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Konstanz - Stadt am Seerhein

Subtitle: Ein Prozess der Gentrification?

Bachelor Thesis, 2009, 44 Pages
Author: Christian Schöpf
Subject: Sociology - Habitation, Urban Sociology

Details

Category: Bachelor Thesis
Year: 2009
Pages: 44
Grade: 2,3
Language: German
Archive No.: V137355
ISBN (E-book): 978-3-640-44879-1
ISBN (Book): 978-3-640-44855-5

Abstract

Im Verlauf dieser Bachelorthesis wird die Fragestellung beantwortet: "Konstanz – "Stadt am Seerhein", ein Prozess der Gentrification?". Die Stadt wird als Lebensraum, genauso wie als politischer Raum betrachtet. Das Gebiet der "Stadt am Seerhein" gehört geographisch zum Stadtteil Konstanz-Petershausen und liegt auf dem rechts-rheinischen, größeren Teil der Stadt Konstanz. Der Theorieansatz liegt bei Georg Simmel und vor allem bei Hartmut Häußermann. Der Nachweis der Gentrification in der „Stadt am Seerhein wird empirisch untersucht. Der quantitative Fragebogen dient dazu, eine Stichprobe von den Bewohnern der "Stadt am Seerhein" zu bekommen, um damit den qualitativen Ansatz des Nachweises der Gentrification in der "Stadt am Seerhein" weiter zu verfestigen. Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Theoretische Grundlegung 2.1. Die Anfänge der Stadtsoziologie nach Georg Simmel 2.2. Stadtsoziologie heute nach Hartmut Häußermann 2.3. Gentrification 3. Empirie 3.1. Quantitative Befragung der "Stadt am Seerhein" 3.2. Qualitative Befragung der Entscheidungsträger 3.3. Resümee 4. Fazit und Ausblick 5. Anhang 5.1. Interviewbogen der Bewohner der "Stadt am Seerhein" 5.2. Interviewbogen der Entscheidungsträger 5.3 Literaturverzeichnis 5.4 Bildverzeichnis


Excerpt (computer-generated)



Universität Konstanz
Fachbereich Soziologie und Geschichte

Fachgruppe Soziologie

Konstanz ± Ä6WDGWDP6HHUKHLQ³

ein Prozess der Gentrification?

[BACHELORTHESIS]


Vorgelegt von:

Christian Schöpf

August 2009

Uni Signet


Abstract

2

I. Abstract

Im Verlauf dieser Bachelorthesis wird die Fragestellung beantwortet Ä.Rn-

stanz ± Ä6WDGWDP6HHUKHLQ³HLQ3UR]HVVGHU*HQWULILFDWLRQ"³Die Stadt wird

als Lebensraum, genauso wie als politischer Raum betrachtet. Das Gebiet

GHU Ä6WDGW DP 6HHUKHLQ³ JHK|UW JHRJUDSKLVFK ]XP 6WDGWWHLO .RQVWDQ]-

Petershausen und liegt auf dem rechts-rheinischen, größeren Teil der Stadt

Konstanz. Der Theorieansatz liegt bei Georg Simmel und vor allem bei Hart-

mut Häußermann. Der Nachweis GHU*HQWULILFDWLRQLQGHUÄ6WDGWDP6HHUKHLQ

wird empirisch untersucht. Der quantitative Fragebogen dient dazu, eine

6WLFKSUREHYRQGHQ%HZRKQHUQGHUÄ6WDGWDP 6HHUKHLQ³]XEHNRPPHQXP

GDPLWGHQTXDOLWDWLYHQ$QVDW]GHV1DFKZHLVHVGHU*HQWULILFDWLRQLQGHUÄ6WDGW

DP6HHUKHLQ³ZHLWHU]XYHUIHVWLJHQ

In the course of this bachelor thesis is the research question answered:

³Constance ± ³City on Seerhein´, a process of gentrification?´. The city is re-

garded as habitat, as well as a political space. The area of the ³&ity on

Seerhein´ belongs geographically to the district of Constance-Petershausen

and is on the right bank, the larger part of the city of Constance. The theoret-

ical approach is Georg Simmel and especially Hartmut Häußermann. The

proof of gentrification in the ³&ity on Seerhein´ is empirically investigated.

