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Seminararbeit, 1995, 21 Seiten
Autor: Christiane Debray
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Details
Institution/Hochschule: Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (Lehrstuhl für NDL)
Tags: Kunstmärchen, Beispiel, Hoffmann, Proseminar, Erzählte, Verbrechen, Werken, Jahrhunderts
Jahr: 1995
Seiten: 21
Note: 1,3
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-19306-1
ISBN (Buch): 978-3-638-75805-5
Dateigröße: 103 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Frühromantik wird eingeleitet durch ein einschneidendes Ereignis, die Französische Revolution 1789. Mit ihr endet die Aufklärung. Es entsteht die geistesgeschichtliche Revolution der Romantik. In der Aufklärung stand die Vernunft an erster Stelle, jetzt wird der Phantasie und den Gefühlen zu neuem Leben verholfen, indem das Unterbewußte im Menschen geweckt wird. Der Dichter ist frei, es gibt keine Instanz über ihm. Er kann seiner Phantasie freien Lauf lassen. Als Ziel wird die Einheit von Geist und Natur erstrebt, die aber immer Wunschvorstellung bleibt. Alle bisherigen dichterischen Formen werden aufgelöst, dadurch entstehen unendlich viele Literaturformen. Ein beliebtes Mittel der Romantik ist die Phantastik, mit unerklärlichen, übernatürlichen Ereignissen und Gestalten, wie sie in Märchen vorkommen. Die Aufklärer sehen das Wunderbare im Widerspruch zur Vernunft und deshalb sind für sie die Märchen nur Aberglaube. In der Romantik, als Reaktion auf die Aufklärung, kommt es deshalb zu einer Rückbesinnung auf die Märchen. Die menschliche Phantasie und der schon immer vorhandene Glaube an Wunder sollen dadurch wieder gestärkt werden. Deshalb wird das Märchen für die Romantiker zur wichtigen Literaturform.
Textauszug (computergeneriert)
Katholische Universität Eichstätt
Sommersemester 1995
Proseminar: Erzählte Verbrechen in Werken des 19. Jahrhunderts
Thema:
Das romantische Kunstmärchen am Beispiel von E.T.A. Hoffmann
Christiane Debray
Inhaltsverzeichnis
1. Die Romantik ... 3
1.1 Das Volksmärchen ... 3
1.2 Die Bedeutung des Märchens für die Romantik ... 4
1.3 Das romantische Kunstmärchen ... 5
2. E.T.A. Hoffmann ... 6
2.1 Das Kunstmärchen bei Hoffmann ... 7
2.2 Das Kunstmärchen Hoffmanns am Beispiel des "Goldenen Topfes" ... 10
3. E.T.A. Hoffmann "Das Majorat" ... 11
3.1 Elemente des Kunstmärchens im "Majorat" ... 12
3.2 Kunstmärchen oder Kriminalnovelle? ... 13
4. Ausblick: Vergleich Majorat - Goldener Topf ... 15
Literaturverzeichnis ... 16
1. Die Romantik
Die Frühromantik wird eingeleitet durch ein einschneidendes Ereignis, die Französische Revolution 1789. Mit ihr endet die Aufklärung. Es entsteht die geistesgeschichtliche Revolution der Romantik. In der Aufklärung stand die Vernunft an erster Stelle, jetzt wird der Phantasie und den Gefühlen zu neuem Leben verholfen, indem das Unterbewußte im Menschen geweckt wird.1
Der Dichter ist frei, es gibt keine Instanz über ihm. Er kann seiner Phantasie freien Lauf lassen. Als Ziel wird die Einheit von Geist und Natur erstrebt, die aber immer Wunschvorstellung bleibt. Alle bisherigen dichterischen Formen werden aufgelöst, dadurch entstehen unendlich viele Literaturformen.
Ein beliebtes Mittel der Romantik ist die Phantastik, mit unerklärlichen, übernatürlichen Ereignissen und Gestalten, wie sie in Märchen vorkommen. Die Aufklärer sehen das Wunderbare im Widerspruch zur Vernunft und deshalb sind für sie die Märchen nur Aberglaube. In der Romantik, als Reaktion auf die Aufklärung, kommt es deshalb zu einer Rückbesinnung auf die Märchen. Die menschliche Phantasie und der schon immer vorhandene Glaube an Wunder sollen dadurch wieder gestärkt werden. Deshalb wird das Märchen für die Romantiker zur wichtigen Literaturform.
