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Diploma Thesis, 2009, 87 Pages
Author: Diplom-Ökonom Tim Oppermann
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation
Details
Year: 2009
Pages: 87
Grade: 2,3
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-44579-0
ISBN (Book): 978-3-640-44556-1
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Abstract
Die Themen Wirtschaftswachstum, ökonomisches Handeln und Nachhaltigkeit sind im 21. Jahrhundert präsenter denn je. Die zunehmende Weltbevölkerung und die Verknappung von Rohstoffen erfordern augenscheinlich einen rationalen Umgang mit begrenzten Ressourcen, um das Überleben und den ökonomischen Wohlstand des homo sapiens auf der Erde zu sichern. Aber was ist rationales Handeln? Gerade im Kontext der Nachhaltigkeit scheint das Wirtschaften einen intertemporalen Aspekt zu besitzen. Eine heute getroffene Entscheidung kann bereits morgen ineffizient sein. Effizienz und Effektivität sollten demnach nicht statisch betrachtet werden. Eine dynamische Sichtweise beinhaltet jedoch eine zunehmende Komplexität dieser beiden Konstrukte, in Bezug auf die Anwendbarkeit, die Datenbeschaffung und die Prognosefähigkeit. Um das wirtschaftliche Handeln nachhaltig effizient zu gestalten, bedarf es offenbar einer permanenten Motivation zur Auffindung neuer und ökonomisch sinnvollerer Produktionsprozesse und Produkte. Die durch die Globalisierung hervorgerufene Wettbewerbsintensität – und der damit verbundene Innovationsdruck – führen zu verkürzten Produktlebenszyklen. Um das Überleben von Unternehmen zu sichern, benötigen diese moderne Technologien. Nun sind Unternehmen in der Regel nicht in der Lage, ihre FuE-Ausgaben permanent zu steigern, um diese Technologien selbst zu generieren. Es bedarf ergo einer Zusammenarbeit der Unternehmen im Innovationsprozess. Eine wirksame Koordination wird oftmals durch Innovationsnetzwerke ins Leben gerufen. Aber ist ein Innovationsprozess hinsichtlich eines Kosten-Nutzenkalküls überhaupt planbar? Gerade in Bezug auf Basisinnovationen sind die Innovationsfolgen in den meisten Fällen nicht abschätzbar. Wichtig ist es deshalb die Zukunftsoffenheit des Innovationsprozesses zu begreifen, der tatsächlich realisierbare Nutzen ist oftmals nicht absehbar. Ein weiteres, nicht nur gesamtwirtschaftliches, Problem der effizienten Forschung und Entwicklung ist die Doppelt- und Mehrfachforschung. Dieser Problematik ist eine erhebliche und ineffiziente Ressourcenverschwendung inhärent. Ebenso ist zu hinterfragen, wer die Innovationen hervorbringt – es ist nicht anzunehmen, dass dies der erfinderische Tüftler in seiner Garage tut. Vielmehr ist davon auszugehen, dass Innovationen in hochgradig spezialisierten Netzwerken entstehen.
Excerpt (computer-generated)
Tim Oppermann
Diplomarbeit
Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Eingereicht am
Institut für Institutionel e Ökonomik und Innovationsökonomik (IINO)
am Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
der Universität Bremen
Bremen, 11.06.2009
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
1.
Einführung in die Problemstel ung 1
1.1 Technischer Fortschritt, Innovationen und Effizienz 1
1.2 Ziel und Struktur der Untersuchung 4
1.3 Innovationsforschungsansätze 6
1.3.1 (Neo-)klassische Wachstumstheorie 6
1.3.2 Evolutorische Konzepte 9
2.
Begriffsabgrenzung 20
2.1 Effektivität versus Effizienz 20
2.2 Exkurs: X-(In-)Effizienz 22
3.
Effizienzkonzepte 25
3.1 Mikroökonomische Konzepte 25
3.1.1 Technische Effizienz 25
3.1.2 Ökonomische Effizienz 27
3.1.3 Skaleneffizienz 30
3.2 Makroökonomische Konzepte 31
3.2.1 Al okationseffizienz 31
3.2.2 Adaptive Effizienz 33
3.2.3 Dynamische Effizienz 35
3.2.4 Evolutorische Effizienz 37
4.