The quantitative survey used a sample of the inhabitants of the ³&ity on

Seerhein´. The qualitative approach of the proof of gentrification in the ³&ity

on Seerhein´ is to intensify the research question.


Inhaltsverzeichnis

3

II. Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4

2. Theoretische Grundlegung 5

2.1. Die Anfänge der Stadtsoziologie nach Georg Simmel 6

2.2. Stadtsoziologie heute nach Hartmut Häußermann 10

2.3. Gentrification 11

3. Empirie 14

3.1. Quantitative BefUDJXQJGHUÄ6WDGWDP6HHUKHLQ³ 17

3.2. Qualitative Befragung der Entscheidungsträger 24

3.3. Resümee 30

4. Fazit und Ausblick 31

5. Anhang 34

5.1. ,QWHUYLHZERJHQGHU%HZRKQHUGHUÄ6WDGWDP6HHUKHLQ³ 34

5.2. Interviewbogen der Entscheidungsträger 35

5.3

Literaturverzeichnis 40

5.4

Bildverzeichnis 43


Einleitung

4

1. Einleitung

Die Idee für diese Arbeit entstand unter anderem durch die erlebten Verän-

derungen in der urbanen Landschaft in Konstanz sowie über die in den Jah-

ren meines Studiums in den Konstanzer Medien geführte Diskussion über

Erneuerung und Umstrukturierung von brachliegenden, alten Industrieflächen

und der Aufwertung der Wohngebiete in den Konstanzer Stadtteilen.

Das Interesse am Wandel von Städten wurde nochmals verstärkt durch den

6SLHJHOWLWHO 1UÄ(XURSDV FRROH 6WlGWH³ ,QGHP 7KHPHQDUWLNHO Ä:DV

6WlGWHVH[\PDFKW³ZXUGHQERRPHQGH6WlGWHLQ(XURSDYRUJHVWHOOWXQGYHr-

sucht zu erklären, warum es gerade nicht die großen Megacities sind, die für

neue Technik, junge Unternehmen und für junge Menschen attraktiv sind. So

HQWVWDQG GLH ,GHH GHQ QHXHQ 6WDGWWHLO YRQ .RQVWDQ] GLH Ä6WDGW DP 6HHr-

KHLQ³]XP*HJHQVWDQGGLHVHU%DFKHORUWKHVLV]XPDFKHQ Denn auch hier in

Konstanz lässt sich die im Spiegel dargestellte Idee wiederfinden und für die-

se Arbeit aufgreifen.

Im Verlauf dieser Arbeit wird die Fragestellung beantwortet Ä.RQVWDQ] ±

Ä6WDGWDP6HHUKHLQ³HLQ3UR]HVVGHU*HQWULILFDWLRQ"³′HU%HDQWZRUWXQJGHU

Forschungsfrage ist zunächst ein Theorieteil vorangestellt, der auf die Ge-

schichte der Stadtsoziologie allgemein und im Weiteren speziell auf den

Punkt der Gentrification eingeht und diesen erläutert, da es im Hauptteil die-

ser Bachelorthesis darum geht, die )RUVFKXQJVIUDJHHPSLULVFKIUGLHÄ6WDGW

DP6HHUKHLQ³]XEHDQWZRUWHQ

Der quantitativen Erhebung am Anfang der Bearbeitungszeit folgte eine qua-

litative Befragung von ausgewählten Experten aus Konstanz, im Rahmen der

sechswöchigen Bearbeitungszeit war das Bemühen stets vorhanden, den

Anforderungen der qualitativen Arbeitsweise zu genügen, dennoch musste

der kurzen Bearbeitungszeit und der erschwerten Erhebungssituation (Kom-

munalwahlen und Kreistagswahlen) Tribut gezollt werden. Mit mehr Zeit wäre

es sicherlich möglich gewesen, die Empirie noch genauer und ausführlicher

zu bearbeiten.