1.1 Das Volksmärchen
Das Volksmärchen muß als die Wurzel aller Märchenformen angesehen werden. Es ist eine Prosaerzählung, die der Unterhaltung dient und nicht an Geschichte, Epik, Ort oder Zeit gebunden ist. Für sie ist das Wunder selbstverständlich.
Allen Märchen liegt ein einfaches Schema zugrunde. Bei der Handlung geht es immer um Schwierigkeiten, die bewältigt werden müssen. Es werden Aufgaben gestellt, die gelöst werden. Dann findet ein Kampf statt, der mit dem Sieg des Helden endet. Am Schluß wendet sich das Märchen immer zum Guten.
Seine Handlung besteht aus unerklärlichen Begebenheiten. übernatürliche Gewalten greifen in das Alltagsgeschehen ein. Es gibt viele unnatürliche Erscheinungen, die erst durch das Märchen selbst wieder schlüssig werden.
Der Held ist der Hauptträger der Handlung. Er ist ein Mensch und der diesseitigen Welt zugehörig. Neben ihm gibt es noch andere Figuren, die aber alle auf ihn bezogen sind. Es sind Helfer, Gegner oder von ihm gerettete Personen. Die Helfer und Gegner stammen häufig aus der übernatürlichen Welt. Um die ihm gestellten Aufgaben zu bewältigen, braucht der Held Dinge, die ihm helfen. Das sind z.B. Lebenswasser, ein fliegender Teppich, u.s.w.. Die Helden tragen keine Alltagsnamen, sondern sie stehen für eine, für sie charakteristische Eigenschaft z.B.: Pechmarie, Schneewittchen, Rotkäppchen.2
Die Hauptfigur muß, um etwas Besonderes zu erleben, ihr gewohntes Umfeld verlassen und alle bekannten Dinge und Menschen zurücklassen. Das Wunderbare erfährt sie nur alleine und fern von der Heimat. Der Held ist nie von Anfang an auf Wanderschaft, für ihn gibt es immer einen guten oder wichtigen Grund warum er seine Heimat verläßt, z.B. eine Notlage oder der Mangel an wichtigen Dingen. Von Anfang an wird die Distanz zum Hier und Heute durch die, immer wiederkehrenden Formeln "Es war einmal", "Es lebten einmal", u.s.w. deutlich gemacht.
Das Volksmärchen besitzt viel Handlung, dafür werden Figuren und das weitere Zubehör sehr knapp behandelt. Es spielt in einer unendlichen Zeit in einem unendlichen Raum. Ländernamen sind unbekannt, Zeitangaben gibt es nicht oder sie sind sehr unbestimmt. Der Held geht bis ans "Ende der Welt" oder hinter die "Sieben Berge". Die geographisch genaue Lage wird nie bekanntgegeben.
Stilistisch ist das Märchen sehr einfach gehalten. Seine Handlung hat nur einen Strang, was ihm Klarheit und Bestimmtheit gibt. Andererseits erzeugt es damit ein weltfremdes Weltbild im Schwarz - Weiß Denken. Die Figuren treten immer einzeln auf. Jede Episode steht für sich alleine und entwickelt sich aus sich selber.
[....]
1 vgl. Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur, 7. verbesserte und erweiterte Auflage, Stuttgart 1989, Seite 793 ff.
2 vgl. Lüthi, Max: Die Erschließung des Idealtyps, in: Märchen (Themen - Texte- Interpretationen, Band 1), Bamberg 19ß1. Seite 43 ff.
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18.11.2005 15:37:09
Die Arbeit eignet sich noch als Einführung für einen Grundkurs, da sie gewisse Aspekte des Themas benennt, aber nicht weiter eigenständig analysiert. Abgesehen vom "Tismar" wird hauptsächlich mit Lexikonartikeln gearbeitet, wodurch die Arbeit auf der Übersichtsebene verbleibt. Wer sich schon ansatzweise mit der Thematik befaßt hat, wird hier nichts Neues erfahren.