Effizienzmesskonzepte 40
4.1 Effizienzmessung nach Farrel 40
4.2 Data Envelopment Analysis 41
4.3 Dynamische Analyse 47
4.4 Effizienzkriterienkonzept 52
5.
Kritische Würdigung und Ausblick 60
Anhang 68
I
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Literaturverzeichnis 70
II
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Stilisiertes nationales Innovationssystem 15
Abbildung 2: Vier Soziogramme zu typischen Netzwerkausprägungen... 17
Abbildung 3: Effizienz versus Effektivität 21
Abbildung 4: Minimalprinzip der technischen Effizienz 25
Abbildung 5: Maximalprinzip der technischen Effizienz 25
Abbildung 6: Minimalprinzip der Kosteneffizienz 27
Abbildung 7: Maximalprinzip der Kosteneffizienz 27
Abbildung 8: Minimalprinzip der Erlöseffizienz 28
Abbildung 9: Maximalprinzip der Erlöseffizienz 28
Abbildung 10: Minimalprinzip der Gewinneffizienz 29
Abbildung 11: Maximalprinzip der Gewinneffizienz 29
Abbildung 12: Skaleneffizienz 30
Abbildung 13: Effizienzmessung nach Farrel 40
Abbildung 14: Inputorientierte Ermittlung der Effizienzwerte im Zwei-Input-
Ein-Output-Fal 44
Abbildung 15: Inputorientierte DEA mit VRS 46
Abbildung 16: Kosteneffizienz bei inputorientierter DEA mit CRS 46
Abbildung 17: ATB-Frontierfunktion 48
Abbildung 18: Malmquist-Index dritte Version (inputorientiert, CRS) 50
Abbildung 19: Betrachtungsebenen in der Effizienzmessung 62
Abbildung 20: Übersicht über raumwirtschaftliche Ansätze im Umfeld der
evolutorischen Ökonomik 68
III
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Abbildung 21: Ablaufplan der Produktplanung nach VDI-Richtlinie 2220
(VDI-2220 1980) mit anschließender Produktrealisierung und
Produktbetreuung 69
IV
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
Abkürzungsverzeichnis
Abb.
Abbildung
aktual.
aktualisierte
ATB
Al -Time-Best
Aufl.
Auflage
Ausg.
Ausgabe
bearb.
bearbeitete
Begr.
Begründer
Bd.
Band
bzgl.
bezüglich
bzw.
beziehungsweise
ca.
circa
CRS
Constant Returns of Scale
DEA
Data Envelopment Analysis
DIN
Deutsches Institut für Normung e. V.
DMU
Decision Making Unit
d.h.
das heißt
EDV
Elektronische Datenverarbeitung
erg.
ergänzte
erw.
erweiterte
e. V.
eingetragener Verein
f., ff.
folgende, fortfolgende
V
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
FuE
Forschung und Entwicklung
ggf.
gegebenenfal s
Hrsg.
Herausgeber
NSI
National System of Innovation
rev.
revidierte
S.
Seite
SE
Skaleneffizienz
SR
Scale Returns
TE
Technische Effizienz
u. a.
unter anderem
überarb.
überarbeitete
unverän.
unveränderte
VDI
Verein Deutscher Ingenieure
verb.
verbesserte
Vgl.
Vergleiche
VGR
volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
Vol.
Volume
VRS
Variable Returns of Scale
z. B.
zum Beispiel
VI
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
1.
Einführung in die Problemstellung
1.1
Technischer Fortschritt, Innovationen und Effizienz
,,Der Begriff der Effizienz steht im Mittelpunkt al er wirtschaftswissenschaftlichen
Fragestellungen"1
Die Themen Wirtschaftswachstum, ökonomisches Handeln und Nachhal-
tigkeit sind im 21. Jahrhundert präsenter denn je. Die zunehmende Welt-
bevölkerung und die Verknappung von Rohstoffen erfordern augenschein-
lich einen rationalen Umgang mit begrenzten Ressourcen, um das Über-
leben und den ökonomischen Wohlstand des homo sapiens auf der Erde
zu sichern. Aber was ist rationales Handeln? Gerade im Kontext der
Nachhaltigkeit scheint das Wirtschaften einen intertemporalen Aspekt zu
besitzen. Eine heute getroffene Entscheidung kann bereits morgen ineffi-
zient sein.2 Effizienz und Effektivität sol ten demnach nicht statisch be-
trachtet werden. Eine dynamische Sichtweise beinhaltet jedoch eine zu-
nehmende Komplexität dieser beiden Konstrukte, in Bezug auf die An-
wendbarkeit, auf die Datenbeschaffung und die einhergehende Prognose-
fähigkeit.