Theoretische Grundlegung

5

2. Theoretische Grundlegung

Das Thema dieser Arbeit liegt bei der Gentrification, einem Spezialgebiet der

Stadtsoziologie, jedoch soll zunächst einmal geklärt sein, was Stadtsoziolo-

gie ist und was man unter einer Stadt versteht. Es wird deshalb anfangs fol-

gende Definition diesem Theorieteil vorangestellt, damit der Leser einen ers-

ten Überblick über die nun folgende Thematik gewinnen kann:

ÄStadtsoziologie, Teilgebiet der Soziologie, das die Beschreibung und Analyse sozia-

len Verhaltens, der Bodennutzung, des Wachstums sowie der Macht- und Entschei-

dungsprozesse in der Stadt umfasst. Als >>Stadt<< gelten dabei Gemeinden von ei-

ner bestimmten Größe, Bevölkerungszahl (in Dt. 2000 Einw.) oder anderen Kenn-

zeichen (z.B. Markt, Befestigung).³ (Fuchs, et al., 1988 S. 738)

Erste, für die Soziologie relevante, Beobachtungen bezüglich des Lebens

und Arbeitens in Städten finden sich bereits im 19. Jahrhundert bei Friedrich

(QJHOVLQVHLQHU6FKULIWÄ′LH/DJHGHUDUEHLWHQGHQ.ODVVHLQ(QJODQG ± nach

HLJHQHU $QVFKDXXQJ XQG DXWKHQWLVFKHQ 4XHOOHQ³ (Engels, 1977). Friedrich

Engels beschäftigten hierbei vor allem die Umstände des Zusammenlebens

der Arbeiterklasse auf engsten Raum und die damit verbundenen Lebens-

verhältnisse. Ebenfalls mit der Thematik beschäftigte sich Max Weber in sei-

QHP 6WDQGDUGZHUN Ä:LUWVFKDIW *HVHOOVFKDIW³ (Weber, 2002), wobei sein

Blick vor allem auf das städtische Bürgertum gerichtet war. Das Hauptau-

genmerk bei dieser Arbeit liegt jedoch bei den Anfängen der Stadtsoziologie

nach Georg Simmel.


Theoretische Grundlegung

6

2.1. Die Anfänge der Stadtsoziologie nach Georg Simmel

Der deutsche Philosoph und Soziologe Georg Simmel beschäftigte sich zur

-DKUKXQGHUWZHQGH KLQ ]XP -DKUKXQGHUW PLW GHP 7KHPD Ä6WDGW³ LQ VHi-

nen, zu den Klassikern der Soziologie zählenden, Aufsätzen Ä′LH*URVWlGWH

XQGGDV*HLVWHVOHEHQ³XQGÄ6R]LRORJLHGHV5DXPHV³. Bei all seinen Überle-

gungen stand immer das Thema der Vergesellschaftung und somit im Sim-

melµschen Sinne die Gesellschaft und das Individuum Mensch an sich im

Vordergrund:

Ä,FKEH]HLFKQHQXQDOOHVGDVZDVLQGHQ,QGLYLGXHQGHQ unmittelbar konkreten Or-

ten aller historischen Wirklichkeit als Trieb, Interesse, Zweck, Neigung, psychische

Zuständlichkeit und Bewegung derart vorhanden ist, dass daraus oder daran die

Wirkung auf andre und das Empfangen ihrer Wirkungen entsteht - dieses bezeichne

LFKDOVGHQ,QKDOWJOHLFKVDPGLH0DWHULHGHU9HUJHVHOOVFKDIWXQJ³ (Simmel, 1968 S.

