qualitativ-teilnehmenden Beobachtung
Name: Svenja
Schell
Studiengang: Politikwissenschaften
(Magisterhauptfach)
3. Fachsemester
INHALT
1. Einleitung 3
2. Die wissenschaftliche Beobachtung in der Sozialforschung 4
2.1 Quantitative Beobachtung 4
2.2 Qualitative Beobachtung 4
2.3 Verschiedene Formen der Beobachtung 5
3. Die qualitativ-teilnehmende Beobachtung 7
3.1 Begriffsklärung 7
3.2 Einsatzgebiete 8
3.3 Voraussetzungen qualitativ-teilnehmender Forschung 9
4. Forschungsablauf und Rolle des Beobachters 10
4.1 Forschungsablauf 10
4.1.1 Feldzugang
10
4.1.2 Rollendefinition / Rollen wahr 10
4.1.3 Datenerhebung
11
4.1.4 Datenauswertung
11
4.1.5 Feldrückzug
11
4.2 Die Rolle des Beobachters 11
5. Probleme und Schwierigkeiten bei der teilnehmenden Beobachtung 12
6. Abschließende Bemerkung 14
2
1. Einleitung
In der empirischen Forschung spielt die Beobachtung eine wesentliche Rolle, da es
sich im Prinzip bei sämtlichen empirischen Methoden um Beobachtungsverfahren
handelt1. Bei einer Untersuchung im Rahmen der Sozialforschung geht es laut Diek-
mann im Wesentlichen um die direkte Beobachtung menschlicher Handlungen,
sprachlicher Äußerungen und nonverbaler Reaktionen wie Mimik, Gestik und Körper-
sprache sowie anderer sozialer Merkmale, beispielsweise Kleidung, Wohnformen
oder Alltagsgebräuche. Atteslander versteht unter Beobachtung im Sinne einer wis-
senschaftlichen Auslegung das systematische Erfassen, Festhalten und Deuten sinn-
lich wahrnehmbaren Verhaltens zum Zeitpunkt seines Geschehens.2 Seipel und Rie-
ker verweisen darauf, dass es sich bei diesem Verhalten nicht nur um optische Ein-
drücke handelt, sondern auch Gespräche, körperliche Wahrnehmungen und Gerü-
che gemeint sein können. Von der wissenschaftlichen ist die alltägliche Beobachtung
abzugrenzen, die zumeist unreflektiert und routiniert erfolgt. Die wissenschaftliche
Beobachtung dagegen verfolgt laut Atteslader das Ziel, die soziale Wirklichkeit vor
dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage und unter Anwendung systemati-
scher Verfahrensweisen zu rekonstruieren und zu beschreiben. In der Regel ge-
schieht dies in natürlichen Situationen, die nicht extra inszeniert werden und zu de-
nen die beobachtende Person sich als Teil des sozialen Feldes Zutritt verschaffen
muss. 3
Es muss jedoch auch vermerkt werden, dass die Verwendung von Beobachtungsver-
fahren in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg im Vergleich zur Befragung methodo-
logisch und forschungspraktisch immer mehr an Bedeutung eingebüßt hat.4
In dieser Arbeit werde ich mich vordergründig mit der qualitativen Methode der teil-
nehmenden Beobachtung befassen. Um einen Einstieg in die Thematik zu geben,
wird in Kapitel 2 zunächst auf die Differenzierung von qualitativen und quantitativen
Ansätzen eingegangen und im Anschluss daran sollen die wichtigsten Formen der
Beobachtung kurz dargestellt werden. Das dritte und vierte Kapitel widmen sich dann
ausschließlich der teilnehmenden Beobachtung, wobei zunächst Einsatzgebiete und
Voraussetzungen qualitativ-teilnehmender Beobachtung behandelt und im Anschluss
daran die einzelnen Phasen des Forschungsablaufs kurz skizziert werden. Nach ei-
1 Diekmann, S. 456
2 Atteslander, S. 73
3 Seipel/Rieker, S. 156
4 Atteslander, S. 76
3
nem Abschnitt, der sich etwas genauer mit der Rolle des Beobachters im sozialen
Feld befasst möchte ich in Kapitel 5 noch einmal zusammenfassend einige Schwie-
rigkeiten und Probleme erläutern, die sich im Verlauf eine qualitativ-teilnehmenden
Beobachtungsstudie ergeben können.
2. Die wissenschaftliche Beobachtung in der Sozialforschung
Innerhalb der Beobachtungsverfahren muss zunächst zwischen quantitativen und
qualitativen Ansätzen unterschieden werden. Auch wenn in der Praxis den quantitati-
ven Ansätzen häufig der Vorzug gegeben wird, möchte ich mich in dieser Arbeit in
erster Linie den qualitativen Methoden widmen. Zunächst jedoch soll eine kurze Beg-
riffsdifferenzierung erfolgen, und im Anschluss daran möchte ich einige gängige Be-
obachtungspraktiken beider Ansätze vorstellen.
2.1 Quantitative Beobachtung
Beim quantitativen Ansatz wird soziale Realität als objektiv gegeben und mit Hilfe
wissenschaftlicher Methoden erfassbar angesehen. Laut Atteslander soll empirische
Forschung theoriegeleitet Daten über die soziale Realität sammeln, wobei diese den
Kriterien der Reliabilität, Validität, Repräsentativität sowie der intersubjektiven Über-
prüfbarkeit genügen sollen.5 Vor allem dienen sie aber der Überprüfung der vorange-
stellten Forschungshypothese. Das Zugrundelegen einer Forschungshypothese ist
eines der ausschlaggebendsten Unterscheidungskriterium zu den qualitativen Ansät-
zen. Die Methoden zur Durchführung quantitativer Beobachtungsstudien sind ge-
kennzeichnet durch eine hohe Strukturiertheit sowie theoriegeleitete Wahrnehmung,
Aufzeichnung und Auswertung.
Als Kritikpunkte der quantitativen Forschungsansätze erwähnt Atteslander den durch
die Theorie stark begrenzten Erfahrungsbereich und die Tatsache, dass häufig die
Beschäftigung mit der Methode den eigentlichen Forschungsgegenstand überlagert.
Außerdem verweist er auf die Entstehung von Scheinobjektivitäten und Messartefak-
ten, die durch zu viel Standardisierung und Quantifizierung hervorgerufen werden
2.2 Qualitative Beobachtung
Die qualitative Beobachtung verzichtet dagegen auf vorab konstruierte Schemata
sowie standardisierte Verfahrensweisen und regeln. Der Forscher nimmt stattdes-
5 Atteslander, S. 77
4
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