Um das wirtschaftliche Handeln nachhaltig effizient zu gestalten, bedarf es
offenbar einer permanenten Motivation zur Auffindung neuer und ökono-
misch sinnvol erer Produktionsprozesse und Produkte. Das Erschaffen
dieser wird gemeinhin als Generierung des technischen Fortschritts beti-
telt.3 Dieser technische Fortschritt gilt in modernen Volkswirtschaften als
wichtiger Faktor für Wirtschaftswachstum und den damit einhergehenden
ökonomischen Wohlstand. Am Anfang des technischen Fortschritts stehen
die bereits gegebenen Technologien, welche sich als naturwissenschaftli-
ches und technisches Wissen subsumieren lassen. Die Forschungs- und
Entwicklungsphase folgt und hat ggf. als Resultat eine Invention. Besitzt
diese Invention einen ökonomischen Nutzen
sie lässt sich also auf dem
Markt einführen
wird sie zur Innovation. Der Terminus Innovation leitet
1 LEIBENSTEIN (1966), S. 331.
2 Vgl. BRETSCHGER (2004), S. 181 f.
3 Vgl. BOLLMANN (1990), S. 5.
1
Tim Oppermann Effizienz und Innovationsleistung von Netzwerken
sich aus dem Lateinischen ab und kann mit Erneuerung oder Schaffung
von etwas Neuem übersetzt werden. Durch Imitation Nachahmung
durch andere Marktteilnehmer, die erkennen, dass diese Innovation einen
ökonomischen Nutzen stiftet und Diffusion die Ausbreitung der Innova-
tion auf dem Markt wird diese Innovation ,,gesel schaftsfähig" und das
Portfolio der gegebenen Technologien erheblich erweitert.4 Unter Berück-
sichtigung des Effizienzkonzeptes sol te dieser dargestel te, zugegeben
stark vereinfachte5, Schaffensprozess einer wirtschaftlichen Prüfung un-
terzogen werden und dieser auch standhalten. Diese Prüfung muss auf
der makroökonomischen, der mesoökonomischen, sowie auf der mikro-
ökonomischen Ebene realisiert werden. Während auf der makroökonomi-
schen Ebene der wohlfahrtsökonomische Aspekt neben dem ggf. sozio-
politischen überwiegt, und auf der mesoökonomischen Ebene Branchen
oder Industriezweige auf ihre Effizienz hin analysiert werden, findet auf der
mikroökonomischen Ebene ein Kosten-Leistungskalkül statt.6
Trennt man sich nun einmal von der neo-klassischen Annahme, dass Un-
sicherheiten nicht existieren, und somit das Ergebnis der Innovationstätig-
keit Risiken unterliegt, muss der effiziente Innovationsprozess auch suk-
zessive überprüft werden. Ansonsten sind Inneffizienzen bereits innerhalb
der FuE-Tätigkeit7 zu befürchten, und nicht erst in der langfristigen ,,Pfad-
abhängigkeit".8 Pfadabhängigkeit bedeutet hierbei die Abhängigkeit ge-
genwärtiger Zustände von vergangenen.9 Unsicherheiten lassen sich in
Bezug auf den Innovationsprozess in technisch-wissenschaftliche und
ökonomische Unsicherheiten teilen.10
4 Vgl. LI (2005), S. 12 ff., HALIN (1995), S. 7 f., BADKE (1990), S.13 ff.
5 Zur Vereinfachung wird an dieser Stelle zunächst auf das sequentielle Innovationsbild
verwiesen, vgl. PYKA (1999), S. 83.
6 Soweit man der traditionel en Ökonomie an dieser Stelle folgen mag, vgl. ERDMANN
(1993), S. 1 f.
7 Unter FuE-Tätigkeit versteht sich im Allgemeinen: 1. (anwendungsorientierte) Grundla-
genforschung, 2. angewandte Forschung, 3. experimentel e Entwicklung, vgl. hierzu
MEIER (1994), S. 16 f.
8 Vgl. BRETSCHGER (2004), S. 186 ff.
9 Vgl. PYKA (1999), S. 144.
10 Vgl. FRANZ (1995), S. 51 f.
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