5)

Im Weiteren bedeutet dies natürlich auch die Überführung von Privateigen-

tum in gesellschaftliches Eigentum. Diese Transformation findet sich wiede-

rum dann auch beim Menschen in der Großstadt wieder. Die Stadt bei Georg

Simmel ist nur noch bedingt mit der Stadt von heute zu vergleichen, dennoch

lassen sich seine Überlegungen als Ausgang nehmen, um sich weiter mit

dem Thema zu beschäftigen. ,Q VHLQHP $XIVDW] Ä′LH *roßstädte und das

*HLVWHVOHEHQ³ bei dem es sich um die Verschriftlichung eines Vortrages zum

HLJHQWOLFKHQ:HUNÄDLH3KLORVRSKLHGHV*HOGHV³KDQGHOWJLOWGLH6WDGWDOVHLQ

Ort der Moderne und der Individualität, wobei Georg Simmel hier vor allem

das Zusammendrängen von Menschen und Dingen als Charakteristikum der

Großstadt sieht. Im Weiteren birgt die Großstadt vor allem negative Aspekte

für den einzelnen Menschen und auch für das Zusammenleben:

Verstandesherrschaft

Blasiertheit

Reserviertheit

Individualismus

Am Beispiel der Großstadt beschreibt Georg Simmel Probleme der Men-

schen, die bis heute nicht an Bedeutung verloren haben. Eine Vielzahl von


Theoretische Grundlegung

7

neuen Reizen und eine durchgesetzte Geldwirtschaft führen bei den Bewoh-

nern der Großstadt zu der Anpassungsreaktion der Blasiertheit:

ÄDas Wesen der Blasiertheit ist die Abstumpfung gegen die Unterschiede der Dinge,

nicht in dem Sinne, daß sie nicht wahrgenommen würden, wie von dem Stumpfsin-

nigen, sondern so, daß die Bedeutung und der Wert der Unterschiede der Dinge und

damit der Dinge selbst als nichtig empfunden wird.³ (Simmel, 1995 S. 121)

Es tritt eine neue Präzision und Sachlichkeit in den Alltag der Menschen.

Diese neue Sachlichkeit wiederum spiegelt sich auch in der Beziehung der

Menschen untereinander wieder, so heißt es weiter:

ÄDie geistige Haltung der Großstädter zu einander wird man in formaler Hinsicht als

Reserviertheit bezeichnen dürfen. Wenn der fortwährenden äußeren Berührung mit

unzähligen Menschen so viele innere Reaktionen antworten sollten, wie in der klei-

nen Stadt, in der man fast jeden kennt und zu jedem ein positives Verhältnis hat, so

würde man sich innerlich völlig atomisieren und in eine ganz unausdenkbare seeli-

sche Verfassung geraten.³ (Simmel, 1995 S. 122)

Als Folge der Reserviertheit entwickelt sich eine übersteigerte Form des Indi-

vidualismus, mit welcher der Bewohner der Großstadt sich gegen eine

Übermacht der Dinge versucht zu behaupten. Auf der anderen Seite ermög-

licht die Reserviertheit aber auch eine neue Form der Freiheit, da der Stadt-

bewohner IUHL LVW YRQ GHQ Ä.OHLQOLFKNHLWHQ XQG 3UlMXGL]LHUXQJHQ³ (Simmel,

1995 S. 126), mit denen die Bewohner von Dörfern und kleinen Städten zu-

rechtkommen müssen. Die Großstadt ermöglicht es somit ihren Bewohnern,

in der Masse der Menschen und geographischen Größe unterzutauchen, zu

versinken oder eben frei zu sein. Eine weitere Folge ist die Verstandesherr-

schaft. Dabei handelt es sich gemäß Georg Simmel um eine Schutzfunktion

des Individuums in der Großstadt. Der Bewohner der Großstadt schützt

demnach sein Gemüt und seinen Verstand durch eine Versachlichung der

Umstände. Bei Dietmar Jazbinsek findet sich eine tabellarische Darstellung

der von Georg Simmel erwähnten Thesen bezüglich der Unterschiede zwi-

schen dem neuen städtischen Leben und dem alten, traditionellen (Land-)

leben:



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