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Petrus im Neuen Testament

Subtitle: Seine Sonderstellung im Jüngerkreis und die Entwicklung des Petrusamtes

Termpaper, 2007, 16 Pages
Author: Andrea Höltke
Subject: Theology - Biblical Theology

Details

Event: Ist der Papst Unfehlbar?
Institution/College: University of Cologne (Philosophische Fakultät)
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V137266
ISBN (E-book): 978-3-640-45903-2
ISBN (Book): 978-3-640-45867-7

Abstract

Diese Hausarbeit behandelt Simon Petrus im Neuen Testament. Simon Petrus war einer der Apostel des Jesu Christi, wenn nicht sogar der Apostel schlechthin. In dieser Arbeit wird herausgestellt, welche Rolle Simon Petrus innerhalb des Jüngerkreises hatte (2.). Innerhalb dieser Diskussion ist zu erörtern, ob Petrus als historischer oder eher als typischer Petrus seiner Rolle als erster Jünger gerecht wird (2.1), warum er überhaupt als solcher betitelt wird (2.2) und wie es dazu kam, dass aus Simon ein Simon Petrus, bzw. Petrus oder Kephas wurde (2.3). In diesem ersten Bereich finden hauptsächlich Werke von Rudolph Pesch, Josef Blank oder Joachim Gnilka Zuspruch und Verwendung. Der zweite Abschnitt soll die Entwicklung des Petrusamtes beschreiben (3.). Hierbei geht es nicht ohne eine kurze Analyse der Primatsstelle des Matthäusvangeliums (3.1), und damit nicht ohne das Hinzuziehen der Werke Erich Gräßlers, Rudolph Schnackenburgs oder wiederum Rudolph Peschs zu diesem Themenbereich. Um die Arbeit nicht zu biblisch werden zu lassen, wird im letzten Teilabschnitt der historische Aspekt durch Ernst Dassmann hinzugezogen und die Anfänge und geschichtliche Ausprägung des Petrusamtes (3.2) in näheren Augenschein genommen. Es soll nicht Ziel der Arbeit sein, einen möglichst lückenlosen biographischen Text über Petrus und das Petrusamt zu entwickeln, sondern, vielmehr soll vermittelt werden, dass schon zu Zeiten Jesu nichts ohne bestimmte Aufgabenverteilung behandelt wurde und dass es auch schon damals nötig gewesen ist, spezielle Leute zu beauftragen, damit nicht alles dem Zufall überlassen ist. Im Falle Petri war es ihm sicherlich eine Ehre, eine solch große Sonderrolle inne zu haben; und über diese Sonderrolle und über die Verpflichtungen, die sich daraus ergeben, soll diese Arbeit einen Einblick geben. Die Einblicke in das Wirken und Handeln Petri werden sich in den meisten Fällen auf die vier Evangelien oder die Apostelgeschichte beziehen. Innerhalb dieser Arbeit wird herauszustellen sein, in wie weit sich das heutige Denken in Sachen Kirche schon damals ausgeprägt hat, z.B. in Form eines Wortführers oder jemandem, der bestimmte Aufgaben zu übernehmen hat.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln

Philosophische Fakultät

Seminar für Katholische Theologie

PS: Ist der Papst Unfehlbar?

SoSe 2007

Petrus im Neuen Testament-

Seine Sonderstellung im Jüngerkreis

und

die Entwicklung des Petrusamtes








Andrea Höltke

5. Semester


1.

EINLEITUNG - 2 -

2.

DIE BESONDERE STELLUNG SIMON PETRI IM JÜNGERKREIS - 3 -

2.1

Simon Petrus als ,,Typus" - 3 -

2.2

Simon Petrus als erster Apostel - 5 -

2.3

Die Namensgebung des ersten Apostels - 7 -

3.

DAS PETRUSAMT IM NT - 8 -

3.1

Die "Primatsstelle" bei Matthäus 16,18f - 8 -

3.2

Anfänge und geschichtliche Ausprägung des Amtes in der frühen Kirche - 10 -

4.

FAZIT - 13 -

5.

LITERATURVERZEICHNIS - 14 -


1. Einleitung

Diese Hausarbeit behandelt Simon Petrus im Neuen Testament. Simon Petrus war

einer der Apostel des Jesu Christi, wenn nicht sogar

der

Apostel schlechthin. In

dieser Arbeit wird herausgestellt, welche Rolle Simon Petrus innerhalb des Jünger-

kreises hatte (2.). Innerhalb dieser Diskussion ist zu erörtern, ob Petrus als

histori-

scher

oder eher als

typischer Petrus

seiner Rolle als

erster Jünger

gerecht wird

(2.1), warum er überhaupt als solcher betitelt wird (2.2) und wie es dazu kam, dass

aus Simon ein Simon Petrus, bzw. Petrus oder Kephas wurde (2.3). In diesem ers-

ten Bereich finden hauptsächlich Werke von Rudolph Pesch, Josef Blank oder Joa-

chim Gnilka Zuspruch und Verwendung.

Der zweite Abschnitt soll die Entwicklung des Petrusamtes beschreiben (3.). Hier-

bei geht es nicht ohne eine kurze Analyse der Primatsstelle des Matthäusvangeli-

ums (3.1), und damit nicht ohne das Hinzuziehen der Werke Erich Gräßlers, Ru-

dolph Schnackenburgs oder wiederum Rudolph Peschs zu diesem Themenbereich.

Um die Arbeit nicht zu biblisch werden zu lassen, wird im letzten Teilabschnitt der

historische Aspekt durch Ernst Dassmann hinzugezogen und die Anfänge und ge-

schichtliche Ausprägung des Petrusamtes (3.2) in näheren Augenschein genommen.

Es soll nicht Ziel der Arbeit sein, einen möglichst lückenlosen biographischen Text

über Petrus und das Petrusamt zu entwickeln, sondern, vielmehr soll vermittelt

werden, dass schon zu Zeiten Jesu nichts ohne bestimmte Aufgabenverteilung be-

handelt wurde und dass es auch schon damals nötig gewesen ist, spezielle Leute zu

beauftragen, damit nicht alles dem Zufall überlassen ist.

Im Falle Petri war es ihm sicherlich eine Ehre, eine solch große Sonderrolle inne zu

haben; und über diese Sonderrolle und über die Verpflichtungen, die sich daraus

ergeben, soll diese Arbeit einen Einblick geben. Die Einblicke in das Wirken und

Handeln Petri werden sich in den meisten Fällen auf die vier Evangelien oder die

Apostelgeschichte beziehen. Innerhalb dieser Arbeit wird herauszustellen sein, in

wie weit sich das heutige Denken in Sachen Kirche schon damals ausgeprägt hat,

z.B. in Form eines Wortführers oder jemandem, der bestimmte Aufgaben zu über-

nehmen hat.

- 2 -


2. Die besondere Stellung Simon Petri im Jüngerkreis

2.1 Simon Petrus als ,,Typus"

Simon Petrus ­ wer ist das eigentlich? Das würde sich niemand fragen, der auch

nur wenig Kontakt zum Christentum hat. Simon Petrus ist der wohl bekannteste

Apostel im Jüngerkreis Jesu und über ihn erfährt man im Neuen Testament mehr

als über jeden anderen (neben Paulus).1 Was man aus biographischer Sicht über

den erstberufenen Jünger weiß, stammt aus der Bibel. In den Evangelien, der

Apostelgeschichte und auch bei 1 Kor und Gal spielt Petrus eine bedeutende Rolle.

Wenn man hingegen die neutestamentlichen Stellen, die uns über Petrus informie-

ren, genauer in Betracht zieht, fällt auf, dass man über ihn nicht allzu viel in Erfah-

rung bringen kann.2 Aus historischer Sicht findet man, wie schon erwähnt, in den

paulinischen Quellen die meisten Anhaltspunkte. Nun wundert man sich, warum

sich dies nicht auch aus den vier Evangelien ergeben kann, dies ist dadurch zu er-

klären, dass die Evangelien nicht historisch orientiert sind, sondern weitgehend von

einem ,typischen Jesus′ handeln.

Es ist anzunehmen, dass Leute, die meinen etwas von Petrus zu wissen, oder gehört

zu haben, eher etwas von seinem Typos als von seinem historischen Dasein gehört

haben. Es ist nicht anzuzweifeln, dass die Taten und Worte Petri voll und ganz den

Typos beschreiben. Einiges wird gewiss historisch sehr wertvoll und hoch angese-

hen sein, dennoch überwiegt die Faszination und Ausstrahlung, die ,,über das histo-

risch Feststellbare hinaus[geht]"3. Einige der Theologen, die sich mit Simon Petrus

beschäftigt haben, stellen ihn als einen typischen Jünger vor, mit sowohl positiven,

als auch negativen Eigenschaften. Bei negativen Eigenschaften ist z.B. die Ver-

leugnung Jesu zu nennen, die Petrus sogar drei Mal hintereinander begeht.

Auch Ulrich Luz4 sieht einen zweiseitigen Petrus. Zum einen stellt er ihn als ,,Jün-

gersprecher und Schüler und als Paradigma christlichen Verhaltens bzw. Fehlver-

haltens" dar und auf der anderen Seite als ,,einmalige und einzigartige Gestalt".

Rudolf Pesch hält fest, dass die Art eines ,Typus′ dazu dient, als Vorbild zu dienen,

nachgeahmt zu werden und andere zu formen5. Simon Petrus hat dies als Jünger Je-

su versucht zu leben, in dem er seine Aufgaben als Erstberufener ernst genommen

1 Vgl. L. WEHR, Petrus. Apostel, 91.

2 Vgl. hierzu u. z. Folgenden J. BLANK, Neutestamentliche Petrustypologie und Petrusamt, 173.

3 Ebd., 173.

4 Zitiert nach R. PESCH, Die biblischen Grundlagen des Primats, 23.

5 Vgl. Ebd., 25.

- 3 -



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